Toddn Kandzioras Wochenrückblick 38/2021

Verzweifle nicht in schwieriger Zeit

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Verzweifle nicht in schwieriger Zeit
Kolumnist Toddn Kandziora schaut auf die Bundestagswahl mit einer Art angespannten Gelassenheit, aber lesen Sie bitte selbst. © Foto: Pixabay / Free-Photos

Ich habe heute leider nicht viel Zeit zu schreiben. Ich mache es kurz: Das Leben schmeißt einem ja bekanntlich gerade dann, wenn es ohne viel eigenes Verschulden bergig und steinig wird, zusätzlich das ein oder andere Stöckchen vor die Füße, damit der Weg, der zu bewältigen ist, aber auch mal so richtig anstrengend wird.

Nun dann. So springe ich in dieser schwierigen Zeit eben höher über die vor mir ausgelegten Äste und gehe diesen von mir selbst gewählten Weg beharrlich und nach vorn gewandt weiter.

Kein Mensch, dem ich nicht vertraue, könnte mich von meinem langen Marsch abhalten. Zweige, Äste, Bäume - die Stämme, die ich ab nächster Woche gezwungen werde zu übersteigen, halten mich auch nicht mehr auf.

Ebenso wenig donnernder Groll dunkelgrüner Kobolde und keine links und rechts neben mir einschlagenden Blitze neuer Gött*innen werden mich von meinem selbst gewählten Weg abbringen. Ich werde die alten Götter weder verraten noch verleugnen.

Der tiefe Graben erschrickt mich nicht mehr. Die bösen Geister, die mir in der Dämmerung am Wegesrand mit Angst erfüllenden Gesängen und albtraumhaften Spukbildern das Fürchten lehren wollten, haben schon vor vielen Monaten ihre Macht über mich und die meinen verloren.

Ja, in der Tat, nicht nur mein Weg ist verdammt beschwerlich geworden. Fast scheint es so, wenn ein weiteres, scheinbar nicht zu überwindendes Hindernis von den bezahlten Zauberlehrlingen vor uns errichtet wird. Erdacht ums uns so weit aufzuhalten, bis wir glauben sollen, es nicht mehr schaffen zu können. Wir alle kennen dieses ohnmachtsgleiche Gefühl der Hilfslosigkeit gegenüber dem scheinbar unbezwingbaren, neuen „Bösen“.

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Ich mag, nein ich kann an diesem Tag nicht über all das schreiben, was in dieser Woche passierte, was ich lesen, hören und sehen musste. Die heutigen Entscheider haben nicht die Macht den Willen eines sich frei fühlenden Menschen zu brechen. Nichts, wirklich nichts ist stärker als ein freier Geist in Freiheit geboren, bereit sich diese nicht nehmen zu lassen.

Morgen ist Bundeswahl. Manch einer spricht von einer „Schicksalswahl“. Ich sehe das ähnlich. Morgen werden die Wege, auf denen wir bald zu gehen haben, besiegelt werden. Morgen werden wir sehen was die neuen Gött*innen in diesem Land mit uns Klimasündern zu tun gedenken.

Manch einer wird den Preis für das Wohlwollen im größer werdenden Berliner Olymp nicht mehr zahlen können und auf Ungnade stoßend das Land verlassen oder aus diesem verstoßen werden.

Da so mit der Zeit mehr und mehr der im Land geborenen Tag zu Tag unzufriedener mit den von einem guten Teil der Untertanen gewählten Gött*innen werden, suchen sich diese nach und nach und Jahr für Jahr mehr zufriedene neue Untertanen aus allen Ländern dieser Erde. Auf das sie von diesen verehrt und angebetet werden. Oder so ähnlich und wie auch immer.

Morgen ist also Bundestagswahl. Morgen wird über die Wege entschieden, die wir alle übermorgen zu gehen haben. Bald schon wird jeder wissen, welche Wege wir gehen dürfen, zu gehen haben und welcher Weg uns unter Strafe verboten wird.

Sollte diese Schicksalswahl ausgehen, wie ich befürchte, werde ich trotzdem nicht von meinem Weg absehen. Und je mehr sich für einen eigenen Weg entscheiden, desto einfacher zu gehen wird meiner auch für mich sein.

Das letzte Wort heute von Thomas Mann:

„Ich zweifele nicht, dass ihr gehorchen würdet, denn euer Gehorsam ist grenzenlos und er wird, dass ich es euch nur sage, von Tag zu Tag unverzeihlicher.“

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