Explosionen in der Ostsee: Erst schweigt die Regierung, dann schickt sie Konjunktiv-König Buschmann

Der Bundeskanzler muss endlich auf den Tisch hauen: Das war ein Anschlag auf unsere Lebensart!

von Bertolt Willison (Kommentare: 8)

„Wir sehen schon, es wäre möglich, dass unsere Justiz in der Sache tätig werden würde, jedoch könnte es auch sein, dass es möglich wäre, dass man zu keinem Schluss kommen könnte.“© Quelle: Pixabay / CDD20 / Youtube / Phoenix, Montage Alexander Wallasch

Mitten in der Ostsee explodieren Nord Stream 1 und 2. Reaktionen der Bundesregierung: Tagelang ohrenbetäubendes Schweigen. Nun hat sich Justizminister Marco Buschmann bei Twitter zu Wort gemeldet.

Leider ist das, was der FDP-Politiker schreibt, ungefähr so substanziell wie ein beim Tunken in den Kaffee hineingeweichter Butterkeks – einfach den Moment verpasst, wo man noch hätte zubeißen können. Jetzt hat man die ganze Matsche im Kaffeesatz.

„Es ist möglich, dass bei den Anschlägen auf die #Nordstream-Pipelines eine Straftat begangen wurde, für die der Generalbundesanwalt die Strafverfolgung übernehmen könnte. Es ginge dann möglicherweise um eine verfassungsfeindliche Sabotage mit Auswirkungen auf Deutschland.“

Apropos Kaffeesatz: Es ist ja nicht so, dass wir vom Justizminister eine Kaffeesatzleserei einfordern. Aber wenn Deutschland angegriffen wird, dann darf das Volk erwarten, dass die Regierung den Angriff abwehrt. Dafür müssen Ross und Reiter benannt werden. Selbst dann, wenn man den Reiter für den Moment nur von hinten gesehen hat.

Wir befragen einen Juristen. Und der stimmt Marco Buschmann zu: Mehr, als der Minister geäußert hätte, ließe sich aus der Perspektive des Juristen nicht dazu sagen.

Aber woher, fragt man sich, kommt dann diese Leerstelle, dieses wütende Gefühl im Bauch, das von den gleich zitierten Tweets bestätigt wird?

Die Antwort ist ganz einfach: Die Zerstörung der Pipelines zerstört eventuell/womöglich/möglicherweise einen weiteren Teil des Wohlstandes jedes einzelnen Bürger dieses Landes. Darauf muss die Regierung mit maximaler Empörung reagieren, sie muss lautstark und unmissverständlich sprechen, überzeugend und im Angriffsmodus.

Aber rein gar nichts davon ist passiert. Der Bundeskanzler tut sogar so, als ging ihn das alles nichts an. Was heißt „tut so“, der Eindruck ist nicht von der Hand zu weisen, dass es ihm vollkommen schnuppe ist.

Der Mann hat aufgegeben, er ist eine Marionette, vor uns steht nur noch die Hülle eines Kanzlers, der sich schon zu seinen inneren Dämonen verabschiedet hat. Scholz regiert nicht, er wird regiert.

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Umso mehr wirkt das Statement von Buschmann so, als winde sich da jemand wie ein Aal vor dem Kochtopf. Da twittert der Justizminister eines Staates, dessen Energie-Infrastruktur gerade von einer unbekannten Macht zu einem nicht unbedeutenden Teil zerstört wurde. Und er twittert, als hätte er Zahnschmerzen. Nein, sein Getwitter macht Zahnschmerzen.

Bei den Anschlägen auf die Pipelines könnte eine Straftat begangen worden sein, meint Herr Buschmann. Das ist grundsätzlich wahr, aber in der Formulierung mehr als unbefriedigend. Die Antworten der Buschmann-Follower ließen daher nicht lange auf sich warten.

@WegeInsLeben bringt den absurden Konjunktivismus des Ministers auf den Punkt:

"Wir sehen schon, es wäre möglich, dass unsere Justiz in der Sache tätig werden würde, jedoch könnte es auch sein, dass es möglich wäre, dass man zu keinem Schluss kommen könnte."

Auch @Mathias Priebe ist von der Rechtskenntnis Buschmanns beeindruckt:

"Ich wäre nie darauf gekommen, dass es sich möglicherweise, also unter Umständen vielleicht, um eine Straftat handeln könnte, die gegen das ganze Land gerichtet ist."

@Nidi74940865 flüchtet sich in Sarkasmus:

"Buschmann, wirklich? Also waren es weder Sägefische, noch TNT-Muscheln? Ein Glück, daß wir solch scharfsinnige Minister haben, sonst könnte einem Angst und Bange werden..."

@IwanDerErste hat da mal eine kurze Frage:

"Was macht ihr, wenn rauskommt, dass es der Ami war?"

@untierchen1 geht sogar einen Schritt weiter:

"Ist es möglich, daß – wenn zum Beispiel die Ukraine als Täter erkannt wird – auch deutsche, die Ukraine unterstützende Politiker dann schwerst kriminelle Verbrecher sind?"

Und @shoutingcassy ist unserem Justizminister dankbar, weil er sie vor einem dummen Fehler bewahrt hat:

"Das habe ich nicht gewusst. Ist das echt so? Das Sprengen milliardenschwerer Infrastrukturprojekte ist womöglich, also unter Vorbehalt, eventuell vielleicht eine Straftat? Das war mir neu. Na, dann demontiere ich die Sprengsätze am Gotthardtunnel wieder. Danke für den Hinweis."

@HermiamBerg bringt es wie viele andere Follower auf den Punkt:

"1. Wir wissen wir doch, dass es Auswirkungen auf Deutschland hat. 2. Was sollte der Generalbundesanwalt bewirken können? 3. Alle wissen es war Sabotage! 4. Was genau soll dieser Tweet?"


Was der Buschmann-Tweet zu diesem Zeitpunkt genau anrichten sollte, kann nur der Minister selbst beantworten. Für viele Bürger drückt dieses Statement allerdings die ganze Hilflosigkeit unserer Regierung aus.

Olaf Scholz ist hilflos. Und er ist es aus Prinzip. Hilflosigkeit ist sein politisches Konzept. Wer hilflos erscheint, von dem erwartet man nichts mehr.

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