Krawallwagen bleibt auf Zimmerlautstärke

AfD-Sommerfest in Haldensleben: Siegmund vor bald 2000 Gästen – Protestbus daneben

von Gregor Leip

Metabeschreibung© Quelle: Gregor Leip

In Haldensleben war Ulrich Siegmund bei einem AfD-„Demokratiefest“ und einem Unternehmertreffen. Parallel stand der Adenauerbus des linksradikalen Zentrums für politische Schönheit mit rund 200 Gegnern. Polizei und Lautstärkekontrollen verhinderten eine Störung. Besucher und Journalisten kamen auch aus dem Ausland. Bis 18 Uhr blieb es ruhig.

Von Außenreporter Gregor Leip

Ulrich Siegmund, der AfD-Spitzenkandidat für Sachsen-Anhalt, rackert unermüdlich. Heute war eine Wahlkampfveranstaltung in Haldensleben. Hier war es ein „Demokratiefest“ mit Anwesenheit Siegmunds. Gleichzeitig fand im großen Saal der Schützengilde Haldensleben ein Unternehmertreffen mit dem Kandidaten statt.

Um 14:00 Uhr, zwei Stunden vor dem Startschuss, errichtete die Landespolizei aus Magdeburg Absperrungen. Das war bisher hier im AfD-Vorzeigeländchen kaum nötig. Aber heute kam der Adenauerbus der Linksradikalen vom Zentrum für politische Schönheit. Der Adenauer SRP+ ist ein speziell umgebauter, ehemaliger Gefängnisbus, der sonst als mobile Plattform für demokratiefeindliche Protestaktionen gegen die AfD dient. Karriere machte der Krawallbus, als das öffentlich-rechtliche Sommerinterview mit Alice Weidel von diesem Bus gestört wurde – bis heute wird darüber gemutmaßt, dass der Sender selbst seine duldenden Finger im Spiel hatte.

Rund um den Bus wurde ein paralleles, viel kleineres Sommerfest aufgebaut. Beteiligt waren hier auch die evangelische Kirche, etliche Ordner und Besucher mit den szenetypischen Antifa-Aufklebern und Aufnähern.

Neben anderen waren auch die Influencer Weichreite und Marcant vor Ort – sie waren teilweise selbst im Fokus der etablierten Presse oder filmten sich gegenseitig. Jede Interviewarbeit wurde umlagert auf der Jagd nach der einen schrägen Frage.

Wie schon auf der Veranstaltung in Oschersleben erstaunt die Reiselust der Siegmund-Freunde. Heute kamen welche extra aus der Schweiz und aus Österreich. Dasselbe auf der Medienseite, wie Journalisten aus den Niederlanden und Großbritannien bei ihrer Arbeit zu beobachten waren.In Zahlen: Am AfD-Sommerfest nahmen bis zu zweitausend Leute teil, gegenüber versammelten sich bei den Extremisten am Störungsbus etwa zweihundert.

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Irgendwelche Auseinandersetzungen zwischen Gegendemonstration und AfD-Sommerfest waren nicht zu vermelden, da geht es bei jedem Fußballspiel robuster zu, jedenfalls bis 18:00 Uhr nicht, länger sind wir nicht geblieben. Zwar war einiges an Antifa-Utensilien zu sehen, aber die machen ohne schwarzen Block kaum Eindruck.

Es waren zudem städtische Mitarbeiter vor Ort, die den Krawallwagen zur Krawallchenkutsche degradierten, indem sie immer wieder Lautstärkemessungen vornahmen und entsprechend intervenierten, quasi ein Katz-und-Maus-Spiel auf die Ohren. Die erklärte Absicht, das Sommerfest der AfD durch Lärm aus den Lautsprechern des Krawallwagens zu stören, konnte so natürlich nicht umgesetzt werden.

Derweil erklärte Ulrich Siegmund unter einem blauen Himmel aus Schirmen eins ums andere Mal, dass sich die Sachsen-Anhalter ihr Land zurückholen und anschließend das Siegen von Bundesland zu Bundesland nicht mehr aufhören würde.

Die Kunst von Ulrich Siegmund und AfD-Landeschef MdB Martin Reichardt besteht wohl auch darin, all diese unterschiedlichen Charaktere in den Reihen der Wähler und Parteimitglieder zusammenzuhalten. Aber Zusammenhalt ist in den östlichen Bundesländern keine Herkulesaufgabe, sondern Markenzeichen – das hat die AfD früher verstanden als alle anderen.

(Quelle: Außenreporter Gregor Leip)
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