Ich will nach Hause

Ein Mensch sollte sich bewusst darüber sein, was er zu sagen hat

von Toddn Kandziora (Kommentare: 8)

Oliver Anthony - Rich Men North Of Richmond© Quelle: Youtube/ Oliver Anthony Screenshot

„I Want To Go Home“, so heißt ein mich bewegendes Lied, das mir seit Tagen nicht aus dem Sinn geht. „I Want To Go Home“ ist erst das zweite Lied von Oliver Anthony, einem US-Country-Folk-Sänger, der mit seinen Hunden auf einer kleinen Farm im Staat Virginia lebt.

Oliver Anthony ist einer von Millionen hart arbeitender Menschen in den USA und überall auf dieser Welt. Ein trauriger, erschöpft wirkender junger Mann, der wie viele andere einfach nur versucht, eine weitere Runde im Ring zu überstehen. Im Kampf gegen den „reichen Mann“, den er in seinen Liedern besingt. Diesem "Rich Men North Of Richmond", dem nicht nur der Ring gehört, in dem wir uns gegen ihn erwehren müssen, der zudem die Regeln bestimmt, nach denen wir zu Boden zu gehen haben.

Oliver Anthony hat ein musikalisches Wunder vollbracht. Mit seiner diesen August veröffentlichten Debüt-Single hat er als erster Künstler überhaupt geschafft, ohne jemals vorher überhaupt in den US-Charts gewesen zu sein, Platz eins zu erobern. Und das obendrein noch binnen einer Woche nach Erscheinen der Single.

Vielleicht hatte Jesus beim Schreiben seine Hand geführt und sein Glaube ihm zum Erfolg verholfen. Laut eigener Aussage war er dem Teufel Alkohol eine Zeit lang sehr zugetan. Eines Morgens hatte er sich mit dickem Kopf und pelziger Zunge geschworen, wenn er mit seinen Liedern bei den Menschen Erfolg hätte – so wahr ihm Gott helfe – werde er mit dem Trinken aufhöre.

Jetzt hat er den Erfolg. Ich hoffe nicht mehr, als ihm guttut. Seitdem beginnt er Konzerte, indem er zuvor aus der Bibel liest. Den Menschen in seinem Land scheint es zu gefallen, denn es werden immer mehr, die in live erleben möchten.

Schaue ich mir seine Musikvideos an, so scheint er seinen Schwur zu halten. Was ich sehe und höre, ist ein Sänger und Songwriter, der aus schwerem Herzen und heiserer Kehle gegen das Establishment und die „Rich Men North of Richmond“ ansingt. Und ich glaube, er meint, was er singt. Hatte er doch kürzlich den angebotenen Majordeal über 8 Millionen Dollar einer bekannten Recordcompany abgelehnt. Denn Verträge mit dem „reichen Mann“, nein, die mache er nicht.

Das einer, der sich nicht bestechen lässt, sich keine Freunde hinter feindlichen Linien macht, ist klar. Nicht ohne Grund, aber mit böser Absicht, wird Oliver Anthony von woker Seite in den USA, und (natürlich) auch in Deutschland inzwischen als „Sprachrohr des wütenden Amerikas Trumps“ diskreditiert.

Im Deutschlandfunk hörte ich neulich, wie sich ein Musikexperte und die Redakteurin darüber einig waren, dass Olivers Lieder zunächst wie linke Arbeiterprosa daherkämen, jedoch im Kern konservative bis erzreaktionäre Narrative aufgriffen und (natürlich) zutiefst rassistisch wären.

Hier bezog sich der Deutschlandfunk auf die Textzeile in „Rich Men North of Richmond“, die da lautet: „Lord, we got folks in the street, ain't got nothin' to eat, and the obese milkin' welfare". Übersetzt: „Gott, wir haben Menschen auf den Straßen, die nichts zu essen haben, und die Fettleibigen melken die Sozialhilfe“.

Sollte der Deutschlandfunk hier Rassismus gegen übergewichtige Menschen gemeint haben, könnte ich es nachvollziehen. Doch hat er nicht. Oliver Anthony wurde Rassismus gegen Schwarze unterstellt. Die er mit keinem Wort in seinen Texten benennt. Wer hier wirklich in einer der Realität entrückten Gedankenwelt rassistisch argumentiert, ist im von öffentlichen Geldern finanzierten Rundfunk (wieder einmal) bestätigt worden.

Doch die vereinigten Wokisten aller Länder haben wenig bis keinen Erfolg, diesen Mann in das rassistisch-rechte Lager zu schubsen. Denn Anthony spaltet die amerikanische Bevölkerung nicht, er verbindet sie regelrecht. Ob sie nun schwarzer, weisser, gelber oder welcher Hautfarbe auch immer sein mögen. Das interessiert die nämlich gar nicht. Die Menschen hören seine Lieder und sie sind ergriffen ob der Kraft, die diesen innewohnt.

In Videos auf Youtube, wer mag, kann es selbst ansehen, sah ich Moderatoren weltweit vor Ergriffenheit Tränen über ihre sich hautfarblich unterschiedenen Wangen kullern. Sich jedoch in ihrer Menschlichkeit verbunden fühlend.

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Oliver Anthony – Rich Men North Of Richmond. Nein, dem herrschenden reichen Establishment und ihren ausführenden Wokisten und Leftisten geht es in den Liedern von Oliver Anthony nicht wirklich um Rassismus und Warnungen vor diesem bösen, weißen Mann.

Das Establishment weiß sehr gut, was die Kraft von Liedern bewirken, wie sie Menschen zusammenführen kann. Und sie sehen auch, dass da tatsächlich einer auf der Bühne steht, der Menschen unabhängig ihrer Hautfarbe, Religionen oder Neigungen zusammenbringen könnte. Gegen die da oben. Wenige Reiche, die für das ganze Dilemma dieser Zeit verantwortlich scheinen.

Das sind Gründe, warum ich, auch wenn das eigentlich nicht mein Ding ist, für diesen Mann bete. Bete, das er weiterhin mit Jesus gehen mag und Gott seine schützende Hand über ihn hält. Auf dass ihn nicht ereilt, was vor Jahren einen wahren, ebenfalls gottesfürchtigen Amerikaner aus dem Leben riss. Eine Kugel. Martin Luther King jr., dem Bürgerrechtler und Baptistenpastor, der am 4. April 1968 ob seiner die Menschen verbindenden Worte und seiner Anklage gegenüber der Ungerechtigkeit zwischen Arm und Reich erschossen wurde.

Oder erinnern wir uns an John Lennon. Ebenfalls ein Aufwiegler gegen das System, der am 8. Dezember 1980 vor seinem Hotel in New York City erschossen wurde.

Ein Mensch sollte sich bewusst darüber sein, was er zu sagen hat. Bereit ist zu sagen. Was er singt, predigt oder schreibt. Nicht allen Menschen dieser Welt gefällt das klärende Wort. Eine wahre Predigt. Ein enthüllender Artikel oder ein die Oberschicht treffendes Lied wie das von Oliver Anthony. Dazu gedacht, die Menschen zu verbinden.

Denn das ist es, was das Establishment am meisten fürchtet, was ihm seine Macht nimmt. Wenn wir vielen hier unten erkennen, dass die da oben nur Wenige sind. Wenn sie erkennen, dass wir nicht länger gewillt sind, uns spalten zu lassen oder für wenig Geld uns den Rücken krumm zu schuften. Hören wir sofort auf, uns auf ihren Schlachtfeldern für ihre Interessen abzuschlachten. Uns untereinander zu hassen, weil wir ihren raffinierten Lügen glauben und einer perfiden Propaganda aufgesessen sind.

Nein, wir sollten, wie es Oliver besingt, nicht länger auf die Reichen hören. Ja, gehen wir endlich nach Hause. Die Zeit ist reif dafür. Lassen wir die Reichen vor der Tür stehen, wo sie hingehören.

Oliver Anthony - I Want To Go Home

Oliver Anthony - Rich Men North Of Richmond

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