Neukölln liegt nicht im Donbass

Von kleinen und großen Brandstiftern

von Bertolt Willison (Kommentare: 1)

Bis Ende März will die Bundesrepublik vierzig Marder-Panzer in die Ukraine liefern und ist spätestens mit dieser Ankündigung nicht mehr nur parteiisch für die Ukraine, sondern Kriegspartei gegen Russland.© Quelle: Pixabay / DanielleTunstall

Gerade beschäftigt man sich noch mit den üblichen Jahresrückblicken, da holt einen die Gegenwart erbarmungslos ein.

Gegen die heute verkündete Entscheidung der Bundesregierung, der Ukraine ein paar Marder zur Verfügung stellen, muten die Silvesterausschreitungen an manchen deutschen Orten wie harmlose Zirkusnummern an. Was Westasiaten mit bestimmt rechtsextremistischem Hintergrund an Querschlägern produzierten, wohl weil die in Champagnerflaschen oder Ayran-Bechern steckenden Raketen kurz vor dem Start umgekippt waren, wurde als Bedrohung für unsere innere Sicherheit betrachtet.

Unsere Bundesinnenministerin hat diese bunten Feuerspiele mit dem schwarzen Pulver dann auch sogleich zur Chefinnensache gemacht und sich heroisch zu Straßenpressekonferenzen auf das heiße Neuköllner Pflaster gewagt. Fast so mutig wie ihr woker Auftritt im Fußballbeduinenzelt.

Aber was sind diese so viel Empörung und Empörung über die Empörung auslösenden Ereignisse in der Silvesternacht schon gegen das, was als Abschreckung des abgrundtief Bösen dienen soll:

„Die Ukraine bekommt den Marder aus der Bundesrepublik, das US-Gefährt Bradley und den AMX aus Frankreich“, schreibt der Spiegel dazu und ist überzeugt: „Die Panzer stecken voller Waffentechnik, die im Krieg gegen Russland einen Unterschied machen wird.“

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Bis Ende März will die Bundesrepublik vierzig Marder-Panzer in die Ukraine liefern und ist spätestens mit dieser Ankündigung nicht mehr nur parteiisch für die Ukraine, sondern Kriegspartei gegen Russland.

Aber das Land hinter Moskau ist groß und weit, die Ressourcen sind unendlich. Gas und Öl sprudeln durch die Sollbruchstelle der Eigentorsanktionen in die BRICS-Staaten und Rubel über Rubel fließen zurück. Immerzu. Während wir stolz sind auf aberwitzig teure LNG-Terminals, die unser Wattenmeer und das Weltklima schädigen und die USA satt machen.

Allein auf das öffentliche Nachdenken über Friedensverhandlungen mit dem Angreifer stehen in der Ukraine per Dekret schwere Strafen. Und in Russland wird weggesperrt, wer auf die Idee käme, von einem russischen Angriffskrieg zu sprechen. Den von Angreifer Putin angeordneten Waffenstillstand während des orthodoxen Weihnachtsfestes empfindet Verteidiger Selenskyj als Provokation und antwortet umgehend mit Drohnenangriffen auf den Donbass. Angreifer – Verteidiger, ist es wirklich so einfach beschrieben?

Der Russe, in Person des ehemaligen russischen Präsidenten Medwedew, reagiert sofort in seinem Telegram-Kanal auf die Reaktionen auf die einseitig angebotene Weihnachtswaffenruhe (hier und hier nachzulesen):

„Schweine haben keinen Glauben oder ein angeborenes Dankbarkeitsgefühl. Sie verstehen nur rohe Gewalt und fordern von ihren Herren quiekend Fressen.“

„Selbst das ungebildete Weib Baerbock und eine Reihe weiterer Aufseher im europäischen Schweinestall haben es geschafft, über die Unzulässigkeit einer Waffenruhe zu meckern."

Noch sind das nur Worte. Der Traum vom Weihnachtssingen zwischen den Fronten wurde nur einmal wahr. Vielleicht ist es nun an der Zeit, die Hoffnung auf Frieden aufzugeben. Über das Verlassen des Landes nachzudenken. Sonst müssen wir unsere Söhne doch noch hergeben für diesen widerwärtigen Krieg, sinnlos für uns, sinnstiftend und einen höheren Zweck erfüllend für diejenigen, die die Entscheidungen treffen.

Den kleinen Neuköllner Brandstiftern und ihren Freunden aus den anderen Problemvierteln dieses Landes sei gewünscht, dass sie die nächste Silvesternacht wieder so fröhlich feiern können wie dieses Mal. Vielleicht finden sie sich schneller auf einem ganz anderen Schlachtfeld wieder, als es ihnen recht ist.

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