„Die Trennlinien verwischen bis zur Bedeutungslosigkeit.“

Elon Musk präsentiert Teil 6 „Twitter, die Filiale des FBI“

von Tara Grimm (Kommentare: 1)

Was bisher allerdings nicht bekannt war, ist die Existenz spezieller Portale, über die sich staatliche Behörden schnell und unkompliziert an Twitter wenden konnten.© Quelle: Pixabay / OpenClipart-Vectors

In einem 45-teiligen Thread deckt der von Twitter-Boss Elon Musk ausgewählte Journalist Matt Taibbi auf, wie die Einflussnahme des FBI und anderer Organisationen auf Twitter stattfand und auf welche Bereiche sie sich konzentrierte.

Es war eine Ankündigung, die es in sich hatte: „Und demnächst, meine Damen und Herren, der Gnadenstoß“, twitterte Elon Musk am 16. Dezember. Kurz darauf setzte er ein „KABOOM“ vor den Link, der zum 6. Teil der „Twitter-Files“ führt.

Die Präsentation der Veröffentlichung interner Dokumente aus dem Twitter-Hauptquartier übernahm in der Nacht zum vergangenen Sonnabend erneut der freie Journalist Matt Taibbi.

In den bisherigen Durchgängen von „The Twitter Files“ ging es vorrangig darum, wie leitende Mitarbeiter des Unternehmens sowie externe politische Kräfte vor der Präsidentschaftswahl 2020 konservative Meinungsäußerungen und für die Biden-Kampagne potenziell schädliche Informationen unterdrückten. Dazu gehören die höchst brisanten Erkenntnisse aus dem sogenannten "Laptop aus der Hölle" von Hunter Biden.

Auch ging es um innerbetriebliche Bocksprünge in puncto Nutzungsrichtlinien, um einem amtierenden US-Präsidenten das Recht auf Rede- und Meinungsfreiheit zu entziehen.

Der 6. Teil beleuchtet die Verbindungen zwischen dem Twitter-Management auf der einen Seite und staatlichen Behörden, insbesondere dem FBI, auf der anderen. Eine Verbindung, die derart eng war, dass Taibbi ihr eine "Herrchen-Hund-Qualität" zuordnet und diesem Kapitel der "Twitter-Files" den Namen "Twitter, die Filiale des FBI" gibt.

In einem 45teiligen Thread deckt Taibbi auf, wie die Einflussnahme stattfand und auf welche Bereiche sie sich konzentrierte. Gleich zu Beginn, unter Punkt 3, stellt er fest, dass "Twitters Kontakt mit dem FBI konstant und tiefgreifend [war], so als ob es (Twitter, Anm.d.ÜS.) eine Filiale gewesen sei."
https://twitter.com/mtaibbi/status/1603857539178848280

„Zwischen Januar 2020 und November 2022", schreibt Taibbi unter Punkt 4, „gab es mehr als 150 Mails zwischen dem FBI und dem ehemaligen Twitter-Chef für Vertrauen und Sicherheit Yoel Roth."
https://twitter.com/mtaibbi/status/1603857541414412304

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Einige seien privater Natur gewesen, führt er danach aus, und andere bezogen sich auf laufende Ermittlungen des FBI. Doch eine überraschend hohe Anzahl, erklärt er unter Punkt 6, seien Forderungen des FBI gegenüber Twitter gewesen, bezüglich Missinformation beim Thema Wahlen aktiv zu werden, was sich sogar auf Witze, die von kleinen und unbedeutenden Accounts getweetet wurden, erstreckte.
https://twitter.com/mtaibbi/status/1603857546099449869

Diese Einflussnahme war keineswegs neu. Wie Taibbi unter Punkt 7 erläutert, hatte das FBI offenbar als Folge des Ausgangs der Präsidentschaftswahl 2016 eine Taskforce für die Sozialen Medien eingerichtet, die sich auf die Identifizierung ausländischer Wahlbeeinflussung spezialisiert hatte und der inzwischen achtzig Agenten angehören.
https://twitter.com/mtaibbi/status/1603857548645318656

Was bisher allerdings nicht bekannt war, ist die Existenz spezieller Portale, über die sich staatliche Behörden schnell und unkompliziert an Twitter wenden konnten. Unter Punkt 10 heißt es dazu:

„Die Twitter-Files zeigen etwas Neues: Behörden wie das FBI und das Heimatschutzministerium übersandten Twitter regelmäßig bereits für eine Moderation gekennzeichnete Inhalte aus den Sozialen Medien über mehrere Zugangspunkte.“
https://twitter.com/mtaibbi/status/1603857557080231936

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass diese „Partner-Unterstützungs-Portale" nicht nur von staatlichen Behörden, sondern auch von Universitäten und Think Tanks genutzt wurden.
https://twitter.com/mtaibbi/status/1603857551287730176

Bei einem dieser Think Tanks handelte es sich um das Wahlintegritätsprojekt (EIP) der Universität Stanton, welchem wiederum der Atlantic Council angehört, eine Denkfabrik, die für ihre Kontakte beispielsweise zu Hillary Clinton oder George Soros bekannt ist.

Setzt man die einzelnen Informationen zu einem großen Bild zusammen, scheint sich immer deutlicher abzuzeichnen, dass eine ganz bestimmte Gruppe von Institutionen und Personen aktiv daran beteiligt gewesen ist, nicht nur die US-Wahlergebnisse 2020 und 2022 nach ihren Vorstellungen zu gestalten, dabei gezielt gegen Donald J. Trump und die konservative Bewegung in Amerika vorzugehen, sondern darüber hinaus die gesellschaftliche Debatte und folglich die öffentliche Meinungsbildung unter ihre Kontrolle zu bekommen.

Eine Gruppe, auf die man übrigens bei allen großen Ereignissen auf der Welt, in der Vergangenheit und auch in der Gegenwart, immer wieder trifft. Das Fazit von Matt Taibbi bezüglich der Geschehnisse bei Twitter liest sich unter Punkt 44 wie folgt:

„Der Kernpunkt: Was die meisten Menschen für den ,Deep State' halten, ist tatsächlich eine verwobene Kollaboration von staatlichen Behörden, privaten Partnern und (manchmal staatlich finanzierten) NGOs. Die Trennlinien verwischen bis zur Bedeutungslosigkeit."
https://twitter.com/mtaibbi/status/1603857731114393607

Betrachtet man den Prozess der Enthüllungen, welcher von Elon Musk bei Twitter in Gang gesetzt wurde, kann man sich des Eindrucks kaum erwehren, dass hier in Echtzeit und vor aller Augen im Kleinen vorgeführt wird, wie die Welt über eine lange Zeit hinweg im Großen funktioniert hat.

Dass es sich hier möglicherweise um eine Art Blaupause handelt, anhand derer ein sehr viel größeres System von Manipulation und Verbrechen aufgedeckt und am Ende zu Fall gebracht werden könnte.

Nicht ohne Grund dürfte Musk am 10. Dezember getwittert haben:

„Twitter ist sowohl ein Social-Media-Unternehmen als auch ein Tatort“
https://twitter.com/elonmusk/status/1601667312930590721?s=20

Und Matt Taibbi schreibt am 16. Dezember abschließend:

„Anstatt Kinder-Sex-Verbrecher oder Terroristen zu jagen, lässt das FBI-Agenten — viele von ihnen — Posts in den Sozialen Medien analysieren und massenhaft kennzeichnen. Nicht als Bestandteil irgendeiner strafrechtlichen Untersuchung, sondern als dauerhafte Überwachungsoperation zum Selbstzweck. Die Menschen sollten damit nicht einverstanden sein."
https://twitter.com/mtaibbi/status/1603878271384313856

Eine Bemerkung, die manchen nicht allzu viel sagt, und anderen wiederum alles.

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