Allein bei der Gedenkmünze „Heilige Drei Könige“ entstanden dadurch Kosten von 624.000 Euro, bei der Münze „125 Jahre Wuppertaler Schwebebahn“ weitere 733.000 Euro. Hintergrund war der gestiegene Silberpreis, der die ursprüngliche Kalkulation der Münzen zunichtemachte.
Statt die Münzen wie vorgesehen auszugeben, entschied sich das Ministerium für eine kostspielige Neuprägung. Dabei wurde der Nennwert der Münze „Heilige Drei Könige“ von 25 auf 50 Euro und derjenige der Münze „125 Jahre Wuppertaler Schwebebahn“ von 20 auf 35 Euro erhöht. Bei der ersten Münze wurde außerdem der Silbergehalt reduziert.
Das Bundesfinanzministerium behauptet dennoch, mit dieser Maßnahme einen Münzgewinn im oberen einstelligen Millionenbereich erzielen zu können. Eine genaue Summe nennt es allerdings nicht. Ebenso wenig liegen bislang ausreichende Angaben zu den Stückzahlen, den ursprünglichen Herstellungskosten und den tatsächlichen Erlösen vor. Deshalb lässt sich weder der Gewinn je einzelner Münze noch der wirtschaftliche Vorteil der gesamten Aktion zuverlässig berechnen.
Fest steht lediglich, dass der Staat bereits hergestellte Gedenkmünzen unter erheblichem zusätzlichem Kostenaufwand vernichten und neu herstellen ließ, um sie anschließend mit höherem Nennwert und teilweise geringerem Silbergehalt auszugeben. Ob dies gegenüber anderen Handlungsmöglichkeiten tatsächlich die wirtschaftlich sinnvollste Entscheidung war, bleibt wegen geheimer Zahlen offen.
Die Mitteilung aus dem Innersten des Bundesfinanzministeriums stammt vom haushaltspolitischen Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Sebastian Schäfer. Anscheinend werden schon neue Linkskoalitionen für die Bundesregierung ausgelotet.
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