Von Christian Witt
Die Epstein-Files – und das große Schweigen
Während international über die „Epstein-Files“ diskutiert wird und das Thema nicht nur im Mainstream diskutiert wird, bleibt es in der deutschen Politik auffallend still.
Mittlerweile haben die Veröffentlichungen personelle Konsequenzen nach sich gezogen, international: So räumte etwa Thomas Pritzker, Executive Chair von Hyatt Hotels, seinen Führungsposten, nicht ohne "schlechtes Urteilsvermögen" einzuräumen. Kathryn Ruemmler, General Counsel von Goldman Sachs, kündigte nach bekannt gewordener Korrespondenz mit Epstein ihren Rückzug an. In Großbritannien gab Lord Peter Mandelson nach öffentlichem Druck seine Funktion im Oberhaus auf., nachdem sein Name in den Akten aufgetaucht war.
In Deutschland: Kaum Debatten, kaum Forderungen nach Aufklärung, kaum sichtbarer Druck. Dabei geht es um nichts Geringeres als ein globales Netzwerk aus Macht, Einfluss und mutmaßlichem Kindesmissbrauch.
Heute Mittag versammelten sich rund 300 Demonstranten vor dem Bundeskanzleramt in Berlin. Ihr Anliegen: ein klares Signal gegen Kindesmissbrauch und für transparente Aufarbeitung. Keine laute Massenveranstaltung, sondern ein stiller, ernster Protest – direkt vor dem Zentrum politischer Verantwortung.
Zum Abschluss war ein Auftritt von Xavier Naidoo angekündigt. Doch dazu kam es nicht. Kurz vor seinem Erscheinen löste die Polizei die Versammlung auf. Die Begründung, so ein Ordner auf Nachfrage: Von der Demonstration gehe eine Gefährdung von Politikern aus.
Ein bemerkenswerter Vorwurf – bei einer Demonstration, die sich dem Schutz von Kindern verschrieben hatte, findet Christian Witt, der für Alexander-Wallasch.de vor Ort war, und berichtet, dass Xavier Naidoo vorm Kanzleramt um Einlass gebeten hat - um zu reden. Aber die Politik schweigt sich aus.
Und Schweigen jedenfalls schafft kein Vertrauen.
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