Was kann Leo XIV. von Trump lernen?

Papst betet in der Moschee – seine Schäfchen werden weltweit gemeuchelt

von Gregor Leip (Kommentare: 1)

Zwei Amerikaner – zwei Missionen© Quelle: Grok

Die Christenverfolgung des 21. Jahrhunderts gehört zu den größten seit der Römerzeit – während Papst Leo XIV. stille Andacht in einer algerischen Moschee hält.

Von Gregor Leip

Donald Trump wiederholte zuletzt, er sei kein großer Fan von Papst Leo. Der sei eine sehr liberale Person und glaube nicht ernsthaft daran, Verbrechen zu stoppen. Der Papst antwortete dem US-Präsidenten:

„Schluss mit der Selbstvergötterung und mit der Vergötzung des Geldes! Schluss mit der Zurschaustellung von Macht! Schluss mit dem Krieg! Wahre Stärke zeigt sich im Dienst am Leben.“

Diese Aussagen stehen sich aktuell unversöhnlich gegenüber.

Zurzeit reist der Papst durch Algerien. Leo XIV. besuchte dort die drittgrößte Moschee der Welt und verweilte dort schweigend. Die Reise soll vor allem als Zeichen des christlich-muslimischen Dialogs verstanden werden.

Auch Donald Trump arbeitet an einem Dialog mit dem Iran – zunächst mit dem Schwert, dann mit Verhandlungsteams in Islamabad. Die ersten Gespräche scheiterten, doch Pakistan bereitet bereits eine neue Runde vor .

Am Sonntagabend griff Trump Papst Leo XIV. in einem langen Post auf Truth Social scharf an. Der Papst wies die Kritik am Montag zurück:

„Ich bin kein Politiker. Ich lade alle Menschen dazu ein, Brücken für Frieden und Versöhnung zu bauen und nach Wegen zu suchen, um Krieg zu vermeiden.“

Das ist lobenswert und sicher nicht falsch. Im Angesicht der ganz anderen, seit Jahren andauernden Katastrophe in der christlichen Welt wirkt es jedoch befremdlich.

Papst Leo tritt für den Weltfrieden ein – und ist dabei stark eingebunden in die Konflikte in der Ukraine, Israel und Iran. Das gehört sicher zu seinen Aufgaben. Aber er ist zuerst Vertreter der Katholiken auf Erden und nicht der gesamten Menschheit. Und genau deshalb irritiert es: Die Christenverfolgung des 21. Jahrhunderts ist die größte seit der Römerzeit – während Papst Leo stille Andacht in einer algerischen Moschee hält.

Die Kirche darf ihren Glauben nicht mehr mit dem Schwert verbreiten. Aber niemand verbietet ihr, über das Beten hinaus alles zu tun, damit das Morden an Katholiken aufhört. Es wird Zeit, dass die Kirchen aufwachen – nicht mit noch mehr Gebeten, sondern mit Taten, mit Mut und mit der Erkenntnis, dass Liebe ohne den Schutz der Schwachen zur Farce wird.

Stattdessen gibt es Hirtenbriefe, Spendenaufrufe und ökumenische Gebetswochen. Es ist ein Skandal. Ein moralischer Bankrott. Weltweit werden Christen abgeschlachtet – nicht irgendwo im Verborgenen, sondern in Ländern, die wir alle kennen: Sudan, Syrien, Nigeria, Kongo. Und die großen Kirchen schauen zu. In stiller Andacht und mit gefalteten Händen zu Gast in Moscheen.

Im Sudan werden Kirchen zerstört, Christen gejagt und ethnische Säuberungen durchgeführt. Über 165 Kirchen wurden seit Kriegsbeginn geschlossen oder zerstört. Vergewaltigungen, Zwangskonversionen und Massaker sind an der Tagesordnung.

In Syrien hat die Gewalt gegen Christen nicht aufgehört: Brandanschläge auf Kirchen, Schießereien während Gottesdiensten, Grabschändungen. Von einst 1,5 Millionen sind die Christen auf rund 300.000 geschrumpft. Beispielhaft dafür steht der Angriff auf die mehrheitlich christliche Stadt Suqaylabiyah in der Hama-Provinz am 27. März 2026, am Vorabend von Palmsonntag.

In Nigeria wurden seit 2009 nach Schätzungen von Intersociety über 19.100 christliche Kirchen angegriffen, geplündert, niedergebrannt oder gewaltsam geschlossen – mehr als 1.200 pro Jahr, über drei pro Tag. Dazu Tausende christliche Schulen. Über 50.000 Christen wurden allein durch Fulani-Milizen, Boko Haram und ISWAP getötet.

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Im Kongo metzelt die ISIS-nahe Allied Democratic Forces (ADF) in den Ostprovinzen. Jährlich werden Dutzende bis über hundert christliche Einrichtungen angegriffen, Kirchen niedergebrannt, Gläubige bei Gottesdiensten abgeschlachtet. Gelegentlich wird den berichtenden christlichen Organisationen zwar vorgeworfen, sie verbreiten zu hohe Zahlen, aber niemand bestreitet, dass es massenhaft passiert.

Und was tun Rom und die evangelischen Kirchen? Sie sammeln Spenden, verteilen Nothilfe. Aid to the Church in Need (ACN) hat 2024 allein 150 Millionen Dollar ausgegeben – für Wiederaufbau, Essen, Trauma-Seelsorge. Alles ehrenwert, alles notwendig. Aber es ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Und vor allem: zu wenig und falsch adressiert.

Warum nehmen diese Institutionen, die auf Milliarden an Vermögen sitzen – Immobilien, Kunst, Stiftungen, Pensionsrücklagen –, nicht einen Teil dieses Reichtums und schaffen Fakten? Warum finanzieren sie keine lokalen Schutzstrukturen, keine professionellen Sicherheitskräfte, keine logistische Unterstützung für Selbstverteidigungsgruppen vor Ort? Stattdessen Seelsorge und Rechtshilfe gegen Diskriminierung.

Die offizielle Antwort lautet immer gleich: „Zeugnis von Leid und Liebe.“ Die Bergpredigt. Feindesliebe. Das Kreuz als Vorbild. Pazifismus als höchste Form der Nachfolge. Das klingt fromm. In der Realität begünstigt es den Tod von noch mehr Christen.

Denn Leid als Zeugnis hat Grenzen. In Nigeria haben einige Bischöfe und Pastoren längst erkannt: Wo Christen sich organisieren und schützen, sinkt die Zahl der Angriffe. Die Bibel kennt nicht nur die Bergpredigt – sie kennt auch Nehemia, der mit Schwert und Spaten baute, die Makkabäer und den gerechten Zorn.

Die Kirchenführung in Rom und bei den Evangelischen hat sich in eine theologische Komfortzone zurückgezogen. Sie predigt Nächstenliebe, während ihre Gläubigen in Afrika und im Nahen Osten wie Schlachtvieh behandelt werden. Sie verwechselt Martyrium mit Masochismus. Oder schlimmer: Sie setzen bewusst auf das Martyrium.

Liebe ohne Schutz der Schwachen wird zur Farce. Was kann man konkret tun? Ein paar Vorschläge für Papst Leo XIV.:

Statt stiller Andachten in Moscheen könnte er konkrete, rein defensive Schutzprojekte für Christen in Nigeria, Kongo, Sudan und Syrien fördern.

Low-Tech ist sofort umsetzbar: Freiwillige Wachgruppen an Kirchen und Dörfern – abschrecken, erkennen, verzögern, reagieren. Einfache Frühwarnsysteme per Funk oder SMS-App. Die Kosten liegen bei 200–2.000 Euro pro Gemeinde.

Sehr effektiv ist auch Mid-Tech: Solarbetriebene Überwachungskameras mit Bewegungsmeldern. Nicht-tödliche Abschreckung durch Sirenen, Pfefferspray und Taser für geschulte Freiwillige. Die Kosten liegen bei 1.000–8.000 Euro pro Gemeinde.

Und zuletzt: zukunftsweisende High-Tech: Autonome „Drone-in-a-Box“-Systeme zur Luftraumüberwachung als Beobachtung und Abschreckung. Und KI-gestützte Kameras und Satelliten-Telefone. Kosten: 15.000–40.000 Euro pro Dorf-Netzwerk.

Fehlt noch die Finanzierbarkeit: Für eine mittlere Gemeinde reichen oft schon 5.000–20.000 Euro einmalig plus geringe Betriebskosten. Das ist nur ein Bruchteil dessen, was Aid to the Church in Need (ACN) allein 2024 für Afrika ausgegeben hat (über 45 Mio. Dollar). Alle Maßnahmen sind kirchenintern transparent über ACN, Open Doors und lokale Partner abrechenbar. Die Kohle ist da. Oder hat jemand den Papst je um Geld jammern hören?

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