Toddn Kandzioras Wochenrückblick 30/2022

Deutschland gefangen im grünen Streckbetrieb

von Toddn Kandziora (Kommentare: 4)

Zu viele neue Verordnungen, Anordnungen und Gesetze sind wie gemacht dafür, aus Deutschland ein angedachtes Buntland zu kreieren.© Quelle: Pixabay / Kaffee, distelAPPArath I Bildmontage Alexander Wallasch

Das Wort zum morgigen Sonntag könnte „Gasumlage“ heißen. Oder „kulturelle Aneignung“. Vielleicht auch „Streckung“. Ihr wisst schon. So wird heute von gewissen Politiker*innen (!) die Verlängerung der Laufzeit der letzten drei noch Strom liefernden Atomkraftwerke des Landes genannt.

Das sind diese drei deutschen Kraftwerke, die zum Jahresende dicht gemacht werden sollen, damit Deutschland – ach kommt, lasst es uns ab jetzt „Buntland“ nennen, das trifft es irgendwie besser – also, diese drei recht sicheren und relativ sauber arbeitenden Meiler Grohnde, Brokdorf und Grundremmingen, die sollen Ende des Jahres abgeschaltet werden, damit Buntland unter anderen recht unsicheren und dreckigen Atomstrom möglicherweise aus der Ukraine einkauft.

Wenn das nicht paradox ist, dann weiß ich nicht. Aber ich habe ja auch nicht die grüne Partei gewählt. Und da nur deren unfehlbare, allwissende (je jünger, desto klüger) Politiker*innen (!) wie Wähler*innen (!) der super-sexy grünen Partei wissen, wo es lang zu gehen hat - ja, wie es in dieser Zeit gemacht werden muss - ist meine Andersmeinung nebensächlich und wird ab Herbst dieses Jahres verboten werden.

Kleiner Scherz von meiner Querulantenseite aus. Obwohl, bei einer Innenministerin, wie Frau Nancy Faeser eine darzustellen hat, scheint alles möglich. Auch, dass eine Andersmeinung als die von Regierung und Medien ausgegebene strafrechtlich relevant sein wird.

Kommen wir zurück zur geplanten Streckung der Bundesregierung: Deren sogenannter Streckbetrieb ist also jetzt wegen drohender Energieausfälle angesagt. Wegen der drohenden Energiekrise. Weil, Sie wissen ja, die Russen sind schuld. Nicht die dafür verantwortliche Politik der letzten Regierungskoalitionen aus mehr als zwanzig Jahren, die Buntland erst in die heutige Notfallsituation durch entstandene Energieknappheit gebracht haben.

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In Abhängigkeit zu anderen Ländern. Und nicht nur zu Russland. Ähnlich wie Professor Bömmel in der Feuerzangenbowle die Dampfmaschine erklärte, so versuche ich jetzt einmal den grünen Streckbetrieb zu erklären.

Wie funktioniert so ein Streckbetrieb? Indem eine Leistung verlängert wird, dadurch das diese gedrosselt wird, bis sie ausklingt. Das ist ungefähr so, als ob dein Wirt das Bier bis zur Sperrstunde mit Wasser verdünnt, weil er zu wenig eingekauft und unerwartet viel Gäste hat. So reicht dann das gepanschte Bier bis zur Sperrstunde.

Problem ist jedoch, niemand wird mehr richtig besoffen. Im Grunde rausgeschmissenes Geld für die Gäste. Der Wirt jedoch hat seine Rechnung in dunkler Nacht nach Feierabend trotzdem gemacht. Nun wollen die Grünen aber nicht unser Feierabendbier, sondern noch verbleibenden Atomstrom strecken, indem sie nach und nach die Leistung der letzten Brennstäbe senken. Diese glimmen so nach und nach noch wenige Wochen bis auf ihr letztes Neutrönchen aus, bis die deutsche Atomkraft Geschichte ist.

Ich selbst war in den 1970er, 1980er Jahren auf Anti-Atomkraft Demonstrationen. Ich war in Brokdorf und auf Schacht Konrad. In Gorleben habe ich zweimal Prügel bezogen und in der Asse friedlich gegen Atomstrom und die Lagerung von Atommüll demonstriert.

Ich war, das habe ich in einer meiner früheren Kolumnen zugegeben, bis zur Bombardierung des Kosovo 1999 Grünwähler. Für mich ist Atomkraft noch heute nicht der Weisheit letzter Schluss. Doch alles hat seine Zeit und der Ausstieg aus der Atomkraft sollte nicht voreilig vollzogen werden, nicht Hals über Kopf geschehen.

Der Ausstieg darf nicht die Energieversorgung des Landes gefährden. Oder im Extremfall gar zur Deindustrialisierung oder einem größeren Blackout führen.

Und jetzt mal Butter bei die Fische: Die sichersten Atomkraftwerke der Welt abzuschalten, um dann unsicheren Atomstrom aus Frankreich, Belgien, Tschechien oder gar der Ukraine einkaufen zu müssen, um nicht unterzugehen. Wie beknackt ist das denn eigentlich?

Wie auch immer. Merken die hier lebenden Menschen nicht, dass eine uns den Kriegsmarsch blasende Regierung, insbesondere die vorherrschende grüne Partei, ganz Buntland inzwischen in einer Art Streckbetrieb gefangen hält?

Versteht die Bevölkerung nicht, dass sie von einer die harte Wirklichkeit verweigernden Minderheit quasi verhaftet wurde? Dass sie, die verhaftete Bevölkerungsmehrheit, den sich täglich ändernden Notanweisungen berufsfremder wie inkompetenter Wärter*innen (!) Folge zu leisten hat?

Es ist ja nicht nur der Atomstrom allein, der gestreckt werden soll bzw. gestreckt werden muss, damit Land und Regierung, die eine wichtige Runde länger in einem perfiden Machtspiel diverser ausländischer Interessen spielen, durchhalten.

Das Woche für Woche an Wert fallende Geld der Bürger und Bürgerinnen in Buntland wird schon länger gestreckt und es sieht derzeit danach aus, dass schon bald der Zeitpunkt kommt, an dem es keinen Wert mehr besitzt oder wir die Dinge, die wir für unser Leben so nötig brauchen, nicht mehr kaufen können, weil es sie nicht mehr zu kaufen gibt.

Warum? Weil Buntland nicht länger in der Lage sein wird, Waren aus anderen Ländern zu importieren, weil sich unsere neu-woke Regierung diese zu Feinden machte. Und wir von unseren wenigen verblieben, alten "Freunden" kaum etwas noch bekommen werden, weil Regierung und Wirtschaft nicht mehr in der Lage sein werden, einen adäquaten Gegenwert für benötigte Rohstoffe, Energie, Medikamente und Waren zu leisten. Dinge, die zum Fortbestand des Landes existenziell von Bedeutung sind.

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Auf den großen Verlust an Fachkräften, klugen Menschen und ganzen Firmen, die hierzulande das Handtuch schmeißen, gehe ich besser nicht groß ein, den Hunderttausenden von deutschen Steuerzahlern, die in den letzten Jahren auswanderten.

Die, warum auch immer, im eigenen Land aufgeben, weil sie wenig Sinn darin sahen, Buntland weiterhin „die Stange zu halten“. Die vielen Menschen, denen jede Hoffnung auf eine gute Zukunft im eigenen Land genommen wurde. Wer es sich leisten kann, noch jung genug für einen Neuanfang ist, der verlässt, bildlich ausgedrückt, das sinkende Schiff und tut wahrscheinlich recht wohl daran.

Ich stelle mir die Frage, wohin ich denn gehen würde. Gehen könnte. Wohin könnte ich heute, hätte ich das nötige Kleingeld zur Verfügung, wäre noch jung und kräftig genug, überhaupt umziehen? In welches Land? Amerika? Südamerika? Spanien oder Portugal? Kroatien oder Albanien? Oder vielleicht in eine der Heimatregionen meiner Altvorderen. Nach Siebenbürgen, Polnisch-Schlesien oder Russisch-Ostpreußen?

Nein, ich bleibe, wo ich bin und versuche es mir gut gehen zu lassen. Solange es mir in der Heimat, dem Landstrich, in dem ich geboren wurde, möglich sein wird. Hier gehöre ich hin. Hier werde ich sein. Und wenn ich Glück habe, wirklich viel Glück habe, dann werde ich noch hier sein, wenn die derzeitige Regierung Geschichte ist und die jetzigen, über mich bestimmenden Entscheider*innen (!) wo auch immer ihre bunten Fahnen schwenken und durch akute Genderitis nicht einmal mehr eine eigene Sprache ihre eigene nennen können.

Derzeit hat Buntland sich für den Krieg entschieden. Für den kalten wie den heißen. Der heiße, der wird derzeit (noch) auf die Ukraine begrenzt geführt. Nicht nur mit schweren deutschen Waffen und sehr viel Geld. Dabei darf nicht vergessen werden: Diejenigen, die entscheiden, das eigene Land gegen die Wand zu fahren, für fremde Interessen die eigene Bevölkerung zu opfern, sind gewählt! Viele dieser gewählten Politiker*innen (!) fühlen sich dieser Tage womöglich gar auserwählt für ihr Tun.

Doch nicht wenige Wähler und Wählerinnen wählten die derzeitige Regierung, weil die grüne Partei früher als Antikriegspartei Wahlkampf führte und für Frieden und Pazifismus stand.

Heute bedarf es oft nur ein paar gut gemeinter Worte und ein wenig, sagen wir subtiler Überredungskunst und viele sind allzu gern bereit, die getroffenen Entscheidungen und Maßnahmen der Regierung, ohne Kritik oder Argwohn mitzutragen wie zu erfüllen. Sogar in einem vermeintlich „gerechten Krieg“ bis zum Endsieg zu frieren und zu hungern.

Mit der richtigen Bevölkerungsjustierung wird diese sogar mit guten Gewissen bereit sein, bis zur letzten Patrone zu kämpfen. Zu töten oder töten zu lassen. Wen immer es zu töten gilt. Viele Eltern wären wahrscheinlich dieser Tage bereit, ihre eigenen Kinder mit dem SUV an der propagandierten Front abzuliefern. Denn das Gute muss doch gewinnen. Koste es, was es wolle. Und wenn die eigenen Kinder. (Impfen, das lassen viele ihre Kinder ja schon freiwillig.)

Es macht auf mich den Eindruck, dass die derzeitigen Entscheider*innen (!) ihren Kreuzzug für unser aller "Glück" nicht aufgeben werden. Zu viele Entscheidungen der letzten Jahre ihrer erklärten Pandemie waren darauf ausgerichtet, die eigene Wirtschaft, Produktionsmittel wie Produktionswege versiegen zu lassen. Zumindest zu behindern, wie stark verteuern zu lassen.

Zu viele ihrer neuen Verordnungen, Anordnungen und Gesetze sind wie gemacht dafür, aus Deutschland ihr angedachtes Buntland zu kreieren. Eine doch schon seit Jahren bunte wie vielfältige Bevölkerung in immer mehr sich gegenseitig bekämpfende, einander verachtende Teile zu spalten.

Ich kann nicht erkennen, dass sie ihr Tun einsehen. Dass sie gewahr werden, welchen Leviathan sie erschaffen haben. Und da von ihnen weder Einsicht noch Rückkehr zu einer alten Normalität zu erwarten sein wird, werden sie nicht aufhören, bevor sie nicht jedem von uns einen engen, die Kehle zuschnürenden politischen Käfig übergestülpt haben.

Doch, soweit muss es nicht kommen. Denn wir, die Mehrheit der Bevölkerung, wir vielen haben die Möglichkeit, sie an ihrem Tun zu hindern. Sie an der Planerfüllung zu hindern. Entweder durch Wahlentscheidung oder dadurch, dass wir als Bürger aus diesem perfiden Spiel aussteigen. Aufstehen und gehen.

Sollen sie doch weiterreden. Was nützt es, wenn ihnen keiner zuhört. Ihre Anweisungen erfüllt. Ihren Befehlen nachkommt. Ihnen länger Glauben schenken wird.

PS: Zu bestimmten Gelegenheiten im Text gendere ich absichtlich, mit zynischen Hintergedanken. Dann mache ich dies mit (!) erkennbar.

PPS: Zu guter Letzt ein russischer Videoclip, der vielleicht nicht wirklich satirisch gemeint ist. Der derzeit im Netz die Runde macht. Ich verstehe ihn als gut gemachtes, subtiles Propagandafilmchen, in dem Russland die Menschen aus westlichen Ländern einlädt, ebenfalls Russen zu werden. Die Botschaft lautet: „Zögern Sie nicht. Der Winter naht!“:

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Kommentare

Kommentar von Hans Krüger

Kleiner Fehler ,das AKW Brockdorff ist außer Betrieb. Das dritte im Bunde ist Neckarwestheim .Ich sehe je nach Wetterlage die Wolke von dem Kühlturm von diesem AKW von meinem Zuhause aus. Bleibt spannend was da noch für ein Mist von den grünen Welten Retter veranstaltet wird. Zur Not können wir auf einem Holzherd kochen ,das kann nicht jeder in diesem besten Buntland aller Zeiten das es je gab.
Geht auf die Straße für einen friedlichen System Wechsel kann ich nur sagen.

Kommentar von Miriam

Man muss kein sogenannter Verschwörungstheoretiker sein um zu erkennen, dass es den Grünen in Wahrheit nicht ums Klima geschweige denn der Umwelt geht. Sie sind gefährlicher und verlogener als die LINKE, denn die LINKE steht dazu, dass sie den Kapitalismus überwinden will, die Grünen hingegen verkaufen sich als eine liberal bürgerliche Partei, aber was zeichnet sie aus? Umverteilung, Regulierung, Zensur, Verbote und Bevormundung.

Hätten die Grünen nicht 90% aller MSM hinter sich, würde sie bei Wahlen im einstelligen Bereich liegen. - Davon bin ich überzeugt.

Kommentar von Andreas Rolfs

Da fällt mir nur noch das Zitat von Mehmet Scholl ein - was für ein vorausschauender Denker er doch war.

Kommentar von Alfred Neumann

Wir werden schon seit Jahrzehnten "verarscht".
Grohnde, Brokdorf und Grundremmingen sind alles nur "kleine" Reaktoren, die erheblich besser laufen könnten, wenn sie denn in einer anderen Technik aufgebaut worden wären.

Sind sie aber leider nicht.
Flüssigsalz Reaktoren gibt es seit den 1960er Jahren. Die Politik wollte aber lieber die "kleinen, feinen, die gerne mal hochgehen" haben, Und warum?
Aus einem einfachen Grund: Der Flüssigsalz Reaktor kann kein Material für Bomben generieren.