Demo-Bericht mit transkribierter Rede von Corona-Maßnahmen-Kritiker und Arzt Paul Brandenburg

Die Diffamierung war also erfolgreich: Am Tag der Schande nur fünfhundert Empörte vor dem Reichstag

von Gaia Louise Vonhof (Kommentare: 6)

„Unser Dach brennt und wir müssen löschen und nicht darüber diskutieren, wie wir das Haus einrichten.“© Quelle: Foto privat

Ich war heute mit einem kleinen Team für alexander-wallasch.de vor Ort. Berlin hat heute bewiesen, dass die konzertierte Diffamierung der Corona-Maßnahmenkritiker eines der Meisterstücke des polit-medialen Komplexes geworden ist: Der Bundestag winkt die Maßnahmen durch und vor dem Reichstag demonstrieren gerade mal ein paar hundert der über 80 Millionen Bürger.

Aber zunächst, was in diesem Haus der Schande heute passiert ist:

Der Bundestag die Corona-Bestimmungen des neuen Infektionsschutzgesetzes (IfsG) für den Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 7. April, von O bis O-Regeln, sprich Oktober bis Ostern, beschlossen. Währenddessen demonstrierte draußen vor den Toren des Reichstags - getrennt durch einen gerade entstehenden Graben – eine kleine, bunte Menge.

Das Ergebnis kurz zusammengefasst: Wenn die Infektionszahlen steigen, können die Länder jetzt neue Maßnahmen erlassen. Und ab Oktober wird es in ganz Deutschland für alle Bürger über vierzehn zur Pflicht, eine FFP2-Maske in Kliniken, Pflegeheimen, Arztpraxen und Fernzügen zu tragen.

Bei der Maskenpflicht in Flugzeugen wurde ein Rückzieher gemacht, wohl zu groß der öffentliche Druck, nachdem die Regierung samt Entourage im Regierungsflieger maskenfrei nach Kanada flog, inklusive maskierter Stewardessen.
Zu offensichtlich wohl nicht nur die Borniertheit und das „Zweierlei Maß“, sondern auch, dass die Politiker und ihre beichterstattende Hofpresse wohl selbst nicht vom Nutzen der Masken überzeugt sind. Hintertüre beim Gesetz: Die Bundesregierung kann das durch Verordnung wieder ändern. Also dann wieder FFP-2-Maskenpflicht im Flugzeug für alle. Für Kinder zwischen sechs und 13 Jahren „reicht“ eine einfachere OP-Maske.

Aus dem Flugzeug zurück auf den Boden der Verordnungstatsachen: Zusätzlich zur Maske müssen Pflegeheim- und Klinikbesucher einen negativen Schnelltest vorweisen.

Der Bundesrat soll nun noch zustimmen, der 23. September ist hierfür vorgesehen. Dort allerdings ist von einem reibungslosen Durchwinken auszugehen, die neuen Bestimmungen greifen dann ab 1. Oktober.

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Das Gesetz wurde heute Nachmittag im Bundestag verabschiedet. Auf der Wiese vor dem Reichstag wurde dagegen angemeldet protestiert:

Wenn man sich dem Reichstag vom Tiergarten her näherte, sah man nur ein paar blaue Mannschaftswagen, kaum Polizei, und vor allem kaum Demonstranten.

Zwischen der Versammlung und dem Reichstag Bauzäune und Baggerkräne – hier wird schon der 2,5 Meter tiefe und 10 Meter breite Graben gegraben - de facto die fleischgewordene Abneigung jenen gegenüber, denen ein Schriftzug am Reichstag gewidmet ist: "Dem Deutschen Volke".

Die Metallarme mit den dicken Schaufeln überragen wie lange Spinnenarme die bunten, demonstrierenden Menschen, stählerne Transformer, mit dem hier bildhaften Potenzial, die Menschen, das Volk, von der Regierung fernzuhalten.
Bald unnötig zu erwähnen: Die vielleicht fünfhundert Demonstranten, die sich vor einer kleinen Bühne drängten, sahen nicht aus wie der viel diffamierte rechte Rand oder wie man sich Rechtsextreme vorstellt. Nein, viel mehr wie eine bunte Hippiegemeinde, alternativ aussehend, wie so richtige Ökos.

Angesichts der Tragweite der heutigen Entscheidungen waren es wenige, sehr wenige. Wo ist denn Berlin? Hängen die Bürger alle mit Tränen in den Augen vor dem Fernseher, wo – mal böse formuliert – gerade das Ableben der Queen medial zelebriert wird.

Paul Brandenburg, einer der schärfsten Corona-Maßnahmen-Kritiker in der Ärzteschaft, brachte das im Rahmen einer Stehgreifrede auf der kleinen Bühne so auf den Punkt (seine gesamte Rede hier von uns transkribiert):

„Was ich Euch zu sagen habe, fürchte ich, ist nicht sehr schön. Wir stehen heute wieder hier. Das x-te Mal, um gegen ein Gesetz zu demonstrieren, das politischer Missbrauch an Kindern, Kranken und vielen anderen Menschen ist. Um uns zu wehren gegen Zwangsbehandlung, Grundrechts, Aussetzung und nichts anderes als verschiedene Instrumente politischer Diktatur.

Das Problem ist: Schaut euch um, schaut euch an, wie wenige wir sind. Ich bin froh über jeden Einzelnen und ich danke jedem Einzelnen. Das ist wichtig, dass wir immer wieder hierherkommen.
Aber ich glaube, es ist auch wichtig, dass wir sehen, was nicht geschieht. Die Menschen interessieren sich nicht für ihre Gesundheit, sie interessieren sich nicht für ihre Freiheitsrechte. Sie interessieren sich nicht einmal dafür, was ihren Kindern angetan wird.

Denn sonst stünden nicht so wenige hier. Ja, und die Frage, die ich mir stelle, ist, ob jetzt nicht eine Chance entsteht, dass wir trotzdem etwas bewegen.

Denn der Herbst, auf den wir jetzt zusteuern, der ist etwas Neues. Ich weiß nicht, wie Ihr es spürt, aber ich sehe immer mehr Angst. Und ich höre Wut auf den Straßen. Wenn ich mit Handwerkern spreche, vor allen Dingen Bauleuten, Bäckern, all den Selbstständigen, im Osten mehr als im Westen, dann kommt jetzt Angst auf. Man kann fast sagen: Leider nicht wegen all der Dinge, die wir seit zwei Jahren beklagen. Aber was uns jetzt auf die Füße fällt in diesem Land, ist die Inkompetenz und die Korruption der Damen und Herren da drüben, in diesem Amt und in diesem Parlament. Die gleiche Korruption, die gleiche Selbstsucht, die Rechtsbeugung, der Rechtsbruch und das Missbrauchen und Vergewaltigen unseres Grundgesetzes.

Und jetzt schlägt es sich nieder in Form von wirtschaftlichen Problemen. Angst davor, die Gasrechnung nicht bezahlen zu können. Angst davor, die Rohstoffe nicht kaufen zu können. Angst davor, die Miete nicht mehr bezahlen zu können. Und ich glaube, diese Angst ist eine völlig neue Qualität des Protestes.

Und mein Fazit ist eine Bitte an Euch. Ich glaube, wir müssen die Chance nutzen, diesen Menschen zu zeigen, dass das, was wir seit zwei Jahren beklagen, genau das Gleiche ist, vor dem sie jetzt Angst haben.

Es ist die Korruption der Parteien, Seilschaften in diesem Kanzleramt, in diesen Ministerien, auch in den Behörden dieses Landes und des Bundes. Und es wird nicht anders gehen, als diese Damen und Herren der Regierung und der Ämter davonzujagen. Denn deren Korruption ist die Wurzel dieses Übels.

Aber es ist meine Überzeugung: Wir müssen bei der Sache bleiben. Wir müssen uns darauf konzentrieren, was Tatsache und beweisbar ist.

Meine Lieben, es tut nichts zur Sache, ob manche Menschen unter Euch der Meinung sind, das Kaiserreich existiere weiter.

Es tut nichts zur Sache, ob Menschen unter uns der Meinung sind, die Erde sei eine Scheibe. Das alles tut nichts zur Sache in diesem Augenblick. Auch die Begriffe Volk und Nation, die ich ständig höre, sie tun nichts zur Sache.

Unser Dach brennt und wir müssen löschen und nicht darüber diskutieren, wie wir das Haus einrichten.

Diese Politiker müssen weg, sie müssen aus den Ämtern gejagt werden davon.

Wir brauchen eine unabhängige und funktionierende Justiz. Wir brauchen eine Polizei, die rechtsstaatlichen Gesetzen unterworfen ist und sich daran hält. Wir brauchen auch aus meiner Sicht ein Militär zur Verteidigung, aber nicht zum Angriff.

Wir können über all das streiten und diskutieren. Wir können über Kapitalismus streiten und diskutieren. Über Nation. über die Frage, wie sehr das Volk schuld ist oder nicht. Über all das können wir streiten.

Aber lasst uns bei der Sache bleiben und lasst uns denen, die jetzt im Herbst vielleicht zu uns kommen, sagen, wir haben das gleiche Problem.

Korruption hat unseren Staat zerfressen, Korruption hat die Justiz unterwandert, die Politik kaputt gemacht und unser Grundgesetz zerstört und ausgehöhlt. Und diese Korruption müssen wir beenden und neu anfangen. Und ich bin der festen Überzeugung:

Bei diesem Neuanfang brauchen wir Linke und wir brauchen Rechte und wir brauchen die in der Mitte. Und wir brauchen die, die nicht wählen. Vor allem die, die seit langem nicht wählen wollen. Die alle, wenn sie Demokraten sind und mit der Meinung des Anderen leben können, dazu gehören, egal wo sie herkommen, wo sie geboren wurden und was sie sonst glauben.

Denn wir wollen eine Demokratie aufbauen und das heißt, ich muss die Meinung des Anderen akzeptieren, so furchtbar ich sie finde, solange der meine akzeptiert. Und ich bin der festen Überzeugung, so bunt wie wir hier sind: Wir schaffen das.

Macht weiter. Hört nicht auf, bis sie davongejagt sind. Vielen Dank.“

Am morgigen Freitag, dem 9. September 2022 ist ab 10 Uhr ein Umzug durch Mitte zu den Ministerien und zum Bundesrat geplant. Wie viele Menschen werden dann dabei sein?

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