Von Rechtsanwalt Dirk Schmitz
Transparenzhinweis des Autors: Ich habe Donald Trump außenpolitisch bis vor kurzem engagiert unterstützt. Gerade deshalb ist dieser Text keine reflexhafte Anti-Trump-Polemik, sondern eine Abrechnung mit einer gefährlichen Selbsttäuschung: dem Glauben, Vertragsrecht ersetze Macht – gerade dann, wenn die stärkste Macht zum Problem wird.
Sobald Washington den Rahmen sprengt, zeigt sich: Das westliche Sicherheitsrecht ist in weiten Teilen Loyalitätsrecht – es funktioniert zuverlässig, solange die Mächtigsten loyal bleiben.
Grönland ist nicht Teil der EU. Es ist als „überseeisches Land und Hoheitsgebiet“ lediglich assoziiert; die EU führt Grönland ausdrücklich in der „OCT-Liste“ und stellt klar, dass OCTs „nicht Teil der EU“ sind, sondern nur einen assoziierten Status haben.
Damit löst sich die Schutz-Vermutung an der Systemlogik des EU-Rechts: Die Beistandsklausel (Art. 42 Abs. 7 EUV) knüpft daran an, dass ein Mitgliedstaat „auf seinem Hoheitsgebiet“ Opfer bewaffneter Aggression wird. Das ist stark formuliert – aber zugleich eng: Mitgliedstaat, Hoheitsgebiet, Binnenlogik des Vertragsraums. Grönland ist kein Vertragsraum.
Die Solidaritätsklausel (Art. 222 AEUV) ist ebenfalls kein „Invasions-Schutz“. Sie richtet sich ihrem Wortlaut nach gegen Terrorlagen sowie natur- oder menschengemachte Katastrophen und ist ausdrücklich an das „Gebiet der Mitgliedstaaten“ gekoppelt. Wer daraus einen militärischen Schutzmechanismus gegen eine Besetzung Grönlands ableiten will, verkennt den Vertragstext.
Politische Solidarität gibt es dennoch – eher demonstrativ. Der Präsident des Europäischen Rates António Costa hat öffentlich erklärt: „Greenland belongs to its people“; nichts könne über Dänemark und Grönland ohne Dänemark bzw. Grönland entschieden werden; es gebe volle Unterstützung und Solidarität der EU. Das ist ein ziemlich schlappes Signal – kein Vollstreckungsmechanismus, keine Drohung, der eine US-Besetzung verhindert.
Im NATO-Recht ist Grönland klar verortet: Der Nordatlantikvertrag definiert in Art. 6 den geographischen Anwendungsraum; er umfasst u. a. Angriffe auf „Inseln unter der Hoheitsgewalt“ eines Bündnispartners im Nordatlantik nördlich des Wendekreises des Krebses – Grönland fällt darunter.
Doch die Illusion beginnt dort, wo man aus diesem Text eine „Automatik“ gegen den Hegemon herausliest. Der Vertrag ist sichtbar für Abwehr externer Angriffe gebaut – nicht dafür, dass ein Mitglied selbst zum Aggressor wird.
Art. 1 verpflichtet zur friedlichen Streitbeilegung und zur Unterlassung völkerrechtswidriger Gewalt. Das ist richtig – aber es ist keine Vollstreckungsnorm gegen den Stärksten. Art. 5 ist bewusst elastisch („such action as it deems necessary“): Er erzeugt Abschreckung, aber er garantiert nicht, dass im Extremfall alle dieselbe Konsequenz ziehen. Und der Vertrag enthält keinen Ausschluss- oder Suspendierungsmechanismus; ausdrücklich geregelt ist im Kern nur der Austritt (Art. 13); nicht einmal der Ausschluss. Das ist keine technische Lücke. Es ist Systemdesign: Loyalität wird vorausgesetzt, nicht erzwungen. Das gilt auch für den Schutz der europäischen NATO-Staaten durch die USA bei einem atomaren Konflikt mit Russland.
Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat diese Systemkrise in einem Reuters-Satz brutal verdichtet: Wenn die USA ein anderes NATO-Land angreifen, „stoppt alles“.
Das ist keine juristische Fußnote, sondern die politische Diagnose: Ein Innenangriff durch Washington wäre nicht „eine Krise unter vielen“, sondern die finale Beendigung der NATO als Ordnungsidee.
Man muss es ohne Beruhigungsformeln sagen: Weder EU-Vertrag noch NATO-Statut verhindern eine US-Besetzung Grönlands. Sie liefern Verbote und Pflichten – aber keine Garantie der Vollzugswirklichkeit. Im Ernstfall entscheidet nicht der schönste Vertragssatz, sondern die Frage, ob die anderen Akteure bereit und fähig sind, den Aggressor zu stoppen – politisch, wirtschaftlich, notfalls militärisch.
Gerade weil Paragrafen den Hegemon nicht fesseln, entsteht in Europa ein Ansatz, der so unerquicklich wie rational ist: Den Preis einer Aggression so erhöhen, dass sie politisch unattraktiv wird. In Dänemark wird deshalb offen gefordert, Verbündete – ausdrücklich auch aus Deutschland und Frankreich – militärisch einzubinden, damit „der Preis einer militärischen Invasion für die Amerikaner extrem hoch“ ausfällt - so Rasmus Jarlov, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses.
Der Vorsitzende des EU-Militärausschusses Robert Brieger erklärte, es wäre sinnvoll, über eine Stationierung europäischer Truppen in Grönland nachzudenken – betonte aber, dafür brauche es eine politische Entscheidung. Das ist der Kern: Nicht Recht, sondern Wille.
In Deutschland wird diese Tripwire-Logik inzwischen mit dem Grünen Anton Hofreiter verbunden. In einem Beitrag des Mittagsmagazins („Europas Verantwortung: Anton Hofreiter über Trumps Grönland-Pläne“) argumentiert dieser - hier ab ca. Minute 2:45 - sinngemäß, Europa müsse auf die Grönland-Drohkulisse nicht nur mit Erklärungen reagieren, sondern mit realer europäischer Präsenz bzw. Sicherheits- und Abschreckungsmaßnahmen, die die Kosten einer Eskalation erhöhen.
Das Argument kommt politisch aus einem Lager, das vielen seit Baerbock als „Spinnerpartei“ gilt – es ist dennoch klug, weil es nicht auf die Illusion von Appellen oder rechtlicher Selbstbindung des Hegemons USA setzt, sondern auf die einzige Währung im Trumpschen Sinne: Unverkäuflichkeit durch eskalierende politische Kosten. Jetzt kann Merz zeigen, wer sein Chef ist – Deutschland oder Blackrock.
Der Stolperdraht-Ansatz wird deshalb funktionieren, weil er den Albtraum nicht wegredet, sondern einkalkuliert: Eine US-Administration könnte im Extremfall europäische Präsenz neutralisieren – bis hin zur Entwaffnung oder Festsetzung eines militärischen EU-Kontingents.
Genau das macht die Präsenz abschreckend: Sie verschiebt die Konsequenz vom abstrakten Vertragsbruch zur sichtbaren Demütigung von Verbündeten, mit Bildern, Gefangenen, politischem Schock. Damit wird „Grönland als Preis“ nicht nur teuer, sondern innenpolitisch kaum bezahlbar, weil es über Parteigrenzen nicht als geopolitischer „Deal“, sondern als Aggression gegen Verbündete wahrgenommen würde.
Der Nerv: Unterstützung der Ukraine beruht nicht auf deren NATO-Mitgliedschaft, sondern auf politischer Entscheidung und dem normativen Anspruch, Souveränität und Grenzen zu verteidigen. Wenn aber im Kernraum des Bündnisses gilt: „Regeln gelten – nur solange Washington es will“, wird jedes Ukraine-Engagement lächerlich. Wer in der Ukraine den Krieg gegen Russland provoziert aber den Aggressor in den eigenen Reihen noch nicht einmal gegen Mitglieder schützt, ist Diplom-Clown.
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Europa versucht, dem entgegenzutreten. Am 6. Januar 2026 veröffentlichten mehrere europäische Regierungschefs (u. a. Macron, Merz, Meloni, Tusk, Sánchez, Starmer, Frederiksen) eine gemeinsame Erklärung zu Grönland, die Souveränität und territoriale Integrität betont und die Arktissicherheit als zentrale europäische Priorität bezeichnet. Politisch ist das richtig. Aber es beantwortet die Kernfrage nicht: Was passiert, wenn die USA sich nicht beeindrucken lassen?
Wer cool ist und Trump entgegenhält, schickt jetzt Schutztruppen nach Grönland und nicht in die Ukraine. Eine Antwort Trumpschen Formates.
Venezuela ist in dieser Logik der Brandbeschleuniger. Neben uns hat auch Reuters hat die Frage ausdrücklich aufgeworfen, ob die US-Festsetzung des venezolanischen Präsidenten völkerrechtlich legal war, und berichtet, dass Experten die Operation unter dem Blickwinkel des internationalen Rechts in Zweifel ziehen.
Egal, ob Maduro ein Verbrecher ist: Wo „Demokratie“ als Begründung dient, um Rohstoffe zu stehlen, wo Trump Gewaltverbot anpinkelt, entsteht leere Machtpropaganda. Grönland macht die Venezuela-Lüge transparent - Selbstoffenbarung an einem de facto unbewaffneten Land im Zentrum des Bündnisses.
Die juristische Wahrheit ist simpel: EU und NATO sind nicht konstruiert, dass sie den Hegemon „zwingen“ können. Die strategische Wahrheit ist verheerend: Wenn die USA als Bündnismacht Grenzen verschiebt oder Territorium besetzt, ohne dass EU und NATO das verhindern, werden „große Begriffe“ – Souveränität, Rechtsstaatlichkeit, „rules-based order“ – reine Lüge.
Gerade weil ich Trump außenpolitisch bis vor kurzem unterstützt habe, formuliere ich es ohne Ausflucht: Ein Grönland-Szenario würde nicht nur Dänemark treffen. Es würde die argumentative Grundlage der gesamten westlichen „Weltpolitik“ – Ukraine eingeschlossen – von innen vollständig zersetzen. Und genau deshalb ist die Debatte über europäische Präsenz in Grönland so unerquicklich wie rational: Nicht weil sie den Krieg will, sondern weil sie den Krieg unverkäuflich machen soll.
Augustinus von Hippo, 354 - 439, De civitate Dei:
Was sind überhaupt Reiche, wenn die Gerechtigkeit fehlt, anderes als große Räuberbanden? Sind doch auch Räuberbanden nichts anderes als kleine Reiche. Sie sind eine Schar von Menschen, werden geleitet durch das Regiment eines Anführers, zusammengehalten durch Gesellschaftsvertrag und teilen ihre Beute nach Maßgabe ihrer Übereinkunft.
Wenn eine solche schlimme Gesellschaft durch den Beitritt verworfener Menschen so ins Große wächst, dass sie Gebiete besetzt, Niederlassungen gründet, Staaten erobert und Völker unterwirft, so kann sie mit Fug und Recht den Namen „Reich“ annehmen, den ihr nunmehr die Öffentlichkeit beilegt.
Nicht als wäre die Habgier erloschen, sondern weil Straflosigkeit dafür eingetreten ist. Hübsch und wahr ist der Ausspruch den ein ertappter Seeräuber Alexander dem Großen gegenüber getan hat. Auf die Frage des Königs, was ihm denn einfalle, dass er das Meer unsicher mache, erwiderte er mit freimütigem Trotz: „Und was fällt dir ein, dass du den Erdkreis unsicher machst? Aber freilich, weil ich es mit einem armseligen Fahrzeug tue, nennt man mich einen Räuber, und dich nennt man Gebieter, weil du es mit einer großen Flotte tust.“
Quellen:
https://www.reuters.com/world/europe/greenland-says-no-more-fantasies-about-annexation-after-trump-remarks-2026-01-05/
https://taxation-customs.ec.europa.eu/customs/rules-origin-goods/preferential-origins/overseas-countries-and-territories-octs_en
https://international-partnerships.ec.europa.eu/countries/overseas-countries-and-territories_en
https://www.europarl.europa.eu/RegData/etudes/BRIE/2019/637922/EPRS_BRI%282019%29637922_EN.pdf
https://eur-lex.europa.eu/eli/treaty/teu_2008/art_42/oj/eng
https://www.europarl.europa.eu/meetdocs/2009_2014/documents/sede/dv/sede200612mutualdefsolidarityclauses_/sede200612mutualdefsolidarityclauses_en.pdf
https://eur-lex.europa.eu/eli/treaty/tfeu_2016/art_222/oj/eng
https://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX%3A12008E222%3AEN%3AHTML
https://www.reuters.com/world/europe/greenland-belongs-its-people-has-full-eu-support-eus-costa-says-2026-01-07/
https://www.consilium.europa.eu/en/press/press-releases/2026/01/07/speech-by-president-antonio-costa-at-the-opening-ceremony-of-the-cyprus-presidency-of-the-council-of-the-european-union/
https://www.nato.int/en/about-us/official-texts-and-resources/official-texts/1949/04/04/the-north-atlantic-treaty
https://eur-lex.europa.eu/eli/treaty/teu_2008/art_42/oj/eng
https://www.nato.int/en/about-us/official-texts-and-resources/official-texts/1949/04/04/the-north-atlantic-treaty
https://www.welt.de/politik/ausland/article695ff19adbd8ef6a9a9082b5/groenland-damit-der-preis-einer-us-invasion-extrem-hoch-ausfaellt-daenische-politiker-fordern-soldaten-aus-deutschland-und-frankreich.html
https://www.tagesspiegel.de/internationales/um-bei-der-verteidigung-gronlands-zu-helfen-danischer-politiker-fordert-soldaten-aus-deutschland-und-frankreich-15116306.html
https://www.bundesregierung.de/resource/blob/2196306/2401690/d5b8f33a6b78cda9e2abc3ccb6b2f243/2026-01-06-erklaerung-groenland-data.pdf?download=1
https://www.bundesregierung.de/resource/blob/998352/2401656/dfc4079a252822bd7688958a268469c6/2026-01-06-erklaerung-groenland-en-data.pdf?download=1
https://www.nato.int/en/about-us/official-texts-and-resources/official-texts/1949/04/04/the-north-atlantic-treaty
https://www.nato.int/en/about-us/official-texts-and-resources/official-texts/1949/04/04/the-north-atlantic-treaty
https://www.reuters.com/world/europe/greenland-says-no-more-fantasies-about-annexation-after-trump-remarks-2026-01-05/
https://www.welt.de/politik/ausland/article695ff19adbd8ef6a9a9082b5/groenland-damit-der-preis-einer-us-invasion-extrem-hoch-ausfaellt-daenische-politiker-fordern-soldaten-aus-deutschland-und-frankreich.html
https://eur-lex.europa.eu/eli/treaty/teu_2008/art_42/oj/eng
https://www.nato.int/en/about-us/official-texts-and-resources/official-texts/1949/04/04/the-north-atlantic-treaty
https://www.nato.int/en/about-us/official-texts-and-resources/official-texts/1949/04/04/the-north-atlantic-treaty
https://www.alexander-wallasch.de/gastbeitraege/die-30-prozent-doktrin-warum-steinhoefels-moral-zum-weltterror-fuehrt
https://www.alexander-wallasch.de/gastbeitraege/das-maduro-kidnapping-vorlaeufige-juristische-einordung
https://www.reuters.com/world/europe/greenland-says-no-more-fantasies-about-annexation-after-trump-remarks-2026-01-05/
https://www.welt.de/politik/ausland/article695ff19adbd8ef6a9a9082b5/groenland-damit-der-preis-einer-us-invasion-extrem-hoch-ausfaellt-daenische-politiker-fordern-soldaten-aus-deutschland-und-frankreich.html
https://bkv.unifr.ch/de/works/cpl-313/compare/de-civitate-dei-ccsl/106/zweiundzwanzig-bucher-uber-den-gottesstaat-bkv
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Kommentar von Detlef Piel
@ stephan manus:
Trump eine Nähe zu Putin andichten und mir ungefilterten Glauebn an Massenmedien unterstellen. Genau mein Humor.
Meine Hinweise haben Sie nicht gelesen oder die sind Ihnen egal, oder?
Falls Sie Sympathien fürs Mullahregime hegen, inklusive dessen Terrorfinanzierung gegen Israel und auch gegen deutsche Staatsbürger brauchen wir nicht weiter diskutieren. Ich stehe nicht auf Islamistenbefürworter und auch nicht auf Apologeten der Nakba-Propaganda. Mir fehlt dazu auch die antikapitalistische, antizionistische Sozialisation.
Das Mullahregime muß weg, insbesonders auch aus deutschem Interesse, zumindest wenn man sich als Deutscher gegen jede Form von Islamisierung positioniert und da der potentiell wichtigste sicherheitspolitische Partner in der Region, nämlich Israel vom Ende der Mullahs profitiert ist die Einordnung aus deutscher Sicht eindeutig. Wichtigste Macht in der Levante muß nämlich Israel bleiben, die stehen uns auch kulturell wesentlich näher.
Eines sollte jedem BRICS-Fan zudem klar sein. China ist unser größter wirtschaftlicher Konkurrent, auch politisch feindlich gesinnt. China kannibalisiert unsere Produktion und unsere Märkte, auch wegen eigener Unfähigkeit, falls man das Wort Unterwanderung vermeiden will.
Wenn Euresgleichen über den "Wertewesten" schimpft und mit dem Gegner sympathisiert, dann meint Ihr den eigenen Lebensraum. Wovon wollt Ihr leben, wenn die westliche Wirtschaft erodiert, die westliche Dominanz Geschichte ist und wie wollt Ihr leben, wenn die Hegemonie über den eigenen Lebensraum dank linker Türöffnung verloren gegangen ist? Ihr erinnert mich an Leute, die auf einem Ast sitzen und diesen absägen, aber zwischen sich und dem Baumstamm.
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Kommentar von stephan manus
@ Detlef Piel:
"Wenn Trump für Sie im Nahen Osten die größte Gefahr darstellt und nicht der Terrorfinanzier aus Teheran, dann ist ja alles in Ordnung."
Bitte nicht alles glauben, was sie im Mainstream lesen. Die Lage ist extrem schwierig dort. Proteste und von ausländischen Akteuren (u.a. Sohn vom Schah aus Washington, kennt den Iran nicht) angeheizte Randalierer nicht nur in Teheran, sondern im ganzen Land. Ein landesweit korruptes drogenabhängiges Pulverfass mit hohem Gewaltpotential. Ein neues, weiteres militärisches Eskalationsfeld seitens der USA aufzumachen, halte ich für falsch. Hat bisher noch nie funktioniert.
Meine 2cents. Trump sollte mit seinem Freund, "Man of the year 2007"/Times, Herrn Putin und seinem Freund XI/China und Modi/Indien sprechen und versuchen eine diplomatische Lösung herbeizuführen. Iran ist Brics Mitglied. Putin,Xi und Modi stehen für friedliche Lösungen.
Ja, ein totales militärisches Chaos ausgelöst durch big "Daddy"mit all den negativen unabsehbaren Folgen, nicht nur dort, ist zu vermeiden. Ja, das ist meine größte Sorge. Unabhängig davon hat uns der Iran bisher (noch) nichts getan.
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Kommentar von Detlef Piel
@ stephan manus:
Wenn Trump für Sie im Nahen Osten die größte Gefahr darstellt und nicht der Terrorfinanzier aus Teheran, dann ist ja alles in Ordnung.
Es ist zwar richtig, daß Deutschland solche Regionen nicht, oder nichts mehr angeht. Immerhin sollten zwei Weltkriege klargemacht haben, daß sich ein deutscher Anspruch geopolitisch bei den Großen mitzuspielen nicht verwirklichen läßt.
All das hat die deutsche Politik aber nie davon abgehalten, in jener Region zu intervenieren.
Es war ja neben Jimmy Carter (Democratic Party), James Callaghan (Labour Party) und Valéry Giscard d’Estaing (Parti républicain) vor allem der deutsche Säulenheilige Helmut Schmidt (SPD), der auf der Konferenz von Guadeloupe entschied, den Schah fallen zu lassen und stattdessen Chomeini zur Macht zu verhelfen. Auch die BBC spielte bei der Propaganda gegen den Schah eine unrühmliche Rolle.
Durch den Regime Change verlor Israel einen der wichtigsten Partner in der Region, auch für den Libanon war jener "Regierungswechsel" eine Katastrophe. Die Älteren werden sich vielleicht noch an die Nachrichten aus Beirut in den 80er Jahren erinnern. Entgegen Versprechungen warf Chomeini natürlich ausländische Ölfirmen entschädigungsfrei aus dem Land. 1980 folgte dann der erste Golfkrieg zwischen dem Irak und dem Iran, Saddam Hussein wurde damals noch von der Sowjetunion und den USA unterstützt.
Die Region mag Deutsche direkt nichts angehen, Flüchtlingsströme aus jener Region aber schon. Insofern ist aus meiner Sicht, jede Intervention zu begrüßen, die den Iran als Terrorstaat vom Spielfeld nimmt und hilft jene Region zu stabilisieren.
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Kommentar von Detlef Piel
@ Joseph Conrad:
Falls Sie das Thema Deutsch-Südwestafrika interessiert.
Hereros haben 1904 deutsche Siedler in Deutsch-Südwestafrika überfallen und massakriert.
Lag vermutlich daran, daß Hereros und Namas wie so viele indigene Völker keine Willkommenskultur kannten.
Am Waterberg wurden die Aufständischen schließlich gestellt und sollten dort besiegt werden, versuchten aber lieber mit Mann und Maus, bzw. Weib und Kind durch die Wüste ins britische Botswana zu entkommen. Die meisten sind auf dem Weg dorthin dann verdurstet und verhungert.
Der Vorwurf des Völkermordes kam ursprünglich von den Briten und war Teil ihrer antideutschen Propaganda vor dem Ersten Weltkrieg. Unter anderem fanden sich verzerrte Berichte über die Aufstände in einem sogenannten Blaubuch, welches als Bericht der britischen Regierung ans Parlament diente. Seit 1926 wird jenes Blaubuch als Fälschung eingestuf.
Genau jene propagandastische Verleumdung wurde später in der DDR von einem Horst Drechsler aufgegriffen und in dessen Verleumdungsschrift „Der Kampf der Hereros und Namas gegen den deutschen Imperialismus“ publiziert.
Der Genozid an Herero und Name ist eine Legende, die ursprünglich britischen Ursprungs ist, dann Einzug in DDR Propaganda fand und nun von linken Parteien wie Grüne oder SPD benutzt wird, dem deutschen Steuerzahler etliche Millionen zu entziehen.
Pikantes Detail, 1908 fanden die Deutschen in der Wüste riesige Diamantenvorkommen und erklärten die Region zum Diamantensperrgebiet. Nach dem verlorenen Krieg landeten die Schürfrechte zunächst bei Ernst Oppenheimer, später De Beers. Ein Schelm wer nun denkt, die Verleumdung der deutschen Kolonialisten hätte etwas mit Rohstoffen zu tun. Als ob die Briten etwas weiter südlich gegen die Buren nur wegen Rohstoffen wie Gold und Diamanten Krieg geführt hätten. Jedenfalls wurden die Bodenschätze Namibias nicht von den Deutschen ausgebeutet. Womit eigentlich klar ist, wer den Namibiern gleich welcher Herkunft wirklich eine Entschädigung schuldet.
Selbst der Spiegel hatte noch 2016 Zweifel am Völkermord:
https://www.spiegel.de/spiegel/voelkermord-an-den-hereros-in-deutsch-suedwestafrika-a-1098649.html
Interessierten kann ich folgendes Buch empfehlen:
https://www.namibiana.de/de/der-wahrheit-eine-gasse-zur-geschichte-des-hererokrieges-in-deutsch-suedwestafrika-1904-1907-teil-1-und-2.html
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Kommentar von stephan manus
Update. Dachte ich es mir doch. Das Thema Ukraine ist jetzt mit ihm Spiel.. Artikel:
"EU may trade Greenland access to lock U.S. security guarantees for Kyiv".
Das sei eine "“bitter pill” for Europe, but it could be easier to swallow than the alternative, annoying Trump...."
Wie gehabt. Devote EU, um Trump nicht aufzuregen. Er kann Zugriff auf Grönland haben, wenn er Sicherheitsgarantien für die Ukraine i.S.v. Backstop abgibt.
Sorry, aber das ist alles so amateurhaft, dass es wie üblich zum Scheitern verurteilt ist. OMG
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Kommentar von stephan manus
Sorry, aber Grönland geht Deutschland nichts an. Warum Deutschland die Bundeswehr als Schutztruppe einer dänischen Kolonie auf dem amerikanischen Kontinent fungieren sollte ist für mich nicht nachvollziehbar.
Das Gleiche gilt für andere Kolonien westeuropäischer Staaten (England Falkland/Argentinien usw).
Für die Grönländer sind Dänen meines Wissens kulturfremde, so wie es auch für die kanadischen Inuit ist. Würde mich nicht wundern, wenn sie die Dänen loswerden könnten.
Die Nato ist die USA, für die EU Nato + England ist Trump der big "Daddy". Am Nato Status von Grönland ändert sich durch einen USA Erwerb/Übernahme nichts.
Unabhängig von Grönland verzapft Trump mit seinen multiplen Drohungen bzw. Einmischungen m.E. zuviel Unsinn in jüngster Zeit. Die EU (und die NatoEU) hat aufgrund ihrer extrem devoten Haltung Trump ggü. jegliche Glaubwürdigkeit verloren. Egal worum es geht (Ukraine, Seerechtskonvention/Piraterie, Venezuela und vieles mehr, eigentlich alles) diese EU mit ihren "Willigen" ist nur noch lächerlich. Das zu allem JAsagen ggü. big "Daddy" ist sofort zu unterlassen, meiner Meinung nach. Alles scheint Ukraine gesteuert zu sein (wenn wir zu Trump Nein sagen, wird uns big "Daddy" bzgl. Ukraine im Stich lassen)
Für mich geht gegenwärtig die größte Trump Gefahr von einem möglichen Konflikt mit dem Iran aus.
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Kommentar von Joseph Conrad
Es bleibt unklar, worüber sich der Autor so empört, und was er eigentlich anstrebt.
Unsere letzte eigenständige koloniale Schutztruppe – nämlich die im heutigen Namibia – hat uns als deutscher "Schuldgemeinschaft" jedenfalls lediglich den, überwiegend selbsterhobenen und m.E. unbegründeten, Vorwurf eines Völkermords eingebracht...
Außerdem wird unser großer Verbündeter der Stationierung — selbstverständlich dem US-Oberbefehl unterstellter — deutscher Truppen in Grönland mit Freude zustimmen!
Das hier erneut vorgebrachte, empörte Unbehagen an Trumps “Völkerrechtswidrigkeiten" ist eine ziemlich trübe Mischung aus illusionärem, moralisch überlagertem Nachtrauern vergangener Größe und der ebenfalls illusionären, mittlerweile woke-marxistischen Heilsvorstellung von einer allmächtigen, deshalb vermeintlich gerechten Weltregierung.
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Kommentar von Detlef Piel
Ach Herr Wallasch,
Sie haben sich in den letzten fünf Jahren wirklich kein bißchen geändert, das soll jetzt bitte nicht als Kompliment verstanden werden.
Erstens bin ich weder im eigentlichen Sinn konservativ, was soll hierfür der Bezugspunkt sein? Im deutschen Sinn bin ich auch nicht rechts, ich lehne den Täter- und Schuldkult der Linken genauso ab, wie den Opfermythos der Rechten. Zweitens bin ich auf keinen sozialen Medien aktiv. Worin unterscheiden sich Ihre Unterstellungen eigentlich in jenen der Linken?
Sie können politisch moralisieren, so viel Sie wollen. Fragt sich, inwiefern Sie sich von den anderen Moralisierern unterscheiden, ganz sicher nicht in puncto Kritikfähigkeit, die ist speziell bei Ihnen ziemlich unterentwickelt.
Das Problem mit Euch alternativen Meinungspushern, die Meinungsmache, ja genauso als Geschäftsmodell betreiben wie die etablierte Gegenseite ist vor allem die Unfähigkeit Notwendigkeiten zu erkennen.
Angeblich soll sich alles ändern, aber doch bitte so bleiben, wie es schon immer wahr. Ehe Sie mir Ratschläge erteilen, hinterfragen Sie lieber Ihre eigene Prägung, von der Akzeptanz anderer Sichtweisen ganz zu schweigen. Und Ihren Kiezjargon können Sie sich sparen. Meinen Eiern geht es bestens, danke der Nachfrage.
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Kommentar von winfried Claus
Recht spielt keine Rolle, es ist das Recht der Ideologen und der Gewalt!
Wenn man einen Staat angreifen kann ohne das man eine Reaktion fürchten muß, so schlägt man ihn eben zusammen. Das macht jeden Mafiaboss zum Chef.
Die paar Leute kann man kaufen und an der Wahl kann man drehen. Wenn Trump nun die Kartelle in Mexiko angreifen will, so kann das anders ausegehen, wenn die in den USA die Köpfe der Macht angreifen.
Politiker, Staatsanwälte, Richter, Promis, Milliardäre, Banker, etc - dazu brauchen die nur ein Kopfgeld!
Die Polizei wird nicht mehr geschmiert, ihre Helis werden abgeschossen.
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Kommentar von Eddy Nova
Ein wichtiger Punkt wurde meiner Ansicht nach völlig übersehen ! Die Vereinbarung zwischen Dänemark & Grönland beinhaltet das Recht das sich Grönland jederzeit via einfacher Mehrheit für Unabhängig erklären kann. Binnen 6 Monaten wäre Dänemark auf Grönland Geschichte.
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Daher rührt doch sicher die Sorge TRUMPAMERICAS - zumindest formal könnte der dann blockfreie völlig souveräne Staat GRÖNLAND Verträge abschließen mit wem auch immer sie wollen. Theoretisch sogar mit China oder Russia was US Amerika sicher weder hinnehmen will noch kann.
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Bei 60.000 Einwohnern ( möglicherweise biss zu 100.000 ) wäre nachh Abzug unmündiger die einfache Mehhrheit die zur Unabhängigkeit reicht im Bereich 20.000 anzusiedeln. Das ist nicht sehr viel - da könnte es zu diversen Angeboten kommen. Formal wären auch die bisher US America gewährten Nutzungssrechte perdü.
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Was immer die EU diesbezüglich via Dänemark ausbaldowert - bei der aktuellen Vertragslage Dänemmark Grönland wäre das Votum der Einwohner Grönlands doch der eigentliche Marker. Kurz vor dessen Ermordung veranstaltete der älteste Trump Sohn mit Kirk eine Werbetour Pro TRUMPAMERICA auf Grönland - via Kirk extrem medial gepusht war das Ergebnis eher dünn.
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Am Tag des Abflug gab es eine Gegenveranstaltung des Grönland Volk & glaubt man den Aussagen des Premier Nielsen - Grönland haben 85 % aller dortigen Souveräne kein Interesse an einem US Anschluß. Dänemarks Beliebtheitswerte liegen allerdings auch nur im knapp 60 % Zustimmungsbereich.
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Da Grönlands Bevölkerung genau weiss wie günstig die Vertragslage ist , dürfte die Unabhängigkeit immer im Raum stehen. Daraus resultierend frage ich mich ob die EU nicht erst einmal mit dem Premier Grönlands sprechen will. Hat der überhaupt Interesse an einer Besatzung via Schutztruppen.
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Wie auch immer , ich fand es überraschend wie ungünstig der Contract mit Grönland aus meiner Sicht doch für Dänemark ist.
melden
Kommentar von Detlef Piel
Sehr geehrter Herr Schmitz,
möchten Sie sich bei ""unsere Demokratie" einreihen? Sind Sie EU oder NATO Beauftragter?
Trump wird sich Grönland nicht militärisch holen, sondern vermutlich einen Rubio schicken, der den Grönländern ein Angebot macht.
Wie kam denn Grönland zu DK und was tat DK für die Grönländer?
Selbst der Übergang von der Kolonie zur autonomen Verwaltung hielt DK nicht davon ab, die Grönländer Zwangsadoptionen, Zwangssterilisationen und Zwangsverhütung zu unterwerfen. Letztgenanntes Programm liefnoch bis 1991.
Der einzige Grund, warum die Grönländer nicht nach voller Souveränität streben ist die Tatsache, daß sie aus eigener Kraft keine eigene Infrastruktur gestemmt bekommen. Grönland hat weniger Einwohner als Weimar.
Mit den USA (letzten Endes gehört Grönland ja zum amerikanischen Kontinent, bietet sich nun eine Option an. Souveränität und Assoziierungsabkommen à la Südseeinseln. Und zeigen Sie mir mal eine Südseeinsel die schlecht damit gefahren wäre.
Die USA werden den Grönlänern sicher nicht so viele Fischereiauflagen machen wie die Europäer, den Grönländern geht es dann auch nicht an den Motorschlitten, erst recht nicht an die Jagdflinten.
Warum springen Sie DK zur Seite? Einem Land welches sich in Europa nur die Pralinen rauspickt, auch zum deutschen Schaden? Einer sozialdemokratischen Regierung, die die eigene medial ebenfalls lobotomierte BVevölkerung komplett verarscht. Von wegen großartige Remigration. 235 von 650 Personen mit Abschiebebeschluß.
Wer hier in Europa einerseits für Bürgerrechte eintritt, andererseits für den eigegen Kulturerhalt steht, für den ist Trumps Amerika eindeutig der Feind des eigenen Feindes. Aus deutscher Sicht ist es zudem notwendig, daß China keinen Zugriff auf grönländische Ressourcen erhält. China ist unser wichtigster wirtschaftlicher Konkurrent, um das Wort Feind zu vermeiden und plündert unsere Märkte. Jeglicher Wettbewerbsvorteil für China muß vermiden werden. Wer soll pronatiole Kräfte unterstützen, wenn es darum geht den Islam zurückzudrängen, wenn nicht Trump. Etwa Putin mit seinen islamischen Oblasten?
Wer pro Deutschland denkt, wird keinesfalls den Schulterschluß zur EU suchen, auch nicht zum europäischen politischen Arm der NATO. Das heißt nicht, daß man Trumps Ameirka in allem trauen muß, es gibt genug Kritikpunkte, siehe Datenkraken. Aber in Fragen zu Venezuela oder Grönland, liegt Euresgleichen gewaltig schief. Wer die große Krake regelbasierte internationale Grundordnung brechen will und damit den Völkern wieder Souveränität ermöglichen, der muß hobeln bis die Spähne fliegen. Für wen sind Sie, für Brüssel oder fürs deutsche Volk?
Ihre Argumentation wird auch nicht dadurch besser, daß Sie sich auf Quellen berufen, denen Ihr Alternativen ansonsten gerne unterstellt, daß diese lügen. Ja, was denn nun?
Und Ihr notorisches Reichenbashing und die Rhetorik à la Reich:innenschreck habe ich jetzt mal außen vorgelassen. So ganz auf dem Boden einer Marktwirtschaft scheinen Sie jedenfalls nicht zu stehen.
Antwort von Alexander Wallasch
Die Selbststaufgabe von sich konservativ oder rechts gebenden deutschen Sesselhelden ist schon bemerkenswert. Kleiner Tipp: Nicht gleich mit einer Beleidigung und pauschalen Unterstellung starten. Und nicht jede Binse von jedem Account, der sie angefreundet hat aufsaugen, wie der Säugling die Muttermilch: Das Kunststück bei einer eigenen Meinung sind Eier. Eier, nicht jeden Mist von jedem wiederzukäuen und sich regelmäßig selbst zu hinterfragen. So, jetzt bitte weiter dämmern, Wohlsein,