Der ukrainische Botschafter Oleksii Makeiev spricht im Aachener Dom zum Thema „Nimmt der Krieg (k)ein Ende?“

Und wann wird Selenskyj im Aachener Dom zum Kaiser gekrönt?

von RA Dirk Schmitz

Kaiserkrönung steht noch aus© Quelle: ChatGPT

Die katholische Kirche, der ukrainische Botschafter und die wundersame Wandlung eines Gotteshauses zur Bühne von Waffenwerbung und Kriegspropaganda.

Von Rechtsanwalt Dirk Schmitz M.A.

Der Aachener Dom hat Karl den Großen gesehen, deutsche Könige und Kaiser, Päpste und Pilger. Nun kündigt Dompropst Rolf-Peter Cremer für den 17. November 2026 Oleksii Makeiev, den ukrainischen Botschafter der Waffenmafia Ukraine in Deutschland an. Sein Vortrag: „Nimmt der Krieg (k)ein Ende?“.

Cremer hat wohl auch gleich die deutsche Kaiserkrone bereitgelegt und den Papst vorgeladen. Der Karlsthron steht schon da. Und jetzt öffnet die katholische Kirche ihren Dom den Vertretern eines kriegführenden Staates. Da fehlt nur noch die symbolische Selbstkrönung Wolodymyr Selenskyjs in Gegenwart des Papstes, der noch seinen Segen erteilen darf.

Die Einladung des Dompropstes liest sich nicht wie ein friedensethisches Streitgespräch, sondern wie eine Werbeveranstaltung für Waffengeschenke. Da ist von russischen Kriegsverbrechen die Rede, von ukrainischer Widerstandskraft, von deutscher Unterstützung und der Frage, was „wir“ noch tun könnten.

Was völlig fehlt, ist eine erkennbare Gegenposition, eine kritische Auseinandersetzung mit der Fortsetzung des Krieges, eine ausdrückliche Frage nach Verhandlungen, Waffenstillstand und dem Preis, den weitere Kriegsjahre an Menschenleben kosten werden.

Nein, es gibt keine christliche Pflicht zur Lieferung von Panzern, Drohnen und Raketen zur Tötung russischer Menschen „tief im feindlichen Raum“. Das ist die widerlichste Perversion von Katholizismus.

Die Aufgabe der Kirche ist, den Frieden zu suchen – gerade dann, wenn dieser besonders unbequem ist.

In einem Interview mit n-tv vom März 2024 beschrieb Oleksii Makeiev seine Tätigkeit als Botschafter mit den Worten:

„Ich bin Waffenhändler, Storyteller und Therapeut.“

Auf die Frage, wann genügend Waffen geliefert seien, antwortete er:

„Genug ist es für mich erst, wenn ich von der Front die Nachricht höre: Jetzt haben wir ausreichend Waffen und Munition.“

Der Botschafter versteht seine Aufgabe als Beschaffer militärischer Mittel. Er will natürlich, dass die Ukraine den Krieg gewinnt. Das macht ihn gerade nicht zum geeigneten Referenten einer kirchlichen Friedensveranstaltung.

Im April 2025 lobte er deutschen Waffen als „weit überlegen“. Im Mai begrüßte er die Entscheidung der Bundesregierung, Angaben über Waffenlieferungen geheim zu halten:

„Deutschland wird liefern. Und wir wissen genau, was und wann. Und wir sind zufrieden.“

Und in einem Interview mit dem Tagesspiegel vom 19. Mai 2026 erklärte er, man brauche keine Vermittler, sondern Verbündete.

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Der Waffenbeschaffer auf der Kanzel: Genau diesen Händler des Todes lädt der katholische Aachener Dom zu einem Vortrag über die Zukunft des Krieges ein.
Die Begrüßung übernehmen Jürgen Linden, Vorsitzender des Stiftungsrats der Europäischen Stiftung Aachener Dom, und Linda Mai, ukrainische Honorarkonsulin und Vorsitzende des Blau-Gelben Kreuzes.

Nochmal: Warum wird der Dom zur Bühne einer Kriegspartei gemacht? Ohne dass eine Auseinandersetzung über die menschlichen Kosten der Kriegsfortsetzung hervorgeht? Wo ist der Friedensforscher? Wo ist der Vertreter einer Verhandlungslösung? Wo ist der ukrainische Kriegsdienstverweigerer? Wo ist die Mutter, die ihren Sohn verloren hat? Früher wurde in der Kirche für das Ende des Krieges gebetet. Heute bekommt der Waffenbeschaffer das Mikrofon.

Ironie: Vier Tage nach Makeievs Auftritt, am 21. November, veranstaltet der Dom ein Konzert unter dem Titel „Wo Liebe und Güte sind“. Zuerst die Realität der Waffen, danach verlogene Ästhetik des Friedens.

Am 14. November erklingt im Dom Musik zu Ehren des heiligen Franz von Assisi, dessen 800. Todestag 2026 begangen wird. Franziskus steht wie kaum ein anderer Heiliger für Armut, Gewaltverzicht, Versöhnung und die Überwindung von Feindschaft.

Wer hält die Predigt über die Toten? Christliche Friedensethik muss fragen, wie das Töten endet, ohne die Menschen schutzlos neuer Gewalt auszuliefern. Kirche muss unabhängig von Kriegszielen einer Regierung bleiben. Dafür ist unser Aachener Dom zu schade.

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