Die Überschrift tut weh, gelinde gesagt. Aber das soll sie auch, denn nichts, was hier beschrieben werden wird, hat mit der Leichtigkeit des Seins zu tun, der wir gerne alle frönen wollen. Rein gar nichts. Aber es muss einmal gesagt werden, da der Zusammenhang, der erst geschichtlich gewachsen ist und eine umfangreiche Promotion thematisch möglich machen würde, für unsere Zeit – uns alle! – wichtig ist. Nicht nur als Gedanke.
Der Sozialismus/Kommunismus kommt nicht aus dem Nichts heraus und wurde mitnichten durch die Kirche auch nur ansatzweise gefördert oder hofiert. Geschichtlich haben die amerikanische Unabhängigkeitserklärung und die Französische Revolution eine Tür geöffnet, die die Aufklärung intellektuell-theoretisch schon aufgestoßen hatte. Und das war der zweite Versuch.
Der erste Versuch muss fast dreihundert Jahre früher gesucht werden, als aufwieglerische Mönche (z. B. Luther) und Kirchenfürsten intellektuell den Grundstein für den „freien Christenmenschen“ legten; der dann auch folgerichtig seine Freiheit suchte (z. B. Thomas Müntzer). Nicht von Kapitalisten, wohl aber von der Kirche, die sich Staat und Ordnung untertan gemacht hatte und via Inquisition uneingeschränkt über alles herrschte.
Mit dieser Erkenntnis in der Tasche war es für das einfache Volk auch ohne hochwissenschaftlich-ideologische Debatte leicht, Unrecht, Willkür und Unterdrückung zu erkennen. Der Indikator war nicht der Kontostand, die Inflation oder Wahlausgänge. Es war schlicht und einfach das, was auf dem Teller war und wie viele der eigenen Kinder überlebten, um die Lebenserwartung von 50 zu erreichen. Wo Arbeit nichts zählte, es sei denn als Gewinn für die herrschende Klasse. Den Eliten, die schon immer herrschten und durch die ergänzt wurden, die zu Reichtum kamen.
Wer reich war, aber null Talent hatte, wie zum Beispiel Friedrich Engels, der aus einer bedeutenden und reichen Unternehmerfamilie aus Engelskirchen (!) stammte, konnte vortrefflich das Leid um sich herum anprangern, solange die Familie zahlte. Engels hat damalige Arbeiterquartiere wohl gesehen, aber nie zur Neige gekostet. Etwas, was er mit den meisten Kommunisten seiner Zeit gemein hatte. Auch die SPD wurde nicht von zerlumpten, halbverhungerten und geknechteten Gestalten gegründet. Solche Ideen kommen immer aus dem Mittelstand, der auf dem Sprung ist, weiter hochzukommen und in der Masse seine Chance sieht, über sie aufzusteigen. Das verstand Julius Caesar schon, als er die Popularen (Bürgerlichen) im Senat und auf der Straße für sich und seine Ambitionen entdeckte. Caesar wie auch Lenin verstanden das Volk als Druckmittel, Motor und Spielmasse für ihre Politik.
In der Industrialisierung wurde der Sozialismus augenscheinlich, weil riesige Arbeiterheere auf engem Raum sichtbar wurden. Tausende von Arbeitern schufteten und lebten auf engstem Raum wie Sklaven des Altertums. Ohne Rechte und vollkommen vom Fabrikbesitzer abhängig, der wie ein Feudalherr agieren konnte. Inklusive „Steigernacht“ und anderen Spielchen modernisierter mittelalterlicher Willkür und kirchlicher Duldung. Denn man hatte sich im Unrecht arrangiert.
Natürlich war diese Massierung von möglicher Dynamik ein Faustpfand für jeden Agitator. Manche, wie Engels, wollten das, waren aber ungeeignet, ihre wilden Ideen in Worte zu fassen, die das (dumme) Volk versteht. Dafür sponserten sie dann Leute, die das besser konnten, aber nicht die Mittel hatten, das zu tun. So kam Engels, den seine Familie außer Sichtweite nach London verbannt hatte, an Karl Marx, der fortan für Engels das war, was später dann Wagner für Ludwig II. wurde.
Karl Marx hat sein Leben damit verbracht, die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen anzuprangern. In 24 Bänden „Das Kapital“. Doch unter seinem eigenen Dach handelte der Prophet des Klassenkampfs genau wie jene bürgerlichen Bosse, die er verurteilte.
Mehr als vierzig Jahre lang war Helene Demuth die Hausdienerin der Familie Marx. Sie wusch die Wäsche, kochte die Mahlzeiten und zog die Kinder groß. All das, ohne jemals (!!!) einen regelmäßigen Lohn zu erhalten oder gar einen Arbeitsvertrag zu haben. Die Dienerin wurde lediglich einquartiert und verpflegt. Belastbar und abrufbar nach Gutdünken. Wie auch schon auf den Baumwollplantagen des US-Südens üblich; dort aber als Sklaven bezeichnet.
1851 überschritt der Autor des „Kommunistischen Manifests“, das vermutlich von einem ehemaligen Piraten namens Lafitte gesponsert worden war, eine weitere Grenze: Er schwängerte seine Dienerin hochfeudal mit Frederick. Für Marx war die Existenz dieses unehelichen Sohnes eine Katastrophe. Sie bedrohte sein öffentliches Image und seine Ehe mit einer preußischen Aristokratin.
Der große Verteidiger des Proletariats weigerte sich damals kaltblütig, sein eigenes Kind anzuerkennen; schlimmer noch: Er inszenierte eine elende Lüge, um seine Reputation zu wahren, und überredete seinen treuen Freund, den reichen Industriellen Friedrich Engels, öffentlich die Vaterschaft anstelle seiner zu übernehmen. Der kleine Frederick wurde seiner Mutter entrissen und diskret in eine Pflegefamilie in den Armenvierteln Londons gesteckt.
Marx hat ihn nie anerkannt und hat ihm nie auch nur einen Pfennig gezahlt. Jahrelang, wenn der Junge seine Mutter besuchte, verbot Marx ihm, durch den Vordereingang des Hauses zu gehen. Er musste durch den Dienstboteneingang kommen, auf der Küchenseite. Das Geheimnis wurde von den Vätern des Kommunismus eisern bewahrt. Erst auf dem Sterbebett – die Angst im Nacken, dass es Gott doch geben könnte – gestand er es.
Warum das alles in dieser Deutlichkeit? Es soll zeigen, wessen Geistes Kind diese Freunde der Armen sind, wenn sie auf intellektueller Ebene über die reden, die sie angeblich vertreten. Engels, Marx und auch Lenin waren ihrem Klientel stets eine Nasenlänge voraus und hielten sie auf eine Armlänge Abstand. Sagten sogar offen, dass man dem geheiligten Proletariat nicht die Macht anvertrauen konnte, da durch Unbildung und Abhängigkeit der gemeine Arbeiter das „Große und Ganze“ nicht sehen oder gar verstehen könnte.
Heute versucht uns auf ähnlicher Ebene ein Habeck, eine Herrmann und andere Gestalten „Ein MEHR des WENIGER“ zu verkaufen … Also ein Mehr für sie und ein Weniger für den Rest. Und das wird anders als damals nicht mit einer besseren Überlebensgrundlage der Werktätigen und Bauern begründet, sondern mit einer kollektiven höheren Moral, die sich selbst erklärt – so man denken kann oder so denken will …
Während Marx seine Zeit vortrefflich analysierte und beschrieb, sein Werk die beste jemals gefertigte Beschreibung einer Epoche ist, begnügen sich nachfolgende Protagonisten auf ein fernes Ziel, das durch Opfer zu erreichen ist. Abschaffung des Kapitals (alter Eliten), der Verwirklichung des Kommunismus (Bevormundung von allen durch wenige) bis hin zum Elysium der höheren Moral und im Einklang mit Gaia oder sonst was, solange es unerreichbar ist.
Der Trick am Sozialismus ist, dass wenn der Kommunismus erreicht ist, kein Feindbild mehr existiert und dann die proletarisch gebildete und lauernde Masse möglicherweise einen neuen Luther, Kant oder Mohammed findet. Warum? Weil irgendwas der Menge immer fehlt, was die herrschende Elite nicht liefern kann oder will. Daraus entstehen Revolutionen. Seit jeher.
Der Weg zum kommunistischen Paradies erfolgt immer über notwendige (!) Opfer, die aber via einem die Masse bewegenden Thema – quasi als Katalysator – fokussiert werden müssen. Sozialismus braucht einen PR-Aufhänger, der ein Ziel nutzt, das alle haben. Das man so dem einfachen Volk besser verkaufen kann. Über das man begeistern kann. Hitler erkannte das recht schnell. Ein gedemütigtes Nationalvolk, das seinen Stolz am Boden sah, brauchte keine ideologischen Strukturen aus Russland, wo völlig andere Strukturen, Prozesse und Methoden nötig waren als im ex-Kaiserreich. Hier wurde der Nationalsozialismus geprägt und mit dem Rahmen der deutschen Arbeiterschaft als Partei definiert: NSDAP!
Selbstverständlich passt das aktuellen Sozialisten nicht ins Konzept, obwohl in Ton, Bild und Schrift Goebbels wie Hitler immer wieder betonten, dass sie die einzig wahren Sozialisten wären und links von ihnen nichts mehr Platz hätte. Und das stimmte: Wer gab den Arbeitern ihren über Jahrzehnte geforderten Feiertag, den „Tag der Arbeit“? Wer schuf ein Arbeiterferienwerk? Wer anerkannte die Leistung der Mütter? – Alles Themen, die von der SPD seit Bebel auf dem Tisch lagen. Dass man hier den Schulterschluss zur Kirche suchte und einen Vertrag mit Rom unterschrieb, das Reichskonkordat, war folgerichtig. Religion ist Opium fürs Volk, wie es im Sozialismus stets hieß. Für die Kirche schuf das Rechtssicherheit für Vermögenswerte, die anderswo durch Sozialisten geraubt wurden.
Mao rief zur Kulturrevolution auf, als sein anfänglicher Kurs ins Stocken geriet und man die größte selbstverschuldete Hungersnot der Menschheitsgeschichte verursacht hatte. Er rief die Jugend auf, als Inquisition den wahren Sozialismus umzusetzen und alles Alte abzuschaffen. Die Roten Khmer in Kambodscha ließen sich dazu herab, jeden, der nicht mit seinen Händen arbeitete, manchmal auch nur Brillenträger (!) war, hinzurichten. Ein Drittel der Gesamtbevölkerung wurde abgeschlachtet. Und diese Schlachtfeste sind Eigenarten jeder sozialistischen Idee: Der politische Gegner muss ausgerottet werden. Opposition wird stigmatisiert, kriminalisiert und dann verfolgt und ausgerottet. Egal ob weißrussische Bevölkerungsteile in der UdSSR, Oppositionelle/Juden unter Hitler, Konterrevolutionäre unter Stalin oder die asiatischen Varianten. Am Ende lagen immer Millionen unter der Erde. Solche Maßnahmen und Bürgerkriege werden geschichtlich nur von Religionskriegen getoppt, wenn Verbrechen gegen Menschen, Recht und Menschlichkeit mit Belohnungen im Jenseits vergolten werden können. Man also zweifach profitiert mitzumachen. Hier auf Erden und im Nirwana.
Und hier kommt die Kirche ins Spiel. Kirche als Staatsform hat das Heilige Römische Reich Deutscher Nation wie einen Stier am Nasenring durch die Manege gezerrt. Drei der sieben Kurfürsten, die den Kaiser wählten, waren Erzbistümer. So wie Sozialisten sich als Interessenwahrer der Arbeiter sehen, so sieht sich die Kirche als Hirte der Gläubigen. Beide sehen sie gern als Schafe. Die einen hüten ihren Geist und die anderen scheren sie. Wer was macht, wechselt dabei. – Unter dem Strich predigen sie die gleichen Texte: Sie haben den Anspruch an sich selbst, den Schwachen, Ausgebeuteten und Bedürftigen zu helfen. Das ist der kleinste gemeinsame Nenner. Und den kann man spielen. Zumindest als Sozialist in Richtung Kirche, denn die ist anfällig für diese Argumentation, zumal ihr Klientel auf das Jenseits fokussiert wird, das es für eingefleischte Sozis natürlich nicht gibt. Genau so wenig wie einen Gott, den Himmel, Engel und Wunder.
Das einzige Wunder, das Sozialisten in der Kirche sehen, ist, dass man sie immer wieder zur Kooperation bewegen kann, obwohl gescheiterte sozialistische Experimente mit Millionen von Toten bei der Kirche nie auch nur eine Spur von Verunsicherung auslösen, so man sie erneut für Arme gewinnen will. Solange man der Kirche ihr Vermögen garantiert, macht die Kirche alles mit. Muss sie auch, denn die Macht, Kreuzzüge zu entflammen, entfällt. Anderes als im Islam. Die Kirche ist also ein Trittbrettfahrer, der eher Sozialisten beischläft, als mit Kapitalisten ins Bett zu steigen. Thematisch liegt man sich näher – denn es geht ja um Bedürftige, Arme und Schwache …Der Teufel kann keine bessere Spielkarte ziehen.
Doch wie schafft man es – gerade hier in Deutschland –, Linke zu Antisemiten zu machen. Wo die genialgebildeten dieser Gestalten reflexartig Angriffe auf Juden ablehnen, aber keinerlei Probleme haben, danach sofort mit Judenhassern Partys zu feiern, so sie nicht national-völkischen Kreisen angehören. Kreisen, die gern als Nazis betitelt werden und aufgrund des sozialistischen Erbes neudeutsch als Faschisten bezeichnet werden. Gemeinhin auch, weil die Nazi-Keule durch unüberlegten massenhaften Fehlgebrauch stumpf geworden ist.
Sozialisten hatten schon immer das Großkapital im Visier: Industrielle und Bankiers! Bedingt durch den Umstand, dass im christlichen Abendland Juden als Christusmörder angesehen wurden, war ihnen die Mitgliedschaft in Handwerksgilden untersagt. Sie wurden auch in den Städten in Straßen (siehe Judengasse) und Vierteln unter sich gehalten und durften auch nur begrenzt Handel treiben. So verlegten sie sich auf den Geldverleih, der im Mittelalter nach der Auslöschung der Tempelritter (hierher stammt der Begriff „Schwarzer Freitag“) unter Christen verboten war. Dass mit der Industrialisierung die gut vernetzten jüdischen Bankiers diese auch überproportional profitieren konnten, ist selbsterklärend. Zumal sie in den USA, wo die aus Europa durch die Inquisition verdrängten Glaubensströmungen die Mehrheit stellten, frei walten und an Einfluss gewinnen konnten.
So sehen Sozialisten, wenn sie vom Großkapital reden, gedanklich immer auch Juden in der Täterrolle. Deshalb gab es in Europa auch in linken Kreisen wenig Widerspruch, als Hitler seinen Sozialismus mit Klärung dieser offenen Frage versah. Darum auch keine groß angelegten Hilfen, Juden ein Entkommen zu ermöglichen, und breite Kollaboration mit NS-Häschern in vielen europäischen Ländern. Wer es nicht glaubt, möge sich einmal mit diesem Teil der Geschichte befassen. Die Stille sprach damals Bände und schreit heute geradezu nach Aufklärung.
So rutscht auch der letzte Komplex ins Bild: der Islam und die ständige Intifada samt Dschihad. Warum solidarisieren sich Sozialisten mit dem Islam, gern auch mit dem radikalen und militanten Islam?
Nach 1945, dem Holocaust und den Millionen von Toten, die dem Nationalsozialismus im Weg gewesen waren, ließ man die Juden gewähren, ihr seit 1900 Jahren gehegten Wunsch, die Diaspora zu beenden und in ihr heiliges Land zurückzukehren. Keiner wollte die Überlebenden und von KZ gezeichneten Menschen zurückweisen, aufhalten oder gar zurückschicken. Leon Uris beschrieb es sehr gut in seinem Buch „Exodus“, das die Ursachen und die Entwicklung zum Staat Israel aufzeigt. – Und nein, den Film „Exodus“ gesehen zu haben reicht nicht!
Allerdings vergaß man damals, dass dieser Landstrich sich in 1900 Jahren etwas verändert hat, dort nun schon Menschen lebten und das Land osmanisch geprägt war. Es gab da weder ein Land Israel noch ein Land Palästina. Es gab ein paar ehemalige osmanische Provinzen, die unter Völkerrechtsmandat standen. Mehr nicht! – sic!
Was folgte, war eine ungeregelte, ignorierte bis hin tolerierte und zum Teil auch gesponserte Masseneinwanderung von Millionen Menschen in kürzester Zeit. Alles Menschen mit dem Traum, dort wieder den Staat Israel zu gründen, der durch die Römer im Jahre 71 n. Chr. komplett samt Tempel ausgelöscht worden war. Wenn man ehrlich sein will, so war dieser Vorgang bestenfalls illegal. Und das in jeder denkbaren juristischen Hinsicht. Allein das schlechte Gewissen der Siegermächte und der Welt, die Scham, nicht gehandelt zu haben, und auch eigenes Verschulden zu vergessen, ermöglichte den Juden, den Staat Israel gegen den erbitterten Widerstand der „Ureinwohner“ zu gründen. Man tat sich schwer, Israel im Westen anzuerkennen, aber die USA waren die ersten Gratulanten nach der Gründung – per Telegramm an die Versammlung!
Damit waren die Rollen im aufkommenden Kalten Krieg verteilt. Die USA als Garantiemacht für Israel konnten nur die UdSSR auf den Plan rufen, die entrechteten Menschen vor Ort zu unterstützen. Als ersten von vielen Proxy-Kriegen, die bis zum Untergang der UdSSR die Welt umspannten. Die gesamte „Arabische Liga“ war das politisch-militärische Gegenstück zum israelischen Staat an sich. Hier tauchte dann zum ersten Mal die Bezeichnung Palästina auf. Die Hilfe ging natürlich auch mit straffer ideologischer Führung einher, die ähnlich gut verfing, wie es mit der Kirche möglich war.
Der kleinste gemeinsame Nenner funktionierte auch hier. Und komischerweise, obwohl der Sozialismus ein kulturell eher europäisch-christlich determinierter Geisteskomplex ist, fand er im arabischen Raum die gleichen Menschentypen, die sofort erkannten, wie gut und schön das für sie werden konnte. Parasiten wie Marx, die von anderen lebten und schöne Sprüche klopften. Ausbeuter des eigenen Klientels.
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Leute, die Gelder unterschlugen, betrogen und stahlen und schlussendlich ihre Macht mit Waffengewalt auch gegen innere Feinde verteidigten. Milizen hießen diese Hilfsorgane, und sie würden sich zerfleischen – ähnlich den sozialistischen Denkrichtungen in Russland anno 1917 –, so da nicht Israel wäre. Der weiße Elefant im Raum, den jeder hasst und der den internationalen Geldsegen begründet. – Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Zumindest, solange sich nicht etwas Besseres finden lässt. Exakt das bedeutet das Wort „Salam“, das im Westen gern als „Friede“ bezeichnet wird. Ein Treppenwitz der Geschichte!
Die UdSSR ging unter, aber die Strukturen samt hinterlegter Ideologie blieben gleich. Die DDR samt SED gingen unter, aber die Protagonisten verschwanden nicht, sondern breiteten sich unterschwellig weiter aus. Anders als die NSDAP wurde die SED nicht verboten. Ihre Mitglieder auch nicht verfolgt und entnazifiziert. Letzteres war auch schon nach dem Krieg ein besserer Witz. 1990 fand es aber noch nicht mal mehr statt. Man benannte sich einfach zweimal um. Das war es. Man stelle sich vor, aus der NSDAP wäre erst „Die Partei des Nationalen Fortschritts“ und dann „Die Rechte“ geworden. Und würde wieder Ministerpräsidenten stellen. Und genau dieses Personal setzte hüben wie drüben seine Arbeit fort. Alte Hilfen mit neuen Namen in gleicher Absicht. Nur durfte man es so nicht mehr sagen. Öffentlich.
Es gibt kein palästinensisches Brudervolk mehr. Und sozialistische Genossen sind da auch nicht mehr. Nur noch Kämpfer für die Freiheit. Und wie die für ihre Freiheit kämpfen, ist egal, weil es ihre Freiheit ist. Ein 7. Oktober stört da wenig. Entführungen von Zivilisten, Vergewaltigungen, Verstümmelungen und die brutalste Ermordung von Kindern sind hinnehmbar, weil man sie ignoriert und/oder an anderen Dingen relativiert.
Exkurs: Woher kommt im Nahen Osten diese Brutalität? Sie ist geschichtlich-traditionell determiniert und geht auf die Kriegsweise in Arabien zurück. Dort war es schlichtweg ein Kriegsakt, wo der Feind nicht nur geschlagen werden muss, sondern auch erniedrigt, unterworfen bis hin ausgelöscht wird. Krieg in der Wüste war immer ein Krieg um Ressourcen, die man nicht mit dem besiegten Feind teilen wollte. Mitunter auch nicht konnte. Darum war es auch ein Kriegsziel, diesen zu vertreiben. Darum waren Gräueltaten Mittel zum Zweck und fanden auch Zugang in den Koran, der in dieser Region geschrieben wurde! – sic!
Und so findet sich zusammen, was nie zusammengehört hat, sich intellektuell-ideologisch auch beißt oder gar widerspricht, aber auf dem jeweiligen kleinsten gemeinsamen Nenner verträgt. Egal ob es um Wirtschaft, Finanzen, Familie oder Verteilungsfragen geht. Am Ende zählt der gemeinsame kleinste Nenner. Der Rest wird konsequent ausgeblendet, und keiner tangiert diesen Burgfrieden, solange es noch andere Gegner gibt. Hier passt die Migrationsfrage genauso rein wie die Israelfrage. Oder die Beziehungen zur organisierten Kriminalität aus arabischen Räumen. Wer sind denn diese Kriminellen, die in ihren Ländern zum Teil noch nicht mal als wirkliche Kriminelle gesehen werden?
Mit denen man politische Verträge schließt, die man finanziert und die man hofiert? Genau eben diese Beziehungen aus dem Kalten Krieg, der dann ideologisch subventioniert weitergeführt wurde und via Migration zu uns kam. Erst aus dem Libanon, dann aus Syrien und der Türkei bis hin zu kurdischen und bald auch afghanischen und nigerianischen Banden, Lücken nutzen, wo man sie für sie geschaffen hatte. In bester Absicht und guten Glaubens.
So kann es sein, dass auf einer Demo militante Palästinenser und Radikalislamisten neben woken Teilnehmern herlaufen und Öko-Kindern freundlich die Schulter klopfen, so es gegen Israel, Leistungskürzung oder Verteilungsfragen geht. – Die gemeinsame intellektuelle Grundlage ist der Sozialismus als Utopia der Zukunft, der gern noch christlich mitfühlend und islamisch-progressiv vereinnahmt wird. Als Rahmen für ein Konstrukt mit mehr Rissen als Kitt jemals verfügbar sein wird, so der Burgfriede bricht. Und der Mangel an zu verteilenden Leckerlis könnte genau dieser Auslöser sein.
Dass hier Kinderehen für Linke bereichernd wirken können, ist der kulturellen Vielfalt geschuldet, die der internationale Sozialismus nicht anzustreben gedenkt, aber als Übergangsphase akzeptiert. Zumal in eigenen Reihen immer wieder Leute hochkommen, die es als höchst erregend ansehen, wenn kleine Kinder sich auszuziehen beginnen, so ein grüner EU-Abgeordneter. Andere sehen hier religiös zu akzeptierende Fragestellungen, die komischerweise von unseren Kirchen nicht heftigst kommentiert werden.
Kaum verwunderlich, denn das, was die Kirche diesbezüglich so zu vertuschen hat, reicht aus, um mehr als Unmut hervorzurufen. Ergo schweigt man. Gern auch zu Kirchenschändungen und anderen Dingen, die der Burgfrieden auf der unteren Aktionsebene möglich macht. Was die Bibel als Text zu Homosexuellen zu sagen hat, ist genauso eindeutig, wie es vom Papst verdreht wurde. Wer die Bibel so als lex generalis liest, kann dem Papst nur alles Gute für das Jüngste Gericht wünschen.
Der Sozialismus sieht sich als ein die Welt umspannendes Konstrukt für die Menschheit unter gleichen Rechten wie Lebensbedingungen für alle an. Als Bindeglied, Katalysator und schlussendlich auch als ein anzustrebendes Utopia. Unter dem Wunsch agierend, es allen (ge)recht zu machen, mischen sich Leute zusammen, deren kleinster gemeinsamer Nenner immer kleiner wird, was den inneren Dialog oder gar Disput schnell ausarten lassen würde. Darum unterlässt man das, diskutiert in Neigungsbereichen und beäugt alle anderen. Haltung zeigen heißt hier, den Status quo nicht zu gefährden. Um ihn nicht zu gefährden, bedarf es harter Kompromisse, von denen nicht wenige aus konsequentem wie ideologischem Wegsehen bestehen. Tabubrüche der „Genossen“ werden dabei genauso ignoriert wie mangelnde Gesetzmäßigkeit einzelner oder ganzer Gruppen, so sie „ins linke Bild“ passen.
Dabei ist der Zugang zum und Aufstieg im System für seine Akzeptanz entscheidend. Dumme, aber engagierte Genossen müssen genauso zum Zuge kommen können wie die, die durch Fleiß und Leistung beeindrucken können. Daher ist Minderheitenschutz – egal welcher Minderheit – Programm. Bis hin zur Protektion von eben diesen Minderheiten gegenüber Majoritäten. All das schützt den Burgfrieden, ohne den der moderne und real gelebte Sozialismus nicht mehr funktioniert. Der seine Bruchlinien immer weiter vertieft und den Grundkonsens nach Kommunalität zunehmend gefährdet.
Diese Gefährdung wird umso ausgeprägter, wie die Tendenz, nicht mehr genug für alle bereitstellen zu können, erkennbarer wird. Der Sozialismus ist auch eine Art Versorgungswerk für seine Mitglieder. Jeder soll immer alles haben. Und wer sich profiliert, darf auch mehr haben. Ein Gedanke, der zunächst charmant erscheint, aber eine finanzierbare Grundlage haben muss. Das Geld muss schlicht erwirtschaftet werden, bevor es verteilt werden kann.
Hier schuf die Loslösung des harten Währungskerns vom Gold eine Möglichkeit, die 50 Jahre alles möglich machte, bis eine Grenze erreicht und überschritten wurde, die als „Point of no Return“ angesehen werden kann. – Es geht nicht mehr. Und hier liegt die Gefahr für linke Politik: 50 Jahre Verteilung ohne Leistung hat Menschen hervorgebracht, die ein hohes Anspruchsdenken haben, aber so gut wie keine Leistungsbereitschaft mitbringen.
Das Füllhorn ist leer, und die Menge der Nutznießer wird ständig größer; zumal die Ansprüche auch wachsen. Das bringt jede Ideologie, egal ob weltlich oder geistig determiniert, an ihre logische Grenze. Und eine Ideologie, die auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner ihrer Anhänger basiert, hat keine Grenze, sondern nur Bruchlinien, die mehr oder weniger filigran sind.
Da westlicher Sozialismus allein auf Wohlstand beruht und nicht mehr auf Entbehrungen wie noch in der Arbeiterschaft von 1870–1900, ist der Bruch garantiert. Gehen die linken Eliten mit gutem Beispiel, anders als Marx und Engels, voran? Nein, mit Sicherheit nicht. Im Gegenteil. Sie kennen nichts anderes als die gesicherte und risikolose Debatte in Chats und Foren, wo Andersdenkende eh ausgeschlossen sind. Sie wohnen in Milieus und Stadtquartieren, die die Risiken ihrer Politik bisher nicht erreicht haben. In homogenen Umfeldern, die blasengleich ein Zerrbild der Realität sind. Eine heile Welt, die nicht mehr überall existiert. Die Ausnahme darstellt.
Und hier schlagen alle in die gleiche Kerbe: Politik, Medien, Kirche, Verbände, Schule … So ist es möglich, dass Antisemiten salonfähig werden, so sie nicht vor Ort ihre Meinung zu deutlich und/oder zu öffentlich verbalisieren. So ist es möglich, die Existenz Israels als Staatsräson zu bezeichnen und hintenherum NGOs zu finanzieren, die Israel hassen und solche Dinge wie am 7. Oktober zelebrieren. Einen Krieg anfangen, der folgerichtig zurückkommt und Gaza eingeäschert hat, was natürlich ein No-Go ist, da es Unbeteiligte traf … So der gemeinschaftliche Sprechtext offizieller Art.
Haltung als Grundelement des linken Burgfriedens ist moralisch gesehen pervers, juristisch gesehen kriminell und politisch eine sehr bald endende Einbahnstraße ohne Wendehammer, aber mit Hammer!
Heuchlerisches Moralgesabbere verbunden mit opportunistischer Abzocke und willkürlichem Machtmissbrauch schaffen keine Grundlage für eine Kommunalität, wo alle gleich sind. Im Gegenteil. Es schafft erst Unsicherheit, dann Angst und schließlich Wut. Letztere hängt am Grad der eigenen Betroffenheit. So viele betroffen sind, wird Masse zu einer eigenen Klasse. Einer Klasse, die der Sozialismus ursprünglich als Zielgruppe hatte und nun zu seiner größten Gefahr wird, wie Wahlergebnisse europaweit zeigen.
Die Protagonisten haben es bemerkt und reagieren, je nach Bildungsstand und Erfahrung, nervös, ängstlich bis besorgt. Die dümmsten Gestalten unter ihnen rennen jetzt schon Amok und haben Forderungen, die das ganze System ad absurdum führen würden. Nur merken sie es nicht. Und keiner kann es ihnen sagen, ohne Bruchlinien zu öffnen.
Der globale sozialistische Westen ist gescheitert. Er ist innerlich so morsch und marode wie das Kaiserreich, das Scheidemann 1918 auf dem Fensterbrett stehend eloquent und selbstsicher beendete. Er verkündete das Moderne und den Aufbruch in eine neue Zeit. Diese scheiterte schon 15 Jahre später an einem sozialistischen Experiment nationaler Art, weil es nur so in Deutschland funktionieren konnte. In Griechenland versuchte man es auch, und die EU haftete dafür. Der gesamte Ostblock versuchte es auch und ging unter. Dass der Westen es auch versuchte, verblüfft, da er doch genau diesen Ostblock bekämpfte. Andererseits war es für Eliten schon immer einfacher, das Volk mit in den Gehörgang hineinschleichenden Floskeln wie Gleichheit zu ködern, anstatt ihnen Leistung abzuverlangen. So kann man auch ruhiger den Staat für sich nutzen und genehme dumme Leute positionieren, die den Staat zur Beute machen.
Insoweit hat das sozialistische Experiment im Westen sehr gut funktioniert. Man nannte es Klimawandel, Feinstaub und höhere Moral. Alles sehr lukrative Geschäftsfelder, wie wir nun wissen.
Die Geschichte wird das alles einmal analysieren und beurteilen. So wie wir heute den Ausbruch des Ersten Weltkrieges sezieren. Halt ex post und ohne die Möglichkeit, noch etwas zu verändern.
Doch das werden wir nicht mehr erleben. Den Absturz schon, nicht aber die wissenschaftliche Bewertung. Eine Bewertung, die wir alle aktuell scheuen. Die Gründe wurden beschrieben.
Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf! – Der treudoofe Bürger aber mit Sicherheit auch nicht. – sic!
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Sascha Rauschenberger, geboren 1966 in Wattenscheid, ging nach dem Abitur zur Bundeswehr, wo er als Panzeraufklärer und Nachrichtenoffizier Dienst tat. Er diente, unter anderem auch als Reservist, in vier Auslandseinsätzen, zuletzt als Militärberater in Afghanistan. Als Analyst im Bereich Sicherheitspolitik schrieb er diverse Artikel u.a. auch zum Ukrainekonflikt und zur inneren Sicherheit. Seit 2000 ist er als Unternehmensberater im Bereich strategisches Projektmanagement und Arbeitswelt der Zukunft (Demographie / Future Work) tätig und Autor diverser Romane und Fachbücher.
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