Toddn Kandzioras Wochenrückblick 38/2022

Der Russe ist schuld

von Toddn Kandziora (Kommentare: 7)

Wer heute in Deutschland nicht in das Geheul des hungrigen Rudels mit einstimmt, wird aus diesem ausgestoßen. Böses wird ihm hinterhergeheult: Wagenknecht-Unterstützer!© Quelle: Pisxbay / ArtTower

Der Russe ist schuld. Der Russe ist schuld. Der Russe ist immer schuld. Das soll jetzt die einzige und unverrückbare Wahrheit sein. Wer dies neue Gebet nicht verinnerlicht, ist ein Ungläubiger.

Er oder sie sind dann per Definition Putin-Unterstützer. Selbst dann noch, wenn sie Putin durchaus für gefährlicher halten als die eigene, den Krieg unterstützende Regierung.

Es gibt nur noch den westlichen Blick auf den Krieg in der Ukraine. Verboten ist es, auf Fehler beider Seiten hinzuweisen, auf das katastrophale Versagen der involvierten Politiker vieler Länder, die seit 2014 Politik in der Ukraine machen.

Wer es trotzdem versucht, wird heute in Deutschland als Putin-Unterstützer und Kriegstreiber diffamiert. Nichts Neues, denn so funktioniert Propaganda schon immer. So wird Kriegspropaganda gemacht von beiden Seiten.

Wer heute in Deutschland nicht in das Geheul des hungrigen Rudels mit einstimmt, wird aus diesem ausgestoßen. Böses wird ihm hinterhergeheult: Wagenknecht-Unterstützer! Oder man ist von heute auf morgen rechtsextrem.

Oder die schlimmste Form heutiger Ketzerei ist es, als AfD-Sympathisant gebrandmarkt zu werden oder gar als AfD-Wähler. Wer so etwas macht, der soll sein Land verlassen, wenn es ihm nicht gefällt. Der soll „rübermachen“, sonst wird er sein grünes Wunder erleben. Fort mit ihm zu seinen russischen Freunden. Den Putinisten.

Doch will er gar nicht dahin. Er will doch nur Frieden.

Seit sieben Uhr in der Früh bin ich mir sicher, nicht länger dazuzugehören. Seit den heutigen Frühnachrichten. Die jetzt noch Stunden später meinen Blutdruck in beunruhige Höhen zu halten vermögen.

Auf die Spitze getrieben durch widerwärtige, propagandistische Rhetorik, die ich beim Erwachen vernahm. Nie zuvor gehörte Nachrichtenpropaganda, das ich wünschte, noch zu träumen, hoffte, noch in den Fängen eines Albtraumes gehalten zu werden.

Denn was ich heute Morgen in den Nachrichten im Wachzustand hörte, kam einer "Kanonen oder Butter"-Rede eines dämonischen Politikers gleich, der mit magisch-okkulten Beschwörungsformeln ein ganzes Volk in den Wahnsinn zu verführen versuchte.

Als mir bewusst wurde, nicht zu träumen, ich aufrecht mit meinem pochendem Wutherzen im Bett saß, verriet mir die Nachrichtensprecherin die Namen zweier Politiker, die den Krieg zu lieben scheinen. Die dem Krieg in der Ukraine mit ihren Worten giftige Nahrung geben.

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Worte, die den Geschmack des Blutes der Feinde preisen. Die an unsere niederen Instinkte appellieren. Die beiden Männer, die solch mächtigen Worte verkündeten, waren der Grüne Hofreiter und der SPD-Politiker Roth.

Oder auch die Worte von Frau Baerbock. Einer Frau, derzeit in der Rolle der Außenministerin von Deutschland. Die womöglich ihre eigenen Plattitüden nicht durchschaut. Nun, wie soll sie denn auch. Würde sie realisieren, was sie regelmäßig vom Stapel lässt, hätte sie ihren Job nicht bekommen. Frau Annalena, die scharfgemachte Wortmunition abfeuert, die ich in ihrer gefährlichen Phrasenhaftigkeit bisher nur in Büchern las, die vor ‘45 gedruckt wurden.

Kleines Beispiel? Okay. Folgendes hatte die beste Außenministerin aller Zeiten dieser Tage zu dem für Europa gefährlich werdenden Referendum in den separatistischen, mehrheitlich von Russen bewohnten Gebieten „ vom Stapel gelassen“:

​„... die, äh... akzeptieren würden, dass man mit vorgehaltener Waffe am Kopf der Menschen, so isses ja bei den Referenden. Die werden erschossen, die werden vergewaltigt, und dann sollen sie innerhalb von drei Tagen Kreuze machen. Und dann steht ein Soldat daneben, im Zweifel mit Kalaschnikow in der Hand. Wenn man das jetzt akzeptieren und durchgehen lassen würde, dann wäre doch klar, dass das in anderen Gebieten genau so der Fall sein würde, das wäre eine Einladung zu weiterem Völkerrechtsbruch.“

Alles klar!? Mich erinnert das unter anderem an die Kriegspropaganda vor und während des Ersten Weltkrieges gegen Deutschland. Da wurden in den USA der Bevölkerung Zeichnungen von deutschen Ungeheuern gezeigt, die belgische und französische Babys über dem Lagerfeuer „brieten“ und genüsslich „auffraßen“, um die zu einem größeren Anteil deutschstämmige Bevölkerung gegen das Herkunftsland ihrer Vorväter in den Krieg zu schicken. Derartige Propaganda hat dazu verholfen, 1917 die deutschen Ungeheuer zu besiegen. Dass es im Grunde um wirtschaftliche Interessen ging, sollte damals wie heute hüben wie drüben der Frontlinie keine Rolle spielen.

So wie es die heutigen westlichen Wahrheitsmedien wenig interessiert, zu berichten, was Präsident Selenskyj Menschen androhte, die in den separatistischen Gebieten zum Volksentscheid gehen, um abzustimmen, von wem sie sich ab nächster Woche „regieren“ lassen wollen. Da hat Herr Selenskyj Klartext gesprochen und zu verstehen gegeben, dass diejenigen, die zur Wahl gehen, ihrer Bestrafung nicht entgehen.

Mein Klartext: Deutschland befindet sich im Krieg. Diese Regierung will den Krieg. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese Politiker und Medienleute einen möglichen Frieden sabotieren. Sie verweigern inzwischen jegliche Gesprächsbereitschaft mit Russland. Sie „reiten die Bombe“.

Aber Russland wollte keinen Krieg mit Deutschland. Wollte! Denn laut Aussage des russischen Verteidigungsminister Sergei Schoigu befindet sich Russland mit dem kollektiven Westen heute im Krieg. Und zu diesem Westen gehört nun einmal Deutschland.
Herrgott. Wieso tun wir nichts gegen den Wahnsinn des Krieges? Wieso haben wir keinen Mumm und ausreichend Schmalz in den morsch gewordenen Knochen, um sie vor dem dritten Krieg gegen Russland abzuhalten?

Ein Beispiel dafür, dass trotz der vielfachen Kriegsmalerei seitens Regierung und Wahrheitsmedien nicht alles Hirn im Land verloren ist, waren die beiden Reden von Alice Weidel und Sahra Wagenknecht dieser Tage im Bundestag.

Wie großartig wäre doch in dieser Zeit eine andere, auch im Ausland ernst genommene Regierung. Eine Regierung, die ihre Bevölkerung und die Belange des eigenen Landes vertritt. Und nicht zu allererst die Interessen anderer Länder und deren Bevölkerungen, wie es Frau Baerbock ausgedrückt hatte, als sie in etwa sagte: Erst die Ukraine, dann meine Wähler.

Was wäre das für eine Regierung, geführt von einer neuen Partei, in der Frau Weidel statt Herr Habeck Wirtschaftsminister und Frau Wagenknecht Außenminister wären.
Mit mir als Kanzler. Nein, ich mache nur Spaß. Was die Ministerposten der beiden Damen angeht, das meine ich allerdings bierernst. Und ich hätte da noch andere Namen parat, die kompetent alle anderen Ministerposten besetzen würden.

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In der Hoffnung, dass es noch nicht zu spät ist, sich mit Russland und der Ukraine an einen Tisch setzen zu können. Denn der Schaden, der angerichtet wurde, ist groß.

Noch einmal. Wir befinden uns nicht nur laut Aussage von Herrn Schoigu im Krieg. Und im Krieg (wie in der Liebe), so sagt man, wäre alles erlaubt. Wie man tagtäglich sieht, hört und liest.

Die deutschen Medien tun alles, um die Bevölkerung auf Kriegskurs zu halten, ihnen diesen derart "schmackhaft" zu machen, dass wir ihn bis zum Letzten bereit sind zu tragen und zu führen. Und dies nicht nur mit erlaubten Mitteln. Sie tun dies mit psychologisch ausgefuchsten und propagandistischen Mitteln.

Da können Millionen über Millionen neuer Menschen sich nicht nur wegen des zu erwartenden Bürgergeldes zu uns aus vielen Ländern dieser Erde aufmachen, ja schon vor den nicht existenten Grenzen des Landes stehen. Diese Regierung nimmt sie auf. Gerne. Denn sie freut sich darauf. Und sollte es schief gehen ... Ihr wisst schon: Der Russe ist schuld!

Da kann die Energieversorgungslage im Winter noch so kritisch aussehen. Diese Regierung garantiert für meinen warmen Hintern. Aus regenerativer Energie aus Wind, Sonne und Biomasse. Doch sollte dies nicht klappen ... Der Russe ist schuld.

Da kann der Euro von Tag zu Tag an Wert verlieren und die Dinge, die ich für Geld kaufen kann, werden weniger und weniger. Aus Butter wird Margarine und aus Vollkornbrot billiges Toastbrot.

Ich weiß im nächsten Monat nicht mehr, ob ich Strom und Heizung zahlen kann (wenn der Strom noch fließt). Aber „meiner“ Regierung scheint das egal zu sein.

Ich soll an die armen Menschen in Afrika denken oder die für unsere Freiheit kämpfenden Ukrainer, so wird mir gesagt, aber weniger an mich. Einem hier schon länger Lebenden. Einem, dem es doch gut geht. Und wenn es uns möglicherweise bald gar nicht mehr gut geht? Die Menschen hungern und frieren werden ... Der Russe ist schuld.

Nein. Ich werde mich verweigern. Ich mache dieses schlechte Schauspiel nicht mit. Bin nicht bereit, den Irrsinn eines wieder einmal gerechten Krieges tragen zu müssen, noch lasse ich mir in meinem Land von Personen, die mit diesem nie etwas anzufangen in der Lage waren, vorschreiben, was ich heute zu tun und wie ich morgen zu leben haben werde und wer mein Feind sein soll.

Nein, ich bin nicht willig, mich für das große Schlachtfest zur Verfügung zu stellen. Ich werde mir nicht den Mund verbieten lassen. Ich werde mich nicht von weiteren Drohungen einschüchtern lassen, ich werde weiterhin schreiben, was ich für gut und richtig halte. Für mich. Für die Eigenen. Für dieses, mein Land und für eine Welt ohne interessengeführte Kriege.

Die Sonne wird auch morgen im Osten aufgehen und im Westen untergehen. Sollte es jedoch nach 42.000 Jahren zu einem erneuten Polsprung kommen, dann weiß ich eines ganz sicher: Der Russe ist nicht daran schuld.

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