Die Evangelische Hochschule Nürnberg huldigt einem neuen Gott: Die Diversität

Gott ist ausgezogen – und zurück bleibt eine Ortsgruppe der Grünen

von RA Dirk Schmitz (Kommentare: 1)

Schicksal der Heuchler: Angst essen Seele auf© Quelle: www.evhn.de, Screenshot

Die evangelische Kirche ist nicht geistlicher Gegenraum zur Gesellschaft, sondern heute CDUSPDGrüne-Verstärkungsanlage mit Orgelmusik.

Von RA Dirk Schmitz

Es gibt Augenblicke, in denen Institutionen ihre Kritiker nicht widerlegen, sondern ihnen - unfreiwillig - Recht geben. Der Fall des Nürnberger Theologieprofessors Ralf Frisch ist ein Paradebeispiel dafür.

Frisch ist kein konservativer Blogger, kein kirchenferner Provokateur und kein politischer Agitator. Er ist Professor für Systematische Theologie und Philosophie an der Evangelischen Hochschule Nürnberg, evangelischer Pfarrer, ehemaliger Militärdekan an der Universität der Bundeswehr München und war bis 2022 theologischer Referent der bayerischen Landessynode. Kein Außenseiter, sondern ein Mann aus dem Innersten des Systems, der die Kirche nicht von außen beschießt, sondern von innen kritisiert.

Frisch hat ausgesprochen, was viele Kirchenmitglieder seit Jahren nur noch kopfschüttelnd registrieren: Die evangelische Kirche hat sich in weiten Teilen vom göttlichen Auftrag entfernt und ist zu einer politischen Moralagentur geworden. Der zentrale Vorwurf von Frisch lautet, dass im kirchlichen Raum jede politische Abweichung moralisch negativ markiert wird. Wörtlich erklärte er:

„Es ist eine erfolgreiche Strategie, alles, was nicht einer bestimmten politischen Überzeugung entspricht, sofort als ‚rechts‘ zu etikettieren.“

Das ist kein beiläufiger Satz. Er beschreibt einen Mechanismus: Nicht das Argument zählt, sondern die politische Einordnung des Sprechers. Wer nicht dem erwartbaren Meinungskorridor entspricht, gerät sofort „unter Verdacht“. Kirchenpolitik als Dezesion von Freund und Feind.

Noch fundamentaler ist Frischs zweite Kritik. Ihm geht es gerade nicht darum, die Kirche konservativer oder parteipolitisch anders auszurichten. Sein Vorwurf: Die Kirche verliert ihre religiöse Sprache. Über den heutigen Protestantismus sagt er, er habe oft das Gefühl, Texte von „DGB, SPD oder Grünen“ zu lesen.

Und fügt hinzu:

„Das Narrativ sollte primär ein religiöses und kein politisches sein.“

Frisch beklagt keine linke Kirche, sondern eine Kirche, die aufhört, Kirche zu sein.

Und dann geschieht das Bemerkenswerte: Die Evangelische Hochschule Nürnberg (EVHN) reagiert nicht mit Theologie. Nicht mit Bibel, Dogmatik oder einer ernsthaften Auseinandersetzung über die Frage, ob Kirche tatsächlich noch ausreichend von Gott spricht. Stattdessen folgt eine „öffentliche Distanzierung“.

Frischs Positionen sind, so die Hochschule, „keineswegs repräsentativ“ für die dort gelehrte Theologie. Zudem betonen die Woken: „Die EVHN steht für Diversität.“ Welche Diversität?

Weiter heißt es, eine demokratische Kirche lebe davon, „andere Meinungen auszuhalten“, statt „pauschal zu diffamieren“. Die EVHN hält gar nichts aus, erkennt nicht einmal ihre eigene Ironie:

Ein Theologieprofessor kritisiert, die Kirche sei politisiert, moralisiere und neige dazu, Abweichler politisch zu markieren. Die institutionelle Antwort besteht in der Markierung, einer öffentlichen Distanzierung, flankiert von einem Vokabular, das an politische Leitbilder gegenwärtiger Hochschul- und NGO-Kommunikation erinnert - nicht an klassische Theologie: Nächstenliebe, theologische Offenheit, Gottesorientierung und Bibeltreue.

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Die eigentliche Kernfrage Frischs – spricht die Kirche noch ausreichend von Gott? – bleibt in ihrer Nichtantwort beantwortet:

Kein Wort zu Erlösung.

Kein Wort zu Sünde.

Kein Wort zur Transzendenz.

Kein Wort dazu, ob christlicher Glaube sich tatsächlich in ethisch-humanitärer Beliebigkeit und politischer Haltung erschöpfen darf.

Die Stellungnahme der Hochschule widerlegt seinen Vorwurf nicht – sie illustriert ihn. Statt theologischer Gegenrede erfolgt institutionelle Markierung. Statt einer Debatte über Gott gibt es eine Debatte über zu meidende Diskursräume. Statt der Frage nach Wahrheit dominiert die Frage nach Haltung.

Gerade die protestantische Tradition lebte jahrhundertelang vom innerkirchlichen Streit. Luther war keine kirchliche Compliance-Abteilung. Karl Barth verstand Dogmatik ausdrücklich als Selbstprüfung der Kirche an ihrem Gegenstand: dem Evangelium.

Frisch:

„Wenn Karl Barth recht hat, dass Dogmatik die Selbstprüfung der christlichen Kirche hinsichtlich der Frage ist, ob diese Kirche eigentlich noch ihrem Gegenstand – dem Evangelium – entspricht, dann gehört das schlicht zu meinem Job.“

Die evangelische Kirche ist nicht geistlicher Gegenraum zur Gesellschaft, sondern heute CDUSPDGrüne-Verstärkungsanlage mit Orgelmusik.

Wer Trost sucht, findet Aktivismus. Wer Glauben sucht, erhält gottfreie Haltung. Wer metaphysische Tiefe erwartet, bekommt politische Pädagogik.

Und wer Kritik daran äußert, gilt als verdächtig.

Gott hat diese Kirche längst verlassen – und zurück bleibt eine gut finanzierte Ortsgruppe des progressiv-grünen Geistes mit Kirchensteueranschluss.

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