Elon Musk hat Mark Zuckerberg zum Käfigkampf gefordert

Autsch: Alice Weidel und Louis Klamroth beim Schlammcatchen

von Julian Adrat (Kommentare: 5)

Schlammcatchen der politischen Giganten – Ganz real mit Blut und Schweiß© Quelle: Pixabay / OpenClipart-Vectors

Es war die erste oder zweite große Corona-Demo in Berlin, wo ich von Kennedy zum ersten Mal hörte, buchstäblich, er war als Redner angekündigt.

Wir Underdogs auf der Corona-Demo fanden das ziemlich cool. Echt jetzt, Kennedy kommt? Der Neffe von John F. Kennedy?!

Von Julian Adrat

Kein Mensch kannte damals Robert Kennedy Jr., in Deutschland schon mal gar nicht. Begonnen hatte er als Umweltaktivist, ehe er Impfkritiker wurde. Oder besser: Big-Pharma-Kritiker. Er hat schon dicke Haut bewiesen, ehe sich Otto-Normalverbraucher in Deutschland als Querdenker entpuppte.

Es war sehr voll, meine Freunde und ich waren weit weg von der Bühne, und ich war enttäuscht. Kennedy leidet an spasmodischer Dysphonie, eine unwillkürliche Verengung der Muskeln im Kehlkopf (Larynx), die die Stimmbänder kontrollieren. Dabei ist nichts trügerischer als die Stimme eines Menschen. Jeder, der schonmal ein WG-Zimmer mit seiner Nummer annonciert hat, weiß das. Eine Dicke klingt dünn, ein Schlauer klingt dumm, und umgekehrt.

Kennedy überrascht doppelt. Er sieht nicht nur aus wie ein Hollywood-Star, Typus Westernheld in Zahnpasta-Werbung, oberkörperfrei entblößt er den Körper eines Profi-Bodybuilders. Dabei ist er 69 Jahre alt.

Jetzt hat Russel Brand Robert Kennedy Jr. zu einem Klimmzug-Wettbewerb aufgefordert. Gewinnt Kennedy, verpflichtet sich Russel Brand dazu, Bobby (wie er ihn freundschaftlich nennt) beim Wahlkampf zu unterstützen. Kennedy möchte Präsidentschaftskandidat der Demokraten werden.

Fast zeitgleich hat Elon Musk Mark Zuckerberg zum Käfigkampf gefordert. Der Anlass: Facebook-Mutterkonzern „Meta“ habe Twitter-Software plagiiert. Musk war da vielleicht etwas vorschnell. Schon Houellebecq hat einmal bewundernd Zuckerbergs Brustmuskeln erwähnt. Ich weiß nicht mehr, in welchem Roman das war. Eine Challenge für die Frankreich-Kenner. Bitte in die Kommentare.

Wie Russel Brand soll auch Mark Zuckerberg ein Brazilian Jiu-Jitsu-Ass sein. Musk hätte schlechte Chancen, oben ohne offenbart er den durchschnittlichen Leib eines Mannes in den Fünfzigern. Der Mars-Pionier unterscheidet sich diesbezüglich nicht von Otto-Normaldenker.

Unterm Strich gilt also: Während in Deutschland die Bundesjugendspiele abgeschafft werden, fordern in den USA Präsidentschaftskandidaten Podcasts-Stars und die reichsten Menschen der Welt einander zum Duell. In der Regel gilt das Prinzip „Glaskugel USA“, alles was es dort gibt, schwappt zeitverzögert zu uns rüber.

Trotzdem bedarf es großer Fantasie, sich vorzustellen, Alice Weidel forderte Louis Klamroth zum Schlammcatchen, und gewönne Alice, verspräche Louis ihr beim Wahlkampf zu helfen. Das geht deshalb nicht, weil ARD unabhängig berichten muss. Dafür zahlen wir GEZ. Realistischer wäre, wenn Kevin Kühnert den YouTuber LeFloid fordern würde, oder, amerikanischer, parteiübergreifender gedacht, Martin Sellner den „Ketzer der Neuzeit“.

Bislang jedenfalls sind es eher die Wettbewerbe ohne Treppchen, die es über den Großen Teich zu uns geschafft haben. Erst neulich hat ein engagierter Vater aus der Kita-Gruppe meines Jüngsten eine „Kita-Fußball-WM“ organisiert. Nach dem Turnier glühte der Chat von einschießenden Fotos und Videos der kleinen Racker. Eine Mutter fragte, welchen Platz man belegt hätte. Ganz schön naiv, die Gute. Mein Sohn war erkrankt und konnte nicht teilnehmen. Worüber ich letztlich froh war, ich musste ihm nicht erklären, warum niemand gewinnt und niemand verliert. Es hat noch Zeit, bis er erfährt, dass die Welt ungerecht ist.

Dabei klage ich auf hohem Niveau, ich weiß. Uns Erwachsenen bleibt die Vorfreude auf den Kampf der Titanen: Trump vs. Kennedy 2024.

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