Sicherheit ist ein soziales Bürgerrecht

Ich hab‘ noch einen Koffer in Berlin!

von Jan-Heie Erchinger (Kommentare: 3)

Parallel-Gesellschaften, parallele Justiz oder eine komplett andere Auslegung unserer Gesetze sind nicht hinzunehmen.© Quelle: Pixabay / ingeborgkraka

Ich hab‘ noch einen Koffer in Berlin! - Diese von Marlene Dietrich gesungenen Zeilen hatten mich immer nachhaltig gepackt. Ich finde und fand Berlin schon immer spannend und reizvoll, gleichzeitig abstoßend und hart. Stark beschrieben auch vom Sänger Peter Fox in seinem Song "Schwarz zu Blau".

2003, als Wohnraum in Berlin noch hier und da bezahlbar war, habe ich mir dort eine Wohnung gekauft. Anfang der 2000er ging mein Bruder Dirk nach Berlin, mein bester Freund Heiko wohnt schon lange dort. Ich komme aus Braunschweig und liebe meine Region – möchte immer hier verwurzelt bleiben – aber ich möchte auch woanders sein.

Berlin macht mich schon immer an – ich mag die Geschichte, ich mag besagte Marlene Dietrich, Erich Kästner, ich mag die deutsche Hauptstadt. Ja, ich gehe sogar soweit, zu sagen: Ich bin mit Haut und Haaren und ganz bewusst Deutscher.

2003 entdeckte ich dann auf einem Verkaufsportal eine Wohnung in einem dieser typischen Berliner Hinterhäuser. Circa 1900 gebaut, Holzdiele, tolle Lage nähe Volkspark Hasenheide. Und gleich zehn Rad-Minuten von meinem Bruder Dirk oder Freund Heiko und überhaupt. Zugeschlagen – für überschaubares Geld! Renoviert und rein … ein schönes, kleines Refugium!

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Damals war das Tempelhofer Feld noch nicht zugänglich; heute ist es ein Hammer. Ohne Übertreibung; die Welt beneidet uns um diesen begehbaren, be-skatebaren, be-abhängbaren, tollen ehemaligen Stadt-Flughafen. Ein ganz besonderes Flair herrscht dort.

Hier kannst Du lesen, Sport machen, Leute gucken . Es wird nie langweilig!

Internationaler Spirit – ich war schon in San Francisco, Cape Town, New York, Paris, London ... Ja – so, wie es dort in den coolen Vierteln ist, mit Second-Hand-Läden, spannenden Cafés und Bars, zig Sprachen, die du auf der Straße hörst, so ist es in Berlin. Besonders in Kreuzberg und im Kreuz-Kölln-Kiez; wirklich! Teilweise einfach traumhaft und inspirierend, lebhaft und stylisch!

Und dann fährst Du wieder weg und wunderst Dich im Vorbeifahren über Polizei-Mannschaftswagen am Columbiabad, Neukölln, Flughafenstraße. Ok – mancher wundert sich da nicht mehr; aber ich kann und will es einfach nicht fassen oder akzeptieren. Wieso müssen manche Menschen in so einem schönen Bad so unfassbaren Stress machen?!

Und nein, Schuld daran ist sicherlich nicht die Springer-Presse – wer aber ist dann daran schuld, bzw. bringt es überhaupt etwas, hier Schuldige zu suchen?

Ist mir mittlerweile fast egal; ich möchte einfach zu Protokoll geben, dass ich diese Bilder von Schlägereien in eben diesem Schwimmbad und anderswo massiv schlimm und verstörend finde! Ich kann´s nicht ab!

Da hält die Stadt mit tapferen Mitarbeitern so ein tolles Freibad vor. Und sollen wir das jetzt einfach als normales soziales Problem akzeptieren?

Ich frage mich, wie es so weit kommen konnte, dass sich Gruppen von Stressmachern dort immer wieder profilieren. Wieso ist das so?

Eines ist meiner Meinung nach klar: Durch zu einseitige und offenkundig ungeregelte Migration, durch fragwürdige Stadtentwicklung und laissez-faire-haftes Wegschauen und Schulterzucken in den letzten circa 60 Jahren gibt es nun mal u.a. diese Brennpunkt-Bäder.

Und auch einiges anderes brennpunktmäßige mehr. Wer einen Eindruck haben will, kann sich ja mal durch die Fernsehserie 4 Blocks arbeiten. Ja, Klischees – aber offenkundig als Vorlage Teil der Realität!

Mein Ideal einer Gesellschaft akzeptiert Staat und Polizei als Träger eines Gewaltmonopols und wird von mir nicht im Ansatz infrage stellt. Parallel-Gesellschaften, parallele Justiz oder eine komplett andere Auslegung unserer Gesetze sind nicht hinzunehmen.

Sicherheit ist ein soziales Bürgerrecht (eigentlich ur-SPD – Ach so, Otto Schily, herzlichen Glückwunsch zum 90sten!).

Ich habe mehrfach mit Anteilnahme und Respekt den Film über die Jugendrichterin Kirsten Heisig gesehen. Als ausgebildeter Lehrer mit dem Schwerpunkt Hauptschule bin ich ganz sicher nicht sozial unterbelichtet oder plump unsensibel.

Und ich wiederhole: Diese Freibad-Eskalationen machen mich fassungslos und sie zeigen exemplarisch ein großes Problem in Deutschland. Vor allem dort, wo man viele Menschen ansiedelte oder wo diese Menschen mit eigener Motivation dann hingezogen sind.

Hier scheint der Integrations-Prozess nicht erfolgreich umgesetzt zu sein, um es diplomatisch auszudrücken.

Ich habe nichts pauschal gegen Ausländer oder Deutsche mit Migrationshintergrund! Ich bin offen und interessiert an verschiedensten Kulturen! Allerdings leben wir in Deutschland nach deutschen Gesetzen –  und die sind nicht verhandelbar. Schon gar nicht auf der Straße.

Ich bin überzeugt, dass wir Probleme mit Teilen der Migranten haben, oder neudeutsch positiv ausgedrückt gibt es konkrete "Herausforderungen".

Und wir müssen diese Probleme lösen, bevor ... ja – bevor was eigentlich ...?

Wir haben einen Fachkräftemangel, heißt es.  Fast jeden Tag hört man in den Nachrichten, dass die arbeitende Bevölkerung mit den Baby-Boomern quasi anfängt, in Rente zu gehen. Und das ist sicher ein echtes Problem!

Ich bin dafür, dass man dann auch wirklich nachgewiesene Fachkräfte anwirbt und/oder zu uns ziehen lässt. Leute, die was draufhaben und uns weiterbringen. Leute, die uns dabei helfen, gewisse Teile unserer Gesellschaft auf Dauer besser einzugliedern, zu integrieren. Dies wird ja auch offenkundig versucht.

Aber vor allem Leute, die Bock auf uns haben, auf unsere Werte und unsere Art zu leben!

Wir haben allerdings schon eine Menge Leute hier, so mein Eindruck, und ich hoffe, dass diese auch Anreize und/oder Konsequenzen wahrnehmen und sich hier teilweise definitiv besser bzw. überhaupt integrieren.

Ich möchte nicht und mag nicht, dass Politiker mit rosarotem Vielfalt-Pauschal-Geschwurbel das Blaue vom Himmel lügen. Ich möchte vielmehr, dass Probleme konkret benannt werden! Politiker wie der ehemalige Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) haben das deutlich getan.

Bei Katja Kipping (Die Linke), Berliner Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, habe ich einen anderen Eindruck. Sicherlich muss ich einfach besser hinhören …

 

privat

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Kommentare

Kommentar von hans

... auch von mir - ganz ehrlich - meine persönlichen Erfahrungen aus dem shithole an der Spree – 2005; 5 Minuten Berlin-Neukölln;

… tütelüdelüt, schrammel, schrammel, kratz, kratz ... orientalische Musik. Eine Hochzeit in der Straße. Zunächst nur Männer. Warten auf die Braut. Dann; ... peng! peng! peng! Die Männer haben ihre Pistolen gezückt und ballern mit wichtigem Gesicht in die Luft.

Dann! '… was guckst du? … isch fick' dein mudda' … radong, radong, radong. Ein Güterzug. Im Buffetschrank wackeln die Gläser '… du huresohn' ... radong, radong, radong. Eine S-Bahn fährt vorbei; ... peng! peng! peng Der sich beleidigt fühlende, liegt blutüberströmt neben den Kinderspielplatz.

… bähbääh, bähbääh, bähbääh ... ein Polizei-Auto, ... bähbääh, bähbääh, bähbääh ... eine Feuerwehr ... bähbääh, bähbääh, bähbääh ... ein Kranken-Auto.

Hier nun sind 5 Minuten vorüber.

Erspart habe ich das Brummen der Großflugzeuge, den Lärm der Stadtreinigung, das Riesengebläse mit dem das Gartenbauamt Laub und liebevoll auf den Rasen gelegte Hundescheisse - die 'Berliner' sind Tierlieb - von einer Ecke, in die andere Ecke der Grünanlage, zum Eingang des Kinderspielplatzes hin bläst. Vorbei und über die dort kiffenden Junkies und Alkoholiker die vom Arbeitsamt kommen und sich auf 'm Kinderspielplatz vom Alltagsstress erholen müssen.

5 Minuten – wieder in der Heimat, nach 30 Jahren Berlin.

Ich überspringe die ersten 4 Minuten, ich höre den Wind, das Meer. Hat jemand was anderes gehört? Nein? Aber jetzt: ... klacks! ... eine Möwe wollte mir auf den Kopf scheissen. Ich bin zur Seite gesprungen. Die Möwe lacht. Eine Lachmöwe.

Das waren 5 Minuten in der Heimat.

Ich will keine Berlin-Neuköllner Zustände, nie, nicht, niemals, in meiner Heimat haben.

Kommentar von Matthias Papke

Das Problem der Krawallmacher in Schwimmbädern ließe wohl schon durch Hausverbote effektiv beheben, wie auch die DPolG bereits vorgeschlagen hat (https://www.dpolg.berlin/aktuelles/news/dpolg-berlin-fordert-regulierte-besucherzahl-hausverbote-und-kontrollen-durch-hauseigenen-sicherheitsdienst/). Die Kunden (Bürger) müssten irgendwie Druck machen, um diese einzufordern; aufgrund des Monopolcharakters der Bäder-Betriebe reichen einfache Marktmechanismen wohl nicht aus.

Kommentar von Red Marut Jr.

In den 80s und 90s war ich gerne in Berlin, herrje habe ich dort feiern können. Dann kam diese Sommernacht in Kreuzberg, in welcher ich auf meine dumme "Nazi-Kartoffelfresse" bekam. Seit mehreren Jahren meide ich diesen Moloch von Stadt. Aus vielfältigen Gründen. Sollte ich jedoch noch einmal einen Auslandsurlaub innerhalb nicht mehr vorhandener Grenzen erwägen, dann wäre Berlin meine erste Wahl.