Das Interview von Björn Höcke bei „{ungeskriptet} by Ben“ hat ein ungewöhnlich starkes Echo ausgelöst – allerdings weniger im Sinne einer klassischen inhaltlichen Auseinandersetzung als vielmehr als Debatte darüber, ob man Höcke eine derart lange Plattform geben dürfe.
Systemmedien griffen drei Punkte auf:
1. die enorme Reichweite,
2. die Länge und Ungeskriptetheit des Gesprächs,
3. die Gefahr einer „Normalisierung“ Höckes durch ein ruhiges Langformat-Interview.
Selbst internationale Medien erwähnten das Gespräch inzwischen anerkennend als Beispiel dafür, dass Höcke zunehmend außerhalb klassischer TV-Formate Reichweite erzielt. In der englischen Wikipedia wird das Interview bereits als „viral“ beschrieben; dort heißt es, das fast viereinhalbstündige Gespräch habe innerhalb eines Tages über eine Million Aufrufe erzielt.
Die Reaktionen der klassischen deutschen Medien lassen sich grob in drei Lager einteilen:
Kritische Einordnung: Viele Beiträge warnten davor, dass lange Podcast- oder YouTube-Formate Politikern wie Höcke erlaubten, ohne journalistische Gegenwehr ihre Narrative auszubreiten.
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Medienkritische Selbstreflexion: Einige Kommentatoren stellten fest, dass klassische Talkshows und lineare Medien gerade bei jüngeren Zuschauern massiv Reichweite verlieren und Formate wie „Ben Ungeskriptet“ deshalb politisch relevanter werden.
Strategische Beobachtung: Teilweise wurde nüchtern analysiert, dass die AfD und speziell Höcke inzwischen Kommunikationsräume besetzen, die außerhalb der Kontrolle etablierter Redaktionen liegen.
Auffällig ist dabei: Das Interview wurde zwar breit diskutiert, aber indirekt. Viele Medien nannten nicht einmal ausführlich den Inhalt, sondern konzentrierten sich auf die „Gefährlichkeit“ oder die Reichweite des Formats selbst. Dadurch entstand paradoxerweise zusätzlicher Aufmerksamkeitseffekt.
Bemerkenswert ist, dass das Gespräch offenbar deutlich größere Abrufzahlen erreichte als viele klassische politische TV-Interviews derselben Woche. Genau das wurde wiederum von Kommentatoren als Warnsignal für die Krise klassischer politischer Propaganda-Medienformate interpretiert.
In sozialen Medien und alternativen Medienräumen war das Echo deutlich euphorischer: Dort wurde das Interview als „historisch“, „unzensiert“ oder „erstmals ausführlich“ beschrieben. Klassische Medien verwendeten dagegen Begriffe wie „rechtsextreme Plattform“, „Normalisierung“ oder „Strategie der Selbstverharmlosung“.
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Kommentar von T S
Große Häresie, da läßt jemand seinen Gesprächspartner nicht nur ausreden, sondern hört auch noch wirklich zu. Das ist ja geradezu höflich, mit Anstand, also für heutige Verhältnisse reaktionär!
Ganz im Gegenteil zum penetrant ins Wort fallenden Lanz, den verhörpraktizierenden Miosgas und wie sie sonst so alle heißen.
Man stelle sich vor was passiert wenn ein Großteil der wahlberechtigten Bevölkernden merkt daß der so beschworene thüringische Teufel (wohnt dort überhaupt wer?) in Wirklichkeit ein ziemlich harmloser besonnener, wenn auch für viele sicher etwas biederer Typ ist - dann würde auch die Dämonisierung der aktuell eiznig relevanten Oppositionskraft wie ein Kartenhaus zusammenklappen.
@Gert Friederichs: Mit dem Feierabend-Bier ist aber auch bald Schluss, man beachte die Anti-Alkohol-Agenda die seit etwa einem Jahr massiv propagiert wird. Komischerweise hört man nichts von einer ebensolchen Agenda gegen die ganze Wasserpfeiferei, und das karlatansiche Rauschkraut wurde und bleibt sogar weitgehend kritiklos legalisiert.
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Kommentar von Johannes Schumann
Ich fand das Interview gut. Die Kritik daran, dass zu unkritisch, kann ich nicht teilen. Höcke bekommt ständig eins auf den Deckel und wird dämonisiert. Es wird viel über Höcke geredet, aber kaum mit ihm. Da gibt es einmal so ein Interview, wo er seine Sicht darlegen kann und schon heißt es, nicht distanziert genug.
Man hat wohl Angst, dass er zu sympathisch rüberkommt.
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Kommentar von Gert Friederichs
Zitat aus dem bemerkenswerten Kommentar hier von Malka:
Die Mehrheit der Menschen hier interessiert ihr nächstes Feierabend-Bier und irgendwelcher Firlevanz.
Derweil wird ihnen ihr eigenes Heimatland weggenommen und sie kriegen es nicht einmal mit.
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Kommentar von Eddy Nova
Vorab sei gesagt : jeder der wirklich eine ALTERNATIVE zum Altparteien System 'UNSERE DEMOCRATIA' wünscht dürfte an Herrn HÖCKE nicht vorbeikommen. Nichts gegen Miss Weidel & Herrn Chrupalla - Wirtschafts -und Arbeitsministerium wären bei ihnen sicher in besseren Händen als aktuell - aber Kanzler einer WAHREN Alternative für Deutschland kann nur BJÖRN HÖCKE sein.
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Das Bild über dem Beitrag wie auch der Eingangssatz über dem Titel suggeriert zumindest das der Autor nicht ganz meiner Ansicht ist. WALLASCH.de Leser die nicht vorhaben den großartigen UNGESCRIPTET Beitrag ( 4 Std. 37 Min. ) zu sehen ,werden allein durch die von mir kritisierten Suggestivpoints einen falschen Eindruck gewinnen.
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Der ausgezeichnete Podcast des UNGESCRIPTET Machers Benjamin Berndt läßt sich grob in 3 parts unterteilen : 1. Höckes Vita 2. Höckes Politikvorstellungen 3. AfD Politik. Der Zuschauer erfährt mit wem er es zutun hat , es folgen hervorragende begründete politische Ansichten und abschliessend die Erfolgsaussichten im parteipolitischen Rahmen.
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Moderator Berndt zeichnet sich durch das aus ,das spätestens seit Folge 50 von 300 zum Ritual wurde. Scheinbar wenig über seine Gäste informiert möchte der hervorragende Moderator schlauer aus der Sendung herausgehen als bei der Begrüssung - ebenso seine Zuschauer , das ist das Ziel.
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Das Herr Berndt alles andere als nicht informiert ist zeigt sich im Lauf der Sendung anhand seiner gekonnten Nachfragen sowie beim Plattitüden point - der bei Herrn Höcke nicht vorkam. Verliert sich ein Gast im Floskelbereich ist Berndt immer sofort da , das finde ich persönlich grossartig da er so dem 'Abschaltmoment genervter Zuschauer' zuvorkommt.
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Explizit zeigte sich das bei der legendären Eric Ahrens Folge - die leftys werden 'abgekotzt' haben , Ahrens erwies sich als unterhaltsam durchgeknallt mit bezogen auf die Sendezeit 5 % dubiosen Ansichten ...ein Moderator hätte zwei Optionen gehabt : 1. Ahrens in die Shoa Leugner Ecke zu drängen oder 2. versuchen Eric Ahrens zu verstehen und ehrliches Interesse zu zeigen warum der Mann denkt wie er denkt.
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UNGESCRIPTET entscheidet sich immer für 2 - der Wunsch den Gast zu verstehen steht über dem Wunsch die politische Correctheits-Dictatura der Altparteien Banden durchzusetzen. Da liegt im Grund der Vorwurf ...Stellen sie sich vor sie seien mässig Politic interessiert und bestellen einen Gärtner für ihren Vorgarten - der Mann leistet hervorragende Arbeit ,ist sympathisch und verlangt einen fairen Preis. Allerdings zieren seine Oberarme Tattoos die auf eine rechte Gesinnung deuten ...
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Obwohl der Mann nur den Garten auf Vordermann bringen soll , obendrein sympathisch ist verlangen die Altparteien Banden den Mann rauszusschmeissen und bestehen auf diese Art der Positionierung. Warum eigentlich - es wäre doch viel interesssanter zu verstehen warum der Mann denkt wie er denkt ...Alternativ alles auf die Gartenarbeit beschränken.
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Ich frage mich immer wass würde passieren wenn ein Altparteien Banden Mitglied sein Auto für E 20.000 verkaufen wollte - kein Interessant würde mehr als 12.000 E bieten und der einzige der E 20.000 bietet wäre ein NPD Mann. Konsiquent wäre auf die 8.000 E Differenz zu verzichten ...ich habe bei dem Gesindel zunehmend den Eindruck sie würden die E 20.000 zähneknischend nehmen und nach der Bezahlung einen unbeobachteten Moment nutzen noch eine Motor schädliche Substanz in den Tank zu kippen die ihre Wirkung selbstverständlich erst nach 1000 Kilometern zeigt.
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Das Altparteien Members weder Ehre noch Würde haben zeigt sich meiner ganz persönlichen Ansicht nach an den Reaktionen auf die Sendung. Ich verachte diese Händele zutiefst - Herr Höcke mag nicht perfect sein - leicht bigotte altbackene Züge , aber er scheint absolut 'grade' - kaum vorstellbar das er je einem vom Gesindel - Bezug nehmend auf mein Autoverkaufsbeispiel , hintenherum Schaden zufügen würde.
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Ein Feeling das ich bei JEDEM Altparteien Ganneff habe - dagegen habe ich bei Herrn Höcke das Gefühl das er wirklich im Interesse des Deutschen Volkes handelt. Das Interview bestärkte dass Gefühl noch ...Und Moderator Berndt lag mit seinem Werbeuntertitel für seine Sendung sicher nicht verkehrt ...der Trailer zeigte das bekannte UNGESRIPTET Logo mit dem Bild des Gast und einem an ein Zitat erinnernden Titel ...im Fall Höcke lautete der SIE HABEN ANGST VOR MIR ...
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Kommentar von stephan manus
Die Dämonisierung hat Höcke zum bekanntesten Politiker Deutschlands gemacht. Alle kennen ihn.
Mag für einige komisch klingen aber für mich steht Höcke in direkter Nachfolgelinie von Willy Brandt. Mehr Demokratie, Völkerverständigung/Frieden, Wohlstand für alle und "zuerst an unsere eigenen Landsleute denken" (damals bei der ersten Ölkrise) usw.
Auch viele ihm negativ zur Last gelegten Ausssagen kann ich nicht nachvollziehen. Beispielsweise hat Neil MacGregor in seinem Buch 2014 zu seiner Ausstellung „Deutschland. Erinnerungen einer Nation“, auf eine Besonderheit deutscher Denkmalkultur aufmerksam gemacht. Er kenne, schrieb er „kein anderes Land, das in der Mitte seiner Hauptstadt ein Mahnmal der eigenen Schande errichtet hätte.“ Ist nun mal Fakt. Höcke zitiert ihn 2017 und auf einmal gings los. Bis heute. Eines von vielen Beispielen.
Ich mag an Höcke, dass er sich nicht weichspülen lässt wie andere in der AfD. Er ist authentisch und gradlinig. Es geht ihm, m.E. glaubwürdig, um die Interessen Deutschlands.
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Kommentar von Ombudsmann Wohlgemut
Ob da nun wirklich alles ungeskriptet ist, sei mal dahingestellt.
Aber ich finde solche Formate allein schon deshalb gut, weil man von jedem ausführlich seine Sichtweisen kennenlernt und es grundsätzlich ziemlich schwer wäre, über viereinhalb Stunden alles perfekt zu inszenieren, es also ein deutlich realistischeres Bild zeichnet als eine 08/15-Show, in der man nur kurz zu Wort kommt, die üblichen Themenbereiche anspricht und sofort die immergleichen Anschuldigungen statt Diskussionen kommen.
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Kommentar von Maria Eing
Erleichterung und Freude sind das Echo auf dieses Interview.
Da wird was erinnert......menschlich miteinander reden, zuhören, neugierig sein und sich stehen lassen können.
Nicht reaktiv "draufhauen und zerlegen" was einfach nicht Wahrgenommen werden darf, die systhematische Zerstörung unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens mit zahlreichen kleinen und großen Stellschrauben in allen Bereichen des Alltags.
Das große dankbare, anerkennende Echo in den Kommentaren ist mutmachend.
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Kommentar von Malka
Ich habe mir das Interview angehört.
Und ich muss ein bisschen Abbitte leisten.
Ich war echt überrascht über die Ansichten von Herrn Höcke.
Vorher hatte ich -ohne ihn zu kennen- doch ein bisschen das Mainstream Geblubber über ihn für bare Münze genommen…
Mittlerweile frage ich mich: Der Mann hat ja Familie, Kinder,…
Hatten nicht sogar irgendwelche Linken in seinem Umfeld so eine Art Mini-Holocaust- Memorial aufgebaut?
Ich habe für mich hier eines mitgenommen:
Die Mehrheit der Menschen hier interessiert ihr nächstes Feierabend-Bier und irgendwelcher Firlevanz.
Derweil wird ihnen ihr eigenes Heimatland weggenommen und sie kriegen es nicht einmal mit.
Ich schwanke hier zwischen Mitleid und so einem- wer so blöd ist, hat‘s nicht besser verdient- Gefühl.
Mittlerweile bin ich froh über die Mitbürger, die sich überhaupt noch Gedanken machen über Deutschland und unsere Kultur…
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Kommentar von Barbara Blume
Ich kann mich K.Anger nur anschließen !
Mein Mann gehört auch zu den "Nicht-Biodeutschen", die schon längst "deutscher" sind als z.B. auch ich als "Bio-Deutsche" ...
Ich konnte nichts Verwerfliches an Höckes Aussagen feststellen und fand auch die Gesprächsführung von "Ben" sehr gut. Deshalb werde ich mir noch weitere seiner langen Interviews mit anderen Personen, die "unserer Demokratie" kritisch gegenüberstehen, anhören.
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Kommentar von Kevin Anger
Ich finde dieses Interview sehr positiv:
Erstmals habe ich die Möglichkeit gehabt, mir ein Bild über die Person Höcke und seine Ansichten zu machen und nicht nur Aussagen über Höcke von linksgrünwoke-verseuchten Personen (Journalisten mag ich sie nicht nennen) Höcke ertragen zu müssen.