Die Pferdenärrin reitet die europäischen Völker

EU-Parlament wünscht Trump die Pest – Aber die Pest regiert!

von Alexander Wallasch (Kommentare: 1)

Die europäischen Völker als Schindmähre© Quelle: EU-Parlament/Screenshot, Grok

Das EU-Parlament stellt seinen Größenwahn aus: Für diplomatische Geschmacklosigkeit findet sich dort immer Platz. Vom 6. bis 8. Oktober 2026 präsentierte Straßburg eine goldüberzogene Nacktfigur Donald Trumps: ein massiger Körper auf den Schultern eines ausgezehrten Mannes, dazu Golfschläger und Waage. Der Titel: „The Orange Plague“ – die orange Pest.

Von RA Dirk Schmitz M.A.

Initiiert vom dänischen Linksabgeordnete Per Clausen. Genehmigt hatten die Ausstellung „die Quästoren“ des Europäischen Parlaments.

Man muss Donald Trump nicht mögen, um diese Veranstaltung ab zulehnen. Ein Parlament, das sich als weltpolitischer Akteur fühlt, stellt den Präsidenten des bedeutensten Noch-Verbündeten als nackte „Pest“ aus.

Der Urheber heißt Jens Galschiøt, ein dänischer Bildhauer. Seine Figur ist Angaben zufolge 2,60 Meter hoch, besteht aus Kupfer und trägt einen Überzug aus 23-karätigem Blattgold. Sie wird auch „King of Injustice“, König der Ungerechtigkeit, genannt. Der Künstler erklärt, er protestiere gegen Trumps Klima- und Außenpolitik und dessen Umgang mit der internationalen Ordnung.

Die Sockelinschrift meint: „Absteigen werde ich nicht.“ Eine brauchbare politische Metapher. Erstaunlich ist, wie sicher sich ihre parlamentarischen Bewunderer sind, dass sie ausschließlich auf den Mann in Washington passt.

Clausen, Jahrgang 1955, ist ein langjähriger Funktionär der dänischen Linken: Sozialwissenschaftler, Gewerkschaftsvorsitzender, Parteisekretär und Parlamentsabgeordneter; seit 2024 sitzt er im EU-Parlament. Seine Partei Enhedslisten, die rot-grüne Einheitsliste, entstand 1989 aus Kommunisten, Linkssozialisten und der Sozialistischen Arbeiterpartei. Im EU-Parlament gehört er zum Vorstand von The Left.

Interessanter sind diejenigen, deren Gremium die Türen öffnete. Das Quästorenkollegium besteht aus Andrey Kovatchev, Bulgarien, GERB und christdemokratische EVP; Miriam Lexmann, Slowakei, KDH und EVP; Marc Angel, Luxemburg, LSAP und sozialdemokratische S&D-Fraktion; Fabienne Keller, Frankreich, Macrons Renaissance und Renew Europe; sowie Kosma Złotowski, Polen, PiS und EKR. Zwei Christdemokraten, ein Sozialdemokrat, eine Macron-Liberale und ein polnischer Nationalkonservativer: Die Ausstellung passierte eine parteiübergreifende parlamentarische Zustimmung.

Welches Verständnis von institutioneller Würde herrscht hier in den Verwaltungsorganen? Nach eigenen Bestimmungen sind beleidigende Ausstellungen ebenso ausgeschlossen wie solche, die die Würde des Parlaments beeinträchtigen. Trotzdem erhielt die „orange Pest“ grünes Licht.

An Beifall fehlte es nicht. Martin Schirdewan von der Linksfraktion erkannte eine passende Metapher für das Verhältnis zwischen EU und USA. Lukas Sieper, Partei des Fortschritts, zeigte sich auf Instagram begeistert. Maria Noichl, SPD, begrüßte die Ausstellung, hätte allerdings lieber eine Frau als Trägerfigur gesehen, weil Frauen besonders unter Trumps Politik litten. Selbst bei einer goldenen Nacktkarikatur lässt sich noch eine Repräsentationslücke entdecken.

Christine Anderson, AfD, verwies auf die unfreiwillige Ironie: Politisch stehe vor allem die EU besonders nackt da.

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Das Werk war bereits vor Straßburg unterwegs: beim Klimagipfel in Brasilien 2025, in Kopenhagen bei Grönland-Protesten und in München 2026. Als nächste Station kündigte der Künstler den Klimagipfel in der Türkei an.

Aber warum sitzt nicht Ursula von der Leyen als Kopf einer parasitären EU-Klasse auf die Schultern des erschöpften europäischen Menschen? Wäre wohl zuviel Kunst - und ein brauchbarer Test für die Kunstbegeisterung des Hauses.

Oben die vergoldete Macht, unten der Mensch, der sie tragen muss. Oben das Pathos der historischen Mission, unten die Rechnung. Oben die Gewissheit, im Namen des Guten zu handeln, unten die Zumutung, immer neue Lasten hinzunehmen.

Würden dieselben fetten MdEPs dann noch begeistert ihre Handys zücken? Würden sie kleine von-der-Leyen-Figuren verteilen, den Mut des Urhebers loben und den Kritikern mangelnden Humor vorwerfen?

Trump wird diese Karikatur überleben. Das Europäische Parlament bleibt als Witzfigur – die Selbstzufriedenheit eines Milieus, das seine gegenseitige Bestätigung für Zivilcourage hält.

Für die von-der-Leyen-Variante bräuchte es nur diese neue Sockelinschrift (siehe Bild).

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