Von RA Dirk Schmitz
Schickt die CDU/SPD Regierung endlich zum Teufel. Denn sie lassen Euch im kommenden Winter bei kaltem Hintern erfrieren.
Völlig unbemerkt, denn noch ist es heiß: Die deutschen Gasspeicher sind derzeit nur zu rund 47 Prozent gefüllt. Das ist im Vergleich mit den Vorjahren ein außergewöhnlich niedriger Stand.
Dazu ein paar Zahlen, die das kommende Drama verdeutlichen:
Zum gleichen Zeitpunkt, also um den 8. bis 10. August, waren die Speicher 2025 zu rund 63 bis 64 Prozent, 2024 zu etwa 92 Prozent, 2023 zu rund 90 Prozent und selbst im Krisensommer 2022 noch zu ungefähr 73 Prozent gefüllt.
Gegenüber 2025 fehlen damit rund 16 Prozentpunkte, gegenüber 2024 etwa 44 Prozentpunkte, gegenüber 2023 rund 42 Prozentpunkte und gegenüber dem Sommer 2022 ungefähr 25 Prozentpunkte. Auch der Vergleich mit den Jahren vor Beginn der Energiekrise fällt deutlich aus: Im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2021 waren die Speicher zu diesem Zeitpunkt zu ungefähr 72 Prozent gefüllt. Der aktuelle Stand liegt rund 24 Prozentpunkte darunter.
In den deutschen Speichern befinden sich momentan etwa 119 Terawattstunden Gas. Die gesamte nutzbare Speicherkapazität beträgt rund 247 bis 250 Terawattstunden. Für den von den Speicherbetreibern als unter normalen Bedingungen ausreichend angesehenen Füllstand von ungefähr 76 Prozent wären etwa 187 bis 190 Terawattstunden erforderlich.
Es fehlen deshalb netto rund 68 bis 71 Terawattstunden. Für einen Füllstand von 80 Prozent wären knapp 198 Terawattstunden notwendig; gegenüber dem heutigen Bestand fehlten dann sogar ungefähr 79 Terawattstunden. Diese Mengen müssten bis Anfang November zusätzlich in die Speicher gelangen, und zwar neben dem laufenden deutschen Gasverbrauch und möglichen Exporten in andere europäische Staaten. Um wenigstens 76 Prozent zu erreichen, müssten im Durchschnitt täglich ungefähr 0,8 Terawattstunden netto eingespeichert werden. Der Speicherstand steigt derzeit jedoch lediglich um etwa 0,2 bis 0,25 Prozentpunkte am Tag. Das entspricht ungefähr 0,5 bis 0,6 Terawattstunden. Wenn dieses Tempo unverändert bliebe, würde Deutschland Anfang November voraussichtlich lediglich einen Füllstand zwischen 65 und 70 Prozent erreichen, nicht aber 76 oder gar 80 Prozent.
Die entscheidende Frage lautet nicht, ob bis zum Winter noch fast drei Monate verbleiben, sondern woher die zusätzlich benötigten Gasmengen überhaupt kommen sollen und ob sie physisch verfügbar, transportierbar und bezahlbar sind. Das fehlende Gas müsste nahezu vollständig zusätzlich importiert werden: als Pipelinegas vor allem aus Norwegen, über Belgien und die Niederlande sowie als Flüssiggas, insbesondere aus den USA.
Diese Mengen stehen Deutschland jedoch nicht automatisch und schon gar nicht garantiert zur Verfügung. Flüssiggas wird auf einem internationalen Markt gehandelt. Deutschland konkurriert dabei mit den anderen europäischen Staaten und insbesondere mit asiatischen Abnehmern. Bei einer weltweiten Verknappung erhält das Gas letztlich derjenige, der den höchsten Preis bezahlt. Norwegen kann seine Förderung und seine Pipelineexporte ebenfalls nicht beliebig steigern. Belgien und die Niederlande sind zudem zu einem erheblichen Teil Transitländer; das von dort nach Deutschland weitergeleitete Gas stammt vielfach ebenfalls vom internationalen LNG-Markt.
Die frühere Abhängigkeit von russischem Pipelinegas wurde damit nicht durch eine eigene deutsche Versorgung ersetzt, sondern durch neue Abhängigkeiten von Norwegen, den USA, internationalen Lieferanten und dem globalen Flüssiggasmarkt. Die Bundesregierung und die Bundesnetzagentur erklären zwar, auf dem Weltmarkt sei ausreichend Gas vorhanden und Deutschland verfüge über genügend Importwege. Das bedeutet jedoch nicht, dass die zusätzlich benötigten 68 bis 79 Terawattstunden bereits vertraglich oder physisch für Deutschland reserviert wären.
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Dahinter steht vielmehr die Annahme, dass Deutschland das benötigte Gas im Ernstfall auf dem Weltmarkt kaufen könne – erforderlichenfalls zu sehr hohen Preisen. Hinzu kommt ein wirtschaftliches Problem: Händler haben nur einen begrenzten Anreiz, im Sommer teures Gas einzulagern, wenn der erwartete Verkaufspreis im Winter die Einkaufs-, Finanzierungs- und Speicherkosten nicht deckt.
Die Initiative Energien Speichern hatte deshalb bereits im März 2026 darauf hingewiesen, dass die Marktanreize zur Befüllung der Speicher weitgehend fehlten. Die Speicherbetreiber warnen inzwischen, dass bei einem extrem kalten Winter Fehlmengen von bis zu 20 Terawattstunden auftreten könnten. An einzelnen Tagen könnten nach den entsprechenden Szenarien sogar mehr als 35 Prozent des Gasbedarfs ungedeckt bleiben.
Bei einem normalen oder milden Winter kann die Versorgung aufgrund fortlaufender Pipeline- und LNG-Importe trotzdem funktionieren. Bei einem sehr kalten Winter, dem Ausfall einer wichtigen Pipeline, Störungen der LNG-Transporte oder einer verschärften weltweiten Konkurrenz um Flüssiggas besteht dagegen ein reales Mengenrisiko und in jedem Fall ein erhebliches Preisrisiko. Auch die von der Bundesregierung angekündigte strategische Gasreserve hilft im kommenden Winter nicht. Sie soll 24 Terawattstunden umfassen, also knapp zehn Prozent der deutschen Speicherkapazität. Erste Speicherbuchungen sind zwar für den Winter 2026/27 vorgesehen, die eigentliche Befüllung soll aber erst im Sommer 2027 beginnen.
Für den bevorstehenden Winter überlässt die Bundesregierung die reguläre Vorsorge weiterhin ausdrücklich den Händlern und Lieferanten.
Der Staat besitzt somit für den Winter 2026/27 keine kurzfristig einsetzbare strategische Reserve. Die Aussage, Deutschland plane überhaupt nichts, ist wegen der für 2027 angekündigten Reserve formal zu weitgehend; für den unmittelbar bevorstehenden Winter trifft der sachliche Kern der Kritik jedoch zu. Deutschland steuert mit dem niedrigsten Speicherstand seit Jahren auf die entscheidende Phase der Wintervorbereitung zu, die benötigten zusätzlichen Gasmengen sind nicht erkennbar verbindlich gesichert, und die neue staatliche Reserve kommt zu spät.
Umsatzsteuer: Auf den gesamten Rechnungsbetrag fallen 19 Prozent Mehrwertsteuer an. Die befristete Senkung auf 7 Prozent endete bereits am 31. März 2024. Die Mehrwertsteuer wird auch auf Energiesteuer, CO₂-Kosten, Netzentgelte und weitere Preisbestandteile erhoben – es fällt also bildlich gesprochen „Steuer auf Steuer beziehungsweise Abgabe“ an.
Diese Bundesregierung zieht also die Verbraucher nochmals durch ihr Nichthandeln ab, wenn die Preise in der Kaltzeit durch die Decke schießen. Das ist der beste Grund sie alle frieren zu lassen. Kappt den Bundestag und das Kanzleramt von der Energieversorgung.
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