*Ceuta steht nicht zum Verkauf. Ceuta wird verteidigt!"
Spanien erlebt heute Abend eine Protestwelle um die Krise in Ceuta – und Málaga ist dabei keine beliebige Stadt.
Vor dem Rathaus an der Avenida de Cervantes und am Paseo del Parque sammeln sich die Menschen. Schon vor 20 Uhr: Fahnen, Rufe, Videos aus der Menge. Der Satz, der durch die Stadt geht: „Ceuta no se vende. Ceuta se defiende.“ Dazu: „Ceuta no está sola.“
Ein Kontakt vor Ort steht für Alexander-Wallasch.de mittendrin. Seine Schätzung: rund 50.000 Menschen allein in Málaga. Das ist eine Augenzeugenangabe, keine offizielle Zählung. Bestätigt ist: Málaga-Provinz hat heute die meisten Kundgebungen in Andalusien. In der Hauptstadt zwei Treffpunkte – offiziell vor dem Ayuntamiento um 20 Uhr und parallel Plaza de la Constitución. Straßensperren am Paseo del Parque und der Avenida de Cervantes.
Warum gerade Málaga? Ceuta liegt als spanische Stadt auf der nordafrikanischen Seite der Straße von Gibraltar. Málaga liegt ihr an der andalusischen Küste gegenüber. Luftlinie sind es rund 123 Kilometer, über Land und Fähre via Algeciras rund 175–180 Kilometer. Málaga ist mit Hafen, Flughafen, Bahn und Autobahn eines der großen Tore Südspaniens.
Die regelmäßige Fährverbindung nach Ceuta läuft vor allem über Algeciras. Eine dauerhafte Linienverbindung Málaga–Ceuta wird geprüft, um die Abhängigkeit von Algeciras zu verringern. Sie ist noch kein voller Alltagslinienbetrieb. Trotzdem gilt: Was in Ceuta passiert, ist für Andalusien kein fernes Problem an irgendeiner EU-Außengrenze. Nordafrika liegt vor der Haustür.
Ende Juli, vor allem 30. und 31. Juli, überquerten Zehntausende die Grenze aus Marokko – spanische Angaben später bei rund 72.000 Menschen. Die Stadt hat rund 83.000 bis 85.000 Einwohner. Die meisten Kehrten rasch nach Marokko zurück. Tausende blieben. Unterbringung, Versorgung, Sicherheit und Alltag stehen seit einem Monat unter Druck. Für viele Ceutíes war das kein abstraktes Verwaltungsproblem, sondern ein Bruch der Grenze.
Wer irregulär nach Ceuta kommt, reist nicht automatisch nach Málaga oder aufs Festland. Ceuta und Melilla unterliegen einem Sonderregime im Schengen-System. Wer auf die Halbinsel will, muss sich bei der Nationalpolizei in Hafen oder Flughafen ausweisen. Ein irregulärer Übertritt Ende Juli öffnete keinen freien Weg nach Europa. Das ändert nichts daran, dass die Stadt selbst die Last trägt.Heute, am Día de Ceuta, gibt es Kundgebungen in weit über 200 Gemeinden, nach FEMP rund 260. Parallel gibt es Gegenkundgebungen, die vor Rassismus warnen. Zwei Deutungen prallen aufeinander. Die eine sagt: Ceuta wurde allein gelassen, der Staat muss die Grenze und die Stadt schützen. Die andere warnt vor Eskalation gegen Migranten.
Präsident und Bürgermeister der autonomen spanischen Stadt Ceuta. Juan Jesús Vivas:
„Ceuta está en peligro, triste, herida, indignada, con el alma en vilo. Pero lo más importante es que Ceuta está en pie.“
„Ceuta no aguanta más.“
„Ceuta ist in Gefahr, traurig, verletzt, empört, mit banger Seele. Aber das Wichtigste ist: Ceuta steht noch.“
„Ceuta hält es nicht mehr aus.“
Er nannte die Ereignisse einen Angriff auf die territoriale Integrität und forderte Klarheit gegenüber Marokko sowie die gesetzeskonforme, schnelle Rückkehr der noch in der Stadt befindlichen Irregulären.
„Si Ceuta naufraga, España naufraga también.“
„Wenn Ceuta untergeht, geht auch Spanien unter.“
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