Stadionsprecher trauert um zu früh Verstorbenen

Präventive Klatsche gegen Impfschwurbler

von Bertolt Willison (Kommentare: 10)

Der Elefant namens „Plötzlich und Unerwartet“ steht im Raum.© Quelle: Pixabay / Christine Sponchia / Manfred Kain, Montage Bertolt Willison

Ein Mann ist gestorben. Sehr überraschend. Mit 57 Jahren. Ein ehemaliger Kollege ist traurig. So weit, so alltäglich.

Der Verstorbene ist Frank Hinz, bekannt in Bremen und Umgebung als ehemaliger Rundfunkmoderator für Radio Bremen Vier, Spezialgebiet Heavy Metal. Dann Geschäftsführer einiger Szeneclubs. Zuletzt als DJ selbständig mit eigener Partyreihe.

Der traurige Kollege: Arnd Zeigler, ebenfalls Ende 50. Werder-Fan von Geburt an. Auf Zeiglers Homepage steht unter „Biografie“:

 

„Arnd Zeigler wurde 1965 in einem Weidenkörbchen unter der Ostkurve des Bremer Weserstadions gefunden. Noch heute lebt er im Weserstadion. Weil er einfach nicht weggehen wollte, ist er nun dort Stadionsprecher. Das bedeutet: Er schaut sich alle Fußballspiele des SV Werder Bremen an und darf dabei rumbrüllen. Das ist auch das, was er am besten kann.“

Auch er war Musik-Moderator bei Radio Bremen Vier, ungefähr zur gleichen Zeit wie Frank Hinz, hatte wie er seine eigene Show: „Zeiglers wunderbare Welt des Pop“. Arnd Zeigler, Fußball und Musik. Ein Spieler.

Das, was Arnd Zeigler macht, ist großartig: Als langjähriger Stadionsprecher von Werder Bremen, bis heute, ist er Everybody‘s Darling in der Hansestadt. Vor wenigen Tagen lief die 508. Ausgabe seiner WDR-Kultsendung „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“, ein Muss für jeden Fußballfan.

Auf seinem Facebook-Kanal trauert Zeigler nun um seinen ehemaligen Kollegen Frank Hinz:

„Mein ehemaliger Bremen Vier-Kollege Frank Hinz und ich hatten nie viel miteinander zu tun. Er war abends in der Redaktion, ich tagsüber. Er hat über viele Jahre lang die vorzügliche Heavy Metal-Sendung „Wild Side“ moderiert und gehörte wie ich quasi zur ersten Generation der Bremen Vier-Moderatoren. Als Metal-Fan kam man in Bremen in den späten 1980ern und in den 1990ern nicht an seiner Sendung vorbei.

Am Donnerstag ist er sehr überraschend verstorben.

Ich bin traurig.“

Viele Berührungspunkte hatte Zeigler demnach mutmaßlich nicht mit dem Verstorbenen. Hinz ist ihm aber so positiv in Erinnerung geblieben, dass er traurig ist. Versteht man.

Was diesen Post dann aber bemerkenswert macht, ist das angehängte P.S., in Klammern gesetzt:

„(P.S. Aus gegebenem Anlass, an alle verwirrten Schwurbler, die es für nötig halten, das Gedenken an Frank hier durch niederträchtige und strunzdumme Mutmaßungen zu stören: Habt bitte ein Minimum an Anstand und haltet hier einfach mal die Fresse. Bleibt einfach unter euresgleichen. Hier wird gerade getrauert, und niemand interessiert sich für euren Gedankenabfall.)“

Was Zeigler meint und was er nicht lesen will in dieser Beileidsbekundung, ist klar: Kein Kommentar bitte zum überraschenden Tod des zu früh verstorbenen Frank Hinz. Keiner soll hier die Totenruhe stören mit Bemerkungen, die eine Verbindung mit Corona oder der mRNA-Spritze andeuten. Die Fragen zur Todesursache stellen. Zum zeitlichen Zusammenhang. Der Elefant namens „Plötzlich und Unerwartet“ steht im Raum.

Das ist vollkommen verständlich, denn Arnd Zeigler möchte trauern, ohne sich ärgern zu müssen. Vieles wird in der Trauer verdrängt, gerade die unschönen Seiten des Ablebens oder gar nicht ganz so angenehme Charaktermerkmale des lieben Toten, so es sie gab.

Eine Verwandte von Frank Hinz bedankt sich sogleich bei Zeigler:

„Arnd Zeigler danke, dass ich die Kommentare, die du mit deinem P.S. in deinem Ausgangs-Post meinst, als Angehörige und Trauernde bislang nicht lesen musste. Du bist auf zack löschst den Krempel rechtzeitig. Danke!“

Zeigler löscht also die Kommentare, die aus der Ecke der „verwirrten Schwurbler“ kommen. Das ist sein gutes Recht und überhaupt nicht zu beanstanden.

Tatsächlich nimmt der „Plötzlich und Unerwartet“-Reflex auf den einschlägigen sozialen Kanälen inzwischen inflationär anmutende Züge an. Selbst der Queen wurde dieser Orden „Heldenhaftes Impfopfer“ auf den Sarg gelegt. Mit solchen Ausuferungen tun sich diejenigen, die an einer Aufklärung der skandalbehafteten letzten drei Jahre interessiert sind und hieran mitarbeiten wollen, keinen Gefallen.

Denn die Übersterblichkeiten sind auch in den Mainstream-Medien kaum noch ein Geheimnis mehr. Sie werden nicht mehr weggeschwiegen oder weggebrüllt. Aber sie wurden es viel zu lange. Und was haben die Nachdenklichen hier gemacht? Sie haben immer wieder nachgefragt, wenn jemand „plötzlich und unerwartet starb“. Wenn der beliebte Moderator hier schreit, dann sollte er sich die richtigen Adressaten aussuchen.

Warum nicht seinen öffentlich-rechtlichen Abeitgeber, der sich so lange regierungskonform verhalten und keine Fragen gestellt hat? Die Empörung nun auf diese Weise auszuschütten, ist der einfachere Weg. Warum nicht einfach löschen, was einen persönlich stört, warum nicht ein kurzes Postskriptum, das darum bittet, Mutmaßungen wegzulassen. Warum mitten in die Andacht hineinbrüllen?  

Frank Hinz hat Spuren hinterlassen. Er und seine Begabungen werden den Menschen unvergessen bleiben:

„Er hat meine Jugend begleitet – und eines meiner ersten Konzerte (Kreator im Aladin) habe ich ihm zu verdanken! Mein aufrichtiges Beileid an seine Familie! RIP Frank.“

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