Drei schrille Fehlalarme pro Kochtopf, zigtausend Tonnen Elektroschrott jährlich und null messbarer Nutzen

Beendet die Rauchmelder-Pflicht: Der größte Lobby-Bluff seit der Energiewende – Milliarden für Piepen statt Leben retten!

von Alexander Wallasch (Kommentare: 3)

Ohren zu und durch?© Quelle: privat

In meiner Wohnung piepen die Dinger pünktlich zum Mittagessen. Die Frau flucht, der Besenstiel steht parat, der Vermieter droht mit Strafen. Und das Ganze kostet uns Bürger Milliarden – für ein Milliardengeschäft von Herstellern, Installateuren und Versicherern. Die Brandtoten sinken seit 1990 trotzdem schon ohne Pflicht. Zeit, den Unsinn zu beenden, bevor noch mehr Fehlalarme zu echten Unfällen führen.

Ein ehemaliges Kinderzimmer in der Wohnung ist mein kleines Büro. Frau muss mich nicht zum Mittagessen rufen, ich höre, wenn sie kocht. Nicht, weil die Wände so dünn sind, sondern weil zuverlässig immer drei Feuermelder nacheinander angehen. Wenn der dritte schrill piept, dauert es noch ein paar Minuten und es gibt was Leckeres zwischen die Kiemen.

Zwischendurch verflucht Frau Gott und die Welt, weil sie wieder dreimal auf den Stuhl steigen und die Dinger mit einem Besenstiel, der mittlerweile schon im Flur bereitsteht, ausschalten muss. Ja, ich bin ja nicht doof, ich habe die Dinger schon mal abgeschraubt und in den Schrank geschmissen. Dann kommt allerdings nach Tagen zuverlässig ein Brief der Vermieter, dass die Rauchmelder unverzüglich wieder montiert gehören.

Die Betreiber der Rauchmelder – bei uns im Keller ist eine zentrale Steuerung mit direktem Draht zur Zentrale – melden zuverlässig dem Vermieter. Diese schrillen Melder sind mittlerweile in allen 16 Bundesländern Pflicht geworden. Und – damit kommen wir zur zentralen These dieses Artikels: – diese Melder sind ein großer Unsinn ohne jede Belegkraft und Sinnhaftigkeit, ein gigantisches Milliardengeschäft und eine unfassbare Müllproduktion, die jeden Umweltschützer Tag und Nacht auf die Barrikaden bringen dürfte.

Tatsächlich gibt es keinerlei belastbare Zahlen, die diese Rauchmelder rechtfertigen. Im Gegenteil: Es besteht sogar die logische Vermutung, dass diese Anlagen durch ihre vielen Fehlalarme zusätzlich Hausunfälle produzieren, wenn alte Menschen verzweifelt und unter infernalischem Lärm versuchen, die fiesen Plastikscheißerchen unter der Decke auszuschalten.

Die bundesweite Rauchmelderpflicht gehört umgehend abgeschafft, bevor sich auch hier weiter Industrie- und Dienstleistungen verfestigen und zehntausende Arbeitsplätze etablieren, die man nachher wieder abwickeln muss mit allen Folgen für die Betroffenen.

Auch in Rauchmelderfrage wie in allen politischen Debatten der letzten Jahre staunt man auch hier über die üblichen Müllstudien, die eine Sinnhaftigkeit bestätigen sollen, dann aber haarsträubende Grundlagen und Zahlen liefern, wenn etwa der Vergleichszeitraum zurückgelegt werden muss bis 1990, um noch irgendwie die Behauptung zu stützen, dass es heute weniger Tote durch Brände dank Rauchmelder gebe.

Das hat allenfalls mit modernen Heizmethoden und mit modernisierten Elektroleitungen – insbesondere in den neuen Bundesländern – zu tun, als mit dem Erfolg der Jahrzehnte später eingeführter Rauchmelder.

Jochen Zehfuß, Brandschutzexperte und Professor an der Technischen Universität Braunschweig meinte gegenüber dem Tagesspiegel noch Mitte 2024:

„Der Vorteil ist schwer messbar. Wie kann man erfassen, dass jemand nicht gestorben ist, weil das Gerät einen Brand frühzeitig angekündigt hat?“

Die Zeitung benennt, was an den Studien faul ist, die den Referenzzeitraum bewusst auf die letzten dreißig oder 35 Jahre legen:

„Schon bevor die Pflicht für Rauchwarnmelder eingeführt wurde – in Neubauten 2003 in Rheinland-Pfalz und dann schrittweise und auch in Bestandsbauten in ganz Deutschland – sank die Zahl der Brandtoten rapide: Bereits von 1990 bis 2010 hat sie sich fast halbiert, von 787 auf 373.“

Danach habe es keine großen Veränderungen mehr gegeben. Auch implodierende Röhrenfernseher gebe es nicht mehr und die Menschen rauchen weniger in der Wohnung oder gar im Bett, so der Experte.

Jetzt sollte man auch nachfragen, warum sich dann die Zahl der Feuerwehreinsätze nicht verringert hat. Die Antwort ist so einfach wie schockierend mit Blick auf das Milliardengeschäft der Brandmelder: Geändert hat sich die Zahl der Fehlalarme! Sie hat sich in den letzten Jahrzehnten nahezu verdoppelt.

Schaut man auf die Jahre, als Rauchmelder noch nicht in allen Bundesländern Pflicht waren, sank die Zahl der Brandopfer zuverlässig in allen Bundesländern. Es soll sogar einen leichten Anstieg in jenen Bundesländern gegeben haben, die Rauchmelder neu eingeführt haben. Die neue Frage die sich stellt: Wie sehr haben sich diese Rauchmelderpflicht schon verfestigt hat und wie schnell ist die Politik in der Lage und bereit, diesen verherrenden Urrsinn endlich zu stoppen und abzuwickeln?

Und für alle, die der Meinung sind, schaden könnten die Dinger auch nicht:  Wenn es im Jahr in Deutschland etwa 300–400 Brandopfer gibt, dann stehen dem rund 10.000 Todesfälle im Haushalt gegenüber. Nicht statistisch erfasst ist, wie viele davon verunglückten, nachdem sie versucht haben, auf wackeligen Trittleitern oder Stühlen die Fehlmeldungen der Brandmelder auszuschalten!

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Die „Wirtschaftswoche“ informierte ihre Leser bereits 2012, wer hinter diesem Big-Deal steckt:

„Treibende Kraft ist der Verein ‚Forum Brandrauchprävention‘, er betreibt die Initiative ‚Rauchmelder sind Lebensretter‘. Doch statt engagierten Bürgern steckt hinter dem scheinbar selbstlosen Verein ein Interessenverbund von Herstellern, Elektroinstallateuren und Versicherungen. Im Jahr 2000 haben sie den Verein aus der Taufe gehoben, als Geschäftsstelle fungiert eine Berliner Werbeagentur, die Vorstandsriege bilden Funktionäre.“

Auch der Berliner Vermieterverband sah damals keine Sinnhaftigkeit in einer massenhaften Installation der Rauchmelder: „Der Zusammenhang zwischen Rauchmeldern und Brandopfern ist statistisch nicht zu belegen“. Dass die Zahl sinke, läge an verbesserter Prävention. Statistiken zur Zahl der Brandtoten seit 1990 zeigen eine linear sinkende Zahl und keinerlei sichtbare Auswirkungen der Einführung der Brandmelder.

In Ländern ohne Brandmelderpflicht soll der Rückgang ähnlich sein. Auch hier wirken mutmaßlich die allgemeinen Präventionstrends. Der Rückgang der Todesfälle ab 2016 ist multifaktoriell. Sicher ist nur, dass auch die Heizmodernisierung in den vergangenen Jahrzehnten stark zur Reduzierung beigetragen hat.

Nichts Genaues weiß man demnach, aber die Zahl der Brandtoten bleibt verschwindend gering im Vergleich zu Verkehrs- und Haushaltsunfällen. Nur dass heute mit Brandmeldern und den notwendigen Service-Leistungen Milliarden verdient werden.

Es existieren heute ca. 43 Millionen Wohnungen mit durchschnittlich 3–5 Rauchmeldern. Insgesamt sind das geschätzt 150–200 Millionen Geräte. Und diese Geräte müssen unabhängig von ihrem Zustand auch noch alle zehn Jahre verpflichtend ausgetauscht werden.

Die Kosten umfassen Anschaffung, Installation, Wartung und Austausch. Ein Rauchmelder kostet 10–20 Euro. Das sind etwa 200–400 Mio. Euro pro Jahr, da jährlich ca. 15–20 Mio. Geräte (10-Jahres-Austausch) neu installiert werden. Die jährliche Wartung (Pflicht nach DIN 14676) kostet 5–7 Euro pro Melder. Gesamtschätzung: 750 Mio. – 1,4 Mrd. Euro pro Jahr für alle Geräte.

Aber das ist noch längst nicht das Ende der Fahnenstange. Hinzu kommt ein gigantischer und kostenintensiver Verwaltungsaufwand. Mittlerweile sind mehrere zehntausend Menschen im Zusammenhang mit dem Rauchmeldergewerbe beschäftigt. Hauptprofiteure sind Hersteller und Dienstleister.

Zuletzt muss noch über die gigantische Menge an Müll und Sondermüll gesprochen werden. Da keine validen Statistiken vorliegen, hier ein paar Schätzungen: Bei 150–200 Mio. Rauchmeldern, einem Austausch von 15–20 Mio. Geräten pro Jahr, ein Melder wiegt etwa 100–200 Gramm, sind das bis zu 4.000 Tonnen Elektroschrott jährlich.

Die Einführung der Rauchmelder in 16 Bundesländern ist ein gigantischer Lobbyerfolg. Dahinter steckt mit dem „Forum Brandrauchprävention e.V.“ ein Verein mit Herstellern, Elektroinstallateuren und Versicherern, der sich seit 2000 für die Pflicht stark machte.

Der Effekt ist nicht messbar, die Belastung – inklusive Unfallrisiko – durch Fehlalarm für viele Bürger enorm. Die Feuerwehren müssen öfter umsonst ausrücken.

Die Politik ist jetzt dringend gefragt, diesen gigantischen Selbstbedienungsladen endlich zu schließen und damit auch die Verunsicherung zu beenden, die entsteht, wenn die Bürger sich nicht einmal mehr im Schlafzimmer dagegen wehren können, wenn über ihrem Kopf Tag und Nacht ein kleines rotes LED-Lämpchen im Rauchmelder blinkt. Ein Melder, der bis zu einem Meter in den Raum „fühlt“, damit er nicht versehentlich zugestellt wird.

Auf welche milliardenschwere Idee kommen Lobbygruppen als Nächstes? Eine kleine Kamera mit einbauen, um häusliche Gewalt zu verhindern? Tatsächlich sterben etwa so viele Frauen und Mädchen an häuslicher Gewalt wie es Brandopfer gibt. Da müssen doch dringend noch Kameras in die Brandmelder installiert werden (Ironie off!). Ein weiteres Milliardengeschäft des Irrsinns.

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