Toddn Kandziora 35/2022

Das Ende ist nah

von Toddn Kandziora (Kommentare: 2)

Millionen, vielleicht Milliarden von Menschen, die daran glauben, dass es naht. Das dicke Ende. Dass es bald schon vor der eigenen Haustür steht und Einlass begehrt.© Quelle: Pixabay / DeSa81

Endzeit allerorten. Wo man auch liest, sieht und zuhört, erwartet uns nicht nur ein heißer Herbst und ein verdammt kalter Winter, nein, das ganz große Ende naht. Jedem von uns. Unausweichlich und ohne Widerworte. Sagen sie.

Nun, was immer auch auf uns zukommen mag: Um zum wunden Punkt meiner Kolumne zu kommen, hole ich jetzt weit aus beziehungsweise mache mit Euch eine Zeitreise in die Vergangenheit, um dann wieder zur gemeinsamen, traurigen Gegenwart zurückkommen.

OK: Weltuntergang, Endzeit und Apokalypse. Alles alte Hüte. Denn Endzeit war schon immer. Mit einer solchen wurde wahrscheinlich schon während der Jungsteinzeit in der ersten Großraumhöhle von einem pfiffigen, mit Knochen würfelndem Kräutermann gedroht. Doch solange dem großen Mammut genug Opfergaben gereicht wurden, sich ein Schwarm Jungfrauen für gemeinsame nächtliche Rituale zusammenfand, würde er, der vom großen Mammut Eingeweihte das drohende Ende von der Sippe abwenden können. Aber so etwas von.

Da dieses Erfolgsmodell nur wenigen „Wissenden“ ein besseres Leben als dem Rest der hart arbeitenden Sippe bescherte, wurde das Modell über tausende Jahre hinweg von den Eingeweihten immer weiter perfektioniert, ausgebessert und ausgeschmückt. So lange, bis ein Sandalen tragender Zimmermann an ein Kreuz genagelt wurde, weil er auf die eigenartige Idee kam, zur Abwechslung doch mal nett miteinander umzugehen.

Einfach mal nett sein? Dagegen kann ja keiner was haben. Gegen einfach mal nett sein hatten die amtierende Religion vor Ort ebenso wie die regierenden Römer wenig einzuwenden. Eigentlich.

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Denn als mehr und mehr Menschen begannen, montags in Jerusalem in seinem Namen auf die Straße zu gehen, um gegen hohe Abgaben und Steuern sowie gegen das unsägliche Finanzgebaren der Priesterkaste in den Tempeln aufzubegehren, musste dieser langhaarige Querdenker weg von der Straße. Am besten ganz weg. Da waren sich Priester, Politiker und Militär völlig einig. Dieser falsch trällernde Vogel musste beseitigt werden. Und das wurde er dann ja auch.

Ein paar Wunder später blieb nur ein kleiner Haufen unbeirrbarer Andersdenker in karg-felsiger Landschaft zurück und begann die Worte des ersten großen Querdenkers zu verbreiten. Doch das gefiel den Besserwissern überhaupt nicht. So kamen diese auf die Idee, seine Worte nach ihrem Sinne in einem Buch zu bündeln und im gemeinsamen Interesse zu verbreiten. Dies könnte als der Beginn öffentlich-rechtlicher Allgemeinverkündung betrachtet werden.

Das Buch und von ihnen umgemodelte Wort des großen ersten Querdenkers war erdacht, um ihre Macht und ihren Einfluss über das Volk auf Generationen zu erhalten. Damit dies besser als gut gelingen konnte, wurde dem Buch die Offenbarung des Johannes, die alles hinwegfegende Apokalypse, hinzugefügt. Das letzte Gericht Gottes – so wurde inzwischen das große Mammut genannt –, dem wir alle anheimfallen werden, wenn wir ihnen nicht in Demut dienen.

Der allgemeine Untergang als Erfolgsmodell. Vom ersten Besserwisser in der Großraumhöhle hin nach Assyrien und Babylonien. Dort entwickelten andere Besserwisser den „Gilgamesch-Epos“, in welchem sie erste apokalyptische Vorstellungen einbrachten. In Persien entwickelte sich der Zoroastrismus. Eine tolle Idee, das Volk mittels eines bevorstehenden Endkampfes zwischen „Gut“ und „Böse“, „Licht“ und „Finsternis“ in Demut zu halten.

Von dort aus drang die Besserwisser-Idee in den Hellenismus ein. Und selbst auf der anderen Seite des Ozeans gab es Besserwisser, die ihre Völker mit dem Ende aller Dinge auf Linie zu halten versuchten. Laut Kalender der Maja befinden wir uns jetzt seit dem Jahre 2012 im allgemeinen Untergang. Das dürfte jedoch den damaligen Majas selbst wenig von Bedeutung sein, da ihre Kultur im zehnten Jahrhundert nach Geburt des ersten Querdenkers unterging.

Auch wichtig im allgemeinen Untergangsorchester wäre da noch der Endkampf der Wikinger – Ragnarök, wo wirklich alles untergeht. Wirklich absolut alles. Die Menschen. Die Riesen. Die Götter. Die Schlange und der Baum. „Gut“ wie „Böse“. Die Erde, die Welt und überhaupt. Irgendwie ja tröstlich.

Und dann viele weitere Endzeitszenarien aus aller Welt und Religionen. Nicht zu vergessen die Legionen gruseliger Prophezeiungen von Mystikern, Wahrsagern und Propheten. Von Nostradamus bis Greta Thunberg aus allen Zeiten bis heute.

Sie alle hatten und haben bis auf den heutigen Tag ihre Anhänger. Millionen, vielleicht Milliarden von Menschen, die daran glauben, dass es naht. Das dicke Ende. Das es bald schon vor der eigenen Haustür steht und Einlass begehrt.

Vielleicht erst im nächsten Jahr. Vielleicht schon morgen während des Frühstücks. Oder, ah ... es klopft an der Haustür. Moment. Ich schau kurz mal, wer da was von mir will ... Lange Rede, kurzer Sinn. Wie und wo auch immer uns das Ende naht. Lustig wird das nicht.

 

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Wo fang ich da an, wo höre ich zu schreiben auf, was heutige Spaßvernichter anbelangt? Diese neu-woken Besserwisser, die mir kleinem Mann tief unten am Boden des von ihnen leer geschöpften Fasses vorschreiben, was ich heute zu zahlen und wie ich morgen zu leben, zu denken, gar zu wählen habe.

Und nun ist sie reif, die Zeit für die wunden Punkte.

Was würde wohl geschehen, wenn ich, wenn viele von uns nicht mehr den Preis zahlen können, den die Besserwisser von uns zum Weiterleben verlangen!? Was würde wohl geschehen, wenn wir uns kein weiteres Mal in den eigenen vier Wänden inhaftieren lassen werden, weil es die Besserwisser aus fadenscheinigen Gründen verlangen!?

Was würde wohl passieren, wenn wir uns quartalsmäßig nicht „impfen“ lassen, wie es der Gesundheitsbesserwisser aufs Neue verlangt und systemtragende Medien es weiterhin in Wort und Bild unterstützend bejahen wie bekräftigen!?

Was würde wohl passieren, wenn wir nicht länger bereit sein werden, für die derzeit in der Regierung gegen die eigene Bevölkerung agierenden Politiker aufzukommen. Diese nicht mehr wählen. Ihnen das Vertrauen entziehen!?

Was würde wohl passieren, wenn wir alle miteinander auf die Straße gehen und die Besserwisser höflich (aber bestimmt) bitten, endlich das Feld zu räumen. Bevor der Schaden, den sie angerichtet haben, den sie wahrscheinlich noch anrichten werden, zu groß wird und bevor es nicht mehr zu schaffen sein wird, die Scherben aufzufegen, sie zu überreden, wegen offensichtlicher Inkompetenz und Betrug am deutschen Volke ihre Ämter an diejenigen Personen zu übergeben, die ihrer Verantwortung gegenüber der Bevölkerung und den Aufgaben zum Fortbestand des Landes noch gerecht werden wollen.

Tja. Was würde dann wohl passieren!?

Der Weltuntergang? Nein. Sicher nicht. Doch könnte ein solcher, das ist meine persönliche Meinung, durch weitere Fehlentscheidungen der amtierenden Besserwisser politisch herbeigeführt werden. Außenministerin Baerbock scheint auf einen großen Konflikt hinzuarbeiten. Einen ausgeweiteten Krieg, der ganz Europa überziehen könnte.

Ein Krieg, der NATO und amerikanische Streitkräfte mit in einen „gerechten Kampf“ gegen Putin-Russland einbeziehen wird. Wie anders soll ich es verstehen, dass sie in Prag in ihrem perfekten Englisch der Ukraine weiterhin die größte Unterstützung seitens Deutschlands zusichert. Unabhängig der Mehrheitseinstellung der deutschen Bevölkerung betreffs ihrer fragwürdigen Zusicherungen zur Ukraine und ihren verbal entglittenen Drohungen Richtung Putin. Zusicherungen wie Drohungen, die der eigenen, der deutschen Bevölkerung so viel mehr Schaden zufügen als Russland.  

Mehr als Zweidrittel der deutschen Bevölkerung ist gegen eine weitere Entsendung schwerer Waffen in die Ukraine. Die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung ist für eine Wiederaufnahme von Verhandlungen Deutschlands und der EU mit Russland. Und? Nöh, is nich. Pustekuchen. Das interessiert „unsere“ Besserwisser nicht die blaue Bohne. Die machen weiter im Interesse von ... Ja, für wen oder was eigentlich halten die diesen selbstmörderischen Kurs bei? Ich habe da eine Vermutung. So eine vage Ahnung. Aber sie wissen ja. Besser ist es 2022 gewisse Personen nicht beim Namen zu nennen. Und schon gar nicht über Wirtschafts- wie Kriegsinteressen anderer Länder zu schreiben.

Apropos Interessen anderer Länder. Jaroslaw Kaczynski, der Vorsitzende der polnischen nationalkonservativen Regierungspartei PiS fordert von Deutschland Reparationen in Billionenhöhe für im Zweiten Weltkrieg erlittene Schäden. Mal davon abgesehen, dass Polen mehr als ein-Drittel der damaligen Fläche Deutschlands zugesprochen bekam, auch Schlesien, das Heimatland meiner Familie väterlicherseits, soll das heutige Deutschland mehr als achtzig Jahre nach dem Krieg Nazi-Deutschlands mal so eben eintausenddreihundert Milliarden Euro an Entschädigung zahlen. Holla die Waldfee.  

Nun, ich schätze Herr Kaczynski denkt sich, Deutschland hat zurzeit die Regierung, mit der er und Polen es halt „machen können“. Besser heute noch schnell mal eine derartige Forderung gestellt, bevor es womöglich zu einer neuen deutschen Regierung kommt, (auf, welche Weise auch immer dies geschehen mag), die seine Forderung wie einen unbeabsichtigt herausgelassenen Furz einfach unkommentiert im Raum stehen lässt und zum nächsten Punkt gutnachbarschaftlicher Beziehungen übergeht.

Kommen wir zu etwas ganz anderem, kommen wir zur Lichtverschmutzung. Ja, sie lesen richtig. LICHTVERSCHMUTZUNG. Nicht Umweltverschmutzung. Lichtverschmutzung. Die gibt es laut Aussage Ulf Kämpfers in den deutschen Städten. Der gilt es jetzt Einhalt bzw. Paroli zu bieten. Auch wegen der schlimmen CO2-Belastung. Sie wissen schon. Viel Licht, viel Energieverbrauch. Viel CO2.  

Kämpfer (SPD) ist stellvertretender Präsident des Deutschen Städtetages und im Nebenerwerb Oberbürgermeister der Stadt Kiel. Als Vize des Deutschen Städtetages sprach er in einem Radiointerview die Woche von besagter Lichtverschmutzung in den Städten, die es einzudämmen gäbe. Warum denn auch Licht ab 20 Uhr in den Städten? Genau. Völlig unnötig. Verbraucht nur Energie, die wir sparen können. Und unsere Städte sind sicher. Da kann Mann/Frau/Etwas nachts doch beruhigt durch dunkle Straßen spazieren. Da passiert schon nichts. Meinte er. Der Kämpfer aus Kiel.

Genau. Das denke ich auch. Sparen wir Energie. Schalten wir die Lichter aus. In diesem Sinne. Licht aus, Deutschland. Der Untergang ist im Dunkeln energiesparend und umweltbewusst doch auch gemeinsam viel schöner erlebbar. Oder nicht?

PS: Was meine zu Beginn der Kolumne erwähnten Untergangsszenarien anbelangt, darüber die Woche in einem Toddn Spezial mehr, da ich heute nicht dazu kam, darauf näher einzugehen. Es passiert derzeit einfach zu viel Durchgeknalltes auf der Erde, was ein derartiges Inferno ermöglichen kann.

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Kommentare

Kommentar von Sandra Schumacher

Was würde wohl passieren, wenn?

Dieses Wenn wird wohl nicht eintreten, da es klein beginnen muss, um zur Massenbewegung zu werden. Einzelne müssen Mut aufbringen, ein hohes Risiko eingehen, Vorläufer und -denker sein. Die Angst im Volk vor den Folgen und Sanktionen ist zu groß. (Es gibt einige Initiativen im Netz, angefangen von GEZ-Boykott über den Vorschlag, die Energiekosten nicht mehr zu bezahlen, um damit die Anbieter vor die Wahl zu stellen, entweder konkurs zu gehen oder die Preise zu senken, nicht mehr bei Shell und Aral zu tanken, nur noch bei den freien Tankstellen, um die Großen zur Preisreduzierung zu zwingen. Egal ob diese Maßnahmen sinnvoll sind, sie erfordern erst einmal Mut, sie überhaupt durchzuführen!)

Zum Thema CO2 – es ist doch kurios, dass Autofahrer und Kühe daran schuld sein sollen, Airlines und Kampfjets und Raketen jedoch nicht, auch nicht die Überbevölkerung auf der Erde, die sich rasend schnell immer weiter nach oben schraubt (rülpsen und f**zen diese Massen denn nicht?), aber wer würde wagen, regulierend in die unkontrollierte Vermehrung der Gattung Mensch einzugreifen, wenn diese keine schuldbeladenen weißen Deutschen sind?

Kommentar von Hildegard Hardt

Also, ich hab' als Kind noch den Zweiten Weltkrieg erlebt: Bis 1943 in Berlin, mehr im Luftschutzkeller als draußen, dann 60 Kilometer weit weg im Osten auf dem Land, und ab Juli 1945 wieder in Berlin zum Steine kloppen.

Wer damals mittenmang war, hat vom Krieg die Nase gestrichen voll! Ich wünsche keinem was Böses, aber die Trampolinspringerin mit ihrer großen Klappe sollte mal für zwei Wochen an die Front in der Ukraine.
Dort haben übrigens ihre geliebten Ukrainer schon VOR dem Krieg die russische Zivilbevölkerung in Donezk und Luhansk erschossen. Sie sollte mal lernen, das alles von zwei Seiten zu betrachten.

Erst nach diesen zwei "Probewochen" - ohne Lächeln und Zuprosten mit Sekt auf einem Balkon in Kiew - kann sie mal wieder mitreden. Sofern ihr der Anblick von Leichen nicht die Sprache verschlagen hat.