BMW kniet vor der Brandmauer – und riskiert Millionen Kunden

BMW – Mit alten Wurzeln, aber ohne Verstand

von Sascha Rauschenberger

Konzern mit Null Wachstum, sinkenden Gewinnen und ohne Aussicht auf neue Geschäftsfelder© Quelle: grok

Das hier ist ein Meinungsartikel. Er drückt also das aus, was früher einmal verfassungsmäßig geschützt war, als BMW nur Autos produzierte und glücklich damit war. Es wird also Klartext geschrieben. Das könnte die Gesundheit von denen gefährden, die manches anders sehen könnten. Wer also weiter liest, ist selbst schuld.

BMW kann sich die Kunden aussuchen. Das war schon immer so, denn als Premium-Luxus-Marke mit Geschichte war man en vogue im Automobilbau unterwegs. Die technische Vormachtstellung wurde zwischen Daimler und BMW ausgefochten und mit jedem Modell neu verhandelt. Bis dann Audi dazu stieß und beide Autobauer zähneknirschend aufhorchen ließ. Ein Wortspiel, das der großdeutschen Geschichte Horch geschuldet ist… Doch ist das alles noch so? Nach blaugefärbter Harnsäure im Kraftstoff und gewissen Imageverlusten im Dieselbereich?

Man könnte auch fragen, wohin die Flaggschiffbranche Deutschlands abgetaucht ist und was das für die Premiumhersteller bedeutet, die in den vergangenen Jahrzehnten recht erfolgsverwöhnt waren und daher jeder noch so bekloppten Idee Tür und Tor öffnen konnten. Nicht, weil sie mussten, sondern weil man es sich leicht gemacht hat. Warum mit Spinnern diskutieren, wenn man sie sich leisten kann?

Diese Einstellung wurde teuer. Man ließ sich sogar eine „Vorzimmertippse-und-neu-Autoexpertin“ von Merkel für 1,2 Mio. Jahresgehalt als Präsidentin der deutschen Automobilindustrie vor die Nase setzen, was nicht unbedingt mit einer Firewall gegen politische Nichtskönner einherging. Eher wohl das Gegenteil…

Und da links-woke Öko-Haltung voll im Trend ist, die so sexy wie alternativlos ist, kann es nicht sein, dass man irgendwas außerhalb dieser Gesinnungsblase produzieren und verkaufen kann oder auch nur wollen würde.

Es gibt zwar weltweit Konzerne, die damit schön auf die marketingtechnisch pseudo-optimierte Fresse gefallen sind, aber das waren andere. Als BMW kann man das besser. Zumal man auf geschichtliche Expertise zurückgreifen kann und weiß, wie man Geschäft und Politik in Einklang bringen kann. Gern auch mit weniger toleranten Regimen.

Autos für irgendwelche Halbkannibalen in Afrika waren/sind da genauso möglich wie Spitzenmodelle für Islamisten und asiatische Massenmörder. Letztere dann auch mit der Sonderausstattung „Panzerflair“ geschützt, sofern sich kein öffentlicher Widerstand regt. Letzteres ist auch kaum möglich, da niemand erfährt, wer welches Auto bestellt hat. Sollte sich politischer Widerstand regen, gibt es die guten Beziehungen in die Regierungsebenen von Bund und Ländern, zumal auch dort Kunden sitzen, die ihr Ego mit solchen automobilen Dingen enorm aufblasen können.

Daher dann auch der schnelle Rückzieher, als in Magdeburg ein Landtagspräsident gewählt wurde, der der politischen Kundenklientel im eigenen Land nicht gefiel.

Doch wie sahen diese historisch gewachsenen Beziehungen zum Reich… ähm Bund denn aus?

Es war technisch eine Erfolgsgeschichte. Der erste Düsenjäger der Welt flog mit BMW-Strahltriebwerken und die Wehrmacht bekam ein so gutes Krad (R75), das dann auch Jahrzehnte nach dem Krieg noch Freunde fand. Arbeitstechnisch war das auch eine Art Erfolgsgeschichte. Anstatt Recruiting zu betreiben, nutzte man exzellente Kontakte zum SS-Hauptamt für Wirtschaft, um auf einfache Anforderung hin Facharbeiter aus ganz Europa wertschöpfend, bereichernd und alternativlos sowie just-in-time zu bekommen. Ohne störende Gewerkschaft, ohne Arbeitsrechtsunsinn und auch ohne blöde Nachfragen, warum der ein oder andere bei der Arbeit verstarb. Immerhin war die Arbeitskleidung auch schon blau-weiß (gestreift) und daher CI-konform, wie wir heute sagen würden.

So wurde der Haupteigentümer von BMW, die Familie Quandt, steinreich und sitzt bis dato im Aufsichtsrat, was bisher – und das muss man sagen – für BMW immer vorteilhaft war. Die Geschwister Quandt/Klatten waren bisher Vorzeigeunternehmer, die nicht nur Aktienpakete hielten, sondern selbst am Geschehen mitwirkten. Und das sehr erfolgreich.

Dass man nach dem Krieg von der gestreiften Arbeiterschaft nichts mehr wissen wollte, war nicht nur bei BMW so. Daher fielen die spontanen Zuwendungen zum Zwangsarbeiterfonds auch recht bescheiden aus. Tja, auch Gewissen ist ein vergängliches Gut.

Schön, dass BMW dieses Gewissen nun wieder gefunden hat, bevor es zu spät ist. Zu spät für was, könnte man fragen. Zu spät, um noch einen Fuß in die Tür zu bekommen, wie 1933, oder zu spät, um noch an alte Zeiten anbandeln zu können? Immerhin, 1933 sabberte man die Fußsohlen der neuen Macht an. Man kroch nicht dem alten Regime… hinterher.

Doch wo man weltweit einzigartig als Regierung gern gegen das eigene Volk demonstrieren lässt und Opposition verbieten will, weil sie immer stärker wird, kann man als geschichtsbewusster Konzern nicht außen vor bleiben. Auch nicht in Bayern.

Daher ist es ein starkes Signal – für BMW und die Welt –, dass man auch hier wieder bereit ist mitzumachen. Um Demokratie zu retten. Neue Gewinne einzufahren und Konzerngeschichte zu schreiben. Vielleicht gibt es bald wieder billige Facharbeiter, die man nicht mühsam suchen, sondern einfach wieder anfordern kann.

Gern wieder mit Zentralansprechpartner in Berlin, wo ohnehin schon wieder gute Dinge passieren. Wenn das stimmt, was die Linke in Kassel gesagt hat, dann könnten bald – weitergedacht – Facharbeiter nicht erschossen, wohl aber sinnvoller Arbeit zugeführt werden. Und dann muss man schon vorzeitig in Poolposition sein, wenn man wieder teilhaben möchte. Am freien Unternehmertum partizipieren will. Ohne Alternative und wenn, dann besser in CI-konformer Arbeitskleidung.

Oder wurde das jetzt fehlinterpretiert? – Das täte uns allen wahnsinnig leid.

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Warum? Weil viele AfD-Mitglieder und Wähler, immerhin ca. 18 Millionen im Land, wenn man 30,5 % Wahlneigung in Rechnung stellt, jetzt ihre mögliche Kaufentscheidung überdenken. Vielleicht das Bild der gestreiften Arbeitskleidung vor Augen haben, um wieder sinnvoller Arbeit nachgehen zu dürfen, falls sich der demokratische Trend weiterentwickelt.

Vielleicht auch, weil Arschkriecherei, so der volkstümliche Ausdruck für die gezeigte Aktion, immer noch bei vielen Bürgern als etwas Unehrenhaftes, Heuchlerisches und Verlogenes angesehen wird, zumal die BMW-Geschichte bekannt ist und Arbeit nicht immer und überall wirklich frei war und ist.

Und in Zeiten, wo BMW kleinere Einbrüche in Absatz, Margen und Gewinne hat, vielleicht auch weil eine links-woke-Firmenpolitik nicht ganz so tragend für das Kerngeschäft war, ist es befremdlich, ca. 18 Millionen mögliche Kunden im Land den Mittelfinger zu zeigen. Kann man natürlich machen. Als Beamter oder Politiker, die selbst nichts am Markt erarbeiten müssen, Null Risiko haben und für dumme Sprüche auch nicht von Aktionären abberufen werden können. Möglich ist es also. Für Mutige.

Als Konzern mit Null Wachstum, sinkenden Gewinnen und ohne Aussicht auf neue Geschäftsfelder ist man da aber nur eines: baldiger Übernahmekandidat!

Dazu kommt, dass BMW gern Geschäftswagen verkauft. Mitunter dem Umstand geschuldet, dass Spitzentechnik auch ihren Preis hat. Da aber die Preise schneller gestiegen sind als die Gehälter, Löhne und Einkommen, ist die Nachfrage eher begrenzt. Zumindest solange das keine Jahreswagen sind, die dann in die Hände von Fahranfängern kommen, die gern mal schneller fahren. Oder auch an solche, bei denen die Frage, woher der Wagen kommt und wer ihn gezahlt hat, genauso verschwindet, wie die SPD-nahe BMW-Fahrerin in Stade es vorgemacht hat.

Leasing ist halt variabel. Organisierte Kriminalität, Clans und linker NGO-Sumpf gern und immer, aber bitte nicht an eine nicht genehme Landesregierung, Kreisregierung oder Kommune. Denn das betrifft dann ja wohl auch andere Mandatsträger, oder sind Landräte und Bürgermeister ausgenommen?

Gut zu wissen, dass all diese Überlegungen nebensächlich sind, wenn es um Haltung geht. Eine Haltung, die bald wieder nach Subventionen und Hilfen kräht. Darf diese Hilfe dann um 30,5 % gekürzt werden? Es kann ja nicht sein, sich von unerwünschten Steuerzahlern durchfüttern zu lassen. – Oder reicht die eigene Ehre dazu aus.

Blöde Frage: MIT SICHERHEIT! Die BMW-Geschichte beweist es ja nachdrücklich und hinreichend.

Und was sagen die Mitarbeiter? Die, die 50 und älter sind? Sind die auch so PR-geil wie gewisse Manager, die nie am Band standen? Boni dafür kassieren, wenn sie Mitarbeiter einsparen? Wäre klug gewesen, an diese zu denken.

Wenn man als Einzelunternehmer so etwas genial Durchdachtes macht, ist das eigene Risiko; aber wenn Konzernmanager das machen und so zigtausende Mitarbeiter gefährden, ist das schlicht ein Kündigungsgrund! Hier wäre ein Aktionsraum der Betriebsräte zu sehen, falls diese nicht auch schon verblödet genug sind, der politischen Unbildung zu huldigen.

Unter dem Strich wird das für BMW Folgen haben. Jenseits der gewollten Reaktion und völlig außerhalb der Blase, wo man auf solche verblödeten Ideen kommen kann und sollte. Sollte die AfD regieren, wird sie wohl alle Fahrzeugnachbestellungen unter dem Aspekt sehen, wie BMW solche Aufträge bewertet. Kommunen werden es jetzt schon so machen. Es multipliziert sich also, was dem angedachten PR-Erfolg gegengerechnet werden muss.

Hat es Rossmann und dm geschadet oder geholfen? Hat man sich diese Frage bei BMW auch einmal gestellt? Nicht als Ego-Frage, sondern als Frage im Interesse der Mitarbeiter?

Vermutlich nicht, da man diese bei BMW offensichtlich wohl loswerden will, da sie eh zu teuer geworden sind. Woran das wohl liegt. Aber dank Brandmauer mit Sicherheit nicht dort, wo BMW es sieht. Sic!

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Sascha Rauschenberger, geboren 1966 in Wattenscheid, ging nach dem Abitur zur Bundeswehr, wo er als Panzeraufklärer und Nachrichtenoffizier Dienst tat. Er diente, unter anderem auch als Reservist, in vier Auslandseinsätzen, zuletzt als Militärberater in Afghanistan.

Als Analyst im Bereich Sicherheitspolitik schrieb er diverse Artikel u.a. auch zum Ukrainekonflikt und zur inneren Sicherheit.

Seit 2000 ist er als Unternehmensberater im Bereich strategisches Projektmanagement und Arbeitswelt der Zukunft (Demographie / Future Work) tätig und Autor diverser Romane und Fachbücher.

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