Schwennicke ist Weimer – beide lassen sich als konservatives Alibi bezahlen

Christoph Schwennicke – Dieser t-online-Journalist als Ärgernis

von Gregor Leip

„The beat goes on and I'm so wrong“© Quelle: Wikipedia/Christoph Schwennicke im Interview (Friedrich-Naumann-Stiftung, 2017)

Ein Wendehals, der von Cicero zu t-online gewechselt ist, Metaphern klaut, ohne sie zu verstehen, und in einem Portal mitdiffamiert, das seit Jahren Kritiker mundtot macht – erst bei Migration, dann bei Corona, jetzt bei Sicherheitspolitik.

Frank Zappa, der unbestechliche Rock-Satiriker, hat in „Dancing Fool“ (1979) einen Typen besungen, der mit Hingabe tanzt – nur komplett am Takt vorbei. Refrain: „The beat goes on and I'm so wrong“. Der Beat läuft weiter, der Narr tanzt stur falsch.

Christoph Schwennicke hat diese Metapher jetzt dem SPD-Politiker Rolf Mützenich angehängt. Hier nachzulesen. Wir wollen Mützenich nicht verteidigen, aber sie passt aber wie angegossen auf Schwennicke selbst: voller Elan, aber immer einen Takt hinterher.

Zappa hat auch We're Only in It for the Money (1968) gemacht – eine Abrechnung mit verkauften Seelen und „Plastic People“, die sich für Geld verbiegen. We're only in it for the money – das passt zu Schwennickes Karrierebogen wie die Faust aufs Auge.

Einst Cicero-Chefredakteur, wo er den konservativen Intellektuellen gab, dann bei der Verwertungsgesellschaft Corint Media, jetzt seit 2023 bei t-online (Ströer) in der Chefredaktion. Schwennicke ist bei T-Online, was Wolfram Weimer in der Bundesregierung ist. Das konservative Alibi gewissermaßen. Es ist so dröge, so offensichtlich Feigenblatt.

Warum der Wechsel? Weil Besitzer Ströer besser zahlt als seriöse Magazine? Dort sitzt Schwennicke in einem Haus, das mit Watson kooperiert und regelmäßig Schlagzeilen wie „Erotikseite: Deutsche Musikerin zieht blank“ (Watson-Teaser in t-online-Sidebars) oder „Russin trug Ukraine-Schild bei Olympia“ (original t-online) pusht – Boulevard-Mix aus Politik und Peepshow. Ein klassischer Plastic Man.

Und t-online ist kein neutraler News-Ort mehr, sondern ein regierungsnahes Diffamierungsportal. Seit über zehn Jahren diffamieren Leute wie Lars Wienand dort systematisch Kritiker der illegalen Massenzuwanderung – sie werden als „Rechte“, „Hetzer“, „Verschwörungstheoretiker“ oder „Rassisten“ abgestempelt, egal ob die Kritik berechtigt war oder nicht. Schwennicke war früher selbst in dieser Schublade unterwegs, als er noch bei Cicero schrieb und sich als Teil der etablierten Konservativen sah.

Damals schrieb Schwennicke Titel, wie diese: „Migranten sind zehnmal öfter mordverdächtig“. Oder: „Flüchtlingslager Moria - Bitte nicht nochmal wie 2015!“.

Dasselbe Muster bei Corona-Maßnahmenkritikern: Wer Zweifel an Lockdowns, Maskenpflicht oder Impfdruck äußerte, wurde von t-online & Co. als „Querdenker“, „Covidiot“ oder „Gefahr für die Demokratie“ hingestellt – oft ohne jede Differenzierung, oft mit Verlinkung zu Verfassungsschutz-Berichten oder simplen Framing-Artikeln.

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Das ist kein Journalismus, das ist Regierungs-PR mit journalistischem Briefkopf: regierungsnah, einseitig, diffamierend, unjournalistisch. Wer heute noch bei t-online mitmischt, trägt dazu bei – Schwennicke inklusive.

In seinem neuesten Kommentar nennt er Mützenichs Satz, es habe „nie eine absolute Garantie der USA für eine atomare Verteidigung europäischer Städte“ gegeben, „kühnen Unsinn“. Dabei ist das strategische Binsenweisheit: Erweiterte Abschreckung war nie absolut, sondern immer politisch brüchig (Kissinger wusste das, die Nuclear Posture Reviews wissen es).

Schwennicke klammert sich an den „Urschwur“ der NATO wie an einen Talisman. Und wenn er Mützenichs „gefährliche Farce“-Warnung umdreht und behauptet, konventionelle Überlegenheit mache Russlands Atom-Erstschlag wahrscheinlicher – dann blüht der Blödsinn: Russland greife doch längst zu Hybrid, Cyber, Sabotage und Desinformation, statt gleich den roten Knopf zu drücken. Das ist kein Denken, das ist Klick-Nostalgie.

Die gefährliche Farce ist nicht die Nuklear-Debatte. Die Farce ist Christoph Schwennicke: ein Wendehals, der von Cicero zu t-online gewechselt ist, Metaphern klaut, ohne sie zu verstehen, und in einem Portal mitdiffamiert, das seit Jahren Kritiker mundtot macht – erst bei Migration, dann bei Corona, jetzt bei Sicherheitspolitik.

Zappa hätte nur gelacht: „The beat goes on... and he's so wrong.“

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