Das beste Deutschland, das es jemals gab

Aus Sicht eines Anti-Deutschen kann man nur sagen: Läuft!

von Parviz Amoghli (Kommentare: 4)

Die Menschen in Deutschland sehen sich, wie in einem Schwellenland, mit kontrollierten Stromabschaltungen konfrontiert.© Quelle: Pixabay / ArtTower / OpenClipart-Vectors / Clker-Free-Vector-Images, Montage Alexander Wallasch

Um zu begreifen, wie absurd sich die politischen Verhältnisse hierzulande derzeit darstellen, ist es notwendig, zunächst einmal jede Vernunft auszuschalten und sich das im Folgenden geschilderte Szenario vorzustellen.

Bei der nächsten Mitgliederversammlung von Borussia Dortmund kandidiert ein ganz in königsblau gekleideter Schalke-Fan für das Amt des BVB-Präsidenten.

Und zwar nicht irgendein Fan, sondern einer von der harten Sorte, ein aktiver Ultra, einer, der die Parole „Nieder mit dem BVB!“ über sein Herz hat tätowieren lassen. Weiters wollen wir uns vorstellen, dass die in der Westfalen-Halle versammelten Schwarz-Gelben den S04-Ultra, anstatt ihn umgehend von der Bühne zu jagen, mit überwältigender Mehrheit wählen.

Und mit ihm einen ganzen Schwung weiterer S04-Ultras, die nach und nach alle entscheidenden Positionen im Ballspielverein Borussia 09 e. V. Dortmund besetzen. Vom Präsidenten über den Kassenwart und den Cheftrainer, bis hin zum Manager und Sportdirektor. Nach den Gründen für ihr Wahlverhalten gefragt, verweisen die in der Westfalenhalle versammelten Mitglieder unwirsch darauf, dass nur, weil der neue Präsident und sein Team etwas gegen den BVB hätten, dies nicht zwangsläufig bedeute, dass sie den Verein schlecht führen würden. Im Gegenteil, die kritische Haltung der neuen Vereinsführung gegenüber der schwarz-gelben Fußballkultur würde sich auf diese belebend und bereichernd auswirken.

Das sei zudem wissenschaftlich nachgewiesen. Wer anderes behaupte, mache sich der Verbreitung von Fakenews schuldig.

Weiterlesen nach der Werbung >>>

Ihre Unterstützung zählt

Mit PayPal

Es bedarf keiner großen Prophetie, um, entgegen der Annahme der Mitglieder, den baldigen Niedergang des BVB vorherzusagen. Nicht von heute auf morgen, aber Jahr für Jahr würde es schlechter, die Situation prekärer werden. So können wir einen sportlichen Abstieg annehmen, zuerst aus den Tabellenregionen, die für das internationale Geschäft qualifizieren, und anschließend vielleicht sogar aus der Bundesliga. Was eine sich immer mehr beschleunigende Talfahrt zur Folge hätte.

Zudem ist eine sukzessive Verschlechterung der Situation für die BVB-Fans und die schwarz-gelbe Fußballkultur vorstellbar. Denn denkt man die Absurdität eines von Schalker Ultras geführten BVB zu Ende, eröffnen sich geradezu wahnwitzige Möglichkeiten. Zum Beispiel die Einrichtung einer Taskforce, bestehend aus unabhängigen Ultras anderer Vereine, die die Titelsammlung des BVB kritisch hinterfragen, also die Wahrscheinlichkeit von Spielmanipulationen belegen soll.

Oder die schrittweise Auflösung der Gelben Wand, beispielsweise durch eine schlichte Sperrung der Südkurve aufgrund angeblicher Sanierungsarbeiten oder einen gesteuerten Ticketverkauf zugunsten von Familien mit Kleinkindern, der Fanclubs und Einzelpersonen nach und nach aus der Südkurve und schließlich aus dem Stadion verdrängt.

Und schließlich liegt sogar ein Verbot der Vereinsfarben Schwarz-Gelb in und rund um das Westfalenstadion im Bereich des Möglichen. Welches wiederum überwacht und durchgesetzt würde von der U20 der Gelsenkirchner Hooliganszene.

Für jene überwältigende Mehrheit von Dortmund-Fans und Mitglieder, die nicht bei der Mitgliederversammlung in der Westfalenhalle dabei sein konnten oder wollten, und nun Zeuge werden, wie ihr Verein – mit Ansage! – in den Ruin getrieben wird, für sie wäre ein oben beschriebenes Szenario eine Katastrophe. Währenddessen dürfte es sich für das königsblaue BVB-Präsidium genau entgegengesetzt darstellen. Für sie wäre der zerfallende BVB fraglos der beste BVB, den es jemals gegeben hat.

Damit sind wir zurück in der Wirklichkeit, genauer gesagt bei Frank Walter Steinmeier, seines Zeichens Präsident der Bunten Republik, dessen Sager vom „besten Deutschland, das es jemals gegeben hat“ für großes Aufsehen gesorgt hat und nach wie vor sorgt. Anlässe jedenfalls gibt es genug. Kaum ein Tag, an dem Steinmeiers wahrscheinlich einzig überdauernder Satz nicht irgendwo zitiert wird. Zumeist, um der Fassungslosigkeit angesichts der offensichtlichen Verwahrlosung der Gesellschaft und des Umgangs des Staates und seiner Institutionen damit Ausdruck zu verleihen. Die einen werfen dem Bundespräsidenten Zynismus vor, andere ideologische Blindheit und wieder andere die Arroganz der Macht.

Doch was, wenn Steinmeier es ernst meint? So, wie der oben erwähnte S04-Ultra auf dem Posten des BVB-Präsidenten? Wenn das von Steinmeier repräsentierte bunte Deutschland den Niedergang des Landes und den Zerfall der Gesellschaft also als bestes Deutschland aller Zeiten ansieht?

Dass es sich tatsächlich so verhalten könnte, dafür gibt es Indizien zuhauf. Zum Beispiel den Umstand, dass ein nicht unerheblicher Teil der Abgeordneten innerhalb der Regierungskoalition dem politischen Lager der Anti-Deutschen zuzuordnen ist, oder zumindest damit sympathisiert. Wobei es sich hierbei um eine unvoreingenommene, objektive Beobachtung handelt, die eine politische Richtung meint, die keiner einzelnen Partei zuzuordnen ist, sondern sich quer durchs linke Lager zieht.

Wer dazugehört, lässt sich relativ einfach herausfinden. Zum Beispiel ein deutscher Wirtschaftsminister, der beim Gedanken an Deutschland das Kotzen kriegte, oder eine deutsche Außenministerin, die die Geschichte des Landes, dem sie dient, Stück für Stück entsorgt, oder eine Innenministerin, deren Kampf gegen Rechts immer mehr den Charakter eines Kulturkampfes gegen alles Nationale annimmt. Und nicht zu vergessen die sogenannten Qualitätsmedien, die bereits seit Jahren die Umwandlung des Eigenen in eine multikulturelle Gesellschaft vorantreiben.

Genauso wie die bunt-deutschen Kulturschaffenden, die treu und pflichtbewusst ihren Dienst auf den Zinnen des bunten antifaschistischen Schutzwalls verrichten, allzeit bereit, jede Form der geistigen Republikflucht schonungslos zu unterbinden.

Aber es sind nicht nur die Wortmeldungen der Repräsentanten der deutschen Eliten, die den Verdacht erhärten, Deutschland befände sich in derselben Situation, wie der BVB unter einem von Schalke-Ultras geführten Präsidium.

Schauen wir ins Ahrtal und auf den Umgang des bunten Deutschlands mit den Flutopfern. In Anbetracht des tödlichen Versagens der bunten Würdenträger in der Katastrophennacht sollte man meinen, nun würden die Behörden alles daransetzen, ihr Nichthandeln in jener fürchterlichen Nacht wenigstens im Nachgang wiedergutzumachen. Und zwar in Form schneller, unbürokratischer und wirksamer Hilfe. Aber nicht in der bunten und besten Republik aller Zeiten. Da hat man andere Prioritäten.

Oder führen wir uns das Agieren des bunten Deutschlands in Sachen Ukraine-Krieg vor Augen. Bis heute ist die Regenbogenrepublik nicht imstande gewesen, Kriegsziele zu formulieren. Dabei wären solche von zentraler Wichtigkeit, denn sie bestimmen, wie der Krieg geführt wird, und vor allem, wann er zu Ende ist und wie es danach weitergeht.

Nur müsste man dafür nationale, also deutsche Interessen formulieren. Doch die existieren für unsere Eliten nicht oder sind, wie wir seit Merkel wissen, identisch mit denen der anderen europäischen Staaten. Stattdessen hört man martialische Vernichtungsfantasien gegen Russland von Leuten, die sich durch die Verwendung grammatikalisch richtiger Pronomen beleidigt fühlen.

Unterdessen wandern die großen Industrien ins Ausland ab, die mittleren und kleinen Unternehmen stehen vor dem Aus und die Menschen in Deutschland sehen sich, wie in einem Schwellenland, mit kontrollierten Stromabschaltungen konfrontiert. Aus Sicht eines Anti-Deutschen kann man nur sagen: Läuft!

Das gilt auch für die Migrationspolitik. Erneut strömen Hunderttausende, vornehmlich junge Männer aus tribalistisch geprägten Kulturen, für die Gewalt durchaus ein probates Mittel zur Durchsetzung ihrer Wünsche sein kann, ins Land. Angst vor einer Abweisung brauchen sie nicht zu haben, nicht als Schützlinge des Staates und seiner Institutionen. Wir kennen das aus 2015 ff. Gleichzeitig wird die deutsche Staatsbürgerschaft immer weiter verramscht. Darfs noch ein bisschen deutsch sein?

Doch man darf nicht vergessen: die Anti-Deutschen sind genauso wenig wie das imaginierte S04-geführte Präsidium des BVB durch einen Putsch, einen Staatsstreich oder ähnliches an die Macht gelangt. Sie sind gewählt worden und werden, wenn man den Umfragen glauben darf, auch weiterhin gewählt werden.

Nicht von der Mehrheit, jedenfalls dann nicht, wenn man die Nicht-Wähler mitrechnet, dennoch sind sie demokratisch legitimiert. In dem oben skizzierten Szenario hätten die Borussia-Dortmund-Mitglieder, die nicht in der Westfalenhalle anwesend waren, im Falle einer Teilnahme an der Wahl die Schalke-Ultras im Präsidium verhindern können.

Vielleicht ist das der beste Grund, das nächste Mal zur Wahl zu gehen, und sei es nur, um seine Stimme an irgendwelche politischen Exoten wie die „Menschliche Welt“, eine Art Yoga Partei, die „Gartenpartei“ oder die „Bergpartei/Überpartei“ zu verschwenden. Es wäre ein Zeichen derer, die dieses Land noch nicht ganz aufgegeben haben.

Ihre Unterstützung zählt

Mit PayPal

Einen Kommentar schreiben

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen. Aufgrund von zunehmendem SPAM ist eine Anmeldung erforderlich. Wir bitten dies zu entschuldigen.

Kommentare