Wenn Gender eine Wissenschaft ist, muss sie sich jeder essentiellen Hinterfragung stellen

Ist die biologische Zweigeschlechtlichkeit ein faschistoides Gefühl?

von Bettina Röhl (Kommentare: 3)

Was wäre, wenn sich die Lager, die sich derzeit zum Thema in den Medien bilden, und heftig bekämpfen, ein wenig beruhigen würden und man jedem seine Empfindungslage und Definitionsweise ließe?© Quelle: Pixabay / OlcayErtem / Clker-Free-Vector-Images / Montage Alexander Wallasch

Eine eingeschlechtliche und oder dreigeschlechtliche Fortpflanzung des Menschen wurde bislang eher selten beobachtet. Auch die meisten der tatsächlich sehr paranoid wirkenden Botschafter der Gender-Trans-Sache sind noch Kinder von jeweils einer Mutter und einem Vater.

Von Bettina Röhl und Wolfgang Brümmer

Trotzdem gilt die Zweigeschlechtlichkeit in den dominanten Gendermilieus als „wissenschaftlich widerlegt“ und als böse „letzte Gewissheit“ ewig gestriger Biologen, Mediziner und der dummen Masse der Bevölkerung.

Wenn Gender allerdings eine Wissenschaft ist, muss auch sie sich jeder essentiellen Hinterfragung stellen. In Zeiten, in denen sich selbst die Mathematik in den USA als rassistisch bezeichnen lassen muss, nach dem Motto: 2 plus 2 gleich 4 ist eine kolonialistische, weiße Ideologie, nach der immer nur eine Lösung die richtige ist, müssen sich auch die Genderstudien hinterfragen lassen.

Kurz nochmal zur Mathematik: Zu den Axiomen in der Mathematik gehört, dass man durch Hinzufügen einer 1 von einer zur nächst höheren natürlichen Zahl kommt. Das ist allerdings keine weiße Altmännerweisheit, sondern eine mathematische Vereinbarung. Eine Definition, die sich bis zur Technologie in allen Bereichen, Welternährung, Statik, Mobilität bis zur Raumfahrt, Digitalisierung, Gesundheits-und Sozialwesen, Wettervorhersagen usw. als außerordentlich nützlich erwiesen hat.

Zurück zur Gender-Ideologie: Auch Gender-Lehrer und Forscher müssen sich ohne jedes überhebliche und aggressive Gejammer, dass es sich bei der Kritik an ihrer Theorie über die vielen Geschlechter nur um „rechte“ sprich menschenverachtende Hetze und natürlich schlechte, gar faschistische Gefühle handelte, hinterfragen lassen.

Faschistische Gefühle? Ja, soweit geht zum Beispiel der Genderforscher und Medienwissenschaftlicher Simon Strick in seinem 2021 erschienenen Buch “Rechte Gefühle: Affekte und Strategien des digitalen Faschismus X-Texte zu Kultur und Gesellschaft“.

Strick, der die Transdebatte auf Spiegel online in Gastbeiträgen begleitet, bezeichnet eigentlich jede Kritik am Gendern als einen „neuen Faschismus“.

“Geschlecht und kein Ende: Warum die transfeindliche Debatte einfach nicht verstummt“ (DER SPIEGEL)

Ja. Die Hasser der Genderkritik, so muss man es einfach sagen, schwurbeln sich in Rage.

Ein anderes Beispiel für die Extremisierung des Diskurses, auch innerhalb des grünen Lagers, geschah vor wenigen Tagen:

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Ende August geriet die Forderung nach einer öffentlichen Debatte innerhalb der Grünen über das geplante neue Selbstbestimmungsgesetz durch die grüne Antragstellerin Eva-Marie Müller komplett aus den Fugen, wie das Magazin “Schwullissimo“ in einem Beitrag referierte:

„Die Trans-Frau Renee-Maike Pfuderer lehnte eine Debatte rigoros mit den Worten ab, ‚Demokratinnen machen mit Nazis keine Gesetze‘. Sie forderte von ihrer grünen Kollegin den Antrag auf eine offene Debatte zurück zu ziehen und attackierte brutal die 'braune Gesinnung und Menschenfeindlichkeit' ganzer Gruppen innerhalb der Grünen und der Linken. Einwände von Kollegen das Nazi-Framing zu unterlassen, konterte die trans-Frau Pfuderer damit, dass die Kollegen, die das Selbstbestimmungsgesetz noch einmal diskutieren wollten, wohl eher Verständnis für 'faschistoide Lebensformen“'hätten und bezeichnete zuletzt die 69 grünen Antragsteller, die ja nur eine Debatte über einige Punkte forderten, als, Zitat, 'xenophobe Rassisten mit Rechtsdrall'.“

 

Worum geht es bei dem Selbstbestimmmungsgesetz, das noch in diesem Jahr durch den Bundestag beschlossen werden soll? De facto soll es den Menschen im Land ab ihrem 14. Geburtstag gestattet sein, einmal jährlich die Akteneintragung zu ihrem Geschlecht und zu ihrem Vornamen amtlich ändern zu lassen. Es soll wohl eine Möglichkeit geschaffen werden, die tradierte Ordnungskraft der biologischen Zwei-Geschlechtlichkeit aus den Angeln zu heben. Es gibt allerdings offenbar einige Kräfte in der Gesellschaft, die ein solches gesetzliches Machwerk als mindestens diskussionswürdig oder gar als Gefährdung für Jugendliche sehen, die desorientiert werden könnten.

Was wäre, wenn sich die Lager, die sich derzeit zum Thema in den Medien bilden, und heftig bekämpfen, ein wenig beruhigen würden und man jedem seine Empfindungslage und Definitionsweise ließe? Was wäre, wenn Dinge, die in Wahrheit eher Definitionssache sind, einfach etwas weltoffener, liberaler und die Meinungsvielfalt achtender behandelt würden!

Dieser Beitrag (ab Minute 32) wurde als Radio-Kommentar am 6. September 22 zuerst auf Kontrafunk gesendet.

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