Die Polizei bietet nach der Gewalt an: „Wer abziehen will, darf straffrei raus.´´

Sie urteilen mit zweierlei Maß

von Jan-Heie Erchinger (Kommentare: 13)

Hier nimmt sich eine Seite heraus, gewalttätig zu sein, und das wird in diesem speziellen Falle eher wie ein Kavaliersdelikt von unseren Leitmedien begleitet.© Quelle: Youtube/ WDR / Twitter, Montage Alexander Wallasch

Es ist immer das Gleiche, sie urteilen mit zweierlei Maß. Bei der gesetzeskonformen Räumung des besetzten Lützerath durch Polizistinnen und Polizisten sind Stand Mittwochabend Molotow-Cocktails und Steine geschmissen und Feuerwerkskörper gezündet worden.

Nochmal glasklar: Auf Menschen, die ihren Job machen, verüben manche Menschen konkrete Brandanschläge und nutzen die Waffe der Steinigung. Der Tod wird offenkundig billigend in Kauf genommen.

Stellen Sie sich vor, das würden vermeintliche „Aktivisten“ – ein extra geframtes positives Wort – aus dem migrationskritischen oder Corona-Maßnahmen-kritischen Block so machen.

Genau die Lichterketten, die Solidaritäts-Aktionen für Polizisten, die Empörungswelle wären binnen Stunden auf ihrem Gipfelpunkt. Stattdessen Schlagzeile in Spiegel Online: „200 Prominente fordern sofortigen Stopp der Räumung“.

Und beispielsweise auf NDR Info wird in den Nachrichten nicht nur positiv von Klima-Aktivisten gesprochen, nein, jetzt sind es schon pauschal in den Himmel lobend „Klima-Schützer“, die Lützerath besetzen und aus deren Reihen konkrete Gewalt an Menschen verübt wird.

Ob es legitim oder nötig ist, den Ort seitens RWE abzureißen und die Kohle abzubauen, ist hier nicht entscheidend. Es gibt immer wieder gerichtliche Entscheidungen oder auch einfach gesetzliche Fakten zu allen möglichen Themen, bei denen es unterschiedliche Meinungen gibt.

Hier nimmt sich eine Seite heraus, gewalttätig zu sein, und das wird in diesem speziellen Falle eher wie ein Kavaliersdelikt von unseren Leitmedien begleitet.

Wichtig, dass der grüne Bundeswirtschaftsminister Habeck und die grüne NRW-Wirtschaftsministerin Neubaur diesen Räumungsdeal höchstselbst abschlossen. Immerhin werden einige andere Dörfer, die auch dem Tagebau zum Opfer hätten fallen sollen, gerettet.

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Trotzdem entblödet sich die Tagesschau Mittwochabend nicht, positiv von Klima-Aktivisten und Klima-Schützern zu sprechen.

Die Polizei bietet freundschaftlich auch nach der Gewalt an: "Wer abziehen will, darf straffrei raus."

Eine junge Frau, die von der Polizei weggetragen wurde, wird interviewt, sie kann sich in Ruhe ausbreiten. Der Sprecher sagt, dass es mühsam für die Beamten sei, aber auch für die Aktivisten … echtes Mitgefühl wird rübergebracht. Die Frau sagt, dass sie froh sei, "aufs Klo zu können", aber dass eben "ein Stück des Dorfs schneller fällt, jedes Mal, wenn wir geräumt werden".

Insgesamt wird trotz Steinewerfen, trotz Feuerwerkskörper und Molotow-Cocktails auf Polizisten vom Sprecher gesagt, "schnell beruhigte sich die Lage … insgesamt habe es nur wenige Festnahmen gegeben und ´nur´ zwei verletzte Beamte, so die Polizei …"

Ach, nur zwei verletzte Beamte? Na dann … Polizeisprecher Dirk Weinspach sagt ebenfalls in der Tagesschau, er sei froh, dass trotz dieser "Gewalt-Eskalation" heute Vormittag, die Zahl der Verletzten so gering geblieben sei.

Jo, da sollten wir mal alle ganz dankbar sein … Ich höre keinerlei Kritik an der Gewalt seitens der Tagesschau, es wird quasi einfach ohne Wertung darüber berichtet. Nur zwei Verletzte, Stand 20:02 Uhr, das ist ja wirklich lieb von den steineschmeissenden und gewalttätigen "Aktivisten und Klima-Schützern".

Entlarvend, dass niemand fordert, sich von den Gewalttätern zu distanzieren, oder ganz aufzuhören, weil man sich sonst mit diesen „gemein" mache.

Bezüglich Spaziergängen gegen Corona-Massnahmen oder Demos, wurde dieses "sich Distanzieren oder am besten gar nicht mitgehen" sonst immer von den angeblich „Korrekten" gefordert, wenn sie meinten, irgendwo ein Häufchen Rechte mit Flaggen friedlich mitmarschieren gesehen zu haben …

Marschieren, nicht Polizisten angreifen – wohlgemerkt.

Zweierlei Maß – Klassiker. Aber wehe, es geht um andere Themen.

Da wird ein Ohne-Maske-Spazierengehen in einer größeren Gruppe schon zu einer heftigen Gefährdung unser aller Gesundheit "hoch sterilisiert“, wie es Lothar Matthäus ausdrücken würde.

Da brennt ein Haus, es gibt keinen Verletzten, aber als schuldig werden vor allem erst mal Massenmigrations-Kritische und Rechtsextreme vermutet und das wird auch inflationär kommuniziert, obwohl es schlussendlich dann doch ein Pyromane von der freiwilligen Feuerwehr war.

Wenn allerdings ein schweres Verbrechen mutmaßlich von einem Flüchtling oder anderem Menschen mit Migrationshintergrund begangen wurde, gefallen sich die ´Korrekten´ darin, immer stark zu mahnen, man solle keine voreiligen Schlüsse ziehen.

Und nein, ich bin auch dagegen, voreilige Schlüsse zu ziehen. Unsere schöne deutsche Sprache stellt ja extra die Vokabel „mutmaßlich“ zur Verfügung.

Es wurde aber bei Anschlägen und anderer Gewalt aus der Migrationsecke von Seiten der Mainstream-Medien und Korrektheitsfanatiker gerne trotzdem die Floskel, dass es noch keine "genaueren Erkenntnisse" gäbe, penetrant lange kommuniziert.

Das „Unwort" des Jahres, eine laut Wikipedia "zivilgesellschaftliche, sprachkritische Aktion, die in Deutschland 1991 von einem Sprachwissenschaftler ins Leben gerufen wurde", ist in dieser Woche vorhersehbar das Wort „Klimaterroristen" geworden.

Punktgenau zur Räumung in Lützerath veröffentlichte die offenkundig politisch klar links-grüne Jury ihre diesjährige Wahl.

Ich erinnere mich genau, dass Tadzio Müller, ein deutscher Politologe, Globalisierungskritiker und Dozent für die Rosa-Luxemburg-Stiftung, ganz zufällig einer der bekanntesten Menschen von "Ende Gelände“ (Zitat "Pipelines zerstören ist unsere verdammte Pflicht" und "shit happens“ im Zusammenhang mit der traurigen Nachricht, dass eine Frau unter einem Laster starb und ein Rettungswagen im Klima-Stau gestanden habe), dass eben dieser Herr Müller im Spiegel 2021 sagte: "Wer Klimaschutz verhindert, schafft die grüne RAF."

Wie kann die Unwortjury vergessen, wer oder was diesen Klima-Terroristen-Zusammenhang vor allem herausstellte? Mit zweierlei Maß messen, daran liegt es. Wir müssen genau hinschauen und wachsam sein. Wir dürfen uns einfach nicht verarschen lassen.

Quelle privat

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