Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vom 6. September 2026 hat die AfD mit Ulrich Siegmund klar gewonnen, die absolute Mehrheit aber verfehlt. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) sitzt mit fünf Abgeordneten genau auf dieser empfindlichen Nahtstelle. Die BSW-Spitzenkandidatin für Sachsen-Anhalt ist Claudia Wittig – zuvor bei der Linkspartei, nun Gesicht des BSW im Land.
Frau Wittig erklärte am 6. September in der ARD öffentlich, weder Siegmund noch CDU-Ministerpräsident Sven Schulze wählen zu wollen. Sie warb stattdessen für einen überparteilichen Ministerpräsidenten mit wechselnden Mehrheiten.
Der folgende Brief nimmt sie beim Wort.
Sehr geehrte Frau Wittig,
durchdenken wir das mal zu Ende, ohne die übliche Nebelkerze:
Wenn Ihr überparteilicher Ministerpräsident mehr sein soll als ein Satz für die ARD, wer bleibt dann am Ende als Schnittmenge? Er soll nicht AfD, nicht CDU, hart genug für Siegmunds Lager und formal gerade noch der Dritte, den Sie nicht „Siegmund“ nennen müssen. Das ist die einzige Variante, in der Ihr Modell nicht sofort als Verweigerung entlarvt wird.
Aber natürlich war diese Wahl eine Personenwahl. Die Leute haben nicht abstrakt „ein Modell wechselnder Mehrheiten“ angekreuzt. Sie haben Köpfe gewählt! Siegmund hat seinen Kreis gewonnen, Schulze hat den seinen verloren. Das Kreuz galt einem Gesicht, einer Stimme, einem Typ – wenn Sie so wollen dem Mann mit der hellblauen Simson.
Genau deshalb tritt Ihr Ausweg dem Wähler ins Gesicht. Sie sagen: Der Sieger darf nicht Sieger sein, der Verlierer darf es auch nicht, also nehmen wir einen Dritten und ihr habt gefälligst damit zu leben.
Das ist dieselbe Arroganz, die die AfD groß gemacht hat. Vorgetragen von einer Fünf-Sitze-Fraktion, der die Masse der Wähler in Sachsen-Anhalt offenbar schon jetzt auf die Nerven geht. Eine Kleinstfraktion erklärt der größten Wählergruppe, ihr Personenauftrag sei nett, aber bitte durch unsere Filteranlage.
Die Parallele des BSW zur AfD ist unübersehbar und für Sie unbequem. Beide leben vom Satz, das Kartell muss weg. Beide treffen sich bei Migration, Energie, Sanktionen, Misstrauen gegen Anstalten und Brandmauer. Aber der Unterschied ist dennoch elementar: Es ist die Größe des Auftrags. 43,8 Prozent und ein gewonnenes Direktmandat sind ein Personenmandat!
Die fünf Sitze des BSW hingegen sind nicht mehr als ein Hebel. Wer den Hebel über das Mandat stellt, macht aus Demokratie ein Nadelöhr für Leute, die den Gewinner nicht ausstehen.
Also ja: Wenn Sie Ihren Satz ernst meinen, wer wäre denn Ihr Kandidat? Sagen Sie es offen, statt Enthaltung als Charakter zu verkaufen. Aber tun Sie nicht so, als sei das Vermittlung. Es ist die Korrektur einer Personenwahl durch eine Mini-Partei. Siegmund ist der Gewählte. Jeder andere wäre ein Umweg, mit dem Sie den Namen umgehen, den die Mehrheit laut gerufen hat: Sieg-mund! Sieg-mund! Sieg-mund!
Legen Sie einen Umschlag mit einem Namen auf den Tisch. Oder Sie lassen die Personenwahl gelten und hören auf, mit fünf Sitzen die Menschen in Sachsen-Anhalt zu schulmeistern. Ein Drittes, das allen schmeichelt und niemanden demütigt, gibt es nach diesem 6. September nicht! Leben Sie damit.
Gruß von nebenan aus Niedersachsen,
Ihr Alexander Wallasch
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Kommentar von Klaus
Im Gegensatz zu ihrem eigenen scheint der Frau Wittig das Wohl des Landes nicht besonders am Herzen zu liegen. Anders läßt sich das, was sie nach der Wahl zum Besten gab, schlecht interpretieren.
Die alte Volksweisheit, daß, wer zu hoch pokert, auch viel (manchmal auch alles?) verlieren kann, scheint zu ihr noch nicht durchgedrungen zu sein. Bleibt zu hoffen, daß Frau Wagenknecht den Intellekt (und den sollte man ihr zugestehen) hat, das zu erkennen. Sonst könnte ihre Partei-Gründung schon bald den Weg alles Irdischen gehen.
„Gut gedacht, aber schlecht gemacht“ könnte es dann im Nachruf heißen.
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Kommentar von Ralf H.
Die Schnittmenge zwischen AfD und BSW ist enorm : Beendigung der deutschen Kriegstreiberei, kontrollierte Zuwanderung, Herstellung der Wettbewerbsfähigkeit u.a. mittels preiswerter russischer Energie und Bürokratieabbau, Reformierung des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks, Haftbarmachung von Politikern und vieles andere mehr.
Angesichts der aktuellen Kriegsgefahr hatte ich mir vom BSW erhofft: Anerkennung von Ulrich Siegmund als Ministerpräsident und Zusammenarbeit bei der Lösung der vielen wichtigen Probleme.
Statt dessen bietet BSW Murks: Ihre Diäten sind Claudia Wittig wahrscheinlich wichtiger als die Verhinderung eines anstehenden Dritten Weltkrieges – schämen Sie sich, Frau Wittig !
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Kommentar von Kalle
Zum Kommentar von T S:
Ich bin voll dabei - Koalitionen, Fraktionszwang abschaffen. Parteien können meinetwegen bleiben, sollten sich aber eigenständig finanzieren und die Finanzen uneingeschränkt offenlegen müssen. Das würde interessant...
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Kommentar von T S
Frau Wittig kann ich zu wenig einschätzen um mir ein Urteil anzumaßen, aber ihre Partei hat isch in den letzten Monaten alles andere als gefasst und vertrauenserweckend verhalten.
Dennoch finde ich diesen "offenen Brief" daneben, denn das Kernproblem ist nicht das indifferente "jein" der BSW sondern der unhaltbare Zustand dieser sogenannten parlamentarischen repräsentativen Demokratie in der nicht wirklich die einzelnen Vertreter das Volk vertreten sondern nur Platzhalter im Regierungs-vs-Opposition-Lagerringen sind.
Wie wäre es damit die 5%-Hürde zu kippen welche solch grotesken Politpokereien überhaupt erst zum Normalfall eskalieren, den Fraktionszwang zu verbieten der jegliches individuelle und lokale Profil vernichtet, und am besten gleich Parteien als politisch maßgebliche Kraft insgesamt zu verbieten?
Das wäre sogar ganz im Sinne des Grundgesetzes, denn laut dem sind die Parlamentarier nur ihrem Gewissen gebunden, aber die Praxis zeigt so ziemlich das Gegenteil davon.
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Kommentar von Karl Kallenbach
Ich finde es schade, dass die Kommentare nicht sachlicher ausfallen. Auch hier spiegelt sich das Festhalten an alten Denkmustern.
Zunächst bin ich (in Sachsen lebend) froh, dass es weder die Brandmauerparteien, noch die AFD geschafft haben, die Politik in Sachsen-Anhalt alleine zu bestimmen. Unabhängig davon, wer der nächste Ministerpräsident sein wird, werden sich die Abgeordneten des neuen Landtags mit Sachthemen auseinandersetzen und sich Mehrheiten erarbeiten müssen. So geht Demokratie. Absolute Mehrheiten und Koalitionen lassen die Opposition außen vor und sind daher in meinen Augen undemokratisch. Sie führen dazu, dass sich die Redner der Fraktionen „belöffeln“ und die Erörterung von Sachthemen durch Polemik ersetzt wird: Die Entscheidung ist ja (bis auf wenige Ausnahmen) schon gefallen.
Bei der zu erwartenden Konstellation dürfen wir hingegen gespannt sein, durch welche Vorschläge die Parteien versuchen werden, die Politik in Sachsen-Anhalt zu prägen. Das alleine wird der Gradmesser für die Bewertung der politischen Arbeit der Landesregierung sein und die gefassten Beschlüsse werden IMMER der Mehrheit der Wähler gerecht werden. Geht es noch demokratischer?
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Kommentar von Nie Wieder
Ich sagte es schon an anderer Stelle, das BSW hat sich in Thüringen selbst entlarvt und mich wundert das es trotz allem dann noch in den Landtag Sachsen-Anhalt einziehen konnte.
Sahra W. wird als tragische Figur in die deutsche Geschichte eingehen, weil letztendlich seien wir alle mal erhlich auch zu uns selbst, wenn Menschen egal welcher Partei in eine solche finanziell sichere Position kommen, wer will darauf verzichten und genau das ist in Thüringen passiert und auch in Brandenburg. Sachsen wollte man denselben weg gehen und schreckte dann doch zurück.
Ich wette mal allerdings ohne Einsatz: Das BSW in Sachsen-Anhalt hat einen Wahlkampf gemacht der allein darauf zielte den Mitte Parteien erst einmal Stimmen weg zu nehmen und strategisch sich in eine Position zu bringen, die man sich bei den Linken nach der BT Wahl abgeschaut hat, ihr wollt regieren dann müßt ihr mit uns zu unseren Bedingungenverhandeln und das wir teuer. Herr Merz hat das bis heute nicht begriffen, weil Arroganz von seiner Person (vermutlich bei Trump abgeschaut) als die Gallionsfigur überwiegt.
Ob Herr Siegmund der richtige MP wäre, ist eine Frage die genauso müßig ist, wie ob Herr Schulz es wäre oder wie sein Vorgänger es zu seinem Zeitpunkt damals war.
Das hassverzehrte Gesicht einer Herrn Dr.Haseloff vor dem Landtag als er in Richtung AfD sprach werde ich jedenfalls nicht vergessen, dieses Bild welches für fast alle Politiker der sog. Mitte steht, zeigt genau das es ihnen um die Macht und nicht um die Sorgen und Nöte der Menschen geht.
Wie wäre es wenn SPD,CDU/CSU,FDP,Grüne und möglicherweise auch Linke Politiker mal offenlegen wieviele Aktien sie von Rheinmetall und Co haben?
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Kommentar von stephan manus
Es bleibt spannend. Überrascht war ich von dem Ergebnis der Grünen.
Mal angenommen es klappt nicht mit Herrn Siegmund (wovon ich noch nicht ausgehe), weil es den Altparteien und BSW nicht um das Land geht, sondern um irgendeinen ideologischen Quatsch /Unsinn, dann ist m.E. trotzdem Popcornzeit angesagt. Es wird dann nämlich lustig dämlich. Gegen die Interessen der Wähler und des Landes.
Wichtig, auch für zukünftige Wahlen ist, dass die AfD Kurs hält.
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Kommentar von Manfred Sonntag
Herr Siegmund ist der vom Wahlvolk gewählte 1. Anwärter für den Ministerpräsidentenposten von Sachsen-Anhalt.
Das was Frau Wittig möchte, dass ist ein Ministerpräsident welcher wie beim Hochadel üblich, als "Erlauchter" seinen Titel und Posten als Lehen von den Kartellparteivorsitzenden erhält. Das Wahlergebnis würde dann wie bei der Papstwahl durch Rauchzeichen aus dem Blockparteienhaus verkündet, wobei die Farbe des Rauches den jeweiligen Sieger für jeden erkennbar machen würde.
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Kommentar von GAST
Nachtrag: Die Wähler in den anderen Bundesländern werden diese Aussage mit der arroganten Mimik bestimmt zu würdigen wissen. In MV sind schon mal mindestens 5 Stimmen weg.
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Kommentar von GAST
Herrlich, endlich entpuppt sich das BSW was es wirklich ist!
!!! Der Sensenmann !!!