Reisen bildet - auf verschiedene Art

Jahrzehnte mit funktionierender Demokratie, Frieden und blühender Wirtschaft führten zur Dekadenz

von Corinne Henker (Kommentare: 7)

Schließlich ist die Regierung abhängig von uns und unserer Arbeit.© Quelle: Corinne Henker

Ich liebe Reisen. Sie erweitern nicht nur meinen Horizont, sondern verändern auch meinen Blick auf die Welt, insbesondere auf unser Heimatland. Vermutlich ist das auch ein Grund dafür, dass gewisse Kreise uns so gern am Reisen hindern möchten.

In den Kommentaren zu meinen letzten Artikeln ging es häufig um einen Vergleich der Entwicklung in den beschriebenen Ländern mit dem, was wir gerade in Deutschland erleben. Und das ist genau das, was ich erreichen wollte.

Im November waren wir in Indien unterwegs, kürzlich in Simbabwe und Botswana. In all diesen Ländern erlebten wir eine Stimmung von Hoffnung und Aufbruch - bei der Rückkehr nach Deutschland eher Dekadenz und Niedergang. Afrika gilt bekanntlich als Wiege der Menschheit. Dennoch entwickelte sich die menschliche Zivilisation dort deutlich langsamer als in anderen Teilen der Welt.

Als die Europäer und Araber dann ihren Blick mit unlauteren Absichten nach Afrika wandten, hatten dessen Bewohner den Invasoren wenig entgegenzusetzen. Die arabischen Sklavenhändler und europäischen Kolonisten wüteten oft mit unvorstellbarer Grausamkeit.

Andererseits trieben die europäischen Kolonialherren auch die Entwicklung des Kontinents voran: Landwirtschaft, Infrastruktur, Bildung und Gesundheitssystem. Die Lebenserwartung stieg, die Kindersterblichkeit sank. Das dadurch entstehende Bevölkerungswachstum entwickelte sich zu einem der größten Probleme, mit denen der Kontinent nach der Unabhängigkeit zu kämpfen hatte.

Auch Stammeskonflikte, Stellvertreterkriege und postkoloniale Abhängigkeiten erschwerten die Situation für die afrikanischen Staaten.

Doch die Lage verändert sich. Neben den USA und den ehemaligen Kolonialmächten betraten neue potentielle Geschäftspartner die Weltbühne, insbesondere China, Indien und Russland. Den afrikanischen Regierungschefs dürfte bewusst sein, dass keiner von ihnen aus reiner Wohltätigkeit handelt, doch immerhin haben sie jetzt eine Wahl.

Außerdem haben die afrikanischen Staatsoberhäupter inzwischen gelernt, dass man besser und sicherer lebt, wenn auch die Untertanen zufrieden sind. Diktatoren wie Mugabe, Bokassa oder Idi Amin dürften (vorerst) der Vergangenheit angehören, man bemüht sich um Interessenausgleich, Stabilität und Wirtschaftswachstum.

Ein ganz anderes Bild bietet sich in den westlichen Staaten. Jahrzehnte mit funktionierender Demokratie, Frieden und blühender Wirtschaft führten zur Dekadenz. Wohlstand wird nicht mehr mit eigener Leistung verknüpft, sondern als selbstverständliches Menschenrecht betrachtet. Infrastruktur und Bildung wurden vernachlässigt, stattdessen beschäftigt man sich mit Scheinproblemen wie dem Wetter in 100 Jahren, grippalen Infekten oder immer neuen Opfergruppen.

Unsere demokratisch gewählten Regierungen verschreiben sich lieber der Rettung der Welt, als sich um drängende Probleme im eigenen Land zu kümmern.

Wie konnte es so weit kommen? Letztlich tragen wir Bürger die Schuld. Wir engagierten uns für unsere Karrieren und Familien und überließen die Politik größenwahnsinnigen Ideologen, die im echten Leben nichts erreichen konnten. Jetzt sitzen sie an den Schaltstellen der Macht, in Justiz und Medien, und zerstören unser Leben. Man bewahrt den Schein der Demokratie, lässt uns alle vier Jahre wählen, um dann rücksichtslos die eigene Ideologie durchzusetzen.

Würde man die deutschen Bürger fragen, ob sie tatsächlich eine Transformation der Gesellschaft zur „Klimaneutralität“ unter Verlust von Freiheit und Wohlstand wünschen, wäre die Antwort wohl ein eindeutiges NEIN. Atomausstieg, unkontrollierte Migration, Gebäudeenergie- und Selbstbestimmungsgesetz wurden gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit durchgesetzt. Man erklärt die eigene Politik einfach als „alternativlos“, unerwünschte Wahlergebnisse für „unverzeihlich“ und berechtigte Regierungskritik als „Delegitimierung des Staates“, die vom Verfassungsschutz beobachtet und bekämpft werden muss.

Dummerweise lassen sich insbesondere die östlichen Landesteile, die bereits 40 Jahre Diktaturerfahrung besitzen, davon immer weniger beeindrucken: Sie beharren unverdrossen darauf, die Falschen zu wählen. Also muss man wohl die Demokratie abschaffen, um die Demokratie zu schützen.

Man fördert mit unseren Steuergeldern den eigenen Machterhalt, startet Diffamierungskampagnen oder will sogar dem Spitzenkandidaten des politischen Gegners die Grundrechte entziehen. Und falls all das doch nicht reichen sollte, versucht man noch schnell, die Verfassung zu ändern: Wenn tatsächlich die Falschen in Regierungsverantwortung kommen sollten, könnten sie damit wenig anfangen, weil man bereits die Richtigen in Verwaltung, Justiz und Medien platziert hat und diese auch nicht so schnell wieder loswerden kann.

Der Präsident des Verfassungsschutzes gibt zu, dass er es als seine Aufgabe betrachtet, die Umfragewerte der Opposition zu senken. Wenn man unter diesen Umständen den Zustand der Demokratie anzweifelt, wird man vor Gericht gestellt.

Auch von anderer Seite droht Gefahr für unsere Freiheit und Demokratie. In Hamburg demonstrierten kürzlich Tausende Islamisten, meist mit deutscher Staatsbürgerschaft, für die Errichtung eines Kalifats. Die Bundesregierung reagierte verspätet und halbherzig mit den üblichen Floskeln. Ich muss gestehen, ich bin gespannt darauf, wie sich der Konflikt zwischen den Befürwortern von Multikulti, Klimaverzichtskult und Transaktivismus einerseits und den Islamisten andererseits in Zukunft entwickeln wird. Die Demographie steht eindeutig auf Seiten des Islams.

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Aber ist das Kalifat wirklich die Lösung? Einige scheinen davon auszugehen, dass ein islamisches Europa friedlicher werden könnte. Zumindest werden die muslimischen Neubürger nicht bereit sein, für NATO-Interessen gegen China, Russland oder den Iran in den Krieg zu ziehen. Allerdings sprechen die realen Zustände in mehrheitlich islamischen Staaten ganz eindeutig gegen ein friedliches Zusammenleben. Zwar gibt es reiche und stabile islamische Staaten, doch beruht deren Wohlstand mehr auf Bodenschätzen als auf dem Islam selbst. Und sie sind ganz offensichtlich nicht bereit, ihren Reichtum mit den ärmeren Glaubensbrüdern zu teilen.

Würde man demnächst in Deutschland das Kalifat ausrufen, könnten sich die neuen Herrscher eine Weile im Glorienschein der Macht sonnen, die „ungläubigen“ Leistungsträger ausbeuten und schikanieren. Aber irgendwann sind diese auf die eine oder andere Art verschwunden - und spätestens dann beginnen die Verteilungskämpfe.

Jede Form des Kollektivismus endet auf diese Weise. Die meisten Menschen sind gern bereit, für sich und ihre Familie zu arbeiten, ihre Freunde und Verwandten zu unterstützen. Aber die wenigsten lassen sich dauerhaft zum vermeintlichen Wohl eines abstrakten Kollektivs oder einer Ideologie ausbeuten und schikanieren.

Und was können wir dagegen tun?

Zunächst sollten wir nicht mehr diejenigen wählen, die uns die größten Wohlstandsversprechungen machen, sondern diejenigen, die unsere Freiheit wiederherstellen wollen. Ein erster Weg zu echter Mitbestimmung wären Volksentscheide nach Schweizer Vorbild. Doch die Erfahrung zeigt, dass man Politikern grundsätzlich misstrauen sollte. So hatten sich Grüne, SPD und FDP in der Vergangenheit für Volksentscheide auf Bundesebene eingesetzt, doch jetzt, wo sie an der Macht sind und diese durchsetzen könnten, ist es kein Thema mehr.

Besser ist es, auf sich selbst, seine Familie und Freunde zu vertrauen, eigenverantwortlich zu leben, sich gegenseitig zu unterstützen, aber einseitige Abhängigkeiten zu vermeiden. Die Sache mit der Abhängigkeit gestaltet sich zugegeben schwierig, wenn man als Angestellter arbeitet - für viele bereits während der Corona-Schikanen spürbar.

Doch der Wind dreht sich. Wenn jetzt beispielsweise die Diakonie großspurig verkündet, sie wolle alle AfD-Wähler kündigen, stellt sich die Frage, ob es für deren qualifizierte ehemalige Mitarbeiter schwieriger wird, eine neue Stelle zu finden - oder für die Diakonie, diese Posten gleichwertig neu zu besetzen. Von mittelständischen Unternehmern aus unserer Region konnte ich bereits hören, dass AfD-Sympathie eher ein Einstellungsgrund als ein Hindernis sei.

Wir sollten uns auch nicht durch von unseren „Eliten“ geschaffene Krisen spalten lassen. Es fing etwa 2015 mit der unkontrollierten Massenmigration an, als alle Kritiker als „Nazis“ diffamiert wurden. Während der Corona-Schikanen eskalierte die Situation, langjährige Freundschaften wurden beendet, Familien zerbrachen. Wer damals noch zusammenhielt, streitet jetzt über Klima, Genderkult, Ukraine und Israel.

Wir sollten uns an den Gedanken gewöhnen, dass es keinen Menschen auf der Welt gibt, der bei jedem Thema absolut unserer Meinung ist. Es ist wichtig, miteinander zu reden und seine Argumente sachlich auszutauschen, man sollte seine Lebenszeit jedoch nicht mit unbelehrbaren Fanatikern verschwenden - egal, aus welcher Glaubensrichtung.

Wir sollten aber auch bereits sein, uns angetanes Unrecht zu verzeihen - allerdings nur, wenn die Reue und der Wille zur Besserung echt sind. Das kann ich bei den Verantwortlichen in Politik, Medien und Ethikrat nicht erkennen, ebensowenig bei gewissen Berufskollegen, die Ungeimpften die Behandlung verweigerten oder Kinder zur mRNA-Impfung nötigten.

In jedem Fall sollten wir uns bewusst werden, dass nur wir sinnvoll arbeitenden Steuerzahler diesen Staat am Laufen halten. Die Landwirte haben zu Jahresbeginn gezeigt, wie es geht: Wir sollten uns beim nächsten Mal anschließen. Schließlich ist die Regierung abhängig von uns und unserer Arbeit, wir könnten vermutlich besser ohne Scholz, Habeck & Co. leben. Wenn es sein muss, auch anderswo.

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