Die große Mehrzahl aller Deutschen protestiert nicht, sondern schweigt lieber

Auf deutschen Soldatenfriedhöfen in Russland sind noch Plätze frei

von Joachim Kleppe (Kommentare: 2)

Uschi zieht in den Krieg – oder lässt ziehen ...© Quelle: Grok

Entscheidend für ein Gelingen solch einer Militarisierung sind Mitläufer und Blockwarte, die sich wichtig und aufgewertet fühlen, weil sie bei etwas „Großem“ mitwirken können. Bürger ohne moralischen Kompass wollen ihre innere Leere füllen.

Von Joachim Kleppe

Schickt Eure Söhne in den Krieg gegen Russland – Die EU-Kommissionspräsidentin lacht darüber.  Ein „Operationsplan Deutschland“ liefert die Blaupause für eine neue Militarisierung in Deutschland, die jeder sehen und spüren kann. Den Handelskammern, Verbänden, THW, Rotem Kreuz, den Feuerwehren, Kirchen, Reservisten, Mitläufern und kriegsbesoffenen Opportunisten werden Aufgaben für einen neuen Krieg in naher Zukunft gegen Russland übertragen.

Zwei Niederlagen in Weltkriegen in den letzten 110 Jahren haben uns Deutschen wohl nicht gereicht, viele glauben wieder an einen Sieg gegen Russland. Entscheidend für ein Gelingen solch einer Militarisierung sind Mitläufer und Blockwarte, die sich wichtig und aufgewertet fühlen, weil sie bei etwas „Großem“ mitwirken können. Bürger ohne moralischen Kompass wollen ihre innere Leere füllen.

Handelskammern fordern Unternehmer zur Vorbereitung auf einen erwarteten Krieg gegen Russland auf. Die evangelische Kirche argumentiert in ihrer neuen Friedensdenkschrift auf S. 114 für die Notwendigkeit des Besitzes von Atomwaffen. Die katholische Kirche lässt in diesem Jahr auf ihrem Kirchentag einen Bundeswehrgeneral zum neuen Krieg gegen Russland vortragen.

Seit letztem Jahr schießen Startups für Bombendrohnen wie Unkraut aus dem Boden und werden von der Regierung großzügig mit Steuergeldern gefördert und Automobilmanager wollen am Geschäft mit dem Tod Millionen Euro verdienen (Blume/VW, Källenius/Mercedes).

Der Oberbürgermeister in Braunschweig, SPD-Mann Kornblum, begrüßt, dass die Stadt wieder ein Musterungszentrum erhält. In Provinzblättern wie der Braunschweiger Zeitung beschreiben willige „Journalisten“ täglich die Militarisierung der Region in bunten Farben. Während Arbeitsämter „Personal“ zum Krepieren an die Bundeswehr vermitteln sollen Arbeiter in Automobilunternehmen Kriegsgerät produzieren, ohne gefragt zu werden.

Die Bundesbahn wird auf den Transport von 800.000 NATO-Soldaten durch Deutschland an die Ostfront vorbereitet, anstatt endlich dafür zu sorgen, dass nach Fahrplan gefahren wird. Rettungsdienste und Hilfswerke koordinieren sich schon in Kriegsübungen mit der Bundeswehr. Krankenhäuser sollen unter Tage verlegt werden und in Erste-Hilfe-Kursen werden Bürger in Behandlungen von Kriegsverletzungen geübt.

Statt dieser massiven Militarisierung und Kriegsvorbereitungen wäre der einzige Weg die Diplomatie, um die Eskalation zwischen Europa und Russland zu stoppen und einen Krieg zu verhindern. Aber keinem Politiker links der Brandmauer kommt in den Sinn, bei Putin in diplomatische Verhandlungen zu treten und endlich wieder das Gespräch zu suchen.

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Merz und Klingbeil könnten demnach noch einige Jahre in diplomatischen Konsultationen versuchen, mögliche gemeinsame Sicherheitsinteressen zwischen Deutschland und Russland zu ergründen und verhandeln, um die für 2029 imaginierte militärische Konfrontation abzuwenden.

Russlands Regierung hatte übrigens im Dezember 2021 einen Brief an alle europäischen Regierungen mit dem Anliegen für diplomatische Verhandlungen gesandt und eine Berücksichtigung seiner Sicherheitsinteressen angesichts der NATO-Osterweiterung gefordert. Alle EU-Regierungen, einschließlich der deutschen, haben damals Verhandlungen dazu abgelehnt! Den Brief kann jeder mit Suchfunktion finden.

Wie oberflächlich und vergesslich kann man als Deutscher sein, um zu verdrängen, dass Russland 1989 seine Armee ohne einen Schuss zurückgezogen hat und damit die deutsche Wiedervereinigung möglich werden konnte. Die deutsche und amerikanische Regierung hatte dafür zugesichert, die NATO nicht nach Osten auszuweiten.

Und das vor dem Hintergrund, dass die deutsche Wehrmacht mehr als 25 Millionen Russen im 2. Weltkrieg getötet hat. Genauso scheint schon vergessen, dass Russland jahrzehntelang zuverlässig billiges Öl und Gas für unser deutsches Wirtschaftswunder geliefert hat. Solange, bis die Ukraine mit Amerikas Hilfe die Nordstream-Gaspipeline gesprengt hat.

Die große Mehrzahl aller Deutschen protestiert nicht, sondern schweigt lieber aus Angst vor Ausgrenzung und tiefer Sehnsucht nach Gleichschritt in der Masse. Vielleicht auch aus Neugier auf ein neues Kriegsabenteuer, so wie am Vorabend des 1. Weltkriegs? Thomas Mann brachte das deutsche Problem in seiner „Rede an die Deutschen“ zu Weihnachten 1940 auf den Punkt: „Euer Gehorsam ist grenzenlos und er wird von Tag zu Tag unverzeihlicher.“

Joachim Kleppe ist ausgebildeter Gymnasiallehrer, danach war er 35 Jahre lang Unternehmer in der Automobil-Branche

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