Von RA Dirk Schmitz
Nach Ansicht der UEFA soll diese Formulierung den Wettbewerb und die Integrität des Fußballs untergraben. Die Disziplinarorgane werteten die religiöse Botschaft als Diskreditierung des Spiels.
Es ging um das Europa-League-Spiel von Roter Stern Belgrad (FK Crvena Zvezda) gegen LOSC Lille am 26. Februar 2026. Die UEFA stellte in ihrer Strafe klassische Stadiondelikte wie das Abbrennen von Pyrotechnik, das Werfen von Gegenständen, Körperverletzung oder blockierte Zugänge mit der Jesus-Botschaft auf eine Stufe.
Dazu muss man wissen, dass Lille einen besonders hohen Anteil muslimischer Spieler hat. Zu den prominentesten zählen Bentaleb, Mandi, Sahraoui, Igamane und Bouaddi. Der Verein setzt stark auf internationale, vor allem nordafrikanische Talente.
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Wirkt die Strafe wie ein Kniefall vor dem Islam?
Zum Vergleich: Beim Champions-League-Spiel von Paris Saint-Germain (PSG) gegen Atlético Madrid am 6. November 2024 im Parc des Princes entrollten die Fans vor dem Anpfiff ein großes Banner mit der Aufschrift „Free Palestine“. Darunter stand sinngemäß: „Krieg auf dem Platz, aber Frieden in der Welt.“ Während des Spiels wurde zudem die Botschaft gezeigt: „Ist das Leben eines Kindes in Gaza weniger wert als ein anderes?“
Der Fall war politisch heikel, da das Spiel nur acht Tage vor dem Nations-League-Duell Frankreich gegen Israel stattfand. Der französische Innenminister Bruno Retailleau kritisierte das Banner scharf und forderte Erklärungen von PSG.
Ergebnis? Nichts. Die UEFA leitete kein Disziplinarverfahren ein. Gegenüber Reuters erklärte die UEFA, ihre Regeln verböten zwar politische Botschaften, dieses Banner sei jedoch nicht als „provocative or insulting“ einzustufen. Deshalb blieb PSG ohne Sanktion.
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