Von Gregor Leip
Ein privat geführtes Museum, das heute mit einer Kriegsausstellung eröffnete. Auf 300 Quadratmetern Ausstellungsfläche wird die Zerstörungskraft dargestellt. Kriegsdrohnen unter der Decke, ein extra aus der Ukraine herangeschaffter zerstörter Kleinbus. Wir erfahren via Filmmaterial, was da an Tod und Leid über die Betroffenen hereingebrochen ist.
Die Museumsleiter haben diese Ausstellung im Keller des ehemaligen Bunkers installiert. In weiteren Bunkeretagen, verteilt über mehrere Geschosse und Stockwerke, ist eine Ausstellung über den Bombenterror des Zweiten Weltkriegs, das Leid der Zivilbevölkerung, der Juden und Soldaten beider Weltkriege installiert.
Immer wieder in der Ausstellung Bilder, Informationen von Kriegsreportern wie Ronzheimer und anderen. Wir bleiben ratlos zurück und treffen am Ausgang noch einen der Museumsleiter. Wieland Giebel berichtet uns von der privaten Initiative seiner Ausstellung, die er zusammen mit Enno Lenze ohne Fördergelder auf die Beine gestellt hat. Die einzige Anfrage über 20.000 Euro Förderbedarf für einen Raum über den Holocaust wurde vor längerer Zeit nicht bewilligt.
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Zur Eröffnung der Ukraine-Ausstellung nach vier Jahren Krieg sind keine deutschen Politiker erschienen. Dafür waren offizielle ukrainische Vertreter gekommen, erzählt Giebel stolz. Neben der stellvertretenden ukrainischen Verteidigungsministerin seien drei Militärs gekommen. Einer sogar direkt von der Front. Anfragen an den deutschen Kulturstaatsminister blieben ergebnislos.
Über seinen Partner, den Museumsdirektor Enno Lenze, weiß Giebel auf Nachfrage zu berichten, dass der bereits zu Beginn des Ukraine-Krieges und davor mit gepanzerten Fahrzeugen gehandelt habe. Über einen Deutschen, der in Dubai sitzt, beschaffte Lenze zwei Fahrzeuge, etwa für den Nachrichtensender CNN.
Die Ukraine-Ausstellung weist via QR-Code darauf hin, dass die Möglichkeit besteht, Geld zu spenden für Schutzausrüstungen, gepanzerte Fahrzeuge und allerlei Kriegsmaterial.
Die Museumsleitung teilt mit, dass keine akademische Aufarbeitung erfolgt, sondern die brutale Zerstörungsenergie Russlands dargestellt wird. Wir sind irritiert. Wie soll uns die Darstellung von Blut, Scheiße und Tötungsmaschinen konditionieren? Was will die Ausstellung mit dem Besucher machen? Was sollen wir damit anfangen, wenn wir den Keller im Bunker wieder verlassen? Die Ausstellung zeigt eine Reihe von Exponaten von der Front.
Auf die Frage, ob die Ausstellung Fördergelder erhält oder erhalten hat, verneint Giebel. Dabei wirkt er nicht enttäuscht, sondern nüchtern. Die Macher des Bunkers scheinen in ihrem Konzept nicht darauf angewiesen zu sein. Vom Bundespräsidenten bis zu zahlreichen Botschaftern loben alle, was Giebel und Lenze da geschaffen haben.