Straßenkampf in Blutrot

Linker Terror in Charlottenburg – und das große Schweigen

von Julian Adrat (Kommentare: 6)

Angebliche Mitschuld am Vorgehen Israels in Gaza© Quelle: Julian Adrat

Der Angriff liegt inzwischen eine Woche zurück. Das Büro Sebastian Bürger der Versicherung AXA in Berlin-Charlottenburg wurde in der Nacht zum 22. Januar angegriffen. Scheiben eingeschlagen. Fassade mit roter Farbe besprüht.

Von Julian Adrat

Bekennerschreiben tauchten an Bushaltestellen auf. Indymedia veröffentlichte ein Video: Vermummte Gestalten und ihr Zerstörungswerk – stolz dokumentiert.

Die Täter nennen sich „Aktivist*innen“. Ihr Motiv: AXA investiere in Fonds mit Bezug zur israelischen Rüstungsindustrie. Daraus konstruieren sie eine direkte Mitschuld am Vorgehen Israels in Gaza. AXA investiere in Firmen, die „Besatzung, Apartheid und Völkermord“ ermöglichten, man habe deshalb „ein klares Zeichen“ gesetzt – mit Farbe und zerbrochenen Scheiben. Kunden werden aufgefordert zu kündigen und selbst „aktiv zu werden“.

Kein Wort zum 7. Oktober. Kein Wort zu den Massakern an israelischen Zivilisten. Keine Differenzierung zwischen Krieg und Terror. Stattdessen das übliche Weltbild: Israel = absolut böse, alle anderen = moralisch rein. Wer assoziierte nicht den Aufruf: „Kauft nicht bei den Juden“?

Zwei Zimmerpflanzen stehen im Büro. In den Fenstern hängen noch Lichtergirlanden aus der Weihnachtszeit. Auf einem Bildschirm scheint Werbung für die „Axa Winterwochen“. Und davor: eingeschlagene Scheiben, mit Klebeband überklebt und gerahmt mit rotem Absperrband eines Glasers.

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Gestern saß dort eine einzelne Mitarbeiterin am Computer. Es mus kein gutes Gefühl sein, dort zu sitzen, in einem eingeschlagenen Büro, spätnachmittags, wenn es draußen schon dunkel ist. Das ist die eigentliche Botschaft solcher Taten: Wir können euch jederzeit treffen. Ihr seid nicht sicher.

Man stelle sich vor, Rechtsextreme hätten ein Büro einer großen Versicherung in Berlin angegriffen. Mit schwer haftender Farbe verunstaltet. Scheiben eingeschlagen. ALLE wüssten Bescheid in Berlin. Weil Medien berichten würden. Zu Recht.

Warum tun sie das nicht?  Erst Tage zuvor sabotierten Linksterroristen in Berlin den Strom Zehntausender Haushalte, hunderttausende Menschen waren tagelang ohne Strom, ohne Heizung, ohne Telefon. Auch hier: Keine Sondersendung im ÖRR, nichts dazu bei Maischberger, Illner und Miosga.

Stattdessen berichten Medien vom Terror offenbar nur, wenn er ins gewünschte politische Raster passt. Auch aus der Politik kam nichts zum Anschlag auf Sebastian Bürger, und selbst von der Polizei kein Wort. Die Botschaft, die von diesem Schweigen ausgeht, ist fatal: Gewalt von links ist irgendwie verständlich.

Diese Doppelmoral ist unerträglich. Berlin hat Besseres verdient.

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