Mein Tag begann in der Früh mit Diskussionen über Krieg und Frieden unter Frauen im Radio

Frauen an die Macht – Männer an die Front

von Toddn Kandziora (Kommentare: 12)

Männer, die durch Granaten zerfetzt im Matsch nach ihren abgetrennten Gliedern suchend für die Interessen anderer elendig verrecken.© Quelle: Pixabay/Clard

Frauen, Frauen, Frauen. Weiße Frauen, farbige Frauen, grüne, rote, gelbe, schwarze, blaue, farbige Frauen. Es kommt mir vor, als sehe ich im vergehenden Deutschland überproportional viele Frauen in Führungspositionen.

Frauen sind an der Macht. In der Wirtschaft. In der Politik. In der Kultur. In Medien und im TV sehe ich sie. Im Radio und Internet höre ich sie. In Zeitungen und Büchern lese ich von ihnen. Frauen haben allerorten Führungspositionen besetzt und Macht erhalten. Frauen sind die bessere Wahl. Frauen sind die neuen Männer, die besseren Männer.
So jedenfalls wird es mir als Mann von gestern am unteren Ende der Nahrungskette konsequent und deutlich von diesen neuen Frauen zu verstehen gegeben.

Möglich auch, dass wir Männer feige geworden sind, oder zu bequem, dem unausweichlich Kommenden in die Augen zu schauen.

Überlassen wir aus diversen und fatalistischen Gründen den Frauen die kommende Drecksarbeit? Das Ungemach, kritische Entscheidungen treffen zu müssen? Entscheidungen, die manch (vermeintlich) kluger Mann nicht mehr bereit ist zu tragen?

Der deutsche Mann wurde über Jahrzehnte mutlos gemacht. Ein zaudernder, verängstigter Geist im falschen Körper. Verloren im eigenen Land. Er hat ausgedient. Er kann weg. Er hat seine Schuldigkeit getan.

So sind es heute eher Frauen, die afrikanische Menschen im Mittelmeer mit von NGOs, Staat und Kirchen finanzierten Schiffen aufnehmen, um ihnen ein versprochenes, besseres Leben in Deutschland zu verschaffen. Es waren zumeist Frauen, die 2015 und 2016 an deutschen Grenzen und Bahnhöfen Teddys und Geschenkpakete an jugendliche „Reisende“ verschenkten. Die hunderttausend junger Männer mit Tränen der Freude in ihren Augen willkommen hießen. Es war die heutige Bundestagsvizepräsidentin Göring-Eckardt, die im November 2015 erklärte: „Unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch. Und ich freue mich darauf!“

Und heute, acht Jahre später, sind es auch Frauen, die mir sagen, dass wir uns im Krieg mit Russland befänden und ein Mann namens Scholz kleinlaut dazwischen spricht, dass dem doch nicht so sei. Es sind Frauen mit silberweißer Stahlfrisur, die mich auffordern, HURRA zu schreien, wenn es gilt, deutsche Panzer und Flugzeuge an die Ostfront zu entsenden. Die kein „Nein“ zu Waffenlieferungen akzeptieren, da es gilt, westliche Werte und unser aller Freiheit an der Ostfront gegen den Iwan zu verteidigen.

Ja, meine Güte, was sie nicht alles meinen, denken, schreiben und sagen, wenn die Nacht womöglich wild und bunt war, doch der Tag den klaren Gedanken fordert. Die jungen und älteren Damen im Land. Es war die Bundessprecherin der grünen Jugend, Sarah-Lee Heinrich, die einst von einer „ekligen weißen Mehrheitsgesellschaft“ sprach. Geschenkt. Da es laut Faktencheck keinen Rassismus gegen Weiße gibt, ist in die Richtung hetzend inzwischen alles erlaubt.

Da kann Frau Baerbock in einem fernen Land „hunderttausende von Kilometern“ entfernt erklären: „Lasst uns dieses Europa gemeinsam verenden“, vielleicht mit „Tierpanzern“ und „Kobolden“, nein, da passiert nichts. Gar nichts passiert da, wenn Frau Ministerin den Lübke macht. Hauptsache, sie sieht dabei gut aus. Den Rest bügeln die ihr treu ergebenen Medien wieder glatt. Morgen schon haben es ihre Wähler – deren Meinung ihr, wie sie uns erklärte, egal ist – wieder vergessen.

Ach ja, die klugen Frauen dieser Zeit. Sie sagen mir, was Sache ist. Wie ich klimaneutral zu denken habe, wie ich divers zu leben habe und wie ich mich als Mann richtig verhalte, ohne Grenzen zu überschreiten. Wie ich mich meinen vielen neuen Mitmenschen anderer Hautfarbe, Religion oder sexuellen Neigungen gegenüber zu verhalten habe, ohne aufzufallen.

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Damit ich dies verstehe, mein Leben in ihrem neuen Deutschland als ein gutes Deutschland betrachte, braucht es heute die Frau auf hohem Posten. Und diese braucht als Regierungsmitglied weder einen Studienabschluss noch eine abgeschlossene Berufsausbildung. Derartige Nebensächlichkeiten sind insbesondere bei der grünen Partei anscheinend auch eher hinderlich.

So. Und jetzt ist auch mal gut hier mit Frauenbashing. Mit meiner polemisch-satirischen Betrachtung der Frau in schwarz-rot-grün-gelber Führungsposition. Der neuwoken Frau von heute in Kultur, Medien und gesellschaftlicher Institution auf gehobenem Posten. Ich hoffe nicht zu sehr, den unterprivilegierten Mann von heute raushängen lassen zu haben. Aber es beschäftigt mich einfach.

Mein Tag begann schon in der Früh mit einer Diskussion über Krieg und Frieden unter Frauen im Radio. Kurz nach sieben war es und natürlich, die Ukraine war Thema. Was auch sonst. Die Moderatorin war für Waffenlieferungen. Die zugeschaltete Expertin aus Berlin war für Waffenlieferungen und für die Entsendung von Kampfjets, ja gar für Langstreckenraketen. Dann wurden zwei weitere Frauen zum Thema Zuhörer eingespielt. Auch sie waren für Waffenlieferungen an die ukrainische Ostfront. Es geht um westliche Werte und Freiheit. Um Deutschland, das an der ukrainischen Ostfront verteidigt werden muss. Mit allem, was geht. Bis zum Endsieg.

Die Frauen, die im Radio sprachen, klangen allesamt jung. Nun, was für mich eben jung ist. Also unter vierzig. Die Berliner Expertin war hörbar unter dreißig. Argumentierte jedoch wie eine alte Häsin, die persönlich den Schrecken des zweiten Weltkrieges miterlebt hatte.

Sie wusste Bescheid ob der Boshaftigkeit aller Russen. Der kriegerischen Absicht, die ihm inne wohnt. Seiner dunklen Seele. Sie wusste, was er vorhat, wenn er erst die Ukraine besiegt und besetzt hätte. Dann wäre ganz Europa dran. Aus dem Grund müsse dem Russen schnell und hart verdeutlicht werden, was Sache wäre. In diesem Kontext wurde von den Damen im kriegerischen Einvernehmen knappe zwanzig Minuten fabuliert.

Vielleicht war die von mir gehörte Diskussionssendung um Waffenlieferungen für die Ukraine unter Frauen eine Ausnahme. Vielleicht kommen in anderen Sendungen noch männliche Moderatoren und Experten zu Wort.

Vielleicht aber habe ich an diesem Morgen einen düsteren Einblick in die Zukunft erhalten. Einer Zukunft, in der auf den Schlachtfeldern dieser Welt Männer zu sterben haben, weil Frauen dies bejahten. Einer Zukunft, in der die Männer sich auf Empfehlung wie Befehl von Frauen zu massakrieren haben. Von Kugeln zersiebt in ihren Gedärmen liegend nach ihren Müttern schreien, die mehr und mehr Waffenlieferungen wollten.

Männer, die durch Granaten zerfetzt im Matsch nach ihren abgetrennten Gliedern suchend für die Interessen anderer elendig verrecken. Weil sie in dieser verrückten Zeit leben, in der auch Frauen, die selbst nicht ihren Arsch hinhalten müssen, Anordnungen wie Befehle zu Waffenlieferungen und Kriegsszenarien erteilen, damit dieser weiter geführt werden kann.

Ich übertreibe? Möglich, dass ich dies tue. Doch im allgemeinen kriegsbejahendem Geschrei dieser Unzeit bedarf es der Gegenstimme. Es braucht auch Menschen, Frauen wie Männer, die laut und vernehmbar „Nein“ zur Weiterführung des Krieges sagen.

Was ich nicht will, das ist kriegslüsternes „Weibsvolk" in der Regierung, das nach mehr und stärkeren Waffen förmlich schreit. Mächtige Frauen, die keinen Schimmer vom Krieg haben, doch ihn nähren. Überhaupt Menschen, Frauen wie Männer, die keine Ahnung davon haben, was es bedeutet, wenn es an der Front ans Sterben geht.

Seht mir bitte nach, wenn sich meine Kolumne anklagend liest, was die kriegsbejahende Damenwelt angeht. Doch meine Zeit zum Schreiben war heute begrenzt und ich schrieb ob der Thematik mehr als aufgebracht diesen Text in einem Rutsch.

Eines noch zum Schluss. So sehr manch Mutter und Vater im hohen politischen Amt den Krieg auch nähren mag. Der eigene Sohn wird selten zum Kanonenfutter. Der nicht.

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