Von Sascha Rauschenberger
Trump samt Republikanern kann nicht mehr ohne Berücksichtigung der Demokraten Gesetze erlassen. Eigentlich kann Trump, wie von seinen Amtsvorgängern vorgemacht, fast nur noch per Dekret regieren, die aber nicht immer und überall eingesetzt werden können.
Der US-Haushalt sowie Nachtragshaushalte unterliegen nun der Zustimmung der Opposition, was den Spielraum der Regierung stark einschränkt. Die Zustimmung zum Haushalt 2028 und 2029 ist dann auch wieder Shutdown-Zeit und wird zum Theater verkommen. Die USA über Monate zu lähmen, denn die USA sind quasi pleite, was gern vergessen wird.
Allerdings ist nun zu beachten, dass Republikaner und auch Demokraten nach der Wahl gespalten sind. Eigentlich existieren innerhalb der beiden Parteien tiefe Gräben.
Bei den Republikanern gewannen die MAGA-Leute ihre Sitze und liberalere Gestalten gingen unter, während Demokraten Sitze gewinnen konnten, wo die Kandidaten eher rechts argumentierten. Für eine zielführende gemeinsame Linie innerhalb der Parteien wird es also schwer werden. Auch im Hinblick auf den Wahlkampf in zwei Jahren.
Wie wird Trump das Desaster wahrnehmen? Er wird mit Sicherheit nicht die Fehler bei sich oder seiner Politik suchen. Etwas anderes anzunehmen wäre fatal.
Trump war schon mehrere Male in seinem Leben in ähnlichen Situationen – geschäftlich, politisch und auch persönlich. Er hat immer gezeigt, dass er wieder aufsteht. Ergo ist er nicht geschlagen. Im Gegenteil: er wird wütend sein und „jetzt erst recht“ sagen. Damit hat er es bisher immer wieder geschafft.
Er wird sein DOGE-Versprechen samt Misserfolg Musk zuschreiben, die gescheiterte Venezuela-Aktion abhaken, den von Israel herbeigeführten Iran-Krieg als nötig erachten und seinen Befriedungsmisserfolg in der Ukraine Selenskyj und den Europäern zuschieben. – Er selbst wird sich als Opfer anderer sehen, die seine „durchdachten“ Züge nicht verstanden haben und nicht nur ihn, sondern Amerika geschwächt haben. Dieser Gedanke wird ihn dann dazu bewegen, diesen Ansatz als Ausgangspunkt für seine Rache zu nehmen. Und ja, es wird Rache sein, obwohl er es so niemals sagen wird.
Da Selenskyj mit dem Friedensplan auf Zeit gespielt hat, um auf seine Niederlage zu warten, wird sich die Ukraine nun warm anziehen müssen. Die Demokraten mögen vielleicht wieder unterstützen wollen, aber das kann per Dekret des Präsidenten gestoppt werden.
Bisher haben die USA nichts mehr bezahlt, waren aber so freundlich zu liefern, soweit andere bezahlten, was die Ukraine haben wollte. Das wird sich nun ändern. Patriot-Raketen und andere wichtige Munitionsarten werden wohl kaum noch in die Ukraine finden, zumal man sie jetzt anderswo braucht.
Live-Satelliten-Aufklärung, nachrichtendienstliche Analysen und Hilfe bei der Zielfindung? Sollte die Ukraine besser vergessen.
Starlink/Starshield zur Koordination, Führung und Kontrolle von Operationen? Oder gar für Angriffe auf Russland? – Werden wohl runtergefahren werden.
Selenskyj hat richtig gewettet, wer die Wahl gewinnt, hat nun aber einen Todfeind für zwei weitere Jahre.
Der Iran hat die Treibstoffkrise verursacht, die ihn die Wahlen hat verlieren lassen, wird Trump argumentieren. Mangelnde Planung der Angriffe und falsche Ansätze aufgrund falscher nachrichtendienstlicher Analysen (oder sogar gegen diese) wird er wohl weniger sehen.
Aus seiner Sicht haben die Iraner die Welt erpresst, erpressen sie weiter und sind daher schuld. Wenn es anders wäre, wären sie schon geschlagen. Ergo: der Iran war darauf vorbereitet, die „freie“ Welt zu schädigen, was die Lage beweist.
Der ebenfalls in der Wahl gescheiterte israelische Kollege, der eigentliche Verursacher des Krieges, hatte daher also recht, als er die USA zum Handeln manipulierte. Ihn über seinen Schwiegersohn manipulierte…
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Daher ist es opportun, diesem islamischen Terrorstaat, dem „Endgegner westlicher Freiheit“, nun zu zeigen, „wo der Hammer hängt“.
Eine Art Vietnam-Initiative 2.0 liegt also fast auf dem Schreibtisch und könnte dem Iran tägliche Besuche von B-52 einbringen, die die (rein militärische…) Infrastruktur des Landes ins Mittelalter zurückbringen.
Selbstverständlich wäre das für Putin die Gelegenheit, diesen Proxy-Krieg mit geeigneten Waffen und solider Technik (z. B. Zielsysteme für iranische Raketen) zu bereichern. Als weiteres Druckmittel…
Die vier aktuell herumgeisternden RUS-Dieseltanker, die nun Kurs auf andere Kunden genommen haben, werden mit Sicherheit durch andere Tanker ersetzt, um die Position von Trump in den USA zu verbessern. Soweit Trump RUS-Zugeständnisse macht.
Wie die sein könnten, wurde oben ausgeführt. Europa war und ist der Störenfried von so ziemlich allen gut gemeinten Anstrengungen von Trump zum Wohle der Welt. So wird er es sehen. Auch die Wahlkampfhilfe der Europäer für die Demokraten wird er so einordnen.
Und als Erster unter gleichartigen Verrätern auf der anderen Seite des Teiches wird er Deutschland ausmachen. Merkel war unbeliebt, aber Merz wird für ihn… gleich neben Selenskyj stehen.
Europa ist auf US-LNG-Gas angewiesen. Das wird es nun merken. Steuersätze brauchen keine Zustimmung der Kammern. Und nun, in der Energiekrise, die der Iran verursacht hat, braucht der US-Markt erst mal selbst sein Gas. Sofern man etwas übrig hat, werden da Aufschläge nötig sein, die „situationsüblich“ und leider, leider unvermeidlich sind, zumal man Einnahmen braucht.
Sollten sich dann europäische Unternehmen entschließen, in den USA direkt zu investieren, freut man sich natürlich. Das würde dem Wahlkampf in den USA 2029 förderlich sein.
Und die dämlichen Deutschen, die Kriegstreiber und Demokratenfreunde, so Trumps Sicht der Dinge, werden dann sehen, wie weit man mit 60 % Gasspeicher zu Anfang des Winters über die Kälte kommt. Dabei wird er auch lächelnd Windstille und Sonnenmangel einkalkulieren, wenn er auf unsere erneuerbaren Energien schaut und auf den Wahlsieg in Frankreich durch Le Pen vertrauen, die Atomstrom für andere in Europa einschränken will.
Sic parvis magna! – Alles Große fängt klein an… Und hat noch zwei Jahre Zeit zu wachsen, zu reifen und zu … wirken!
Was hat Trump davon, wenn er nun um sich schlägt? – Nichts! Es ist auch nicht geschäftlich; es ist rein persönlich.
Allein die Nachteiligkeit für die Republikaner bei der nächsten Wahl ist ein begrenzendes Element, denn Trump selbst kann nicht mehr antreten. Er muss also an seinen Nachfolger denken. Allein das könnte seinen Rachedurst abfedern helfen. Zumindest etwas. So ein klein wenig… so dass das große Ganze nicht untergeht.
Das haben andere auch begriffen und ziehen nun den Kopf ein. Die europäische Häme hält sich folglich in Grenzen. Man hält die Klappe, um sich nicht auf der Zielliste wiederzufinden.
Medien sind auffällig ruhig und Politiker grinsen viel weniger als erwartet. – Man nennt das Ruhe vor dem Sturm. Wie ruhig es bleibt, entscheidet aber Trump. Und dort stirbt die Hoffnung dann zuletzt.