„Ein Segen für unser Land, wenn diese Partei möglichst bald wieder aus der Bundesregierung verschwinden würde"

Für Sahra Wagenknecht sind die Grünen die verlogenste und gefährlichste Partei im Bundestag

von Bertolt Willison (Kommentare: 3)

Was wir seit dem Regierungsantritt der Grünen erleben, das ist ein Rollback aller Anstrengungen, die es zur Verhinderung eines beschleunigten Klimawandels dringend gebraucht hätte.© Quelle: Youtube / Sahra Wagenknecht

Große Aufregung. Kurz vorm Wochenende veröffentlichte Sahra Wagenknecht ein mehr als zwanzig Minuten langes Video mit Sätzen, die man selbst von der wortmächtigen und angriffslustigen Linken-Politikerin in dieser Deutlichkeit noch nicht gehört hat.

Während nicht nur die Medien, sondern auch viele Bürger auf die SWP, die neue „Sahra Wagenknecht Partei“ zu warten scheinen, nimmt die Auserwählte erst einmal Anlauf und springt den Grünen mitten ins Kontor: Die seien die heuchlerischste, abgehobenste, verlogenste, inkompetenteste Partei im Bundestag, jedenfalls gemessen am Schaden, den sie derzeit verursachen.

Jan Korte, Parlamentarischer Geschäftsführer der Linken im Bundestag, ist natürlich pflichtschuldig entsetzt: "In einem Parlament, in dem Faschisten sitzen, die Grünen als größte Gefahr darzustellen, ist dermaßen drüber und verharmlost die Gefahr von Rechts."

Auch der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch, lässt sich nicht lumpen und widerspricht Wagenknecht ebenfalls vehement in die gleiche Stoßrichtung: „Die gefährlichste im Bundestag vertretene Partei ist und bleibt die AfD.“

Früher war das ganz einfach: Auf der Regierungsbank die Regierenden, ihnen gegenüber die Oppositionspartien: Feuer frei! Wie verrückt ist es eigentlich, dass heute eine Oppositionspartei empört aufschreit, wenn eine ihrer prominentesten Stimmen die mitregierende tiefbürgerliche grüne SUV-Fahrer-Partei kritisiert?

Nach dem desaströsen Wahlergebnis in Niedersachsen fällt die Linke immer schneller in sich zusammen. In einer gemeinsamen Erklärung begründen dreizehn Vorstandsmitglieder des linken Landesverbandes Nordrhein-Westfalen am Samstag, warum sie sich nicht mehr zur Wahl stellen werden, unter anderem so:

„Wir erleben eine selbstzerstörerische Streitkultur, mediale Denunziation und öffentliche Vorverurteilung werden zum Instrument der innerparteilichen Auseinandersetzung."

Was setzt Wagenknecht diesen Zerfallserscheinungen entgegen? Geht sie nochmal in den Ring mit den Genossen oder bastelt sie gemeinsam mit ihren Mitstreitern schon an der SWP? Möglicherweise steckt die Antwort schon im eingangs erwähnten Kommentar von Sahra Wagenknecht.

Kommentieren Sie anschließend gerne, was Ihre Vermutung ist. Hier die Rede von Sahra Wagenknecht in voller Länge:


Sahra Wagenknecht auf Youtube

Von wegen cool und öko - wie die Grünen Wirtschaft und Natur zerstören

Hallo und herzlich willkommen zur neuen Folge der „Besseren Zeiten. Wagenknechts Wochenschau“. Die tollen Grünen. Die seit knapp einem Jahr wieder die Macht haben, als Mitglied der Bundesregierung über unser aller Schicksal mitzubestimmen. Die haben am Wochenende ihren Parteitag abgehalten.

Und weil sich in Teilen der Gesellschaft hartnäckig das Märchen hält, die Grünen, ja, das ist doch die coole Ökopartei, die für die Rettung des Klimas, für Frieden, für Menschenrechte steht, für das Gute überhaupt, für Modernität und Zukunft. Eine Partei, deren edle Aktivisten an der Amoral dieser Welt leiden und am liebsten jeder Kröte beim Überqueren der Straße helfen würden. Na ja, wobei sich diese Legende irgendwie immer noch in der Gesellschaft hält.

Deswegen will ich mir in dieser Wochenschau mal genauer ansehen, wie dieser angeblich hochmoralische Haufen wirklich tickt und was er aktuell gerade anrichtet in unserem Land, aber auch auf internationalem Parkett. Ja. Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Für mich sind die Grünen die heuchlerischste, abgehobenste, verlogenste, inkompetenteste und gemessen an dem Schaden, den sie verursachen, derzeit auch die gefährlichste Partei, die wir aktuell im Bundestag haben. Natürlich tragen für die katastrophale Politik der Ampel letztlich alle drei beteiligten Parteien die Verantwortung. Und ein guter Geist oder halt die Weisheit der Wähler hat uns immerhin davor bewahrt, dass die Grünen den Kanzler stellen. Aber diese Partei besetzt mit Außen und Wirtschaft immerhin zwei Schlüsselressorts. Und was sie da anrichten, wirtschaftlich, sozial, aber auch international, wie sie alles daransetzen, uns in einen großen Krieg hineinzuziehen, das ist wirklich beispiellos.

Und deshalb bin ich überzeugt, es wäre ein Segen für unser Land, wenn diese Partei möglichst bald wieder aus der Bundesregierung verschwinden würde.

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Aber schauen wir uns das Ganze mal im Einzelnen an! Entstanden sind die Grünen ursprünglich tatsächlich mal aus der Friedensbewegung. Und sie hatten am Anfang auch Führungspersönlichkeiten, ich denke etwa an Petra Kelly, die sich mit ehrlichem Engagement für eine bessere Welt, für Abrüstung, Demokratie, für Menschenrechte eingesetzt haben und vor denen ich großen Respekt habe. Aber das ist lange her. Mittlerweile sind die Grünen richtige Waffennarren geworden, die sich gar nicht mehr einkriegen können vor Begeisterung, in das Kriegsgebiet der Ukraine immer mehr und immer tödliches Kriegsgerät zu liefern. Hören wir da mal rein.

Ricarda Lange: Ich bin davon überzeugt, dass wir mehr Waffen liefern müssen, dass wir schneller werden müssen. Die Zeit der Zögerlichkeit ist vorbei.

Omid Nouripour: Wir müssen aufhören, über einzelne Waffensysteme zu sprechen, sondern darüber, was die Ukraine selbst sagt, was sie brauchen und natürlich, was verfügbar ist, und das mit Partnerstaaten abstimmen. Wir sollten auch aufhören, darüber zu sprechen, wo die Waffen denn herkommen und wo sie nicht herkommen dürfen. Also Bestände der Industrie, Bestände der Bundeswehr. Dass das alles kein Tabu ist. Wenn die Ukraine Panzer brauchen, wir welche liefern können, dann sollten wir das tun.

Annalena Baerbock: Wir unterstützen die Ukraine, weil wir eine Friedens- und Menschenrechtspartei sind.

Ja klar, wer für Frieden und Menschenrechte ist, der muss diesen Krieg unbedingt mit immer mehr Waffen munitionieren und so dafür sorgen, dass das Sterben bloß nicht aufhört, statt sich auf diplomatischem Weg um ein Ende zu bemühen. Und er muss alles an Mordgeräten liefern, was der ukrainische Präsident Selenskyj, also der Mann, der kürzlich nukleare Präventivschläge gegen Russland gefordert hat, was der Mann sich wünschen mag. Kann man ja nur froh sein, dass Atomwaffen noch nicht auf seinem Wunschzettel stehen. Aber deutsche Panzer? Klar, unbedingt, jederzeit. Dass selbst die Amerikaner, die die Ukraine immerhin bis zu den Zähnen hochrüsten, bisher keine Panzer moderner westlicher Bauart liefern und auch sonst kein einziger Verbündeter das bisher tut – geschenkt. Liegt wahrscheinlich nur daran, dass den anderen Ländern solche großartigen grünen Friedensaktivisten in der Regierung fehlen. Ja, ich denke, da muss die FDP-Rüstungslobbyistin Strack-Zimmermann ja blass vor Neid werden auf Parteikollegen vom Kaliber Lang, Nouripour oder Baerbock.

Aber klar, wenn ein Land überfallen wird, dann müssen wir dem natürlich beistehen. Und das gilt nicht nur für die Ukraine. Das gilt weltweit. Oder doch nicht? Nun soll es doch Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien geben. Die Ampel liefert mit Italien, Spanien und Großbritannien Ausrüstung für Tornados und Eurofighter. Waffen will die grüne Menschenrechts- und Friedenspartei also neuerdings auch wieder an Saudi-Arabien liefern. Ja, wahrscheinlich ist Saudi-Arabien auch ein Land, das sich gegen einen bösen Aggressor wehren muss und dabei den Beistand unserer olivgrünen Menschenrechtskrieger braucht. Aber nein, war das nicht irgendwie andersherum? Führt nicht Saudi-Arabien seit Jahren einen aggressiven Angriffskrieg gegen den Jemen mit hunderttausenden zivilen Opfern? Na ja, aber eben deshalb gibt es ja auch einen ganz großen Unterschied bei Saudi-Arabien im Vergleich zur Ukraine.

Annalena Baerbock: Wir liefern direkt nicht nach Saudi-Arabien. Es gibt keine Waffenlieferungen aus Deutschland nach Saudi-Arabien, wo Menschenrechte mit Füßen getreten werden.

Ja, also das haben wir jetzt hoffentlich alle begriffen. Die grüne Friedenspartei beliefert Aggressoren, die dann auch noch die Menschenrechte mit Füßen treten. Natürlich nicht direkt mit Waffen, nein, das ginge ja gar nicht. Wenn Aggressoren beliefert werden, dann muss das tödliche Gerät natürlich einen Umweg über andere Länder machen, bevor es zum Einsatz kommt.

Oh, was sind das für verlogene Heuchler! Selbst die große Koalition unter Angela Merkel hatte die Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien gestoppt, nachdem man dort den Journalisten Kashoggi zersägt hatte. Es brauchte die Ampel mit den hochmoralischen Grünen, um die Rüstungskooperation mit den islamistischen Golf-Diktatoren wieder aufzunehmen. Aber selbstverständlich liefern wir nicht direkt, so viel Korrektheit muss sein. Die Rüstungsindustrie dürfte es den Grünen danken.

Die Saudis dagegen, undankbar wie sie sind, haben trotz der Grünen-Unterstützung beim Bomben und Morden die Ölfördermengen reduziert. Die Folgen bekommen wir jetzt ja schon wieder an der Zapfsäule zu spüren. Aber vielleicht muss einfach unser grüner Menschenrechts-Wirtschaftsminister Habeck persönlich noch mal hinfahren und wieder so einen schönen Bückling machen wie in Katar. Naja, so viel hat er allerdings auch nicht gebracht.

Aber es gibt Hoffnung: Wenn die Grünen noch lange regieren, dann brauchen wir vielleicht auch die ganze eklige fossile Energie nicht mehr. Also nicht, weil diese Partei irgendeinen Beitrag dazu leisten würde, dass plötzlich so viele innovative Technologien erfunden werden und zum Einsatz kommen, dass wir tatsächlich keine Kohle, kein Öl und kein fossiles Gas mehr brauchen und verfeuern müssen. Das wäre sehr wünschenswert. Aber danach sieht es überhaupt nicht aus.

Was die Grünen allerdings gut und gerne schaffen könnten, das ist, unseren Hauptverbraucher von Energie, nämlich die deutsche Industrie so zu schädigen und zu dezimieren, dass das Einhalten der Klimaziele plötzlich ganz einfach wird. Denn die Wahrheit ist doch, und so richtig können Habeck und Co das auch nie verbergen, dass die Grünen teure Energie eigentlich gar nicht so schlecht finden. Immerhin hatten sie schon vor dem Ukraine Krieg die Position, nur teure Energie ist gute Energie und deswegen haben sie damals die tolle CO2-Abgabe durchgesetzt, die Sprit, Gas und Heizöl systematisch verteuern sollte und dem Besitzer eines Diesel-Mittelklassewagen auf dem Land wurde dann eben empfohlen auf den nicht vorhandenen öffentlichen Verkehr umzusteigen oder sich halt ein E-Auto zu kaufen.

Und wenn die Heizkosten über den Kopf wachsen? Na selbst schuld. Wieso hat er denn nicht längst eine Wärmepumpe installiert? Also frei nach dem Motto der einstigen französischen Königin Marie Antoinette: Was beschweren sich die Leute, dass das Brot so teuer wird? Dann sollen sie doch Kuchen essen.

Dann begann der Ukraine-Krieg und auf ihn folgten die vor allem von den Grünen vom ersten Tag an mit größter Begeisterung unterstützten Sanktionen gegen Russland, die die Preise für Gas, Strom, Sprit und Heizöl dann so richtig zum Explodieren brachten. Der Präsident der Deutschen Industrie und Handelskammer warnt mittlerweile, dass, wenn die Energiepreise nicht sinken, in spätestens sechs Monaten zehntausende Betriebe in Deutschland unwiederbringlich die Lichter ausgehen werden. Ja, und das gilt ausdrücklich auch, wenn die derzeitigen Pläne der Expertenkommission zur Gaspreisbremse umgesetzt werden, weil sie für viele Unternehmen die Teuerung kaum abfedern.

In immer mehr Firmenzentralen wird auch über Betriebsverlagerungen nachgedacht, was freilich nur für die Größeren eine Lösung ist und ausschließlich die Aktionäre und nicht die Beschäftigten rettet.

Eine couragierte Bäckerin, die um das Überleben ihrer Bäckerei kämpft, ein Familienbetrieb, den schon der Urgroßvater aufgebaut hat. Die hat mit mir vor kurzem gesprochen, und sie hat mir anhand ganz konkreter Zahlen erläutert, warum es auch bei Umsetzung der derzeit geplanten Gaspreisbremse bald keinen einzigen unabhängigen Bäcker in Deutschland mehr geben wird, weil der Gaspreis sich für sie sage und schreibe verzehnfacht hat und ein Brot in Zukunft 8 Euro kosten müsste, um die Mehrkosten aufgrund der Preissteigerungen von Gas, von Strom, von Mehl wieder reinzuholen. 8 Euro. Ja, Brote für 8 Euro. Die kann man wahrscheinlich noch nicht mal in den hippen Trend Vierteln verkaufen, wo unsere lieben Grünen wählen, aber im Rest des Landes sowieso nicht, weil sich die normalen Leute sowas schlicht nicht leisten könnten.

Und auch wenn das hausgemachte Brot der unabhängigen Bäcker zehnmal so gut schmeckt wie die industriell hergestellten Standard-Mischungen, trotzdem hätten diese Bäcker keine Chance. Und die Bäckerin hat übrigens versucht, viele Politiker auf ihre verzweifelte Situation hinzuweisen. Und war deshalb auch im Wirtschaftsministerium, wo sie zwar nicht Habeck selbst, aber immerhin einen Staatssekretär von ihm zu sprechen bekam. Und wisst ihr, was der ihr als Lösung für ihre Probleme empfohlen hat? Sie soll doch ein Solardach auf ihre Bäckerei setzen, dann wäre das alles doch gar nicht mehr so schlimm. Ja, klar. Und wenn die Sonne nicht scheint, dann gibt es halt kein Brot. Ganz abgesehen davon, dass die Frau nicht ansatzweise ein so großes Dach hat. Das müsste nämlich dann riesig sein, dass man selbst bei schönstem Sommerwetter damit einen Backofen betreiben könnte.

Aber genau das sind die Grünen. Abgehoben, selbstgefällig, inkompetent und völlig unbekümmert ob des Desasters, das sie in unserem Land anrichten. Und wir sollten nicht vergessen: Es war Habeck, der mit der Gasumlage zunächst sogar noch einen obendrauf setzen wollte und die Gaspreise zusätzlich in die Höhe treiben wollte. Auch wenn dieses abenteuerliche Vorhaben dann selbst seinen Ampel Kollegen offenbar zu viel war. Aber mögen noch so viele Bäcker und andere kleine und mittelständische Unternehmen in den Ruin getrieben werden: er Wirtschaftsminister bleibt unerschütterlich. Was immer uns drückt.

Robert Habeck: Und was immer uns beutelt und welche Not wir auszuhalten haben, Putin darf nicht gewinnen, nicht auf dem Schlachtfeld und nicht bei dem Wirtschaftskrieg gegen Europa und gegen Deutschland.

Dass Putin auf dem Schlachtfeld gewinnt, dafür spricht gegenwärtig tatsächlich wenig. Und das ist sicher auch gut so! Heißt allerdings noch lange nicht, dass die Ukraine diesen Krieg militärisch gewinnen kann.

Aber den Wirtschaftskrieg, den hat Putin doch längst gewonnen. Schaut euch mal diese Grafik des Economist an. Man sieht da sehr schön, wie sich die Wachstumsraten oder eben auch Schrumpfungsraten, das ist es ja in Europa inzwischen, iIn den letzten Monaten entwickelt haben und wie die Vorhersage für die Zukunft ist. Und das ist eine Berechnung von Goldman Sachs. Man kann davon ausgehen, dass es keine russische Desinformationskampagne.

Also man sieht, Russland hatte tatsächlich infolge der Wirtschaftssanktionen zunächst einen tiefen Einbruch, hat sich dann allerdings im Laufe des Jahres erstaunlich gut erholt. Das hat was damit zu tun, dass eben zwar der Westen die russischen Rohstoffe und Energie nicht mehr kauft, aber sehr viele andere Länder sich freuen, wenn sie russisches Öl, russisches Gas und andere russische Produkte bekommen. Ja, und dadurch sieht es jetzt so aus, dass bei Russland die Wachstumsraten, die erwarteten, zumindest eigentlich die höchsten sind, die man in dieser Grafik erkennen kann.

Die europäischen Länder dagegen, da geht es überall nach unten, Großbritannien, Frankreich, Italien, Deutschland. Es ist überall ein Desaster und am schlimmsten getroffen, das hat ja auch der IWF vor kurzem noch einmal festgestellt, am schlimmsten getroffen wird Deutschland. Na ja, wenn man sich diese Grafik anguckt, hat man da nicht das Gefühl, das ist gar kein Wirtschaftskrieg gegen Russland, Das ist ein Wirtschaftskrieg gegen Deutschland und gegen Europa. Und es fällt einem irgendwie schwer zu glauben, dass das den Strategen in Washington, die das Drehbuch dafür geschrieben haben, gar nicht aufgefallen sein sollte, weil eine Linie, die fehlt in dieser Grafik, das ist die der US-Wirtschaft. Die würde übrigens steil nach oben gehen, die würde alle anderen wahrscheinlich noch ausstechen.

Aber als ob das alles nicht schon verheerend genug wäre und von der wichtigsten Existenzbedingung unserer Industrie, nämlich preiswerter Energie abzuschneiden, zündelt Habeck neuerdings auch an den Handelsbeziehungen zu China, einem der wichtigsten Exportmärkte deutscher Unternehmen. Und das Ergebnis ist vorhersehbar. Es deutet sich ja jetzt schon an: Wenn Exporte nach China erschwert werden, was passiert dann? Dann verlagern die Konzerne eben ihre Produktion noch mehr in das Reich der Mitte, um den Markt nicht zu verlieren. Und die Unternehmen, die schon da sind, die holen sich ihre Zulieferer, Teile vor Ort und nicht mehr aus Deutschland. Jinping bedankt sich. Genau das möchte China nämlich auch.

Und klar, die Gewinnbilanzen der DAX-Konzerne. Da ist das kein so großes Problem für die Industriearbeitsplätze in Deutschland, die das Desaster der Russlandsanktionen vielleicht gerade noch überlebt haben. Für die allerdings kann das das endgültige Aus bedeuten. Wie kann man nur so irre sein? Aber, mögen manche meinen, zumindest fürs Klima tun die Grünen doch wirklich was. Und wenn wir den Klimawandel nicht stoppen, dann ist doch alles andere auch nichts mehr wert.

Ich will jetzt gar nicht über die Frage reden, wie relevant der Klimawandel für die Menschheit noch ist, wenn im Ergebnis eine Ausweitung und Eskalation des Ukraine Krieges irgendwann die schlimmsten Befürchtungen wahr werden und ein atomares Inferno große Teile der menschlichen Zivilisation auslöscht. Wir wollen mal davon ausgehen, dass das hoffentlich nie passieren wird.

Und ich will jetzt auch ausklammern, dass Krieg natürlich insgesamt ein extremer Klimakiller ist. Ich meine, es ist ja fast schon zynisch, über CO2-Daten zu reden angesichts von Toten und angesichts des menschlichen Leids. Aber dass das bei den Grünen so gar keine Rolle spielt, was Panzer so in die Luft blasen, was in die Luft fliegende Munitionsdepots und Öltanks verursachen, ist schon auffällig. Aber lassen wir das mal weg, weil auch aus Klimagründen gäbe es natürlich viele Gründe, alles dafür zu tun, dass Kriege beendet werden und auf keinen Fall Kriege mit Munition und Waffen zu beliefern.

Aber auch in allen anderen Fragen ist der Regierungseintritt der Grünen alles andere als der Beginn einer neuen Umwelt und Klimapolitik. Er ist eher das exakte Gegenteil, würde ich mal sagen.

Neuerdings werden überall im Land die Kohlekraftwerke wieder hochgefahren, und zwar auch solche, die die Umweltauflagen definitiv nicht erfüllen. Ganz abgesehen davon, dass Kohlestrom bekanntermaßen die schmutzigste und klimaschädliche Form der Energieerzeugung ist. Trotzdem wird jetzt noch mal so richtig viel Dreck und Gift und Stickoxid in die Luft geblasen. Wie war das noch? Vor kurzem durften Dieselautos nicht in die Innenstädte, jetzt mit den Kohlekraftwerken kein Problem. Viel Vergnügen für die, die das dann alles einatmen dürfen. Aber der Wahnsinn geht weiter, da wir russisches Öl, das uns in Pipelines geliefert wird, also auf dem immerhin emissionsärmsten Weg, weil wir das aus hehren Menschenrechtsmotiven nicht mehr kaufen dürfen, beziehen wir in Zukunft lieber russisches Öl, das zunächst einmal nach Indien geliefert wurde, dort verarbeitet wurde, dann mit großen Tankern und Schiffsdiesel und ganz viel Rauch und Dreck zu uns verschifft wird. Klasse CO2-Bilanz. Aber klar, wir sind ja die Guten.

Auch Nord Stream 2 ist endlich tot. Igittigitt. Wollte Habeck, wollten die Grünen schon immer. Russisches Pipeline-Gas, das geht gar nicht. Russisches Flüssiggas, das den langen Weg über China nach Europa hinter sich hat und jetzt über Frankreich auch nach Deutschland kommt. Ja, das ist natürlich was ganz anderes. Das hat das Gütesiegel unserer edlen Grünen.

Aber es kommt noch besser. Denn den größten Teil des russischen Pipeline-Gases, des unstrittig umweltfreundlichsten und am wenigsten schädlichen fossilen Energieträgers, wollen Habeck und Co ja anderweitig ersetzen durch amerikanisches Fracking-Gas nämlich, eine Form der Gasgewinnung, die Boden und Umwelt vergiftet und das Klima am meisten schädigt, annähernd so stark wie das Verheizen von Kohle. Aber Putin darf den Wirtschaftskrieg natürlich nicht gewinnen, auch wenn dabei das Klima endgültig auf der Strecke bleibt.

Und schlimmer noch: Der angebliche Öko-Wirtschaftsminister Habeck treibt aktuell Projekte voran, die für unsere natürlichen Lebensgrundlagen verheerende Auswirkungen haben können.

Aktuell fordert die Deutsche Umwelthilfe eine sofortige Umweltverträglichkeitsprüfung für das LNG-Terminal Wilhelmshaven. Hintergrund ist, dass Habeck das Terminal-Schiff offenbar von der Resterampe der anderswo nicht mehr genehmigungsfähigen LNG-Schiffe gechartert hat. Denn wissen sollte man: Dasselbe Schiff hatte in Australien wegen nicht akzeptabler Umweltfolgen keine Betriebserlaubnis erhalten, weil es das Meerwasser mit derart hohen Konzentrationen von Chlor versetzt, dass zumindest die Australier das nicht vor ihren Küsten haben wollten. Habeck ist das offenbar egal. Das tolle LNG-Terminal, das das Zeug hat, sämtliche Meeresorganismen in seiner Umgebung zu killen und das Wasser nachhaltig zu vergiften, soll nach Angaben des niedersächsischen Energieministeriums am 23. Dezember in Betrieb genommen werden.

Aber auch über Wasser genügt Habeck offenbar der Verschmutzung unserer Umwelt noch lange nicht. So plant er schwimmende Öl-Kraftwerke vor der deutschen Küste. Im Klartext: schwimmende Dreckschleudern, die die Luft mit schwarzem Rauch verpesten und die man sonst eigentlich hauptsächlich aus Entwicklungsländern kennt, die sich den Bau eigener Anlagen zur Energiegewinnung nicht leisten können. Dreckiger, umweltschädlicher, giftiger kann es kaum werden.

Und ganz nebenbei sei auch noch erwähnt, dass die Existenzprobleme, in die hunderttausende Unternehmen jetzt durch die explodierenden Energiepreise geraten sind, natürlich auch dazu führen, dass viele längst geplante umwelt- und klimafreundliche Investitionsprojekte gestoppt werden, weil man das Geld halt erst mal zusammenhalten muss.

Also was wir seit dem Regierungsantritt der Grünen erleben, das ist nicht nur keine ansatzweise verantwortliche Klima- und Umweltpolitik, das ist geradezu ein Rollback aller Anstrengungen, die es zur Verhinderung eines beschleunigten Klimawandels dringend gebraucht hätte. Eine derart rücksichtslose Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen, wie wir sie seit langem nicht mehr in der Regierungspolitik in Deutschland hatten.

Aber klar, solange dem grünen Aktivisten sein veganer Fleischersatz und sein Lastenrad erhalten bleiben, solange ist offenbar die grüne Welt in Ordnung. Und das heißt jetzt nicht, dass ich irgendetwas dagegen hätte, dass sich Menschen vegan ernähren. Ich kenne supersympathische Veganer, aber dieses Herangehen, diese Arroganz, dieser Glauben: Wenn ich meinen Lebensstil entsprechend gestalte, bin ich schon der bessere Mensch. Und in Wirklichkeit richten sie nur Schaden an auf allen Ebenen.

Ich kann das wirklich nicht mehr ertragen. Dass Parteien nach der Wahl das Gegenteil von dem tun, was sie vor der Wahl versprochen haben. Ja, das ist nichts Neues. Das sind nicht nur die Grünen. Aber so heftig wie die Grünen hat es selten eine Partei getrieben.

Waffenlieferungen in Kriegsgebiete, Wiederanwerfen der Kohlekraftwerke, selbst solcher, bei denen alle Umweltschutzstandards, die dabei durchfallen, Großeinkauf von Fracking-Gas, Aufschub des Atomausstiegs, Verlängerung der Transportwege vor allem für Rohstoffe mit viel CO2-Ausstoß durch dreckige Tanker, Waffendeals mit und Bücklinge vor islamistischen Kopftuch-Diktaturen. Und so weiter und so fort. Und das alles dann immer noch mit der Geste des hoch moralischen Weltverbesserer. Also das muss man erst mal bringen.

Ein Wahlversprechen allerdings, das muss man den Grünen lassen, das haben sie eingehalten. „Erlebe dein grünes Wirtschaftswunder“. Das hatten sie groß auf die Plakate geschrieben. Na ja, das erleben wir tatsächlich gerade. Und ich muss sagen, man kommt aus dem Staunen echt nicht mehr heraus. Ja, ihr merkt, ich bin wirklich … ich bin empört über so eine Politik.

Sagt mir eure Meinung, schreibt sie in die Kommentare. Was haltet ihr von den Grünen? Glaubt ihr noch dran, dass das wirklich edle Öko-Leute sind, die das Gute wollen? Oder sind das nicht verdammte Heuchler? Gebt mir Feedback, gebt mir Resonanz. Und natürlich, wenn euch das Video gefallen hat, freue ich mich immer, wenn ihr es teilt und auch meinen Kanal abonniert, falls ihr das noch nicht getan habt. Soweit für heute. Wir sehen uns bald wieder.

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Kommentare

Kommentar von Hildegard Hardt

Als regelmäßige Zuhörerin von "Bessere Zeiten - Wagenknechts Wochenschau" kannte ich das Video bereits und habe ein entsprechendes Feedback gegeben. Aber auch hier möchte ich nochmals kurz dazu sagen: JEDER Satz spricht mir aus der Seele, und ich kann den Zorn dieser mutigen Frau nur zu gut verstehen!

Sie hat das seltene Talent, in gepflegter Sprache den politischen Heuchlern die Maske vom Gesicht zu reißen. So ist es nicht verwunderlich, daß sie sogar von den eigenen Parteimitgliedern angefeindet wird.

Ich habe mich schon oft gefragt, welcher Partei sie vielleicht beitreten könnte, denn DIE LINKE hat sich spätestens mit der Ramelow-Wiederwahl ihr eigenes Grab geschaufelt. - Selbst bei der AfD wäre sie nicht gut aufgehoben, obwohl dort fast alle Schnittmengen vorhanden sind. Ihre harte Kritik auf hohem sprachlichen Niveau würde jedoch die anderen Mitglieder der Fraktion in den Schatten stellen, und das würden sie nicht dulden.

S. Wagenknecht plant eine eigene Partei. Sie hätte sogar das Zeug dazu, die größte Oppositionspartei zu werden, denn diese Politikerin ist selbstkritisch, von einer gnadenlosen Offenheit und sie verbiegt sich nicht. Sie würde sich daher auch nicht "kaufen" lassen.

Gegen eine solche Partei würden sich aber alle jetzt noch so verfeindeten Etablierten zusammenschließen, denn alle haben die berühmten Leichen im Keller. Sahra Wagenknecht hat nur einmal gewagt, in einem Restaurant Hummer zu essen. Das dürfte zu vernachlässigen sein.

Trotzdem kann man ihr zu ihrem Vorhaben nur alles Gute wünschen!

Kommentar von Sven-Uwe Urban

Wenn man sich die Debattenkultur ansieht, dann sitzen in unseren Parlamenten schon längst wieder die Faschisten, sogar in der Regierung. Und es sind tatsächlich die, die am lautesten schreien, sie wären die Antifaschisten !

Kommentar von hans

… konsequenterweise sollte Sahra Wagenknecht der AfD beitreten. Genügend Schnittmengen gäbe es. Sollte sie selber eine Partei gründen - spaltet das unnötig die Opposition.