Meine dringende Leseempfehlung

Ein Weckruf: General a.D. Harald Kujat mahnt die deutschen Schlafwandler

von Bertolt Willison (Kommentare: 1)

Es ist erklärtes Ziel der USA, Russland politisch, wirtschaftlich und militärisch zu schwächen© Quelle: Pixabay / TheDigitalArtist / Youtube / Phoenix, Montage Alexander Wallasch

Bei Harald Kujat kommen Fachwissen, jahrzehntelange Erfahrung, Insiderwissen und eine einnehmende Unerschrockenheit und Resistenz zusammen, die ihn immun machen gegenüber politisch gewollten Leitplanken des Mainstreams.

Die sich überschlagenden politischen Ereignisse bieten kaum Gelegenheit, sich hinreichend zu informieren und eine eigene Haltung zu entwickeln. Wem soll man glauben, wer überzeugt einen und wie positioniert man sich anschließend?

Das heute bei alexander-wallasch.de veröffentlichte umfangreiche Interview mit General a.d. Harald Kujat könnte in diesem Findungsprozess eine herausragende Stellung einnehmen.

Harald Kujat macht im Interview mit Andreas Kaiser vom Schweizer Portal „Zeitgeschehen im Fokus“ deutlich, dass die Gefahr zwar groß ist, dass dieser Krieg eskaliert, dass es aber noch nicht zu spät ist für Friedensverhandlungen.

Was Kujat zu sagen hat, ist zum Thema „Ukrainekrieg“ von einer selten veröffentlichten analytischen Klarheit. Und das ganz besonders, weil hier ein Mann zu Wort kommt, der die Dynamik von Kriegen jeglicher Art selbst erlebt und gestaltet hat und daher sicherlich nicht als Pazifist bezeichnet werden kann.

Sie werden in dem Interview lesen,

… dass man zum Kriegsteilnehmer werden kann, wenn man sich Informationen und Argumente zu eigen macht, die man weder verifizieren noch aufgrund eigener Kompetenz beurteilen kann.

… dass in den deutschen Medien überwiegend „Experten“ zu Wort kommen, die über keine sicherheitspolitischen und strategischen Kenntnisse und Erfahrungen verfügen und deshalb Meinungen äußern, die sie aus Veröffentlichungen anderer „Experten“ mit vergleichbarer Sachkenntnis beziehen.

… dass die Debatte über die Lieferung bestimmter Waffensysteme deutlich die Absicht vieler Medien zeigt, selbst Politik zu machen.

… dass der Umstand, dass die deutschen Sicherheitsinteressen und die Gefahren für unser Land durch eine Ausweitung und Eskalation des Krieges wenig beachtet werden, von einem Mangel an Verantwortungsbewusstsein bzw. von einer höchst unpatriotischen Haltung zeugt.

… dass Russland sich schon im März 2022 bei Verhandlungen in Istanbul dazu bereit erklärt hatte, seine Streitkräfte auf den Stand vom 23. Februar (vor Angriffsbeginn also) zurückzuziehen und die Ukraine sich im Gegenzug verpflichtete, auf eine Nato-Mitgliedschaft zu verzichten und keine Stationierung ausländischer Truppen oder militärischer Einrichtungen zuzulassen.

… dass diese Verhandlungen nach Intervention des damaligen britischen Premierminister Boris Johnson mit der Begründung scheiterten, der Westen sei für ein Kriegsende nicht bereit.

… dass die Ukraine auch für die geopolitischen Interessen der USA kämpft.

… dass es erklärtes Ziel der USA ist, Russland politisch, wirtschaftlich und militärisch so weit zu schwächen, dass sie sich dem geopolitischen Rivalen zuwenden können, der als einziger in der Lage ist, ihre Vormachtstellung als Weltmacht zu gefährden: China

… dass Russland die westliche Eskalation jederzeit durch eine eigene übertreffen könnte und daher das Risiko einer Ausweitung des Krieges droht.

… dass die Ukraine das, was sie militärisch erreichen konnte, erreicht hat und mehr nicht möglich ist, und deshalb jetzt diplomatische Bemühungen aufgenommen werden sollten, um einen Verhandlungsfrieden zu erreichen.

… dass das (laut Angela Merkels jüngster Äußerungen) von westlicher Seite bewusste Nichteinhalten der Minsker Vereinbarungen, um der Ukraine Zeit zu verschaffen, sich militärisch aufzurüsten, Betrug und somit ein Völkerrechtsbruch war.

Das ganze Interview mit General a.D. Harald Kujat lesen Sie hier.

General a.D. Harald Kujat, geboren am 1. März 1942, war u.a. Generalinspekteur der Bundeswehr und als Vorsitzender des Nato-Militärausschusses höchster Militär der Nato. Zugleich amtete er als Vorsitzender des Nato-Russland-Rates sowie des Euro-Atlantischen-Partnerschaftsrates der Generalstabschefs. Für seine Verdienste wurde Harald Kujat mit einer grossen Zahl von Auszeichnungen geehrt, darunter mit dem Kommandeurskreuz der Ehrenlegion der Republik Frankreich, dem Kommandeurskreuz des Verdienstordens Lettlands, Estlands und Polens, der Legion of Merit der Vereinigten Staaten, dem Grossen Band des Leopoldordens des Königreichs Belgien, dem Grossen Bundesverdienstkreuz sowie mit weiteren hohen Auszeichnungen, u.a. aus Malta, Ungarn und der Nato.

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