Mittlerweile sind Reste der Mauer ein beliebter Ausflugsort. Ganz harmlos sehen die mit Graffiti bunt besprühten, rund 3,60 Meter hohen Teilstücke der Berliner Mauer in der Sommersonne aus.
Ältere erinnern sich noch an 1989 und danach, als der Begriff „Mauerspechte“ für jene entstand, die sich mit Hammer und Meißel statt Sichel ein Stück aus der Krone des Sozialismus brachen. Ein Erinnerungsstück daran, dass ein Staat mitten in Europa seine Bürger eingesperrt – nein, eingemauert – hatte.
Aber die Mauer selbst war nur sichtbarer Teil des sogenannten Kalten Krieges, der Ost und West trennte und die NATO vom Warschauer Pakt, auf beiden Seiten hochgerüstet mit Kurz- und Langstrecken-Atombomben. 1945 wurde vor allem in der DDR als „Befreiung“ bezeichnet. Aber auf den Nationalsozialismus folgte nur die DDR-Diktatur mit Mauertoten und hunderttausendfacher Bespitzelung.
Wie hat die DDR-Führung den Bau der Mauer durch Berlin offiziell begründet? In einem Beschluss des DDR-Ministerrates vom 12. August 1961 heißt es:
„Zur Unterbindung der feindlichen Tätigkeit der revanchistischen und militaristischen Kräfte Westdeutschlands und Westberlins wird eine solche Kontrolle an den Grenzen der Deutschen Demokratischen Republik einschließlich der Grenze zu den Westsektoren von Groß-Berlin eingeführt, wie sie an den Grenzen jedes souveränen Staates üblich ist. Es ist an den Westberliner Grenzen eine verlässliche Bewachung und eine wirksame Kontrolle zu gewährleisten, um der Wühltätigkeit den Weg zu verlegen.“
Walter Ulbricht, der Diktator der DDR oder der „Vorsitzende des Staatsrates der Deutschen Demokratischen Republik und Erste Sekretär des Zentralkomitees der SED“, erklärte auf einer Pressekonferenz wenige Wochen vor dem Mauerbau: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“
Nach 1945 bis zum Bau der Mauer waren bereits Millionen Deutsche in die neu gegründete Bundesrepublik übergewechselt. Die DDR litt faktisch unter einer Massenflucht der eigenen Bevölkerung. Wer gestern noch am Arbeitsplatz war, fehlte am nächsten Morgen samt Familie. Und die offene Sektorengrenze in Berlin erlaubte es Hunderttausenden, relativ einfach in den Westen zu gelangen.
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Der Marshall-Plan und das „Wirtschaftswunder“ machten den Westen nach den Entbehrungen des Krieges wirtschaftlich weitaus attraktiver. Und die noch junge Bundesrepublik nahm jeden DDR-Bürger auf und behandelte ihn sofort als Bürger der Bundesrepublik Deutschland. Der Wunsch von Bürgern der BRD, in der DDR zu leben, war demgegenüber auf wenige Tausend im Jahr beschränkt, die ihre Gründe hatten.
Nach dem Fall der Mauer wurden so auch Biografien ehemaliger RAF-Terroristen wie Inge Viett bekannt, die diesen Weg gingen, um sich der Strafverfolgung zu entziehen. Viett war als Eva Schnell für die Organisation der Kinderferienlager des im Magdeburger Stadtteil Salbke ansässigen VEB Schwermaschinenbau Karl Liebknecht (SKL) verantwortlich.
Wer als Kind in Westdeutschland im Zonenrandgebiet wohnte, der kennt noch die Wochenendfahrten mit den Eltern an die Zonengrenze. Strahlender Sonnenschein und drüben die Uniformierten, die Schäferhunde und die Selbstschussanlagen. Denn es gab nicht nur die Mauer in Berlin, die etwa 1400 Kilometer lange innerdeutsche Grenze war insgesamt dicht gemacht und streng bewacht. Es dauerte nach der Wiedervereinigung bis Mitte der 1990er Jahre, diese Trennlinie abzubauen.
Autor Gregor Leip kaufte vor ein paar Jahren von einem türkischstämmigen Händler auf dem Flohmarkt zwei Dia-Kästen für 2 Euro, ohne zu wissen, was der Inhalt sein würde. Der Händler machte Entrümpelungen bei Verstorbenen und verkaufte alles, woran die Verwandten kein Interesse hatten.
Daheim schaute Leip die Dias Stück für Stück in den Gucki, den man ans Auge und gegen das Licht hält, um das Dia wie durch ein Fernrohr betrachten zu können. Die Mischung war mehr als kurios: Neben privatem Nacktmaterial fand Leip Aufnahmen vom Mauerbau und vom DDR-Grenzregime, die wir hier auszugsweise in einer kleinen Galerie vorstellen.
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Kommentar von T S
Interessante Bildzeugnisse aus einer noch gar nicht so lange vergangenen Zeit, danke für das Teilen.
@Ernst Viehweger: Bei Adenauer frage ich mich nach wie vor: Konnte er nicht anders, oder wollte er gar nicht anders? Und wäre damals schon eine Wahl rückgängig gemacht worden, oder hat man - was wahrscheinlich ist - schon im Vorfeld dafür gesorgt nur genehme Kandidaten auf erfolgsversprechende Plätze zu setzen?
@Katrin Kretzmann: Mit ihrer Argumentation kann man auch Nordkorea verteidigen.
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Kommentar von Ernst Viehweger
Die SED baute die Mauer und den Grenzzaun. Aber wer verursachte die abgeriegelte Grenze ?
Fakt ist, die Stalinnote von 1952 wurde von Adenauer brüsk abgelehnt.
Stalin war machtkrank: einer "Säuberungswelle" folgte die nächste. Für eine kommende Säuberungsaktion (von eingebildeten? innenpolitischen Feinden ?) wollte Stalin offensichtlich den Rücken außenpolitisch frei haben. Er schlug vor: Deutschland in alten Grenzen (also mit Schlesien ... ) aber militärisch neutral. Wie es Österreich nach Kriegsende auch wurde (ewige Neutralität). Neutralität hat bisher noch niemand geschadet (nur Kriege stiften Schäden).
Soweit Stalins Position - nun Adenauer/CDU:
Er hatte nur noch eine knappe, schrumpfende Mehrheit im Bundestag und war katholisch. Bei seinen Wahlkrämpfen ließ er sich von Reden von katholischen Kanzeln unterstützen (Christen müssen Christen wählen ....) Bei einer Wahl mit der überwiegend evangelen Bevölkerung in Mitteldeutschland und Schlesien befürchtete er (berechtigt) keine Regierung führen zu können. Auch er war machtkrank! So lehnte er die attraktive Stalinnote brüsk ab und gab als Vorwand an: Westbindung ist sehr wichtig. Ja, es hätte den Alliierten vielleicht nicht gefallen (Natogründung 1949?). Aber Adenauer wurde von Deutschen gewählt. Sein Amtseid lautete dementsprechend.
Durch die Ablehnung der Stalin-Note von Adenauer wurde die deutsche Teilung endgültig fixiert. Die folgende Entwicklung war - zumindest für ihn - voraussehbar und logisch. Auch Adenauer war machtkrank (und unehrlich).
Die Mauer wurde von der SED gebaut, verursacht hat sie die CDU.
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Kommentar von Manfred Sonntag
Heute ist der 13. August, ein denkwürdiger Tag!
Heute sind die Blockparteienpolitiker wieder die Totalitären welche die Mauer bauen ließen
Heute ist der Osten der Westen welcher die Mauer einreisen möchte.
Heute drückt der amerikanische Präsident dem Osten die Daumen
Heute sind sehr viele der Ostdeutschen die neuen „Bäärliner“
Heute werden die Ostdeutschen deshalb von den Kartellparteien und ihrem Gefolge wieder als Aussätzige und Andersdenkende ausgegrenzt und ihr Lebensunterhalt ruiniert, wie damals!
Heute gibt es wieder eine Stasi (alias Verfassungsschutz) welche ungehemmt die Gesellschaft bespitzelt und zerstört
Heute gibt es wieder die Kampfgruppen alias Antifa welche im Auftrag der Blockparteien Andersdenkende mit Metallstangen die Schädel einschlagen, Knochen brechen oder mit Füßen auf den Kopf treten
Heute haben wir zwar keine Toten mehr an der Grenze aber die Anzahl der Niedergemetzelten durch zugewanderte Messer-, Macheten- sowie Fahrkünstler übersteigt jegliches Vorstellungsvermögen
Heute, nicht wirklich Neues unter der Sonne nach 37 Jahren Mauerfall
Jedoch hatte ich heute die Vision:
Auferstanden aus Ruinen
und der Zukunft zugewandt,
laß uns dir zum Guten dienen,
Deutschland, einig Vaterland.
Alte Not gilt es zu zwingen,
und wir zwingen sie vereint,
denn es muss uns doch gelingen,
daß die Sonne schön wie nie
über Deutschland scheint.
Glück und Friede sei beschieden
Deutschland, unserm Vaterland.
Alle Welt sehnt sich nach Frieden,
reicht den Völkern eure Hand.
Wenn wir brüderlich uns einen,
schlagen wir des Volkes Feind.
Laßt das Licht des Friedens scheinen,
daß nie eine Mutter mehr
ihren Sohn beweint.
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Kommentar von Katrin Kretzmann
Ich möchte nichts beschönigen, allerdings ein paar Anmerkungen machen:
1. So komplett eingesperrt war niemand, in einige Länder der östlichen Welt durfte gereist werden.
2. Grenzen werden in jedem Land streng geschützt mit allem, was dazu gehört. Und das wußten alle Beteiligten.
3. In der DDR gabe es unumstritten ausgezeichnete Schul- und Berufsbildung, kostenlos wohlbemerkt, daher ist es im Sinne des DDR - Staates gewesen, diese auch in seinem Land nutzbar zu machen.
4. Schauen wir uns Staaten in älterer und jüngerer Geschichte bzw. Gegenwart an - es ist normal, daß ein Staat seine Staatsdoktrin, seine Daseinsberechtigung mit allen Mitteln verteidigt, so natürlich auch die DDR es tat.
Es ist immer hilfreich der Objektivität mächtig zu sein.