Deutschland erinnere Dich: Du bist das Land der Autobauer und Ingenieurskunst

Grüner Wasserstoff beschleunigt auf 300 Stundenkilometer

von Jan-Heie Erchinger

Auf dem Kühlergrill prangen die heiligen Logos von Mercedes, Porsche, Audi, BMW, Borgward … von VW?© Quelle: Youtube / Supercar Blondie, PIxabay FelixMittermeier, Montage Alexander Wallasch

Immer, wenn ich vor circa 3 bis 5 Jahren von einer Wasserstoff-Mobilität schwärmte, watschten mich vermeintliche Öko-Wirtschaftsrealisten ab. Elektro, nur das sei es ... nix anderes.

Immer wieder: Ich bin stolzer und glücklicher Deutscher. Fast täglich bedanke ich mich bei Gott, Thor und/oder der Sonne, in diesem schönen Land zu wohnen. Danke.

Neulich war ich in Einbeck – nie gehört?

Einbeck, eine Kleinstadt nah an deutscher Fachwerkstrasse, Weserbergland und unserer geliebten Nord-Süd-Bundesautobahn A7.

Hier gibt es einen sehr zu empfehlenden PS-Speicher, eins der größten Oldtimer-Museen Europas. Und allein von der A7 in Richtung Einbeck zu fahren ist ein Geschenk!

Schöne Dörfer und hohe Hügel, für mich schon kleine Berge, oh – auf einmal steht da links ´ne echte Ritterburg!

Dann die schöne Verkehrsinfrastruktur dort: beeindruckende Brücken und kurvige Straßen. Viele fleißige Menschen haben hier jahrhundertelang emsig geschafft, entworfen, erfunden.

Ich zieh´ meinen Hut vor Euch – voller Respekt! Wie schön, dass diese Leute unsere Welt im wahrsten Sinne konstruktiv nach vorne brachten.

1886 meldete Carl Benz sein "Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb" als Patent an. Wie unendlich beeindruckend und im Wortsinne weltbewegend.

Zeitsprung: Die Herren Robert Habeck und Olaf Scholz waren gerade in Kanada und jetzt wird kollektiv grüner Wasserstoff abgefeiert.

Dieser grüne Wasserstoff wächst weit weg von unserem Deutschland und ist alles andere als fertig produziert. Spannend ist, dass diese Habecks auf einmal LPG-Autogas, Frackinggas und Wasserstoff aus Kanada toll finden, obwohl er noch tausende Kilometer transportiert werden muss.

Mich freut aber die deutlich positivere Stimmung bezüglich Wasserstoffenergie. Natürlich müssen sie zwingend die Farbe Grün davor setzen.
Grüner Wasserstoff – energetisch erzeugt aus der Energie von Erneuerbaren.

Schwärmte ich früher von Wasserstoffmobilität, wehrten die Dunkel-Grünen ganz schnell ab und konterten mit Verzichtsideologie, Kopfschütteln oder dem Mantra "Das läuft alles mit Elektro." Mea Culpa, ich hätte vielleicht nicht zwingend von "grünem Wasserstoff" schwärmen sollen.

Warum wurde das so abgebügelt, warum wurde in den letzten Jahren immer nur die Elektro-Karte gespielt? Weil bei uns alles von oben gesteuert werden muss. Sie sagten, man dürfe sich nicht verzetteln. Langweilig!

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Gerne noch mit einer Forderung für sofortiges Tempolimit garniert – büßer-bürokratisch und latent protestantisch-puritanisch, gespickt mit irgendwelchen runterziehenden Ansagen a lá: „Da kommt man auch viel entspannter an.“ Oder „autonomes Fahren ist ohne Tempolimit gar nicht umsetzbar.“

Ach ja? Ich sage: Dann macht Euch gefälligst ´n Kopf, damit wir die ersten sind, die das auf ihrem weltweit einzigartigen Autobahnnetz verwirklichen.

Heute bin ich der Meinung: Elektro – das kann eh jeder in fast jedem Land. Aber faszinierende Wasserstoff-Motoren, wie schon im Jahr 2000 im BMW Hydrogen 7, das kann nicht jeder und das bekommt man auch nicht in jedem Land der Erde technisch gewuppt.

In Deutschland schon! Ein ultimatives Alleinstellungsmerkmal.

Noch mal zu den Grüneren und öffentlich Rechtlicheren: Der Krieg in der Ukraine und die damit einhergehende fast totale Festlegung auf Feindschaft zu Russland und die irritierend unkritische bis typisch deutsch folgsame Übernahme von Kriegsnarrativen der amerikanisch-ukrainischen Sichtweise führt offenkundig bei manchen zu sofortiger 180-Grad-Meinungsdrehung bezüglich Wasserstofftechnologie.

Ok, dann hat das also zumindest etwas Gutes und ich will das positiv verstärken, so unendlich verstörend ich die Umfallerfertigkeiten vom Ober-Leid-Gesicht Habeck in puncto Fracking oder eben auch dem Forcieren von Wasserstoffnutzung auch finde.

Ich träume jetzt nachts von wunderschönen Automobilen, angetrieben und locker auf 300 km/h beschleunigt durch grünen Wasserstoff. Auf dem Kühlergrill prangen die heiligen Logos von Mercedes, Porsche, Audi, BMW, Borgward … von VW?

Nee, VW kam mir in den letzten Jahren ganz besonders unoffen vor, VW forcierte ganz besonders penetrant und einseitig die Elektro-Karte. Hoffentlich wird das mit dem Abgang von Herrn Diess wieder anders.

Der neue VW-Chef ist ab nächste Woche Oliver Blome. Er ist ein Jahr jünger als ich, Baujahr 1968, und hat ein Jahr später als ich in Braunschweig sein Abi gemacht. Schon deshalb persönlich sympathisch.

Er sieht aus wie ein starker Ritter und hat sich auch für E-Fuels beziehungsweise die Erlaubnis der Weiterbetankung nach 2035 mit dem E-Fuel-Sprit eingesetzt. Sehr gut!

Er hat zwar laut Wikipedia auch früh die Fokussierung des Unternehmens auf Elektromobilität vorangetrieben, aber wer weiß, zu was er in der Lage sein wird, ich sehe da was in seinen Augen. Oder besser – ich nehme deutlich wahr, dass ich mir das stark wünsche.

Möge er sich unseren deutschen Erfinder-Wurzeln verpflichtet fühlen, möge er sich begeistern, schnelle und bezahlbare Autos zu entwickeln, möge er die Wasserstoff-Technologie mittelfristig auch für PKWs anschieben.

Deutsche Wertarbeit – fairarbeitet in faszinierenden und leistungsstarken Wasserstoffmotoren. Das kam mir so in den Tagtraum-Sinn, als ich jüngst von der A7, an Fachwerkhäusern und Burgen vorbei, Richtung Einbeck zum PS-Speicher fuhr.

Offen und ehrlich – in meinem geliebten Golf 3 Cabrio!

(Quelle: privat)

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