Toddn Kandzioras Wochenrückblick 05/2021

Ganz normaler Irrsinn oder fünfte Kolonne?

von Toddn Kandziora (Kommentare: 2)

Wer steckt hinter dem täglichen Wahnsinn? Eine heimlich und subversiv tätige Gruppierung?© Quelle: Pixabay / OneGo

Toddn Kandziora beschäftigt diese Woche die Frage, wer hinter dem täglichen Wahnsinn steckt. Irgendwer muss doch dahinterstecken, gibt es gar eine fünfte Kolonne? Und welche Interessen vertritt diese? Nur Verschwörungstheorien? Unser Kolumnist setzt diesen ganzen Verwerfungen einen Schrei nach Liebe – nen, nach der schönen alten Freiheit! – entgegen und endet mit einem traurigen „Venceremos!“ das fast schüchtern zum Widerstand aufruft.

Dies ist nun meine fünfte Kolumne. Nein, nicht fünfte Kolonne. Als fünfte Kolonne wird seit dem spanischen Bürgerkrieg 1936 eine heimlich und subversiv tätige Gruppierung bezeichnet, deren Ziel es ist die bestehende Ordnung eines Landes im Interesse einer fremden Macht zu zerstören. Das liegt mir fern. Dergleichen befürworte ich nicht. Allerdings kann ich mich immer weniger des bösen Gedankens erwehren, dass eine solche, subversiv tätige, fünfte Kolonne in meinem Geburtsland die politische Macht in ihren Händen hält und effektiv an der Zielerreichung arbeitet.

Aber ich frage mich, in welchem Interesse welcher „fremden Macht“ eigentlich? Den Irrsinn vieler, täglich neu verkündeter, politischer Entscheidungen jetzt mal beiseitegeschoben. Das, was in einem Jahr durch politisch umgesetzte Gesundheitsmaßnahmen erreicht wurde, das könnte, aus einem düsteren Blickwinkel betrachtet als großer Erfolg dieser ominösen fünften Kolonne angesehen werden.

Betrachten wir mal die vermeintlichen Siege, die eine solche, „fremde Macht“ innerhalb eines Jahres erreicht hat:

Sieg Eins: Die Bevölkerung des Ziellandes ist heillos zerstritten und tief gespalten worden. Dieser Riss geht selbst durch die Familien. Langjährige Freundschaften wurden zerstört. Werden nie wieder zueinander finden. Die häusliche Gewalt erreicht ungeahnte Ausmaße. Alte, geliebte Menschen sterben vereinsamt in Pflegeheimen. Frauenhäuser füllen sich rasant.

Sieg Zwei: Die produzierende Wirtschaft des Ziellandes wird über Jahre hinaus seiner Produktionsmöglichkeiten beraubt. Der deutsche Mittelstand und tausende von Klein- bis Kleinstunternehmen werden und wurden zerstört, oder werden gerade noch so durch staatliche (Steuergeld) Subventionen am Überleben gehalten. Insolvenzen dürfen derzeit nicht gemeldet werden. Die auf uns zukommenden, wirtschaftlichen Umwälzungen sind also heute noch gar nicht in ihrer ganzen Bandbreite abzuschätzen.

Sieg Drei: Das Kulturleben des Ziellandes ist fast gänzlich zum Erliegen gekommen. Künstlerisches Leben ist größtenteils nur über Internet möglich. Hunderttausende von Künstler*innen können nicht arbeiten oder wirken und leben prekär, sind auf staatliche Hilfe angewiesen, wenn sie überhaupt welche erhalten.

Sieg Vier: Zerstörung der nächsten Generation des Ziellandes. Die Schulen sind seit einem Jahr nicht in der Lage den Lehrauftrag zu erfüllen. Das Bildungsdefizit einer ganzen Generation wird zu gravierenden Problemen führen. Labilere Kinder und Jugendliche werden unter dem Lockdown in die Depression getrieben und in ihrer Entwicklung behindert, ja gestoppt. Angsterkrankungen steigen stark an. Anstalten sollen sich schon mit selbstmordgefährdeten Kindern und Jugendlichen füllen. Die Selbstmordraten sollen steigen. Es ist ein Verbrechen an unserer Jugend. Anders kann ich es nicht ausdrücken. Es ist ein Verbrechen.

Sieg Fünf: Die Bevölkerung des Ziellandes wird auf vielfältige Art und Weise kontrolliert. Es werden Ausgangssperren eingeführt. Die Bevölkerung darf nur wenige Stunden das Haus für wichtige Besorgungen oder Arztbesuche verlassen. Es gelten Reiseverbote, Besuchsverbote unter Bekannten und innerhalb von Familien. Ein Bewegungsradius von 15 Kilometer um den Wohnort wird befohlen.

Sieg Sechs: Aufbau von „Hilfstruppen“ im zu zerstörenden Zielland. z.B. durch die Kontrolle der öffentlichen Medien und landesweiten Presse. Verbot politischer Organisation oder Parteien. Löschen unliebsamer Personen, Nachrichten und Kanäle im Internet. Berufsverbote. Entlassungen. Allerorten die „Rekrutierung“ von willigen Personen für Spitzel und Denunzianten-Dienste und zur Sicherstellung der Umsetzung neuer Gesetze und Verordnungen.

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Ich habe gerade sechs Siege beschrieben. Ich hätte noch weitere aufschreiben können. Doch schon diese sechs wären, zusammengefasst, ein großer Sieg im Interesse einer ominösen, fünften Kolonne. Sollte das alles zutreffen, wer könnte dann diese „fremden Macht“ sein? Wie würde sie ausschauen? Hätte sie ein menschliches Gesicht? Wäre es eine Art Interessenvereinigung mächtiger Personen dieser Erde? Vielleicht eine global expandierende Pharmaindustrie, die derzeit Riesengewinne verbuchen kann? Banken? Oder Regierungen der Länder, die umfassende COVID-19 Verordnungen an ihre Bevölkerungen ausgeben?

Warum eigentlich? Um Bevölkerungen zu schützen? Glaub ich nicht. Wenn sie es mit dem Gesundheitsschutz für ihre Leute ernst meinen, würden sie dann nicht auch Zuckerspeisen verbieten, Tabak und Alkohol? Daran sollen Menschen ja auch sterben. Wird so gemunkelt. Mag vielleicht daran liegen, das mittels „Süßem“ das Ding mit der Angst nicht wirklich zielorientiert vermittelt werden kann. Angst ist immer schon das gewichtigste Mittel zur Machterhaltung gefährdeter Systeme gewesen. Zu allen Zeiten. Durch Einsatz von Angst werden Mächtige erst wirklich mächtig. Bekommen den gewollten Einfluss auf die Bevölkerung den es braucht. Wie in Deutschland sehr schön zu erkennen ist. Je größer die vermittelte Angst, desto härter können ihre Schutzmaßnahmen durchgesetzt werden die, eigenartigerweise das Vertrauen der Bevölkerung zur politischen Machtelite noch verstärken. (Laut diversen Umfrageergebnissen). Und so gesehen, meiner ominösen fünften Kolonne zur Ehre gereichen. Möglicherweise. Nein. Blödsinn. Natürlich nicht. Humbug.

Die schweigende Mehrheit in diesem Land übt sich gerne weiter in Demut und macht Verordnungen mit, die sie in ihren Grundrechten einschränkt und dieser beraubt. Im guten Glauben, wenn jeder Einzelne weiterhin lieb ist, die Regeln befolgt und Verordnungen einhält, er morgen vielleicht schon wieder in den Urlaub fliegen darf von Merkels Gnaden. Oder in ein Restaurant, ins Kino, in die Stammkneipe, Theater, ins Fitness-Center oder zum Friseur. Im guten Glauben, dass morgen wieder alles gut ist, das Virus besiegt wird und die Sonne scheint. (Natürlich nur mit Impfung.)

Doch morgen kann es durchaus sein, dass kein Flieger mehr in Richtung der Kanaren starten wird. Morgen wird in vielen Restaurants die Küche kalt bleiben. In den Kinos wird kein Film mehr laufen, die Stammkneipe um die Ecke wird für immer geschlossen bleiben und der/die/das Friseur*in ist pleite. Was, das frage ich mich heute, nützen mir morgen vielleicht (da kann sich niemand sicher sein) zurück erhaltenen Freiheiten und Grundrechte, wenn es nichts mehr gibt, wo wir diese ausleben können, weil wir heute nicht für diese gekämpft haben? Natürlich gewaltfrei! Jeder von uns mit Hoffnung auf ein freies Morgen mit seinen Möglichkeiten. Venceremos. Ist doch klar.

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