Heizung runter, Lichter aus und Türen zu

Mutter, der Habeck mit dem Koks ist da!

von Gregor Leip (Kommentare: 1)

Die Ampel-Koalition trifft Vorkehrungen, um die Energieversorgung im Land zu sichern.© Quelle: Pixabay / Pavlofox, Youtube / Bibliothek der Sachgeschichten, Montage Alexander Wallasch

Da heißt es noch mal kräftig „Sonne tanken“ im Supersommer 2022, bevor die Leuchtreklamen ausgehen und die Heizungen runtergedreht werden.

Eine Priorisierung von Steinkohlezügen vor Bundesbahnbeförderungen ist als entsprechende Verordnung nun beschlossen worden, teilen Wirtschaftsminister Habeck und Verkehrsminister Wissing mit.

Was da für den kommenden Winter, von der Regierung auf die Schiene gebracht, auf uns zurollt, wissen nur noch die Nachfahren der „Steckrübengroßeltern“ richtig zu deuten.

Der „grüne" Bundeswirtschaftsminister Habeck gibt in einer Pressekonferenz die Schienen frei für „fossile" Brennstoff-Güterzüge im gesamten deutschen Schienennetz. Vollgepackt mit Steinkohle für die deutschen energieversorgenden Betriebe im Lande.

„Räder rollen für den Sieg der Ukraine“, möchte man dazwischenrufen, wenn man an die Möglichkeit der Nutzung etwa der potentiell prallgefüllten Nord-Stream-2-Pipeline denkt, deren Abriss der polnische Präsident Duda gerade erst einforderte.

Paff, Paff! – Und schon wieder ist ein zu kurz durchdachter Traum der Grünen-Ideologie zerplatzt wie Eierkohle im glühenden Heizkessel:

„Ich räume für mich ehrlicherweise ein, dass ich mit dem Blick auf die Energie, auf die Standorte der Kohle, auf die Energieversorgung, gar nicht eine richtige Vorstellung hatte, wie komplex das Schienenwerk dahinter ist und bin froh, dass Volker Wissing als mein Kollege das besser versteht!“,

erklärte Bundeswirtschaftsminister Habeck, als plane er mit Wissing gemeinsam ein Was-ist-Was-Buch zum Thema „Kohle“ zu schreiben.

Das Bundeskabinett hatte sich in seiner 31. Sitzung heute unter anderem mit einer Verordnung zur priorisierten Abwicklung von schienengebundenen Energieträgertransporten zur Sicherung der Energieversorgung befasst.

Wissing betonte, dass eine Rechtsgrundlage geschaffen worden sei, um schnell handeln zu können, wenn Bedarf besteht: Es bestehe eine Knappheitssituation und gebe einen richtigen „Run“ auf die Schiene.

Sollten zusätzliche Energietransporte notwendig werden, müsse deshalb eine Priorisierung möglich sein.

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Und da beißt sich dann der Hund endgültig in den eigenen Schwanz. Denn der „Run“ auf die Schiene ist ursächlich auf das 9-Euro-Ticket zurückzuführen. Jetzt erfolgt auf einmal die eilige Priorisierung für den „Energietransport“ – präziser: für einen gigantischen fossilen Brennstofftransport.

Aber warum wurde das 9-Euro-Ticket eingeführt? Um eine schnellere Durchseuchung zu erreichen? Nein, es ging um ein befristetes Sonderangebot im Schienenverkehr, das durch das Kabinett Scholz als Entlastungspaket wegen gestiegener Energiekosten beschlossen wurde und bei dem auch Verkehrsminister Wissing maßgeblich mitgearbeitet hatte.

Und "Peng!", zerplatzt die Sparlampe über den Köpfen der politischen Laienschauspieler.

Vom „Kohlewaggon" mitten hinein in die deutschen Amtsstuben: Robert Habeck präsentiert einen abgestuften Heizplan für Lufttemperaturen in öffentlichen Gebäuden, der an Blasiertheit nicht mehr zu überbieten ist. Mit dem Ziel einer Einsparung von zwei Prozent des deutschen Gasverbrauchs.

Und das liest sich dann so: Wer nur leicht und überwiegend sitzend arbeitet, dem wird das Thermostat noch bis 19 Grad Raumtemperatur aufgedreht. Bürgermeister, Finanzbeamte und die Chefsekretärin wird es freuen.

Unangenehmer wird es für die Mitarbeiter in den Amtsstuben mit Publikumsverkehr oder Aktentransporten, also überwiegend stehenden Beschäftigungen, hier sind nur noch 18 Grad erlaubt.

Am Ende der „Wärmehalle öffentliches Gebäude“ – dort, wo die Verkäuferin im Supermarkt kurz vor dem Ausgang an der zugigen Kasse steht, erlaubt die Regelung für die niedrigste Besoldungsstufe bei schweren Tätigkeiten nur noch 12 Grad.

Ausnahmeregelungen für Kinder in Kindergärten, Schulen und Krankenhäusern sind vorgesehen.

Die Kriegswirtschaft ist endgültig in Habecks Ministerium eingezogen, es geht sprichwörtlich ans Eingemachte, einer zieht den Gummiring, aber wenn‘s zischt, dann besser nicht mehr essen.

Der Entwurf der Kurzfristenenergiesicherungsverordnung steht fest und soll ab 1. September in Kraft treten.

Wenn die Verantwortlichen dann noch ordentlich Pech haben, hält der „Supersommer“ bis in den September an und die verordneten niedrigen Bürotemperaturen sind zum Wohle der Mitarbeiter der öffentlichen Ämter nur mit eilig herbeigeschafften Ventilatoren und Klimaanlagen energieverschwendend runterzuregulieren.

Galgenhumor, kurz bevor wieder der Mann mit dem Koks ums Eck kommt.

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Kommentare

Kommentar von Hildegard Hardt

Robert Habeck ist aber sehr bescheiden! Er hat VON NICHTS eine Ahnung, denn nur völlig Ahnungslose können es in der derzeitigen Politiklandschaft zu etwas bringen.
Die einzige Voraussetzung, die mitgebracht werden muß, ist die Fähigkeit für leere Versprechungen und das Vertuschen der Mißwirtschaft.
Habecks kann's - also alles paletti!