Ein Sieg der Freiheit in der Ukraine darf nicht mit dem Verlust derselben in Deutschland bezahlt werden

Zwischen den Fronten

von Parviz Amoghli (Kommentare: 17)

Und die werden nicht zögern, das Werk Angela Merkels fortzusetzen und bestenfalls zu vollenden: Das Antlitz Deutschlands, kulturell wie zivilisatorisch, grundlegend und unumkehrbar zu verändern. Nur dann mit einem gewonnenen Krieg im Rücken.© Quelle: Pixabay/6248913, KBOutdoors, AlexAntropov86 Bildmontage Alexander Wallasch

Aus der Ukraine erreichen uns dieser Tage gute Nachrichten. Die Front im Nordosten ist nach einem gelungenen Täuschungsmanöver des ukrainischen Generalstabs und einem Versagen der russischen Aufklärung ins Rutschen geraten.

Inzwischen befinden sich abertausende von Quadratkilometern besetztes Gebiet sowie zahlreiche Dörfer und Städte wieder in ukrainischer Hand. Angesichts dieses genauso unerwarteten wie unwiderstehlichen Sturmlaufes mehren sich in den westlichen Unterstützerstaaten die Stimmen, die von einem strategischen Durchbruch und einem Wendepunkt im Krieg sprechen.

Ob es sich tatsächlich so verhält, lässt sich zu diesem Zeitpunkt seriöserweise nicht sagen, erst recht nicht aus einer Entfernung von vielen hundert Kilometern.

Dennoch wollen wir einmal annehmen, es wäre so, und den Ukrainern gelänge es in den kommenden Wochen, die russischen Invasoren aus dem Land hinauszuwerfen, bis hinter die Grenzlinie vom 31.12.2013. Zudem wollen wir annehmen, an die Stelle von Putin und seiner „gelenkten Demokratie“ würde zeitgleich ein dem Westen genehmer Präsident treten, der umstandslos einen Sieg-Frieden zwischen der Ukraine und Russland unterzeichnet. Gas und Öl würden genauso wie dreistellige Milliardensummen als Reparationen von Ost nach West fließen, und der russische Bär wäre auf Generationen hin als militärischer und machtpolitischer Unruheherd ausgeschaltet.

Also wäre alles gut? Mitnichten. Denn der verständliche Wunsch und die ebenso einleuchtende Hoffnung, am Ende des heroischen Ringens der Ukrainer möge deren Freiheit stehen, ist die eine Sache. Eine ganz andere wären die innenpolitischen Folgen in der EU und vor allem in der Berliner Republik, sollte Kiew tatsächlich den Krieg gewinnen. Und da sind die Aussichten weniger rosig.

Es ist absehbar, dass, sollte es den Ukrainern tatsächlich gelingen, ihre Freiheit zu erkämpfen, diese in Deutschland endgültig verloren gehen würde. Warum? Weil sich die bunt-deutsche Regenbogen-Elite die gesellschaftspolitische Chance, die sich aus einem Erfolg der Ukrainer ergäbe, nicht ungenutzt verstreichen lassen würde. Schließlich treten in einem Krieg nicht allein zwei oder mehr Armeen gegeneinander an, sondern darüber hinaus die konkurrierenden Wirtschafts-, Politik- und Gesellschaftssysteme der Kriegsparteien.

Sollte die Ukraine also den Krieg gewinnen, so wäre dies in den Augen des hellen, besseren Deutschlands zweifellos der Beweis für die Überlegenheit eines Gesellschaftsentwurfs im Zeichen des Regenbogens. Hat die Geschichte nicht ein eindeutiges Urteil gefällt? Das Böse ist dem Guten unterlegen, der Weg nach Utopia ist frei.

Oder, um die Bedrohung für Frieden und Freiheit in Deutschland handfester zu machen: Man stelle sich vor, Ursula von der Leyen, Annalena Baerbock, Robert Habeck, Christine Lambrecht, Olaf Scholz, Claudia Roth, Anton Hofreiter und natürlich der unvermeidliche Karl Lauterbach, dazu noch die Redaktionen sämtlicher ÖRR-Ableger samt all den anderen regierungstreuen Medien- und Kulturschaffenden quer durch die bunte Republik – sie alle würden sich in ihrer schon heute kaum zu ertragenden Arroganz durch den Gang der Geschichte bestätigt und bestärkt sehen.

Gewiss, seit Nietzsche wissen wir, dass der Sieg den Keim der Niederlage in sich trägt. Doch bis dahin kann es ein bisschen dauern, in der Zwischenzeit haben die bunten Gesellschaftsklempner das Sagen. Und die werden nicht zögern, das Werk Angela Merkels fortzusetzen und bestenfalls zu vollenden: Das Antlitz Deutschlands, kulturell wie zivilisatorisch, grundlegend und unumkehrbar zu verändern. Nur dann mit einem gewonnenen Krieg im Rücken.

Vergessen wir nicht, mit wem wir es zu tun haben: Mit überzeugten Ideologen, die spätestens seit dem September 2015 den Zeitpunkt gekommen sehen, ihr Utopia Wirklichkeit werden zu lassen. Wer sich dem entgegenstellt, der braucht mit Schonung nicht zu rechnen. Unvergessen diesbezüglich das Theaterstück „FEAR“ an der Schaubühne in Berlin in der Winterspielzeit 2015/16.

Darin werden vier prominente Abtreibungsgegnerinnen wegen ihres Engagements symbolisch hingerichtet. Die Botschaft derer, die sich im Sinne des Wortschöpfers durchaus treffend selbst als „Kulturschaffende“ bezeichnen, ist eindeutig. Der bunte Merkel-Staat zeigte Andersdenkenden schon mal die Instrumente. Die Corona-Pandemie hat dann gezeigt, dass die Regierenden samt den angeschlossenen Funkhäusern nicht davor zurückschrecken, entsprechende Instrumente anzuwenden.

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Von der Unterwerfung der Grundrechte unter ein auf Wohlverhalten basierendes Zuteilungsregime über die Hass-Kampagne gegen Ungeimpfte bis zu den Gewaltorgien verschiedener Polizeihundertschaften im Rahmen von Anti-Corona-Maßnahmen-Demonstrationen, die sogar die UN auf den Plan rief. Angesichts dessen stellt sich natürlich die Frage, zu was die Regenbogenfraktion fähig ist, wenn deren totalitäres Treiben durch einen vermeintlichen Sieg über Russland geadelt würde?

Widerspruch wird dann so gut wie unmöglich sein. Die Meinungskorridore dürften sich weiter verengen und der Umgang mit Kritikern noch robuster werden. Die inzwischen üblich gewordenen Repressionsmaßnahmen der Bunten Republik gegen Andersdenkende, von einschüchternden Hausdurchsuchungen über staatsanwaltliche Verfolgung aufgrund offensichtlich unsinniger Anzeigen bis hin zur Inhaftierung von Regierungskritikern, dürften ein Vorgeschmack darauf sein, was diejenigen, die die Meinungsfreiheit in ihrem ursprünglichen Sinn in Anspruch nehmen, nach einem Erfolg der Ukraine in Deutschland erwartet.

Einen Hinweis darauf geben die derzeit kursierenden Schlagzeilen und Bemerkungen aus der Regenbogenfraktion, wonach man sich die Namen derer, die sich defätistisch oder sogar als russlandfreundlich gezeigt haben, merken solle. Es fällt schwer, darin nicht die Ankündigung zu sehen, nach dem gewonnenen Krieg mit den Nörglern und Bremsern ein für alle Mal aufzuräumen.

Ruft man sich nun die kalte Unbarmherzigkeit in Erinnerung, mit der die Bunte Republik die Opferangehörigen des Terroranschlags auf dem Breitscheidplatz in Berlin behandelt hat, oder die menschenverachtende Ankündigung während der Corona-Pandemie, Ungeimpften eine schlechtere medizinische Versorgung angedeihen zu lassen, muss es jedem freiheitsliebenden Menschen in Deutschland Angst und bange werden.

So sieht sich derjenige, der Putins Despotismus für eine mindestens genauso große Bedrohung für Frieden, Freiheit und demokratischen Rechtsstaat in Deutschland hält wie den Bewegungsstaat Bunte Republik, vor eine missliche Lage gestellt. Er oder sie befindet sich zwischen den Fronten.

Gewiss, der Patriotismus gebietet es, sich in einer solch ernsthaften Lage wie derzeit hinter der Regierung und dem Staat zu versammeln, ganz gleich wie groß die Differenzen zwischen dem Einzelnen und den Mächtigen sind. Doch was, wenn die bunten Eliten selbst in Kriegszeiten ihre Ideologie über die Bedürfnisse des Landes sowie der Menschen stellen und sehenden Auges auf eine ökonomische und gesellschaftliche Katastrophe zusteuern?

Was, wenn abzusehen ist, dass ein Sieg über Russland zweifellos als Urteilsspruch der Geschichte zugunsten der Großen Transformation der Gesellschaft hin zur Einen, Bunten Welt gewertet werden wird, und die Bunte Republik deshalb die Zerstörung und den Umbau der Gesellschaft im Zeichen des Regenbogens noch weiter forciert? Aber ist das ein Grund, getreu dem Motto "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" den Schlächtern von Butscha die Hand zu reichen? Sicher nicht.

Es gilt also, einen anderen Ausweg aus dem Dilemma zu finden. Manch einer mag einen solchen in den derzeit jeden Montag überall in der Republik stattfindenden Demonstrationen gegen die explodierenden Energiekosten zu sehen. Und in der Tat: Wie schon in der Corona-Zeit entwickelt sich hier eine wichtige und mächtige Artikulationsplattform für die Widerborstigen.

Insbesondere für all jene, die sich in diesem Krieg zwischen den Fronten befinden, die nicht bereit sind, einen Sieg der Freiheit in der Ukraine mit dem Verlust derselben in Deutschland zu bezahlen.

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Kommentare

Kommentar von Matthias P.

@ F. Knopf: Das 1871er Reich war ja (ich weiß, Sie wissen es) keine Demokratie, da die Regierung weder vom Volk, noch vom Parlament, sondern nur vom Kaiser abhängig war, sondern eine konstitutionelle Monarchie. Parteien gab es damals auch schon, aber sie hatten nicht einen solchen Einfluss wie heute.
Ich wäre durchaus für die Wiedererrichtung der Monarchie, vielleicht in parlamentarischer Form (wie sie ja schon in der letzten Kriegsphase errichtet wurde). Ein Monarch könnte, wenn er vom ganzen Volk akzeptiert ist, mehr Autorität und Integrationskraft entwickeln als ein Bundespräsident, der immer irgendeiner Partei verpflichtet und nach parteipolitischen Interessen ausgewählt ist. Dass so etwas grundsätzlich möglich ist, zeigt das Beispiel Spanien, das ja auch seine Monarchie wiedererrichtet hat.

Die Gefahr der Machtübernahme in D durch fremde im Wachstum begriffene Volksgruppen sehe ich auch, nicht aber dass diese Entwicklung durch die USA gesteuert wird. Es ist unsere eigene Regierung, die uns diesbezüglich in die Katastrophe führt, aber durchaus unterstützt zB durch Russland, das gezielt Fremde in unser Land treibt. Es bleibt aber ein drängendes Problem, das wir selbst lösen müssen; als Sofortmaßnahme müssen unbedingt weitere Einbürgerungen gestoppt sowie das Geburtsortsprinzip wieder abgeschafft werden. Das Problem wäre damit zwar noch nicht gelöst, die lawinenartige Vergrößerung aber erst einmal gebremst.

Gerade Russland (oder die UdSSR), nicht die USA haben doch die dt. Kultur zerstört. Der dt. Osten ist annektiert und komplett „entdeutscht“. In der DDR wollten sie die Deutschen zum Sowjetmenschen erziehen und stellten das Schul- und Erziehungssystem darauf um. Die sowj. Enteignungen haben bis heute Bestand, weil sie durch Gesetz (der Kohl-Regierung) legalisiert wurden. Das könnte man auch endlich aufheben und die Grundstücke ihren wahren Eigentümern zurückgeben; dann würden sich auch die Lebensverhältnisse auf dem ostdt. Land verbessern. Das halbe dt. Volk hat doch unter dem sowj. Gewaltregime jahrzehntelang gelitten, soweit die betr. Personen es überlebt haben. An den Folgen leiden wir bis heute. Wenn es einen Kulturzerstörer gibt, dann Russland. Eine Zukunft D’s als Vasall Russlands kann kein Deutscher wollen. Die Deutschen in der DDR haben 1989 ihre Freiheit erkämpft und ihre und unsere Ehre wiederhergestellt. Eine Rückkehr unter das Joch Russlands (dann sogar unter Einbeziehung West-Dtl's) wäre ein Verrat am dt. Volk.

Kommentar von Dr. Florian Knopf

@Matthias P.: Der Dr. Knopf ist Reichsbürger, aber kein Linksextremer! ;)

AN ALLE:

Für mich wäre ein Staat in Anlehnung an die erste deutsche Demokratie 1871 reizvoll. Bürgerlich, keine Parteien, kein Gewerbeschein, Eigenverantwortung, sozial, Subsidiaritätsprinzip. Links ist für mich kollektivistisch, rechts individualistisch. Beides im extremen ist schädlich für eine Gemeinschaft, wobei ich mich zu den Individualisten zähle.
Die Aufteilung Russlands in drei Einzelstaaten, einen europäischen Teil, einen zentralasiatischen Teil und einen ostasiatischen Teil sind gängige Überlegungen amerikanischer Thinktanks. Ich kann mir nicht alles merken und somit auch dazu keine Quelle mehr angeben. Aber interessant ist schon die Aussage des polnischen Friedensnobelpreisträgers, Gewerkschafters und Präsidenten Lech Walesa, der vor kurzem eine Reduktion der russischen Bevölkerung auf 40 Millionen forderte. Außer durch den größten Völkermord aller Zeiten von über 100 Million Menschen wäre dies lediglich durch eine Zerstückelung Russlands zu erreichen.
Und ja - ich halte Putin für den Guten innerhalb dieses Theaterstücks. Und jeder der nicht vollkommen links extrem verblödet ist, wird doch einsehen, dass die demographische Entwicklung in Mittel- und Westeuropa in Richtung eines islamischen Kalifates geht, mit einer neuen Bevölkerung und einer neuen Sprache. Östlich dann irgendeine Art von Intermarium und dann Russland. Diese Entwicklung wird von der amerikanischen Landeselite gestützt, im Gegensatz dazu hören wir aus Russland immer wieder von dem Ziel souveräner, autonomer Nationalstaaten. Die unipolare Welt mit dem Hegemon VSA findet gerade ein Ende. Ich erinnere nur an die Rede Trumps vor den Kadetten in Westpoint, wo er sagte, Amerika sei nicht mehr die Weltpolizei. Diese eigentlich weltbewegende Aussage fand natürlich in der Tagesschau keine angemessene Erwähnung. Einen Tag nach dem Amtseintritt von Herrn Biden, bombardiere er Syrien und in der gleichen Woche wurden Atombomber nach Norwegen verlegt. In der russischen Presse wurde zu dieser Zeit auch offen über die Wahlunregelmäßigkeiten in den VSA berichtet. Den Russen ist also die Korruption im kollektiven Westen bekannt.

Den Vortrag von George Friedmann, hinsichtlich der amerikanischen Geopolitik, dass eine Zusammenarbeit zwischen Russland und Deutschland auf jeden Fall verhindert werden müsse, und das seit hundert Jahren), dürfte den meisten Interessierten bekannt sein. Verkauft wird das unseren links-grünen transatlantischen Dummköpfen mit einer Verteidigung der Menschenrechte. Meine über 80-jährige Mutter dachte tatsächlich dass Homosexualität in Russland strafbar wäre. So abgerichtet wird man vom Tagesschau gucken.
Die Exzesse, die ich von deutschen Polizeihundertschaften die letzten zwei Jahre mit ansehen musste, erinnerten, beziehungsweise übertrafen nach Reitschuster die russischen Polizeieinsätze. Die abgesprenten Hände und ausgeschlossenen Augen der Gelbwesten in Frankreich gehen auch an die 100. Darüber berichtet natürlich die Tagesschau nicht. Ich kann also hinsichtlich totalitärer Gewalt keinen großen unterschied zwischen Frankreich, Deutschland und Russland ausmachen. Der unterschied ist nur der, dass Putin für sein Volk arbeitet, wohin gegen die letzten 20 oder mehr Jahre die deutschen Regierungen gegen die Interessen der deutschen gehandelt haben. Mein Lieber Onkel Peter, erwiderte darauf, dass Putin doch Milliardär sei. Ich sagte: ist das so? Aber es interessiert mich auch nicht. Gemäß der investigativen neuen „Welt“ Recherche, hat Gates mehr Einfluss auf das politische Weltgeschehen, als manche demokratisch gewählte Regierung. Die Frage ist, wünsche ich mir eine Gates Welt mit Transhumanismus und kollektive Gleichschaltung, oder wünsche ich mir eine Welt im Sinne Putins bei der es darum geht, das eigene Volk durch kluge Familienpolitik zu erhalten. Die staatlichen Unterstützung für Familien in Russland lassen sich bei Röper nachlesen.

Wir waren allein 15 Jahre Exportweltmeister, mit 10 % des BIP an Exportüberschuss, das würde eigentlich heißen, dass alle Deutschen eineinhalb Jahre nicht mehr arbeiten müssten, sondern von dem Erwirtschafteten Geld durch Importe leben könnten.
Am liebsten wäre mir ein souveränes Deutschland, aber bevor wir in einem links-grün totalitären idiotischen Wahnsinn untergehen, wäre für mich ein Beitritt Deutschlands zur russischen Föderation der bessere Weg. Die Russische Föderation zerstört nicht die Kultur ihrer Mitgliedsstaaten, wie es etwa durch die VSA in Deutschland gemacht wurde.

Ich stand übrigens im April 2020 mit einem Grundgesetz in der Hand am Rosa-Luxemburg-Platz. Die erste Demonstration in meinem Leben, und dann gleich eine verbotene. Ein Grundgesetz, dass uns vor all dem Unbill, insbesondere der letzten zwei Jahre, aber auch den Gesetzesbrüchen der Jahre davor nicht schützen kann, hat keinen Wert. Es hat versagt. Warum wird, nachdem der bayerische Verfassungsgerichtshof die nächtliche Ausgangssperre für verfassungswidrig erklärt hat, Herr Söder, der millionenfache Freiheitsberaubung betrieben hat, nicht verhaftet und eingesperrt. Wer ein Gesetz bricht ist ein Verbrecher, wer das Grundgesetz bricht ist Politiker. Zur Erinnerung: Die Klagen gegen die völkerrechtswidrig Bombardierung Belgrads durch die deutsche Bundeswehr, da es nach Grundgesetz nicht erlaubt ist Vorbereitungen für einen Angriffkrieg zu treffen, wurden abgewiesen, da man einen Angriffskrieg ja nicht vorbereitet hatte, sondern ihn lediglich geführt hat.

Ich nehme montags zum Spaziergang jetzt immer eine weiße Fahne mit. Sie ist das Zeichen des Parlamentärs, des Unterhändlers. Es ist an der Zeit, dass wir Gehör finden, verhandeln können.

Dr. Florian Knopf

Kommentar von Matthias P.

@ P. Löcke: Ich stimme zu, dass letztlich wohl eine für beide Seiten gesichtswahrende Lösung gefunden werden muss. Die "Atomdrohung" aus Russland macht eine echte Bekämpfung Russlands unmöglich. Andererseits zeigt Afghanistan, dass auch Russland (oder damals die UdSSR) einen völligen Rückzug als gesichtswahrend akzepiert oder zumindest nicht grundsätzlich ausschließt, wenn die Kosten größer werden als der Nutzen. Ob ähnliches hier auch gelingen kann, weiß ich natürlich nicht.

Kommentar von Matthias P.

@ Aro61: Das wird ja häufig geäußert (und ist insofern sogar „mainstream“). Vielleicht ist ja „was dran“, dass der Westen insgesamt, insbes. die USA auf Russland mehr hätte zugehen sollen, aber sie haben es nun einmal nicht gemacht. D jedenfalls hat ja wirtschaftliche Beziehungen zu Russland auf -und ausgebaut und auch sonst gute Beziehungen zu Russland angestrebt und ist immer wieder (gerade auch in letzter Zeit) vermittelnd tätig geworden.

Zumindest ersteres fällt uns jetzt auf die Füße, denn die guten wirtschaftlichen Beziehungen haben ja gerade die dt. einseitige Rohstoffabhängigkeit hervorgebracht und Russland, das vorher nicht einmal seine eigene Bevölkerung ernähren konnte, zu weitgehender Autarkie verholfen. Unter dem Strich wird man heute sagen müssen, dass sich D zu weitgehend mit Russland „eingelassen“ hat. Aber wer weiß: Hätten wir die dortigen Geschäfte nicht gemacht, wären vielleicht andere an unsere Stelle getreten (mit demselben Effekt für Russland aber mit schlechterem für uns). Man ist auch hinterher nicht immer schlauer, weil man ja nie weiß, was geschehen wäre, wenn man eine andere Politik betrieben hätte.

Kommentar von Peter Löcke

Wer hat eigentlich in der Kubakrise "gewonnen"? Die USA oder die Sowjetunion? Keiner und beide. Die Diplomatie, die Menschheit, hat gewonnen. Man fand eine für beide Seiten gesichtswahrende Lösung.

Die Berichterstattung über diesen Krieg gleicht immer mehr einem live-ticker beim Fußball. Wie stehts gerade? Die Ukraine ist (angeblich, wohl, offenbar) in Führung gegangen? Ach wie schön. Die Frage "wer gewinnt?" bzw die Forderung "Die Ukraine muss gewinnen" ist dümmlich und gefährlich. Es gibt eine für alle Seiten gesichtswahrende Lösung oder keine. Die Vorstellung, dass die Ukraine auf dem Schlachtfeld gegen die Atommacht Russland gewinnt, ist naiv.

So gelungen und toll ich diesen Kommentar in weiten Teilen finde, so erschreckend finde ich die Einleitung. Unwiderstehlicher Sturmlauf? Gelungenes Täuschungsmanöver? Holy moly. Geht noch mehr Pathos? Den ideologischen Eifer, den Herr Amoghli zurecht kritisiert, atmet dieser Kommentar leider selbst.

Kommentar von Aro61

Auch wenn ich hier gegen den Mainstream schwimme, denke ich, nach 1990 ist eine der größten Chancen im Verhältnis zu Russland verpasst worden. Ich meine die Errichtung einer „Klammer“ zwischen West und Ost. Starke wirtschaftliche Zusammenarbeit auf allen Gebieten und eine Sicherheitsarchitektur, welche den Namen verdient hätte. Wie oft hat Russland darum gebettelt und wie oft ist es nur mit höhnischen Grinsen abgewiesen worden ??? Das ist wie im persönlichen Leben, 3x abgewiesen und dann hat es sich aber auch.

Kommentar von Matthias P.

@ Miriam: Sie haben ja recht und ich teile ja die Kritik. Aber eine Besserung wird doch nicht durch "Anschluss" an Russland erreicht, wo Leute, die sich nicht regierungskonform äußern inhaftiert oder ermordet werden, wo das Volk in Armut lebt, während sich einige wenige das ganze Staatsvermögen "unter den Nagel" gerissen haben, wo es weder Rechtsstaat, noch Demokratie gibt (noch weniger, als bei uns). Wir müssen unser eigenes System verbessern, die EU reformieren oder uns aus ihr lösen aber nicht den Anschluss an Russland suchen.

Kommentar von Matthias P.

So langsam bekommt man das Gefühl, in einem Linksextremisten-Board gelandet zu sein.

@ F. Knopf: Wer hat denn gesagt, dass Russland aufgeteilt werden soll? Ein "Sieg" der Ukraine erschöpfte sich doch im besten Falle darin, die russ. Besatzung zu beenden. Und Russland als Freiheitskämpfer? Ist das nicht doch etwas zu dick aufgetragen?

@ S. Adolph: Russland würde doch D kaum als gleichberechtigten Partner akzeptieren. Ein D auf russ. Seite wäre eine DDR XL. Die Ostdeutschen wollten die russ. Besatzung aber nicht mehr; sie wollten die Russen loswerden und waren 1989/90 in diesem Bestreben erfolgreich. Sich freiwillig unter die Herrschaft des einstigen Unterdrückers und Ausbeuters zu begeben, ist doch etwas abstrus.

Kommentar von Miriam

@Matthias P. Was man in Russland als Oligarchen bezeichnet, nennt sich im Westen Philanthropen.
Ich möchte nicht in einer libertären Gesellschaft leben. Libertär geht in Richtung Anarchie und Recht des Stärkeren.

Im Totalitarismus sind wir noch nicht angekommen, aber von einer Demokratie kann hier auch keine Rede mehr sein. Der aufgeblähte Apparat in Brüssel hat sehr viel Einfluss, und die EU-Kommission erfüllt hauptsächlich die Wünsche der Lobbyisten und anderen NGO`s.

Wie hier mit Andersdenkenden umgegangen wird wurde ja zum Teil im Artikel erwähnt. Man schaue sich die Woken an, sind die etwa tolerant mit Leuten die ihre Ideologie nicht teilen, respektieren die andere Meinungen? Nein, da wird auch gerne mal gegen eine Biologin gehetzt und demonstriert, die an der Humboldt-Universität einen Vortrag halten wollte. Dort hätte sie nämlich davon gesprochen, dass es nur zwei Geschlechter gibt. Und dass, obwohl sie sich selbst als Linke betrachtet. Ergebnis von der feigen Uni: Ausladung!
Und was unsere "Qualitäts-"Medien betrifft, kann ja nun wahrlich nicht von Vielfalt die Rede sein. Es gibt zwar etliche Verlage, aber nur eine Meinung, hinzu kommen die einflussreichen Agenturen.
Ich könnte jetzt weiter machen, denn das ist längst nicht alles.
In Russland ist es totalitärer, aber was im "Werte-Westen" stattfindet ist nicht demokratisch. Es kann noch sehr ungemütlicher werden.

Kommentar von Sandra Schumacher

Ein Fehler der automatischen Korrektur: es muss heißen " weiter schwelen"

Kommentar von Sandra Schumacher

Mal abgesehen von den politischen Folgen in Deutschland, was würde bei einem Sieg der Ukraine mit Russland passieren? Man würde Putin stürzen, einen US-Getreuen als Präsidenten einsetzen und das Land genauso kaufen und vereinnahmen wie schon die Ukraine. Denn Frieden gäbe es zwischen der Ukraine und Russland unter Putin nicht mehr.
Wir wären 1 entscheidenden Schritt weiter in Richtung totalitäre US-Diktatur.

Andernfalls: Russland käme sowieso höchstens mit einem Teilsieg heraus aus dem Konflikt. Dieser wäre aber weiter Schwedens und nie zu Ende. Die USA würden nicht aufhören diesen weiter zu schüren und Russland zu schwächen.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht was besser wäre und ist hier überhaupt eine vernünftige und gangbare Lösung gäbe.

Kommentar von Sebastian Adolph

Zu Dr.Florian Knopf : Toller Kommentar Herr Knopf, sehe ich ganz genauso. Russland will den ganzen degenerierten Scheiss der fast ausschliesslich aus den USA importiert wird einfach nicht übernehmen und will auch nicht das dieser Einzug ins eigene Land erhält. Kann ich bestens verstehen. Das mit den Rohstoffen stimmt auch auf den Punkt. Neben dem sozialen Gift das exportiert wird, werden sich die Rohstoffe anderer Länder unter den Nagel gerissen. Bis jetzt läuft für die USA (leider) alles nach Plan. Der Dollar festigt sich, Europa wird immer schwächer und abhängiger. Ein Europa, speziell ein Deutschland das sich mit Russland gut versteht brauchen die Amerikaner ungefähr so dringend wie ein Loch im Kopf, die Gründe sind allen die ohne staatliche Betreuung nachdenken bestens bekannt.

Kommentar von Dr. Florian Knopf

Wer waren denn die Schlächter von Butscha? Na klar, der Ronzheimer war live vor Ort…

Aber ich will auf etwas anderes hinaus: Russland kann diesen Krieg nicht verlieren. Putin sagte: “Es wird keine Welt ohne Russland geben.“, und dies ist durchaus auch als Drohung aufzufassen.

Ein Souvenir- oder Projektstaat, wie die Ukraine, kämpft, angefeuert durch gezüchteten antirussischen Nationalismus, gegen eine russische Welt, zu der es eigentlich selbst gehört. Wenn Russland verliert würde es aufgeteilt und zergliedert, eine Balkanisierung Russlands mit all den Konsequenzen von Streitigkeiten, Unruhen und Kriegen. Der instabile, rohstoffreiche Krisenherd, den die Amerikaner so lieben. Zudem bekäme es die westliche NGO und Gender-Klo Welt. Die 90er Jahre haben sich bei den Russen eingebrannt, sie wissen dass sie das nicht wieder wollen. Bevor Russland untergeht, geht die Welt unter, in der es dann eben auch kein Russland mehr geben wird.
Die Russen wissen, dass sie ums Überleben gegen den untergehenden kollektiven Westen kämpfen. Frei nach Baerbock oder Habeck oder sonsteinem Politheinrich: Russland kämpft auch für unsere Freiheit. Für die Freiheit der tributpflichtigen Vasallen (Zbigniew Brzezinski ) Europas.

Kommentar von hans

Tucker Carlson: The point of the Ukraine war is regime change in Russia

… ‚Back in April, according to an account in Foreign Policy magazine, negotiators from the governments of Russia and Ukraine met secretly and „appeared to have tentatively agreed on the outlines of a negotiated interim settlement to end the war.“

The terms of the deal were simple. Russia would withdraw its troops from Ukraine. Ukraine would promise not to join NATO, so each side would get the thing that it wants most simple and effective, and it might have worked.

But the Biden administration adamantly opposed this settlement. Biden’s advisers didn’t just want the Russians to leave Ukraine. That’s what they told us they wanted on television, but no. Biden’s advisers wanted a total regime change war against Russia, apparently to avenge the election of Donald Trump, which they believed Putin was responsible for, and they were willing to fight to the last Ukrainian to get it …

https://www.foxnews.com/opinion/tucker-carlson-point-ukraine-war-regime-change-russia

Kommentar von Arno Nühm

Auch und gerade für die Ukrainer wäre es nicht gut, wenn die Ukraine gewinnen würde.
Was in den NATO-Propagandamedien immer "vergessen" wird, ist, dass die Ukraine seit dem von USA, UK und EU organisierten Putsch 2014 nichts mehr mit einer Demokratie gemeinsam hat.
Oppositionsparteien wurden verboten. Minderheiten (z.B. russischsprachige) werden gefoltert und ermordet.
Verrückte Kriegsfanatiker beschiessen die Kühltürme von Atomkraftwerken ohne Rücksicht darauf, was das mit der ganzen Welt anrichten könnte.
Gerade weil ich auf der Seite der ukrainischen Zivilbevölkerung stehe, hoffe ich, dass Russland es bald schafft, sie von dieser Tyrannei zu befreien.
Russland ist sicher nicht perfekt - aber auf jeden Fall weniger schlecht als die Poroshenko-Selensky-Tyrannei unter Führung von Biden.

Kommentar von Hildegard Hardt

Eines gebe ich aber bei einem Sieg der Ukraine über Russland zu bedenken, und das wird aufgrund der Anhänglichkeit an den transatlantischen "Großen Bruder" im sogenannten Wertewesten leider nicht thematisiert:
Die Ukraine wird niemals WIRKLICH frei sein! Sie muß sich mit dem bevorstehenden Beitritt zur EU und der damit verbundenen Aufnahme in das NATO-Verteidigungsbündnis dem Willen der USA unterordnen.
Sobald der Bündnisfall eintritt, werden ukrainische Soldaten für die USA in den Krieg ziehen müssen, ob sie es wollen oder nicht. Nationale Interessen sind dann bedeutungslos.

Es wird grundsätzlich davon gesprochen, daß der Westen auf Werten wie Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit aufgebaut ist, aber das leider ein Irrtum. Das angebliche "Basisland der Demokratie" - die USA - greift zu brutaler Gewalt, wenn es seine Interessen auch nur annähernd als gefährdet betrachtet; die zahlreichen Angriffskriege mit Millionen von Toten beweisen das mehr als deutlich.

Wer sich freiwillig in diese Abhängigkeit begibt, schadet bewußt seinem Land und dessen Bürgern. Deutschland mußte es tun, denn das NS-Regime hatte den Zweiten Weltkrieg begonnen und damit schwere Schuld auf sich geladen. Die ukrainische Regierung hat sich aber für einen US-Stellvertreterkrieg hergegeben, den sie durch Verhandlungen hätte entgehen können.

Ein solches Verhalten ist zutiefst unmoralisch und durch nichts zu rechtfertigen, denn es kostet Menschenleben.

Kommentar von Matthias P.

Bestimmte gesellschaftliche Gruppen können alles zu ihren Gunsten umdeuten. Alles, was der Autor im Falle einer russ. Niederlage befürchtet, könnte genausogut im Falle eines russ. Sieges (infolge Instrumentalisierung dieses durch andere oder dieselben Gruppen) eintreten. So könnte man (auch oder sogar noch besser) in einem russ. Sieg den Beweis der Überlegenheit der Oligarchie, der Illiberalität und des Totalitarismus sehen und diese auch in D einführen wollen.
Solange diese Leute nur wenige sind, ist das wenig problematisch; wichtig ist ja nur, dass diese Minderheitenpositionen solche bleiben.