In der Migrations- und Ukrainepolitik bin ich näher bei der AfD als bei den Grünen – Na und?

Sie sind nun mal da …

von Jan-Heie Erchinger (Kommentare: 10)

Die, die hier sein dürfen und mitmachen wollen, mit denen habe ich kein Problem.© Quelle: Pixabay / KALHH / Gerd Altmann, Montage Bertolt Willison

Jugendliche und junge Männer mit Migrationshintergrund, die leider völlig frei drehen und eskalieren wie bei der jüngst erlebten Silvesternacht.

Ich war Silvester in Berlin-Neukölln in meinem Zweitwohnsitz nähe Hermannstraße und bin wie viele andere Berliner ab ungefähr 18.30 Uhr wohlweislich nicht mehr vor die Tür gegangen. Die Geräusche, aber auch meine Erfahrungen aus zwanzig Vorjahren waren mir eine eindeutige Warnung. Mein altes Auto hatte ich vorsorglich teuer ins Parkhaus gestellt.

Unterwerfung? Ja, eine konkret pragmatische Unterwerfung. Ich kenne das seit Jahrzehnten. Auf dem Fahrrad gibst Du für manche ein spaßiges Ziel für Böller ab. Auch Tage vor und nach Silvester. Neukölln-Kreuzberg-normal.

Ich kenne auch seit Jahrzehnten die Diskussionen über diese speziellen Mitbürger. Serien wie „4 Blocks" (Netflix) oder der Film „Rheingold"  von Fatih Akin bilden teilweise die Realität in der Parallelgesellschaft ab.

Leider werden diese Filme bestimmt nicht von allen Zuschauern als abschreckendes, soziales Drama gesehen, das traurige und brutale Abgründe darstellt. Machen wir uns nichts vor: Sie gelten manchen auch als konkrete Inspiration. Besonders den Heranwachsenden.

Klar ist es nicht zu beanstanden, Gangster-Filme oder -Musik zu machen. Der Klassiker „Der Pate“ von Martin Scorsese ist für mich einer der aufwühlendsten und größten Filme, die ich gesehen habe. Aber auch die Mafia gehört zur traurigen Realität in Europa, den USA und darüber hinaus.

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Als Lehrer beschäftige ich mich ernsthaft mit sozialen Themen, war auch lange in einer Partei, die das Wort „Sozial“ im Namen führt. Bis vor etwa sechs Jahren. Da ging es für mich einfach nicht mehr.

Die Entfremdung von Träumern und Ideologen war ein langer Prozess bei mir. Heute ist er annähernd abgeschlossen. Alle, die einen eher realistischen Ansatz zu dem Thema vertraten, wurden innerhalb der SPD irgendwann als vermeintlich rechts eingeordnet.

Auch mir wurde in Diskussionen vorgeworfen, Schnittmengen mit der AFD zu haben. Der Vorwurf wird deshalb erhoben, weil man die AfD von links als böse und rechtsextrem framt. Aber dieser Vorwurf ficht mich nicht an, denn ich wäre ein Lügner, wenn ich bestreiten würde, beispielsweise in der Migrations- und Ukrainepolitik näher bei der AfD als bei den Grünen zu sein.

Otto Schily und Heinz Buschkowsky – und auch Thilo Sarrazin, dessen Name nicht genannt werden darf – sind Politiker, denen ich immer in vielem zustimmen konnte. Heute gelten sie in der woke dominierten Politikgesellschaft als böse alte weiße Männer. In der SPD hört man sicher selten ein gutes Wort über sie.

Ich bin absoluter Fan der viel zu früh von uns gegangenen Jugend-Richterin Kirsten Heisig. Gott, hab´ sie selig. Ihren realistischen und fairen Ansatz, Strafe möglichst auf dem Fuße folgen zu lassen, hatte sie in ihrem Buch „Das Ende der Geduld: Konsequent gegen jugendliche Gewalttäter“, das postum veröffentlicht wurde, sehr gut deutlich gemacht.

2014 gab es in der ARD sogar einen Spielfilm dazu. Ist das schon zu lange her? Alles vergessen, nichts daraus mitgenommen? Haben sich die Früchte ihrer Arbeit fast eine Dekade später in Luft aufgelöst?

Ich bin mir sicher, man setzt ihre Ideen, auch aus Angst vor Clans und Konsequenzen, nicht um. Oder man hat zu wenig Polizisten und Sozialarbeiter eingestellt, die sich kümmern können.

Der offene Brief der Lehrer der Rütli-Schule von 2006, ein Hilferuf, hat offenkundig noch nicht nachhaltig gefruchtet. Hätten wir sonst so ein krasses Silvester-Ausrasten erleben müssen?

Die Herausforderungen durch Flüchtlinge seit 2015 haben die Probleme auch noch verstärkt, so mein Eindruck als Bewohner Neuköllns. Die Rütli-Schule heißt heute „Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli“. Für mich mutet der Name geradezu realsatirisch an. Campus?! Sind wir hier auf einmal in der Uni?!

Ein typischer Neusprech, der Schein und Sein ideologisch verwischt.

Trotzdem habe ich großen Respekt vor den Lehrerkollegen dort und man muss auch zugestehen, dass nach der medialen Aufmerksamkeit hier offenkundig stark investiert wurde. Ich wünsche von ganzem Herzen gutes Gelingen.

Das Motto der Schule ist laut Wikipedia „Eine Schule für alle! Kein Schüler bleibt zurück“, was in meinen Ohren leider auch schon wieder ideologisch klingt und klingelt. Wer sich verweigert, wer selbst auf Kuschelpädagogik nur mit Gewalt und Unverschämtheit antwortet, muss selbstverständlich Konsequenzen spüren und wird zwangsläufig zurück bleiben.

Zurück in die Gegenwart zu Silvester 2022, es war natürlich nicht nur in Berlin völlig aus dem Ruder gelaufen. Die Feuerwehr ist bundesweit erschüttert und es werden allerorten gute Ansagen und berechtigt wütende Kommentare dazu gepostet.

Lachhaft allerdings: In der Tagesschau wird ein Sachverständiger Dr. Lütke zu den Tätern befragt; er stammelt und schaut immer wieder auf sein Manuskript: „ ... von den Tätern zu sprechen, ist in solchen Kontexten immer'n ein bisschen schwierig … es seien gruppendynamische Prozesse … also äh … ein gesamtgesellschaftlich großer Druck, der geherrscht hat ...“

Jedem sollte aber klar sein: Es handelte sich hier vor allem um Jugendliche mit Migrationshintergrund. Das bestätigte auch ein Berliner Feuerwehrmann im RBB, der selbst Migrationshintergrund hat.

Die vielen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland bleiben höchstwahrscheinlich hier. Das statistische Bundesamt in Wiesbaden spricht von 26 % der Bevölkerung. Jeder Vierte also.

Klar soll man Kriminelle ausweisen, wo es machbar und gerichtlich beschlossen ist. Auch wer illegal gekommen ist und keine Genehmigung hat, hier zu sein, muss zurückgeschickt werden. Gesetzeskonform. Dorthin, wo es möglich ist.

Aber wichtig ist mir: Die, die hier sein dürfen und mitmachen wollen, mit denen habe ich kein Problem.

Und es gibt den demographischen Wandel, die geburtenstarken Jahrgänge wie meiner (1967) scheiden nach und nach aus dem Arbeitsleben aus. Aber haben wir damit wirklich Probleme oder bezahlen wir vielleicht unsere Pflegekräfte zu schlecht, dass wir uns nach Billiglöhnern aus dem Ausland sehnen?

Trotzdem sollten wir uns ehrlich machen: Weitere Pull-Signale von Nancy Faeser und Katrin Göhring-Eckardt, wie beispielsweise die Erleichterung der Einbürgerung oder diese unfaire Unterstützung der illegalen vermeintlichen Seenotrettung, die vor allem das Schleppergeschäft unterstützen, müssen aufhören.

Wir versuchen jetzt erst einmal die zu integrieren, die hier sein dürfen. Eine Riesenherausforderung. Ganz klar bin auch ich fest überzeugt von der Wichtigkeit von Bildung und Sozialer Arbeit.

Aber die Naivität und Lebensferne, wie Etablierte bei uns aus teuren und funktionierenden Wohnvierteln heraus die echt ernste Lage in den Brennpunktvierteln der Großstädte immer wieder verkennen und auch den kulturell-familiären Einfluss nicht deutlich beim Namen nennen, sind eben Teil des Problems.

Es wird nicht ehrlich zugegeben, dass viele dieser verharmlosend „Party-Szene“ genannten gewaltbereiten Menschen mit Migrationshintergrund unser Grundgesetz nicht anerkennen und unsere Liberalität auch bezüglich Homosexualität oder auch Gleichberechtigung der Frau ablehnen. Auch der Respekt vor Menschen aus Polizei und Feuerwehr ist oft nicht einmal im Ansatz vorhanden.

(Quelle: privat)

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