Wir alle haben Wünsche. Wir wünschen, was wir begehren und uns am Herzen liegt.

Nicht wünschen, fordern!

von Toddn Kandziora (Kommentare: 8)

Doch es ist nicht ein Selenskyj allein, der die Seelen der kleineren Leute einfordert, ihr Blut auf den Schlachtfeldern zu geben. Wladimir Putin auf der Gegenseite steht ihm in nichts nach.© Quelle: Pixabay I ArtTower

Sollten wir nicht ichbezogen durchs Leben trampeln, wünschen wir lieben Menschen Gesundheit und Glück. Eigentlich allen Menschen.

Ich für meine Wenigkeit wünsche uns Weltfrieden. Ein frommer Wunsch, der auch gern mal von Teilnehmerinnen einer Misswahl ausgesprochen wird. Vielleicht, um nicht wirklich etwas Unschickliches zu sagen. Für uns kleine Leute, also einfache Menschen wie du und ich und besagte Teilnehmerinnen einer Misswahl, ist der ausgesprochene Wunsch nach Weltfrieden ein ungefährlicher.

Nun stelle man sich einmal vor, ein wirklich großer, sehr mächtiger Mensch würde sich in der Öffentlichkeit ebenfalls zu einem kleinen Menschlein machen, indem er sich so etwas Triviales wie Frieden wünscht.

Unvorstellbar, oder? Mächtige Männer (oder Frauen) wünschen sich nichts. Und Weltfrieden schon mal gar nicht. Mächtige Personen fordern ein. Sie verlangen, was sie begehren. Und derzeit stehen nicht nur bei großen Männern Waffen hoch im Kurs, sondern insbesondere an der Börse und den Frontlinien dieser Welt.

Einer dieser großen, von noch größeren mit Macht ausgestatteten Personen ist der jetzige ukrainische Präsident Selenskyj. Ein Mann, der in seinem früheren Leben ein zweitklassiger Schauspieler und Komödiant war. Eine mit Macht ausgestattete Kunstfigur, die mittels der Netflix-Comedy-Serie „Diener des Volkes“, in der er den Präsidenten der Ukraine spielte, der Weltöffentlichkeit untergejubelt wurde.

Davor war diese Figur nur einem – sagen wir mal – speziellen Publikum bekannt. Bekannt durch mir befremdlich erscheinende, nett ausgedrückt, frivole Szenen, die Selinskyj vor laufender Kamera aufführte. Möglicherweise tu ich dieser Figur, dem Mann und jetzigen Realpräsidenten der Ukraine unrecht. Wer weiß denn schon, was in seinem Kopf vorgeht. Was er sich für sein Land, Europa, unsere Welt erwünscht. Ich jedenfalls nicht.

Selenskyj ist ein mächtiger Mann geworden. Einer, der sich nichts wünscht, sondern seine Wünsche einzufordern in die Lage versetzt wurde.

Und was er inzwischen nicht alles zu fordern in der Lage ist. Mir scheint, er fordert jeden Tag mehr. Nicht nur unser Geld. Er fordert das Blut seiner Landsleute. Jener Menschen, deren Unglück wie so oft in der Geschichte darin besteht, nicht mit dem Silberlöffel im Mund geboren zu sein. Die den Löffel abzugeben haben. Den aus Holz, aus dem sie geschnitzt worden sind.

Doch es ist nicht ein Selenskyj allein, der die Seelen der kleineren Leute einfordert, ihr Blut auf den Schlachtfeldern zu geben. Wladimir Putin auf der Gegenseite steht ihm in nichts nach. Jedoch ist Selenskyj heute mein Prügelknabe. Nicht ein ehemaliger KGB-Offizier, dessen Deutsch verständlicher ist als jenes der deutschen Außenministerin. Der seine Hausaufgaben offensichtlich selbst auszuführen in der Lage war.

Also Selenskyj. Der ukrainische Präsident. Ich habe keine Ahnung, wie gut oder ob er überhaupt deutsch spricht. Doch wie er mit den Deutschen spricht bzw. im Interesse umzugehen weiß, ist doch erstaunlich. Denn er bekommt immer geliefert, was er einfordert, nachdem er es sich zuvor erfolglos wünschte.

Im Februar des letzten Jahres begann es mit 5.000 Helmen der Bundeswehr. 5.000 Helme waren es zuerst, die über die rote Linie geliefert wurden. Und Monat auf Monat wurden seine Wünsche fordernder. Und da Selenskyj mehr und mehr fordert, wurde seit einem Jahr so lange über dick aufgetragene rote Linien geliefert, bis diese ob der vielen Übertretungen unkenntlich geworden sind.

Selenskyj forderte Kanonen und Granaten. Er bekam Kanonen und Granaten. Selenskyj forderte Flugabwehrsysteme und Flugabwehrpanzer. Er bekam Flugabwehrsystem und Flugabwehrpanzer. Selenskyj forderte den, wie es heißt, besten Kampfpanzer der Welt, den deutschen Leopard 2. Er bekam diesen über die rote Linie geliefert.

Seit Monaten schon fordert Selenskyj moderne Kampfjets aus NATO-Beständen. Nicht die alten MIGs sowjetrussischer Baureihe aus den ehemaligen Beständen der DDR-Volksarmee. Die bekam er über Umwege aus Polen zugesteckt. Er forderte moderne F-16-Jets. Inzwischen scheint auch diese Forderung erfüllt zu werden.

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Großbritannien und die Niederlande planen, eine sogenannte internationale Kampfjet-Koalition aufzubauen. Soll heißen, selbst der Übergabe moderne Kampfjets an die Ukraine steht keine sogenannte rote Linie mehr im Wege, da die USA nach Angaben von Regierungsvertretern der Ausbildung von ukrainischen Piloten an F-16-Kampfjets aus amerikanischer Produktion zugestimmt haben.

Neulich mutmaßte ich gegenüber einem Freund: Nicht mehr lange und es wird der Entsendung von Soldaten aus europäischen Ländern, in das nicht EU- und nicht NATO-Mitgliedsland Ukraine zugestimmt werden. Zur Verteidigung westlicher Werte.

Mein Gesprächspartner argumentierte ähnlich, wie er es vor wenigen Jahren schon tat. In einer früheren Unterhaltung betreffs der tödlichen Pandemie und deren Bekämpfung mittels Lockdowns, 2G-Regeln und Abschaffung ungeimpfter Bürger und der Freiheitsrechte. Mit dem Zeigefinger an seinen Kopf tickend in meine Richtung.

Seit gestern könnte dieser an die Schläfe gerichtete Finger die Pistole sein, mit der Europa seinen Selbstmord symbolisiert. Denn vor Tagen sprach Österreichs Präsident Van der Bellen davon, Bundesheer-Soldaten in die Ukraine zu schicken, was seine Verteidigungsministerin Klaudia Tanner jedoch ablehnt. Die Soldaten sollen einzig zur Hilfe bei der Minenräumung eingesetzt werden. Mit seinen Worten, den hoffentlich nicht Taten folgen werden, schloss er sich übrigens der Forderung einer ehemaligen Friedenspartei zur Entsendung von österreichischen Soldaten an. Den Grünen seines Landes.

Dass Frau Tanner sich gegen den Einsatz ihrer Soldaten verwehrt, ist übrigens belanglos. Denn wer es nicht weiß, das österreichische Bundesherr steht gemäß Artikel 80 B-VG unter dem Oberbefehl des Bundespräsidenten. Dieser entscheidet, wann und wo es an die Front zu gehen hat.

Wie es auch zugehen mag. Ob Selenski selbst österreichische Soldaten forderte, um die Ukraine zu entminen, davon weiß ich nichts. Was ich weiß, ist das: Wenn auch nur ein österreichischer Soldat durch russisches Feuer sein Leben verlieren sollte, dann ist die Kacke richtig am Dampfen. Für den freien Wertewesten wie für uns alle.

In den achtziger Jahren, als meine kleine deutsche Welt noch nicht an allen Ecken und Kanten lichterloh brannte und ich mich hier und da im Land auf Antikriegsdemonstrationen herumzutreiben pflegte, wenn nicht gerad die Arbeit nach mir rief, träumte ich vor Sorge um einen möglichen Atomkrieg manch Nacht nicht wirklich gut. An einen schlechten Traum, an den erinnere ich mich bis heute.

In diesem träumte ich als junger Mann, dass ich mit meiner damaligen Liebe auf einer blühenden, grünen Frühlingswiese Arm in Arm gemeinsam wie verliebt im Sonnenlicht sitze. Mit einem Male verdunkelt sich das Traumbild. Dunkle Wolken wie Raketen überziehen den Himmel und vor uns im tiefen Tale explodieren mehrere Marschflugkörper. Uninteressant, ob nun "Freund-" oder "Feindraketen". Wir sehen die Atompilze größer und größer vor uns aufbäumen und dann erreicht uns die alles vernichtende Feuerfaust. Mit "Doppelbumms". Dann wachte ich schweißgebadet auf. Vielleicht gar vom UVD aus dem Albtraum gerissen.

Heute kommt mir diese meine Realität surrealer vor als so manch schlechter Traum vor vierzig Jahren. Die Politiker, die heute nicht nur im eigenen Land regieren und die Macht missbrauchen. All die unverständlichen Maßnahmen, die sie gegen uns, die kleinen Leute im Eigeninteresse beschließen. Die umgreifende Dummheit, die glaubt, so wissend zu sein, was für die Menschen gut sein soll. Was böse zu sein hat.

Sollte sich möglicherweise, und die Zeichen sind immer deutlicher zu erkennen, ein vierzig Jahre alter Traum bewahrheiten, so würde ich heute ohne Angst auf einer Wiese mit einem mir lieben Menschen im Arm sitzen und dieses alles vernichtende Schauspiel kreuz und quer (für Frieden und Freiheit) über uns hinwegfliegender Raketen ohne Wut und Zorn betrachten. Gelassen dem auf uns zukommenden Feuersturm entgegenblicken und mir denken ... Menschheit, du hast ja selbst schuld.

Bis es dazu kommen sollte, hätten wir kleinen Leute uns den Frieden nicht nur wünschen sollen. Wir hätten ihn von den großen Herren (und Damen) einfordern sollen. So wie sie es heute mit uns noch immer tun, weil wir es ihnen zugestehen. Es ihnen durchgehen lassen.

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