„Die Mittel heiligen den Zweck“ – diesen Gedanken muss sich Grünen-Chef Felix Banaszak gemacht haben, als er beschloss, seiner Partei im aussichtslosen Wahlkampf in Sachsen-Anhalt unter die Arme zu greifen. Urlaubszeit in der Provinz, Vanlife-Romantik inklusive: Der Bundesvorsitzende tingelt von Campingplatz zu Campingplatz, grillt mit dem „einfachen Volk“ und verteilt an heißen Tagen kostenlos Speiseeis aus dem Van.
So rollt er nun durch Sachsen-Anhalt, um die Grünen von derzeit rund vier Prozent über die magische Fünf-Prozent-Hürde für den Landtag zu hieven. Seine Methode: Konditionierung light. Camping-Gespräche über Nachhaltigkeit und CO₂-Fußabdruck, verpackt in lustige, entspannte Filmchen. Das Team schneidet fleißig mit, der Chef strahlt in grüner Naturromantik.
Der Haken ist nur allzu sichtbar: Hinter Banaszak prangt stolz das Fiat-Logo auf dem Wohnmobil – Typ T67S, basierend auf dem Fiat Ducato. Genau das rollende Symbol für alles, was die Grünen seit Jahren mit missionarischem Eifer bekämpfen: Diesel, Abgasskandal, fossile Verbrennungsmotoren.
Die Grünen machen dem Verbrenner den Prozess, treiben die CO₂-Steuer in die Höhe und brandmarken jeden SUV-Fahrer als Klimasünder – währenddessen kutschiert ihr Bundesvorsitzender mit einem Diesel-Wohnmobil durch die mitteldeutsche Provinz und will die Leute für blöd verkaufen. Ein Fahrzeug, das tief im Abgasskandal verstrickt ist, dessen Abschalteinrichtungen manipuliert waren und dessen reale CO2-Werte explodierten. Ausgerechnet der Fiat Ducato, das Arbeitspferd der Wohnmobilbranche, war lange Zeit ein Lieblingsopfer grüner Ermittler.
Nachhaltigkeit? Fehlanzeige. Für grüne Augen ist dieses Wohnmobil ein fossiler Dinosaurier auf Rädern. Und so schickt die Partei ihren 35-jährigen Vorsitzenden los, damit er auf Campingplätzen und an Kiosken auf Augenhöhe mit den Mitteldeutschen diskutiert. Idyllisch, authentisch, bodenständig? Die Strategen hoffen auf den Volkskontakt-Effekt.
Der Ostdeutsche lässt sich damit allerdings nicht mehr einfangen. Jahrzehnte an Erfahrungen mit dem SED-Regime, danach mit fliegenden Händlern und skrupellosen West-Unternehmern haben Spuren hinterlassen. Mit Grillwürstchen und einer Kugel Eis vom smarten Jungpolitiker aus Duisburg ist hier kein Blumentopf zu gewinnen – und schon gar keine Regierungsbeteiligung.
Besonders peinlich wird es, weil der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund das Thema „Politiker auf zwei Rädern unter dem Volk“ schon lange und nachhaltig mit seiner Simson-Tour besetzt hat.
So verkörpern die Grünen mit ihrem Grill- und Eis-Wohnmobil vor allem eines: pure grüne Bigotterie und Doppelmoral. Sie verachten den Osten und sagen kurz vor der Wahl doch wieder das Übliche: „Ich liebe doch alle Menschen… ich setze mich doch für euch ein…“
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Grillen statt Gender-Stuhlkreis, Eis statt Elektro-Smog – und das ausgerechnet aus einem von ihnen selbst verteufelten Diesel-Wohnmobil, einem italienischen Dieselgate-Opfer.
Predigen ist seit Jahrzehnten das Kerngeschäft der Grünen: Weltuntergang durch CO₂, Verbote, Steuern, Enteignungen, Verzicht für alle. Gleichzeitig treiben sie in der Ampel Volkswagen in den Elektro-Wahnsinn, feiern Manager wie Diess, die den Verbrenner totredeten, und schauen nun zu, wie hunderttausende Arbeitsplätze auf der Kippe stehen. Währenddessen leben die Funktionäre selbst nach ganz anderen Regeln: Dienstwagen, Flüge, Annehmlichkeiten – und eben auch mal ein Diesel-Wohnmobil im Wahlkampf.
Wasser predigen, Wein saufen. Nachhaltigkeit gilt nur für die anderen.
In Sachsen-Anhalt, wo man Grüne mit der Lupe suchen muss, kommt das besonders gut an. Die Menschen dort kennen den Unterschied zwischen grünen Sonntagsreden und dem echten Alltag. Sie wissen, was Heizung und Tanken kosten. Und sie erkennen sofort, wenn ein grüner Vorsitzender genau mit dem Fahrzeugtyp unterwegs ist, dessen Nachfolger er am liebsten verbieten würde.
Es wäre fast zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Willkommen in der Realität, Herr Banaszak. Die ist leider nicht elektrisch – und riecht ein bisschen nach Diesel und Heuchelei.
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