Ein Krimi: Drei Tote auf der MV Hondius und eine Moderna-Aktie, die anschließend durch die Decke geht

Hantaviren-Alarm: Corona-mRNA-Technologie und US-Militärforschung in der Ukraine

von Gregor Leip (Kommentare: 3)

Deutsche Corona-Netzwerk-Forscher arbeiten an denselben Erregern© Quelle: Pixabay/domeckopol

Ein Kreuzfahrtschiff mit angeblich tödlichem Cluster, mRNA-Impfstoff-Pipelines aus der Corona-Ära und US-Militärlabore: Die Fakten deuten auf den nächsten „Disease X“ hin – mit klaren industriellen und militärischen Interessen.

Ein behaupteter Ausbruch des Andes-Hantavirus auf dem niederländischen Kreuzfahrtschiff MV Hondius hat weltweit Aufsehen erregt: Bis zum 11. Mai 2026 mutmaßlich neun Fälle, drei Tote, darunter Passagiere aus mehreren Ländern, die das dann alles bei der Heimkehr schön verteilen können.

Das Virus, das von Nagetieren stammt und beim so genannten Andes-Stamm auch Mensch-zu-Mensch übertragbar sein soll, wurde nach einer Reise ab Argentinien bestätigt .In Deutschland laufen die Fäden bei etablierten Institutionen zusammen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) betreibt das Konsiliarlabor für Hantaviren mit Experten wie Sabrina Weiss (Epidemiologie, molekulare Charakterisierung, früher Charité) und Daniel Bourquain (Pathogenese, Immunantwort). Weiss war 2012 Ko-Autorin einer Studie zu einem Fledermaus-Hantavirus in Sierra Leone – gemeinsam mit Christian Drosten.

An der Universitätsmedizin Essen forschen Hannah S. Schwarzer-Sperber und Roland Schwarzer intensiv zur Zellreprogrammierung und Pathogenese von Puumala-Virus, mit Kooperationen zum RKI. Die Parallelen zur Corona-Forschung sind offensichtlich: Dieselben Labortechniken (Sequenzierung, Zellmodelle) und Plattformen (mRNA/DNA) kommen nun bei Hantaviren zum Einsatz. Corona hat die Entwicklung beschleunigt – und die Industrie sieht – logisch – Potenzial.

Moderna arbeitet seit 2023 mit der Korea University Vaccine Innovation Center (mRNA Access Program) und USAMRIID an mRNA-Hantavirus-Impfstoffen. Das U.S. Army Medical Research Institute of Infectious Diseases (USAMRIID) ist das führende Forschungslabor des US-Verteidigungsministeriums „zur Abwehr biologischer Bedrohungen“.

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Die Forschung lief vor dem Kreuzfahrt-Ausbruch; danach stiegen die Aktien um bis zu 12 Prozent. Um zu verdeutlichen, was das heißt: Ein 12-prozentiger Anstieg der Moderna-Aktie bedeutet finanziell vor allem eine Steigerung der Marktkapitalisierung um ca. 2,5 Milliarden US-Dollar.

USAMRIID unter Jay Hooper forscht seit Jahrzehnten an DNA- und Antikörper-Gegenmaßnahmen gegen Hantaviren – ursprünglich als Biodefense (Phase-1-Studien abgeschlossen) – also als Abwehr einer biologischen Kriegswaffe.

Offiziell zum Schutz für Soldaten. Historisch untersuchte das US-Programm (bis 1969) Hantaviren, heute als Category C eingestuft.

Und es gibt zudem einen Hantavirus-Ukraine-Kontext: Russland warf den USA vor, in DTRA-finanzierten Laboren (Projekt UP-8) Biowaffen zu entwickeln. Unabhängige Checks (UN, WHO, BBC) sehen darin Surveillance-Programme gegen natürliche Ausbrüche – keine Belege für offensive Waffen.

Die deutsche Forschung bleibt nach Selbstbekunden öffentlich und grundlagenorientiert. Es finden sich keine direkten Pharma-Patente bei Weiss, Bourquain oder der Essener Gruppe. Dennoch: Der Corona-Erfolg weckt Begehrlichkeiten an Plattform-Technologien für „neglected“ Viren – also für Viren, die bisher von Forschung und Pharma vernachlässigt wurden.

Der Markt ist klein – ein größerer Ausbruch könnte ihn jedoch dramatisch vergrößern. Militärisch finanzierte und industriegetriebene Hanta-Pipelines laufen auf Hochtouren – beschleunigt durch Corona-Technologie. Die Öffentlichkeit verdient volle Transparenz, bevor der nächste „Warp Speed“ startet.

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