Staatsanwaltschaft schließt Impftod des Mädchens nicht aus

15-Jährige verstarb - jetzt locken süße Faschingskrapfen zum Kinderimpfen

von Alexander Wallasch (Kommentare: 3)

„Manche Dinge sind schwer verdaulich“, meint ja in der Regel Sachverhalte, die nichts mit der Nahrungsaufnahme zu tun haben. Mitunter kommt aber beides zusammen: So mag es Impfkritikern gegangen sein, als sie im oberösterreichischen Schwertberg mit einer Aktion der örtlichen Bäckerei Thurner konfrontiert wurden, die schon im vergangenen Jahr im Februar mit Krapfen dafür warben, sich impfen zu lassen.

Impfen mit Gratis-Bratwurst oder Impfen in Kombination mit einem Puff-Besuch gab es alles schon. Jetzt kam in Schwertberg die Spritze im Krapfen dazu, wo der Eierlikör schon aufgezogen war und nur darauf wartete, vom Impffrischling ins Faschingsfettgebäck gedrückt zu werden. Die Bäckerei warb damals mit dem Begriff „erste Krapfen-Impfstraße“. Und Bäckermeister Thurner erklärte begeistert: „Der Clou an unseren Krapfen ist, dass die Kunden sie selbst ‚impfen‘ müssen.“ Weitere Bäckermeister wurden aktiv. So bot auch eine niederbayerische Bäckerei in Landshut „Coronaspritz-Krapfen“ für 1,85 Euro an. In der Spritze steckt eine Gin-Tonic-Füllung.

Jetzt hat sich wohl ein Bäcker in Hollfeld in der Nähe von Bayreuth an diese Aktionen erinnert und will zur Faschingssaison 2022 ebenfalls Krampfen „impfen“, als Werbemaßnahme zum Menschenimpfen. Konkret will die Hollfelder Bäckerei Spreuer am Valentinstag die Krapfen samt Spritze anbieten um damit möglichst viele Minderjährige zum „Kinder- und Booster-Impftag“ am 14. Februar 2022 in Hollfeld einzuladen.

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Wer nun insbesondere dem Impfen von Kindern kritisch gegenüber steht, den darf das irritieren. Und wer um eine bestimmte Impfgeschichte aus Hollfeld weiß, der wird darüber hinaus möglicherweise entsetzt sein. Denn in Hollfeld verstarb ein 15-jähriges Mädchen zum Jahresende 2021, das kurz zuvor mit einem mRNA-Impfstoff geimpft wurde.

Erst gestern wurde das Ergebnis der staatsanwaltlichen Ermittlungen bekannt, der Sachverständige kann nicht ausschließen, dass die mRNA-Impfung für den Tod von Cheyenne B. verantwortlich ist, diese Möglichkeit bestehe.

Hollfeld hat nur etwas mehr als 5000 Einwohner. Hier kennen sich viele persönlich, Schicksale bleiben selten anonym, so wird auch das der verstorbenen 15-Jährigen seine Runde gedreht haben. Und da wiegt es noch einmal mehr, wenn sich eine Gruppe von Bürgern und Sponsoren in einem Ort für die Kinderimpfaktion ausspricht, der in den Medien zuletzt mit diesem Todesfall mutmaßlich im Impfzusammenhang überregional für Aufmerksamkeit sorgte.

Wir telefonieren mit der Chefin und Namensgeberin der Bäckerei in Hollfeld um zu erfahren, wie es unter diesen düsteren Vorzeichen zur Kinderimpfaktion im Ort kommen konnte. Die Bäckerin erklärt zunächst, es gäbe „Befürworter und Gegner“. Auf die Frage, ob das nicht vielleicht unüberlegt ist oder sogar pietätlos, wo doch im Ort gerade ein Mädchen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung verstorben ist, antwortet die Bäckerin: „Ja ich weiß nicht, warum hat sie sich den impfen lassen überhaupt? Was kann ich jetzt dafür? Auf Wiederhören.“

Anschließend telefonieren wir mit einem weiteren Sponsoren der Impfaktion, der wurde zwischenzeitlich bereits von der Bäckerin informiert, dass wir dort angerufen haben. Er erklärt gleich zu Beginn, dass das Gespräch „mit aufgenommen wird über die Polizei.“ Der Gesprächspartner erwidert auf die Frage nach der Pietät, dass er ein gläubiger Christ sei und doch seit fünfundzwanzig Jahren auf Wallfahrten gehe. Und bezogen auf das verstorbene Mädchen und die Aktion sagt er, das hätte keinen Zusammenhang und da bräuchte man auch keinen Zusammenhang nehmen, es wäre bedauerlich, wenn ein Mensch sterbe. Auch dieser Gesprächspartner beendet das Gespräch vorzeitig.

Bedauerlich ist hier auch die fehlende Kommunikationsbereitschaft. Denn um wenigstens zu verstehen, was die Menschen bewegt, muss man miteinander reden. Aber auch im beschaulichen oberfränkischen Hollfeld scheinen die Fronten zum Thema Impfen verhärtet noch über den Tod des Mädchens aus dieser Region hinaus.

Wir haben die Mutter dazu vor einer Weile interviewt und kennengelernt und mögen uns nur schwer vorstellen, wie diese sich fühlen mag, wenn nun andere Mütter im Ort ihre Kinder zum Impfen und Krapfenessen bringen. Auf besagtem Flyer sieht man einen Jungen, der stolz sein Impfpflaster zeigt, darüber steht „Impfen hilf. Auch allen die du liebst.“

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